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Rolex Farr 40 Worlds - Sydney, AUS
01.-04.03.2005
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4. März 2005
„Evolution“ hauchdünn Weltmeister / „Morning Glory“ Zehnte
Sydney. Mit einem denkbar knappen Heimsieg der Yacht „Evolution“ ging am
Freitag (4. März) in Sydney die Rolex Farr 40-Weltmeisterschaft zu Ende.
Trotz eines Ausrutschers im letzten Rennen lag die Mannschaft von Eigner und
Steuermann Richard Perini am Ende punktgleich mit der „Shockwave“ von
Neville Crichton (ebenfalls Australien) vorn und siegte aufgrund der
besseren Einzelergebnisse. „Bronze“ ging an die „TWT“ (Marco
Radolfi/Italien) nur einen Zähler zurück. Erneut glücklos agierte dagegen
Hasso Plattner mit seiner „Morning Glory“.
Der Walldorfer belegte am
Finaltag nur die Plätze 14, 20 und vier. Statt auf dem Treppchen zu landen,
auf dem er zur WM-Halbzeit noch lag, blieb am Ende nur Rang zehn.
In einem Herzschlagfinale kämpften die beiden australischen Boote mit der
„TWT“ um die WM-Krone. An jeder Bahnmarke waren die Rechnkünstler gefragt,
um die wechselnden Zwischenstände in ein hypothetisches Endergebnis
umzuwandeln. Dabei hätte die „Evolution“ um Haaresbreite noch einen riesigen
Vorsprung verspielt, den sie nach dem vorletzten Rennen aufgebaut hatte. Zum
Schluss wurde die Mannschaft um Taktiker Hamish Pepper 21. von 28
Teilnehmern und doch glücklicher Gesamtsieger. Ganze sieben Sekunden später
wäre sie nur Dritter des Endklassements geworden.
Perini brauchte nach dem Zieleinlauf mehr als zehn Minuten bis er realisiert
hatte, dass ihm der Titel nicht mehr zu nehmen war. „Wir wollten es für die
Zuschauer spannend machen“, sagte der Eigner nicht ganz ernst gemeint, als
die große Anspannung allmählich von ihm abfiel. Pepper beschrieb den Stress
an Bord so: „Wir waren im Finale nicht so drauf wie sonst. Alle standen
enorm unter Druck und haben die ganze Zeit versucht, herauszufinden, was wir
auf der letzten Vorwindstrecke machen sollten, um nicht alles zu verlieren.“
Sein Pendant auf der „Shockwave“, Michael Coxon, fühlte sich nicht als
Verlierer: „Natürlich könnten wir auf zahlreiche Situationen zurückblicken,
in denen wir den Titel auf dem Gewissen haben. Aber ich bin sicher, das
könnten die anderen auch.“ Die Reviererfahrung der einheimischen
Mannschaften hat wie schon in den beiden Vorjahren eine große Rolle gespielt
und am Ende den Ausschlag gegeben. Vor allem an den Leichtwindtagen hatten
die Australier Vorteile.
Ernüchterung aber keine Niedergeschlagenheit herrschte an Bord des deutschen
Boots. „Wir waren dicht dran, aber bei Leichtwind fehlte uns meist Fortune“,
sagte Plattner, und vielleicht auch etwas Geschwindigkeit. Während sein Team
bei Starkwind durchweg überzeugte und in der Spitzengruppe, kam es bei der
schwachen Brise in der zweiten WM-Hälfte zu selten aus dem Hauptfeld heraus.
Auch Taktiker Russell Coutts, dreimaliger America’s Cup-Sieger fand am
Schlusstag nicht immer den günstigsten Weg durch die Winddreher und -löcher
auf der Regattabahn. Nur ausgerechnet in der letzten, wohl schwierigsten der
drei Wettfahrten des Tages, die Regattaleiter Peter Reggio trotz der
widrigen Verhältnisse startete, gab es einen versöhnlichen vierten Rang.
Im Cruising Yacht Club of Australia wurde Richard Perini wie ein Triumphator
gefeiert. Richard de Leyer, Geschäftsführer von Rolex Australien,
überreichte dem siegreichen Skipper eine Rolex Yachtmaster in Rolesium.
Hamish Pepper duschte die gesamte Mannschaft in Champagner, und der Eigner
musste traditionell das unfreiwillige Bad im Hafenbecken über sich ergehen
lassen.
ENDE
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Fotos: Carlo Borlenghi/Rolex






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Vorläufiges Endergebnis der Rolex Farr 40-WM 2005:
Position, Yachtname, Land, Skipper, Punkte
1.) Evolution, AUS, Richard Perini, 2-7-1-15-6-3-9-2-21, 66
2.) Team Shockwave, AUS, Neville Crichton, 4-17-2-3-15-6-4-6-9, 66
3.) TWT, ITA, Marco Rodolfi, 14-2-9-1-1-8-16-10-6, 67
4.) Warpath, USA, Steve and Fred Howe, 10-3-21-10-3-7-6-1-11, 72
5.) Mascalzone Latino, ITA, Vincenzo Onorato, 6-11-4-8-9-18-3-4-12, 75
6.) Barking Mad, USA, Jim Richardson, 8-14-13-14-4-5-13-8-1, 80
7.) Ichi Ban, AUS, Matt Allen, 1-1-14-20-5-14-10-15-7, 87
8.) Southern Star, AUS, John Calvert-Jones, 13-10-5-13-14-1-1-11-20, 88
9.) Nerone, ITA, Massimo Mezzaroma/Antonio Sodo Migliori,
11-8-11-4-7-9-5-9-25, 89
10.) Morning Glory, GER, Hasso Plattner, 9-6-3-9-10-17-14-20-4, 92
Die vollständige Ergebnisliste steht im Internet auf der Website des
Veranstalters unter www.cyca.au. Aktuelle Fotos finden die Redaktionen im
Internet unter www.regattanews.com. Die Teilnehmer- und Crewlisten sind auf
der Website www.farr40.org zu finden.
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