Rolex Middle Sea Race

17.-28.10.2006
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27. Oktober 2006
Gesamtsieg für Plattners „Morning Glory“
„Tortuga“ von Günter Sell aus Hamburg gewinnt IMS-Klasse 2

Malta. Hasso Plattner hat mit seiner Kieler Maxisegelyacht „Morning Glory“ das 27. Rolex Middle Sea Race in Malta gewonnen. Knapp sechs Tage nach dem Start des 607 Seemeilen langen Hochseeklassikers, der vom Mittelmeerinselstaat Malta aus einmal um Sizilien herum führt, war das internationale Team des Softwareunternehmers aus Walldorf am Freitagmorgen (27. Oktober) nach berechneter Zeit nicht mehr zu schlagen. Der Hamburger Günter Sell überraschte mit seiner Yacht „Tortuga“ als Sieger in der IMS-Klasse 2 und Sechster insgesamt.

Die 26,60 Meter lange „Morning Glory“ vom Bootstyp MaxZ 86 war bereits am Dienstagnachmittag (24. Oktober) nach drei Tagen, fünf Stunden, einer Minute und zwölf Sekunden ins Ziel gekommen. Aufgrund der Handicapwertung mussten allerdings noch die kleineren Schiffe abgewartet werden, von denen jedoch keines die berechnete Zeit von fünf Tagen, zwölf Stunden, neun Minuten und 58 Sekunden schlug. Am Ende betrug der Vorsprung vor der einheimischen J/109 „Artie“ berechnet fast zwei Stunden.

Der Mitbegründer und Aufsichtsratschef von „SAP“ erfuhr von seinem Sieg erst am Rande einer Aufsichtsratssitzung, die am Freitagmorgen im Konzern begann. Der 62-Jährige zeigte sich überrascht, hatte er doch mit einem Sieg eines langsameren Boots gerechnet. Zur Sitzungsvorbereitung hatte Plattner Malta noch am Dienstag verlassen, nicht ohne „den Kleineren alles Gute“ zu wünschen, „die uns wahrscheinlich schon besiegt haben, wenn ich wieder im Büro bin.“

Doch es kam anders. Das Rolex Middle Sea Race, das schon im Vorjahr zur Geduldsprobe für die Teilnehmer wurde, zerrte auch diesmal durch überwiegend leichte Winde wieder an den Nerven der 67 Mannschaften. Nach dem Start zwischen den historischen Sandsteinmauern im Marsamxett-Hafen von La Valletta lagen ausgedehnte Flautenzonen auf der Strecke. Sie führte zunächst durch die berüchtigte Straße von Messina mit ihren starken Strömungen und von dort um Stromboli herum, den Vulkan, der wieder aktiv war und glühende Lava auswarf. Nach Sizilien waren noch die kleinen Vulkaninseln Pantelleria und Lampedusa zu runden, bevor es wieder zurück nach Malta ins Ziel ging. Der Eigner und Skipper der „Morning Glory“ hatte jede Minute des Rennens trotz der schwachen Winde in vollen Zügen genossen: „Es war angenehm warm und ist eine großartige Gegend rund um die Inseln. Und du bist niemals aus dem Rennen. An jeder Ecke, die umrundet wird, beginnt es von vorn. Wir sind sehr gut gesegelt, ohne größere Fehler. Wir hatten eine gute Zeit an Bord und viel Freude bei der Regatta.“ Und auch das sportliche Nahziel war zunächst in Erfüllung gegangen. „Wir wollten die Super-Maxis nach berechneter Zeit schlagen“, so Plattner, „und das ist uns gelungen.“


Zwar war die 30 Meter lange „Alfa Romeo“ von Neville Crichton aus Neuseeland mehr als zwei Stunden eher im Ziel und erntete die Lorbeeren als „First Ship Home“, doch berechnet war sie fünf Stunden und 40 Minuten langsamer und in der Gesamtabrechnung nur Zehnte.
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Und mit der anderen Supermaxiyacht „Thuraya-Maximus“ aus Australien (20.), die unter italienischer Flagge unterwegs war, hatte sich die „Morning Glory“ über weite Strecken packende Zweikämpfe geliefert, obwohl dieser Gegner theoretisch hätte schneller sein müssen. Plattner: „Das war ein phantastischer Wettkampf. An jeder Landmarke hieß es ‚Hallo, guten Morgen! Lasst uns das Rennen von neuem beginnen.“ Durch die extrem leichten Winde hat auch der Regattarekord aus dem Jahr 2000 weiter Bestand, als Robert McNeills „Zephyrus IV“ (USA) das Rolex Middlesea Race in zwei Tagen, 16 Stunden, 49 Minuten und 57 Sekunden absolvierte. Die potentiell deutlich schnelleren Super-Maxis hatten auch 2006 schlichtweg nicht genug Brise, um da auch nur annähernd heran zu kommen, obwohl es am ersten Tag nach dem Start noch sehr gut ausgesehen hatte. Auch Bouwe Bekking, Stratege an Bord der „Morning Glory“, hatte von „anfangs gutem Wind und taktischen Positionskämpfen“ berichtet, bei der die drei Maxis nie weit auseinander lagen.
Andreas Kling

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