Americas Cup 2003/2007
Marseille Louis Vuitton Act 1 - www.americascup.com - zur Übersicht
Regattafotos von Martin Raget

Presse Mitteilung vom 10. September 2004
Das Team Alinghi verliert wegen einer zerrissenen Genua

Trotz eines einfachen Sieges gegen das südafrikanische Team ist die Bilanz des heutigen Tages für die Schweizer unbefriedigend. Wegen einer zerrissenen Genua musste sich das Team Alinghi seinem Gegner aus dem letzten America's Cup geschlagen geben. Aufgrund dieser Niederlage ist die Chance für die Schweizer, den Louis Vuitton Akt 1 gewinnen zu können nun gleich Null. Davon profitieren können BMW ORACLE Racing, die den Sieg damit bereits auf sicher haben. Der Kampf zwischen SUI 64 und NZL 82 um den zweiten Platz im Gesamtklassement wird eng werden. Um sich diesen Platz sichern zu können, werden die Schweizer morgen gegen den Leader im Gesamtklassement gewinnen müssen.

Marseille, 10. September 2004:
Heute wehte ein Lüftchen der Revanche über die Gewässer vor Marseille. Das erste Match Race am heutigen Tag fand zwischen den beiden Finalisten des letzten America's Cup statt, der im Jahr 2003 mit 5:0 zu Gunsten von Alinghi ausgegangen war.

Nach einem Vorstartmanöver mit einem langen Dial-up ging das Schweizerboot beim Startschuss auf die rechte Seite und verteidigte diese Seite. Brad Butterworth, Taktiker auf der Alinghi, hatte zu diesem Schritt geraten. Falls der Wind nach rechts drehen würde, könnte Alinghi so einen Vorsprung heraussegeln, sollte er, wie die Tage zuvor nach links drehen, wäre NZL 82 im Vorteil. Doch Butterworth hatte eine gute Nase. Der Wind drehte, wie von ihm vorhergesehen nach rechts und Alinghi übernahm auf der ersten Amwindstrecke mit zwanzig Metern Vorsprung auf die Kiwis die Führung.

Doch neun Minuten nach dem Start riss Alinghi's Genua auf der Höhe der untersten Saling. Das Teflontape, welches über das Eckstück der Saling geklebt worden war, um das Segel zu schützen, löste sich, als die beiden Boote beim Dial-up mit killenden Segeln im Wind lagen. Nachdem diese Schutzvorrichtung einmal weg war, hielt die empfindliche Genua der ständigen Reibung an diesem groben Ende der Saling nicht mehr stand und riss. Das war ein unglaublich harter Schlag für Alinghi und eine grosse Chance für die Neuseeländer, die sofort aufholten und die Führung übernahmen. Die Schweizer verloren nicht einmal 20 Sekunden, um die zerrissene Genua zu bergen, eine neue zu setzen und wieder Fahrt aufzunehmen. Doch trotz dieser zwanzig verlorenen Sekunden holte die SUI 64 auf dem ersten Vorwindkurs noch einmal auf, bedrängte den Gegner und übernahm kurzfristig sogar noch einmal ganz kurz die Führung.

Auf dem zweiten Amwindkurs gingen die Kiwis auf die linke Seite der Regattabahn und verteidigten diese. Alinghi, mit den schlechteren Karten, wurde nach rechts gezwungen und konnte die verlorene Zeit nicht mehr gut machen. Der Wind drehte abermals nach links und blies dort konstant stark während des restlichen Rennens. NZL 82 segelte ungefährdet ihrem Sieg entgegen. Alinghi überquerte die Ziellinie schliesslich mit 13 Sekunden Rückstand auf Emirates Team New Zealand. "Die zerrissene Genua hat uns den Sieg gekostet", erklärt Jochen Schümann, Stratege an Bord von Alinghi. "Wir lagen mit einem guten Vorsprung in Führung, die uns ohne diese Panne den Sieg gebracht hätte."

Was das französische Duell zwischen le Défi und K-Challenge anbelangt, so gelang le Défi ein sehr guter Start und ein fehlerfreies Rennen. Das rote Boot holte sich damit den ersten Sieg in dieser Regatta mit 30 Sekunden Vorsprung auf seinen Gegner und verbesserte sich damit auf den fünften Platz im Gesamtklassement. Die Amerikaner siegten ohne grosse Überraschung gegen das Team Shosholoza.

