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Anmerkungen zur Geschichte des America's Cup
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Der Kampf um den America's Cup
ist jedes Jahr der Höhepunkt des Segelsports, bei dem mit einem ungeheueren Aufwand an Technik und sportlichem Einsatz um eine Silberkanne gekämpft wird.
Seit 150 Jahren verteidigen die Amerikaner diesen Pokal und haben ihn in dieser Zeit nur zweimal abgeben müssen.
Es begann zur Weltausstellung 1851 in London.
Amerika wirkte mit seinen bescheidenen Ausstellungsstücken gegenüber der etablierten Industrie und Weltmacht England wie ein armer Verwandter.
Aber da lag bei der Isle of Wight eine Segelyacht des "New York Yacht Clubs" vor Anker, die in ihrer Konstruktion so ziemlich in allen Punkten von den englischen Yachten abwich. Der Rumpf hatte seine größte Breite hinter der Schiffsmitte, die Masten standen bei geringerer Höhe nach hinten geneigt und die Segel waren aus amerikanischer Baumwolle gewebt.
Von sich sehr überzeugt forderten die Amerikaner die Briten zum Zweikampf heraus und gewannen ihn unter den Augen der Queen Victoria souverän. Mehr mit Intuition und Erfahrung als mit Hilfe mathematischer Berechnungen war damals eine Yacht entstanden, die für den Schiffbau bis heute neue Maßstäbe setzte.
Die damaligen Schoner muten uns heute saurierhaft an: 50 Mann Besatzung bedienten bis zu 2000 m² Segelfläche. Später schrumpfte die Schiffslänge der JBoote auf etwa 40 Meter, um dann nach dem 2.Weltkrieg nocheinmal in der "Zwölfer"Klasse bis auf 18m abzunehmen.<2005-06-231.htmlBR>
Seit dem ersten Sieg der Amerikaner ist die Regatta um den America's Cup zu einem Kampf um höchste sportliche Ehren, politisches Prestige und wirtschaftliche Interessen geworden. Nicht die beste Mannschaft entscheidet den Kampf, sondern das schnellere, das technisch bessere Schiff. Demzufolge werden die neuesten Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Aerodynamik, der Werkstofftechnik und der Computertechnolgie eingesetzt um Yachten zu bauen, die bei geringem Gewicht und minimalen Reibungsverlusten der Unterwasserfläche eine optimale Segelfläche tragen können.
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Zum Arsenal der heutigen Yachtbauer gehören ganz selbstverständlich Bootskörper aus Kohlefaser mit speziellen Außenhautfolien, geklebte Segel aus Kevlar oder Mylar, Beschläge aus Titan und Tauwerk aus Spectra, das die Astronauten für ihre Sicherheitsleinen verwenden.
1992 wurde zusätzlich die neue Konstruktionsformel der "International America's Cup Class" (IACC) festgelegt, nach der die Schiffslänge, die Segelfläche und die Verdrängung in die Beziehung gebracht wurden:
(L + 1,25 *SQR(S)*SQR(V)) / 0,388 = 42.
Nunmehr war den Konstrukteuren ein noch größerer Freiraum für ihre Ideen geschaffen worden, den sie auch sofort ausnutzten. Die neuesten Yachtenbesitzen etwa 24 Meter Länge, 315 m² Segelfläche und ca 24 to Gewicht. Von diesem Schiffsgewicht ist fast die Hälfte als Bleibombe (oft mit Flügeln) am Kiel untergebracht, um bei 33 m hohen Masten die Kentergefahr zu minimieren. Die wesentlichen Daten der Schiffsrümpfe werden zunächst mit Hilfe von Computerprogrammen, wie dem VPP (Velocity Prediction Program) und dem CFDProgramm (Computation Fluid Dynamics), die den Schiffsrumpf in viele Teilflächen auflösen und durchrechnen, ermittelt. Dabei werden auch neueste Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Raumfahrt, sowie aus dem Flugzeug und UBootbau eingesetzt. Anschließend werden die Modelltests im Schlepptank durchgeführt. Schließlich wird der Bootsrumpf in Sandwichbauweise aus Kohlefaserlaminaten und einem Kern aus Kevlar mit Epoxidharzverleimung hergestellt in einer Art MonocoqueBauweise, wie sie auch beim Bau der FormelIRennwagen angewendet wird.
Ist die neue Yacht fertig, wird monatelang täglich auf Übungsfahrten das handling der Yacht trainiert, bis jeder Handgriff vor allem bei den Wenden fehlerfrei klappt. Während der Regatta, die seit 1987 vor San Diego in Kalifornien stattfindet, muß dann die 16-köpfige Bootsbesatzung ihre körperliche Fitness und ihr seglerisches Können beweisen.
Bill Koch, der ein Unternehemen für alternative Energien besitzt, mußte 4 Rennyachten bauen um den Pokal zu gewinnen. Bei seiner "America 3" ließ er die zehn Tonnen schwere Ballastbombe, an einem speziell geschmiedeten Schwert, in 4m Tiefe durchs Wasser pflügen. Zusätzlich unterstützen Computer und Lasertechnik den Skipper bei seinen Entscheidungen. Nicht nur Windstärke und Einfallswinkel, Druckverteilung in den Segeln und Spannung in den Wanten werden kontrolliert; auch der Abstand zum Gegner und der günstigste Kurs werden angezeigt.
Doch bleiben bei aller HighTech das Können der Crew sowie die Erfahrung, der Instinkt und die intime Regelkenntnis des Skippers ausschlaggebende
Faktoren für den Erfolg.
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2007 tragen die weltbesten Segler den America's Cup vor der Küste Valencias aus. 2000 Kilometer nördlich können die schnellsten Yachten der Welt schon in diesem Sommer gesegelt werden: In der Kieler Förde. Corporate Racings versprechen Unternehmensleitung und Personalabteilung die Verbesserung von Teamwork, Leistungsfähigkeit, Gemeinschaftsgefühl und natürlich den ultimativen Adrenalinrausch - selbst für Segel-Laien.
High-Speed, Präzision, Zusammenarbeit. Alle Mitglieder eines Teams ziehen am selben Strang. Gemeinschaftsgefühl, Kampfgeist, soziale Kompetenz, schnelle Auffassung und Umsetzung sind die Tugenden erfolgreicher Segler - und Mitarbeiter! Erstmals in der deutschen Segelsportgeschichte können die bislang nur Hochgeschwindigkeits-Segelprofis vorbehaltenen 25m IACC Yachten des America's Cup in deutschen Gewässern gesegelt werden. Einzigartige Plattform für ein Duell gegen den Mitbewerb, Incentives für Top-Kunden oder unvergessliche Teamtrainings!
Der America's Cup ist damit die einsame Spitze der technischen Herausforderung im Segelsport geworden und wird es wohl auch noch einige Zeit bleiben.
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