Vierte Medaille in 24 Jahren: Silber für das Team Jochen Schümann

> DSV-Präsident Hajo Fritze: "Bann gebrochen – deutsche Segler Weltklasse!"

>

> (Sydney). Es war der erwartete Kampf der Giganten: Vor der spektakulären

> Kulisse des Opernhausen unterlagen Jochen Schümann (Penzberg) und seine

> Vorschoter Gunnar Bahr und Ingo Borkowski (beide Berlin) im

> Soling-Matchrace-Finale ihren dänischen Rivalen um Skipper Jesper Bank

> denkbar knapp mit 3:4. Insgesamt sechs "Penalties" in sieben Matches waren

> eine zu große Bürde für die Deutschen. Das im Sydney Harbour gewonnene

> Silber lässt Jochen Schümann in der Ewigen Bestenliste in die erste Reihe

> auf einen Logenplatz neben Valentin Manikin vorrücken – beide

> Steuerleute gewannen in ihrer Erfolgskarriere je drei Goldmedaillen und

> einmal Silber. Unangetastet bleibt der Fabelrekord des legendären Paul

> Elvström, der bei olympischen Spielen viermal Gold gewinnen konnte.

>

> Am Sonnabend Nachmittag (Ortszeit) war das dramatische Duell der beiden

> Olympiasieger – Bank gewann 1992 Gold vor Barcelona – von Protesten und

> spannenden Matchrace-Manövern geprägt. Mit einem Strafkringel aus der

> Vorstartphase belastet, verloren die "Schümanner" das Auftakt-Match.

> Anschließend konnte das deutsche Trio mit besserem Speed und exzellentem

> Gespür für den besten Wind zwei souveräne Start-Ziel-Siege in Folge

> verbuchen, bevor es im vierten Duell erneut ein Strafkringel war, der den

> 46-jährigen Schümann und seine Crew im Ziel um Zentimeter den Sieg kostete.

> Die ausgeglichene Bilanz 2:2 verwandelten die Männer vom Yachtclub

> Berlin-Grünau in der fünften Partie in ein 3:2. Dieses Mal war es der Däne,

> der nach einer Vorfahrtsverletzung kringeln musste.

>

> Mit "La Ola"-Wellen und tosendem Gebrüll feierte auf den Stufen des

> Opernhauses die gesamte deutsche Mannschaft jeden Sieg ihrer Teamkollegen.

> Gleich daneben sorgten dänische Fans für "Danish Dynamite" auf den Tribünen.

> Die so angefeuerten Crews dankten es mit einer kleinen Parade nach jedem

> Match. In der ausgeglichenen Begegnung zeichnete sich schnell ab: Ohne

> "Penalties" segelte das Team Jochen Schümann seinem Gegner meist davon, mit

> Protest und Strafen aber erwischte es die Deutschen öfter. Es kam, wie viele

> vorhergesagt hatten: Showdown beim Stand von 3:3! Das letzte Duell musste

> entscheiden. Wieder waren es Strafen gegen die Berliner, die um 16.45 Uhr

> Ortszeit über Gold und Silber in der Dreimann-Kielbootklasse Soling

> entschieden. Zweimal entschieden die Schiedsrichter auf dem Wasser gegen das

> Team Jochen Schümann – das war der Olympiasieg für Dänemark!

>

> Mit der Silbermedaille setzte das Team Jochen Schümann einen glänzenden

> Schlusspunkt unter die dritterfolgreichste olympische Segelbilanz einer

> deutschen Mannschaft aller Zeiten. Lediglich 1976 ( 2 Goldmedaillen durch

> Jörg und Eckart Diesch/Flying Dutchman; Frank Hübner und Harro Bode/470er;

> 1 Bronze-Medaille durch Jörg Sprengler und Jörg Schmall/Tornado) sowie 1936

> (1 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze) gab es noch bessere Bilanzen.

>

> Entsprechend positiv das Fazit von DSV-Präsident Hans-Joachim Fritze

> (Hamburg): "Der Bann ist gebrochen. Die deutschen Seglerinnen und Segler

> haben endlich auch bei Olympia gezeigt, dass sie Weltklasse sind. Drei

> Medaillen für uns von zehn möglichen und zwei fünfte Plätze in einem

> Spitzenfeld von Seglern aus mehr als 60 Nationen sind ein großartiger

> Erfolg. Meine Glückwünsche gelten den Sportlern, Trainern und der

> Mannschaftsleistung! Jahrelanges Engagement und persönlicher Einsatz für ein

> großes Ziel haben sich gelohnt. Ich bin glücklich und dankbar, dass die

> beispielhafte Leistung unserer Seglerinnen und Segler dem schönen Segelsport

> die gebührende Aufmerksamkeit sichern."

>

> Auch Axel Güpner (München), Teamchef der DSV-Flotte in Sydney, zog eine

> positive Bilanz: "Es war ein tolles, motiviertes und leistungsstarkes Team.

> Am heutigen Tag muss man besonders Jochen Schümann und sein Team

> hervorheben. Er hat als Profi mental die richtigen Konsequenzen aus den

> Schwächen im Fleetrace gezogen. Schümann kann, was nur wenige können: Er ist

> auf den Punkt hin fit. Das zeichnet wahre Champions aus. Und deswegen ist

> Jochen Schümann eine sportliche Ausnahme-Erscheinung. Nicht nur im

> Segelsport." Zu den wenigen sportlichen Enttäuschungen innerhalb der

> DSV-Flotte sagte Axel Güpner (München): "Es gab wieder mentale Probleme und

> Blockaden. Die Leistungen von Michael Fellmann (21.) im Finn Dinghi, aber

> auch das Ergebnis der Starboot-Crew Marc Pickel und Thomas Auracher (Elfte)

> sind inakzeptabel. Wir müssen in Zukunft überlegen, ob wir unsere deutsche

> Olympia-Qualifikation nicht verbessern können, um der mentalen Belastbarkeit

> der Segler noch mehr Bedeutung zu verleihen."

>

Information/Rückfragen:

Deutscher Segler-Verband * Abteilung Leistunsgssport

Gründgensstraße 18 o 22309 Hamburg

Telefon: 040-632009-41/-44 (Zentrale: 040-632009-0)

Fax: 040-632009-42 (Zentrale: 040-632009-28)

Internet: http://www.dsv.org

 

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