> TEAM JOCHEN SCHÜMANN JAGT ELVSTRÖMS REKORD:
> SILBER IST SICHER – VOR DER OPER GEHT ES UM GOLD
>
> (Sydney). Das Unternehmen Gold könnte glücken: Mit einem souveränen 3:1-Sieg
> gegen die niederländischen Olympiafavoriten um Skipper Roy Heiner
> qualifizierte sich das Team Jochen Schümann (Penzberg) mit den Vorschotern
> Ingo Borkowski und Gunnar Bahr (beide Berlin) für das mit Spannung erwartete
> Soling-Matchrace-Finale am Sonnabend Mittag vor dem Opernhaus. Der
> dreimalige Olympiasieger sagte nach dem Duell: "Das war aber nur die
> Zwischenetappe. Wir wollen noch mehr. Der Kampf hier ist noch lange nicht
> beendet. Es wird heiß - das kann ich versprechen."
>
> Dafür wollen auch die Finalgegner der "Schümänner" im Showdown sorgen.
> Jesper Bank und seine Crew waren 1992 Olympiasieger. Damals besiegte das
> "Danish Dynamite"-Team die Mannschaft von Jochen Schümann im Halbfinale. Die
> Deutschen verloren anschließend auch das kleine Finale um Bronze. Diese
> Rechnung würde Diplomsportlehrer Schümann vor Sydney sicher gerne
> begleichen... Die Prognose seines Gegners und Freundes Jesper Bank, mit dem
> Schümann schon einmal mehrere Monate lang zusammengewohnt hat: "Die Chancen
> im Match zwischen Jochen und uns sind 50:50 verteilt." Dazu der 46-jährige
> Schümann: "Wir werden unsere Antwort auf dem Wasser geben."
>
> Mit dem vierten Gold könnte Jochen Schümann, Weltsegler des Jahres 1996,
> einen Platz in der ersten Reihe der besten Olympiasegler aller Zeiten
> einnehmen und mit dem legendären Dänen Poul Elvström gleichziehen. Der
> Spitzenreiter der Ewigen Weltbestenliste hat in seiner erfolgreichen
> Segelkarriere vier Goldmedaillen gewonnen. Doch von einem Vergleich mit
> Elvström will Jochen Schümann nichts hören: "Elvström ist eine lebende
> Legende, der auch abgesehen von seinen Medaillen in vielen Bereichen der
> innovativste Mann des Segelsports ist. Damit kann ich mich gar nicht
> vergleichen."
>
> "Blumen" für die Deutschen, einen fairen Kniefall auf dem Steg und eine
> herzliche Umarmung gab es von Roy Heiner und seiner Crew für Jochen Schümann
> und dessen Team. Heiner, der auch auf Schümanns persönlicher Liste der
> heißeste Medaillenfavorit dieser Olympischen Spiele war, gab zu: "Wir waren
> heute einfach nicht gut genug. Uns fehlte der Überblick. Jochen und seine
> Jungs haben verdient gewonnen."
>
> Der aus deutscher Sicht so erfolgreiche Freitag wurde vor allem in
> Großbritannien gefeiert. Die Einhand-Segler Shirley Robertson und Ben
> Ainslie sicherten zweimal Gold für die Engländer – Brittania ruled the
> waves... Die Berlinerin Petra Niemann beendete ihre Olympiapremiere mit
> Platz 13 in der Abschlusswertung. Weiterhin unzufrieden mit ihren Leistungen
> waren ein Tag vor Ende der olympischen Regatta die Starbootsegler Marc Aurel
> Pickel (Kiel) und Thomas Auracher (Gmund), die auf Platz elf der
> Zwischenwertung vor der letzten und elften Wettfahrt am Sonnabend keine
> Medaillenchancen mehr haben, und Finn-Dinghi-Einhandsegler Michael Fellmann
> (Sulzberg), der mit Platz 21 im Feld der 25 Boote weit hinter den eigenen
> Erwartungen zurückgeblieben ist.
>
> TV-Hinweis: Die ARD ist am Sonnabend verantwortlich für die
> Olympiaberichterstattung. Redakteur Peter Carsten stellt die
> Soling-Finalkontrahenten im Portrait vor und berichtet life oder
> zeitversetzt in Ausschnitten von den Matches. Schade: Auch für den
> Finalthriller der Olympischen Spiele gibt es keine festen Sendezeiten. Wer
> am Bildschirm mitfiebern will, muss ab 3 Uhr deutscher Zeit wach sein und
> hoffen, dass Segeln die Gunst der Programmchefs findet. Mitspielen muss aber
> auch der Wind, der in den vergangenen Tagen in Form von Flaute mehrfach für
> Übertragungsschwierigkeiten sorgte.
>
Information/Rückfragen:
Deutscher Segler-Verband * Abteilung Leistunsgssport
Gründgensstraße 18 o 22309 Hamburg
Telefon: 040-632009-41/-44 (Zentrale: 040-632009-0)
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