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116.Travemünder Woche 2005
22.-31.07.2005
www.Travemuender-Woche.net - Regatta 2005
Tagesberichte siehe Menu unten
31. Juli 2005
Fröhliches Fest der See- und Sehleute
Travemünde. Die 116. Travemünder Woche schloss am Sonntag (31. Juli) nach
zehn ausgelassenen und fröhlichen, aber ausgesprochen friedlichen Tagen ihre
Tore. Fast eine Million Besucher erlebten ein buntes, variationsreiches
Seglerfest, bei dem mehr als 800 Boote über 250 Wettfahrten absolvierten.
Trotz einiger Wetterextreme mit Gewitter, Hagel und Platzregen zogen die
Veranstalter unisono mit den Aktiven und den Ausstellern eine positive
Bilanz.
„Das Konzept ‚Segel zum Anfassen nahe’ und die Mischung aus sportlichen
Höhepunkten und einem niveauvollen Landprogramm ist voll aufgegangen“,
resümierte Claus-Dieter Stolze, Organisationschef der Travemünder
Woche-Regatten. Johann W. Wager, Geschäftsführer der Lübeck und Travemünde
Tourist-Service GmbH, stimmte mit ihm überein: „Wir hatten ein rundum
zufriedenes, sehr segelinteressiertes Publikum aus ganz Norddeutschland und
darüber hinaus zu Gast.“
Zum großen Anschlusshöhenfeuerwerk am Sonntag Abend
strömten noch einmal mehrere zehntausend Menschen nach Travemünde.
Mit den Klassensiegern im Ostseecup der Dickschiffe sowie bei den Drachen
und Folkebooten gingen die Wettfahrten am Sonntagnachmittag auf der Lübecker
Bucht zu Ende. Highlight Nummer eins auf dem Wasser aber war die
Weltmeisterschaft der Contender mit dem Kieler Titelträger Jan von der Bank
(38), der vor Freude bei der Siegerehrung auf der Bühne im Seglervillage
einen Kopfstand machte. Mit 110 Teilnehmern war die Einmannklasse auch am
besten besetzt. „Es waren anspruchsvolle und faire Wettfahrten“, sagte von
der Bank, „eine gute Werbung für Travemünde“.
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Deutschland hat neuen Contender-Weltmeister
Foto: www.travemuender-woche.net
Die gesunkene De Hoop
Foto: "Nils Bergmann/segelaction.de
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Viel Lob gab es auch für die in zwei Klassen erstmals strandnah neben der
Nordermole mit Live-Kommentar über Lautsprecher ausgetragenen Finalrennen
bei der olympischen 49ern und Lasern. „Das ist die Zukunft des Segelsports“,
meinte Lübecks wohl größtes Segeltalent, Simon Grotelüschen, obwohl er in
der Vorschlussrunde der Laser wegen unerlaubten Pumpens zum zusätzlichen
Vortrieb disqualifiziert worden war. „2008 wird dieses Format bei den
Olympischen Segelwettbewerben im chinesischen Quindao angewendet“, erklärte
der oberste Wettfahrtleiter Walter Mielke, „wir haben es als erste in
Deutschland mit Erfolg getestet.“
Eine Premiere gab es auch bei der zweiten Rotspon-Regatta, zu der Lübecks
Bürgermeister Bernd Saxe zwei Kollegen und eine Kollegin sowie vier Landräte
nach Travemünde eingeladen hatte. Erstmals kreuzten zwei 26 Meter lange
America’s Cup-Yachten aus der Königsklasse des Segelsport auf der Trave.
„Das war ein beeindruckendes Erlebnis, einmal in der Formel eins zu starten
“, so Saxe, der am Ende auch noch gut lachen hatte: Die Bürgermeister
gewannen die zweite und entscheidende Wettfahrt um eine Riesenflasche des
berühmten Lübecker Rotweins.
Auch das war Segeln zum Anfassen, genau wie der Niederegger Cup der
Traditionssegler, die am letzten Sonntag in einer Parade vor zigtausend
Schaulustigen an der Travepromenade zu ihrer Tagesregatta ausliefen. Diesen
trübte jedoch ein Seenotfall: Der Altantikschoner „De Hoop“ von Hans-Joachim
Grundei aus Lübeck kenterte in einer steifen Böe und sank an der Einfahrt
zur Travemündung. Die sechs Crewmitglieder wurden wohlbehalten aus dem
Wasser gerettet und kamen unverletzt an Land.