Das zweite Match Race für Alinghi an diesem Tag gegen die Südafrikaner war wesentlich einfacher. Während des Vorstarts machten die Schweizer zwei klassische Match Racing Manöver, ein Dial-up und Kreisen. Doch das Team Shosholoza schien bei diesem Spiel nicht mitmachen zu wollen. Der SUI 64 gelang ein problemloser Start und die Schweizer gingen sofort auf die linke Seite der Bahn, beschleunigten und deckten das gegnerische Boot aus der Generation 2000 und liessen es alsbald hinter sich. Alinghi überquerte die Ziellinie mit einem Vorsprung von 3 Minuten 33 Sekunden.

Bei den anderen Match Races des Tages ereignete sich ungefähr das Gleiche. Die beiden anderen Teams der Top 3, BMW ORACLE Racing und Emirates Team New Zealand gewannen ihre beiden Duelle gegen die beiden schwächsten Teams dieses Anlasses, K-Challenge und le Défi.

Morgen wird Alinghi gegen BMW ORACLE Racing, den Leader des Gesamtklassements, antreten müssen. Falls es den Schwiezern gelingt, dieses Duell für sich zu entscheiden, beenden sie den Wettkampf auf dem zweiten Platz vor den Kiwis. Falls sie verlieren, werden sie den Louis Vuitton Akt 1 auf dem dritten Platz beenden. Sie finden alle Resultate auf www.alinghi.com.

Gesamtklassement
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1. Platz BMW ORACLE Racing, 46 Punkte
2. Platz Team Alinghi, 38 Punkte
3. Platz Emirates Team New Zealand, 36 Punkte
4. Platz K-Challenge, 17 Punkte
5. Platz Le Défi, 11 Punkte
6. Platz Team Shosholoza, 8 Punkte

Zitate des Tages
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Jochen Schümann, Stratege von Team Alinghi: "Wir hätten heute gewinnen müssen. Wir haben alles dafür gemacht und sind vorne gelegen. Doch dann ist unsere Genua gerissen und wir konnten Emirates Team New Zealand nicht mehr folgen. Wir mussten zuerst die alte Genua bergen und dann eine neue setzen. Das hat uns viel Zeit gekostet. Es gelang uns, auf dem ersten Vorwindkurs wieder aufzuholen. Wenn wir nicht diesen Ausfall gehabt hätten, wäre dies eines unserer besten Match Races hier geworden. So haben wir schlussendlich wegen der Genua verloren. Das ist uns zuvor während des ganzen America's Cup nie passiert."

Christian Karcher, Grinder bei Team Alinghi und heute aussenstehender Beobachter: "Während des Dial-ups hat das Achterliek der Genua gegen die Saling geschlagen und dies hat das Teflontape kaputt gemacht, welches die rauen Stellen an der Kante der Saling abdeckt. Diese Halbzentimeter dicke, ungeschützte Stelle hat dann das Mylar der brandneuen Genua zerfetzt. Das ist der Grund, weshalb wir verloren."

Rolf Vrolijk, leitender Schiffsarchitekt beim Team Alinghi: "Das ist das erste Mal, dass sich die beiden Finalisten aus dem letzten America's Cup anlässlich eines neuen Wettkampfes begegneten. Das ist aussergewöhnlich. Die Neuseeländer und die Schweizer kennen sich gut. Sie haben mehrmals während der Trainings im Vorfeld zu diesem Anlass gegeneinander gesegelt. Gewöhnlicherweise segeln sie nie gegeneinander. Das ist interessant, dass sie jetzt gegeneinander angetreten sind, auch wenn man das nicht wirklich mit dem Cup vergleichen kann. Während eines Cups sind alle Teams erstklassig vorbereitet. Die Boote und die Segel sind bis zum Maximum optimiert. Das ist hier nicht der Fall, ausser bei BMW ORACLE Racing, die seit einem Jahr trainieren und Testfahrten machen."

Für Informationen wenden Sie sich bitte an:
PRESSE BÜRO:
Bernard Schopfer Team Alinghi EPFL, Parc Scientifique (PSE) 1015 Lausanne Tel + 41 21 693 02 63 Mobile : + 41 79 332 11 76 E-Mail: media@alinghi.com --------------------------
US Presse Büro
Michelle Slade Tel +1 541 387 4345 Mobile: +1 541 490 6877 E-Mail: media@alinghi.com
Das Team Alinghi segelt unter Schweizer Flagge und trägt die Farben der Société Nautique de Genève. Seine Partner für die Kampagne 2007 sind UBS und Infonet (Hauptpartner), sowie Audemars Piguet, SGS, Nespresso, MSC Cruises und North Sails (Co-Sponsoren).
Besuchen Sie unsere Website auf: www.alinghi.com

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