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Datum: 17. Aug 2003 01:28
Viel Flaute beim Rolex Fastnet Race 2003
Streckenrekord hat Bestand / Deutsche Segler ohne Lorbeeren
Plymouth – Viel Geduld brauchten rund 2.000 Hochseesegler, die am 10. August
auf 245 Yachten ins Rolex Fastnet Race 2003 gestartet waren. Grund: Flaute,
Flaute und nochmals Flaute. Die letzten Teilnehmer beendete die 608
Seemeilen lange Traditionsregatta von Cowes auf der Isle of Wight rund um
den Felsen Fastnet Rock im Süden Irlands herum wieder zurück nach England
(Plymouth) erst nach einer Woche. Der Gesamtsieg nach berechneter Zeit ging
an den einheimischen 23-Meter-Racer „Nokia Connecting People“ vor dem
schnellsten Schiff nach gesegelter Zeit, der über 27 Meter langen „Alfa
Romeo“ aus Neuseeland. Der Hamburger Segelprofi Tim Kröger musste sich auf
der „Skandia Set Sails“ mit dem fünften und letzten Platz in der gesondert
gewerteten Open-60-Klasse zufrieden geben. Die Kieler „Xenia“ von Jürgen
Bisch landete auf Rang 163.
Der Rennverlauf liest sich bei vielen Booten wie eine verkehrte Welt, denn
in den Windstillen ankerten sie oft, um nicht von der gegenläufigen
Gezeitenströmung zurückgetrieben zu werden. Das musste auch die IMX-38
„Xenia“ als einziges deutsches Boot schon in der ersten Nacht auf See,
nachdem die „Hexe“ (Norbert Plambeck/Cuxhaven) kurzfristig zurückgezogen
hatte. An der Landmarke Portland Bill bei St. Albans passierte es dann: Als
es wieder losgehen sollte, hatte sich der Anker am Meeresgrund verkeilt und
lies sich nicht mehr lichten. Mehr als anderthalb Stunden verlor die
Mannschaft bei der Aktion, wodurch sie schon frühzeitig zurückfiel. Erst am
Mittwoch Mittag rundete sie Fastnet Rock, am Freitag Vormittag überquerte
sie die Ziellinie. Vier Tage, 21 Stunden, 44 Minuten und 49 Sekunden war die
„Xenia“ unterwegs; nach berechneter Zeit durch Handicap-Faktor, nach dem
unterschiedlich große Boote gerecht gegeneinander gewertet werden, fast 30
Prozent langsamer als der Sieger Charles Dunstone mit der „Nokia“.
Trotz der häufigen Flauten behielten die Mega-Yachten an der Spitze des
Felds lange Zeit den Streckenrekord im Auge, den der Neuseeländer Ross Field
auf der „RF Yachting“ 1999 mit 53 Stunden und acht Minuten aufgestellt
hatte. Dabei lieferten sich die „Alfa Romeo“ von Neville Crichton und die
US-Amerikanische „Zephyrus V“ von Robert McNeil, die im Juni bei einem
Weltrekordversuch während der DaimlerChrysler North Atlantic Challenge
(DCNAC) aufgeben musste, erbitterte Zweikämpfe. Noch kurz vor der Ziellinie
wechselte die Führung zweimal, bevor der „Überflieger“ aus Neuseeland das
bessere Ende für sich hatte und die Amerikaner um zehn Minuten und zehn
Sekunden schlug. Die „Alfa Romeo“ war in dieser Saison bereits schnellstes
Schiff beim Rolex Sydney Hobart Race und beim Rolex Giraglia Race im
Mittelmeer. Den Fastnet-Rekord verpasste sie nur um vier Stunden.
Ohne Fortune agierte dagegen die „Skandia Set Sails“ mit Tim Kröger an Bord.
Zuletzt als „Team 888“ bei der DCNAC noch Zweiter über alles, verlor sie
diesmal in der Open-60-Klasse am Ende um wenige Minuten den Kampf um Platz
drei gegen den Schweizer Dominique Wavre auf „Chaman 3“ und den Engländer
Mike Golding („Ecover“). Der Sieg ging nach Frankreich an die nach einer
glücklichen Privatböe zu Anfang des Rennens am Ende haushoch überlegene „VMI
“ von Sabastien Josse vor der „PRB“ mit Vincent Riou. „Mit dem Resultat bin
ich natürlich nicht zufrieden“, so Kröger nach seinen zehnten
Fastnet-Rennen, „dennoch war es eine großartige Erfahrung, auf diesem
Bootstyp mit Schwenkkiel zu segeln.“ Ähnlich wie die Open 60s werden auch
die neuen Yachten beim nächsten Volvo Ocean Race Round the World 2005-2006
konstruiert sein, an dem Kröger teilnehmen will. Eine Generalprobe dafür
wird sicher das kommende Rolex Fastnet Race, das am 7. August 2005 gestartet
wird.
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