„Wir segelten bei Stärke vier am Wind, als plötzlich eine heftige Böe wohl
mit sieben oder acht Beaufort einfiel. Die Mannschaft bekam die Schoten
nicht schnell genug gefiert“, erklärte Steuermann Klaus Kienast aus Kiel den
Unfallhergang, „das Schiff schob kräftig Lage und kippte schließlich um.“
Der 22 Meter lange und 40 Tonnen schwere Schoner von 1922 sollte spätestens
am Montag beborgen werden.
Trotz der Schrecksekunden blieb das Gesamtresümee positiv. „Neun Tage hatten
wir gar keinen Rettungseinsatz auf der Travemünder Woche“, so Claus-Dieter
Stolze, „und zum Glück blieb der Einzige auch ein Vorsichtsalarm.“
Optimistisch blickte er mit Mielke und Wagner auf die 117. Ausgabe im
nächsten Jahr: „Wir haben dann die Europameisterschaft einer olympischen
Klasse, nämlich der Tornados in Travemünde. Das gab es noch nie.“ Termin ist
der 21. bis 30. Juli.
Endergebnisse der 116. Travemünder Woche
Von Sonntag (31. Juli)
Folkeboot (nach acht Wettfahrten):
1. Kipcke/Kipcke/Martens (Neumünster) 13
Punkte; 2. Blank/Seidel/Merda (Berlin) 18; 3. Schultze/Przywarra/Rosebrock
(Rosengarten) 19; 4. Dittrich/Nommels/Hansen (Eckernförde) 20; 5.
Bleifuß/Schmidt/Weisensee (Schleswig) 35; 6. Hasselmann/Paulsen/Schlenhoff
(Essen) 35.
Drachen (nach acht Wettfahrten): 1. von Alt-Stutterheim/Vogler/Wolter
(Hamburg) 8 Punkte; 2: Dankert/Kemme/Möring (Hamburg) 11; 3.
Cadmus/Toepfer/Rieck (Hamburg) 15; 4. Plath/Einfeldt/Plath (Hamburg) 17; 5.
Libor/Kordts/Faber (Hamburg) 29; 6. Körting/Hajo/Körting (Hamburg) 30.
Seebahn
Ostseecup V (ORC) (nach vier Wettfahrten): 1.WESTWIND (Peter
Süselbeck/Oberhausen) 4 Punkte; 2. CLAXPAX (Dr. Klaus Schütte/Hamburg) 15;
3. ADAMAS (Jan Peters/Lübeck) 21.
Ostseecup I (Yardstick) (nach vier Wettfahrten): 1. LENA (Timo
Jacobs/Schneverdingen) 5 Punkte; 2. ADMIRAL JACOB (Christine
Voigt/Travemünde) 9; 3. CHICA (Christian Jäger/Bad Schwartau) 12.
Ostseecup II (Yardstick) (nach vier Wettfahrten): 1. Froschkönig (Detlef
Amlong/Schwedeneck) 4 Punkte; 2. TORTENGUSS (Joachim
Mueller-Deile/Kiel-Holtenau) 10; 3. CULEX (Carsten Völkel/Neustadt) 15.
X-79 (nach vier Wettfahrten): 1. SEXTANTEN (Bernd Zeiger/Kiel) 4 Punkte; 2.
MAMA’S PETIT (Mathias Siemens/Halstenbek) 12; 3. CLASSIX (Olaf
Eggers/Heiligenhafen) 18.
Ostseecup III (Yardstick) (nach vier Wettfahrten): 1. FLOTT (Hans-J.
Bierschenk/Lübeck) 9 Punkte; 2. BANDIT (Sepp Stracke/Lübeck) 10; 3. TEST
(Dan Bauermeister/Wismar) 12.
Ostseecup IV (Yardstick) (nach vier Wettfahrten): 1. LARN (Jan
Neumann/Berlin) 4 Punkte; 2. THESSALONA (Holger Behrens/Bad Schwartau) 12;
3. FRIDA (Henning Schilling/Schwerin) 14.
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