Nordseewoche 2006
www.nordseewoche.org - Regatta 2006


09.06.2006
72. Nordseewoche: 2.- 5. Juni 2006
Perfekter Abschluss der Nordseewoche:
„Rave“ gewinnt Pantaenius Rund Skagen

Es war eine Wettfahrt die wirklich alles zu bieten hatte. Von Starkwind bis Flaute, von Eiseskälte bis zum Sonnenbrand. Das diesjährige Langstreckenrennen Pantaenius Rund Skagen forderte viel Flexibilität von den 65 teilnehmenden Crews. Fünf Yachten mussten aufgeben, alle anderen waren bis zum Freitagabend im Ziel. Olaf Behrens siegt mit seiner Dufour 40 „Rave“ in der Gesamtwertung nach berechneter Zeit.

Kiel, 9. Juni 2006 – Bis zu vier Tage waren die Segler der diesjährigen Pantaenius Rund Skagen Wettfahrt von Helgoland nach Kiel unterwegs. Die Langstrecke bildete den krönenden Abschluss der Nordseewoche 2006. Als die Yachten am Kiel Leuchtturm die Ziellinie querten, hatten sie gut 510 Seemeilen im Heckwasser.


Als schnellste Yacht brauchte der 26 Meter lange Hightech-Racer „UCA“ von Klaus Murmann nur 50 Stunden und 25 Minuten für den gut 510 Seemeilen langen Kurs und war bereits am Mittwochabend im Ziel. Um den Streckerekord (43 Stunden und 46 Minuten) zu schlagen reichte die Zeit allerdings nicht.
Am Donnerstag erreichte dann ein weiterer Schwung Yachten das Ziel und zum großen Pantaenius Segler Frühstück am Freitagmorgen trudelten nach und nach alle Crews in Kiel/Strande ein. Hier wurden die Wunden geleckt, die verbrannten Nase gekühlt und vor allem sah man strahlende Gesichter: „Das war eine super Herausforderung und hat viel Spaß gemacht“, war die einhellige Meinung der Teilnehmer.
Harald Baum, Inhaber der Firma Pantaenius und Skipper der Swan 48 „Elan“ kam nach knapp drei Tagen am Donnerstagnachmittag abgekämpft, aber zufrieden ins Ziel in Kiel. Damit hatte der Hamburger Versicherungsmakler bei seiner 25. Rund Skagen Regatta den zweiten Platz in der Klasse ORC 2 ersegelt. Schneller nach berechneter Zeit war in ORC 2 nur Olaf Behrens mit der „Rave“, einer Dufour 40, der auch den Gesamtsieg davontragen konnte. „Wir haben Glück gehabt und fast keine Flaute erwischt, sondern sind eigentlich durchgängig mit sieben Knoten die Ostseeküste runter gebraten“, erzählte Behrens. „Es war ein Geschenk! Super Sonne, schön warm und wir hatten durchgängig Wind! Das Schiff ist neu und wir mussten erstmal eintrimmen. Auch die Crew war noch nicht eingespielt. Aber die Stimmung war super, obwohl es sehr anstrengend war immer Vollgas zu fahren“, berichtete der Skipper aus Hamburg.

In der Klasse ORC 1 segelte Volker Andreae mit seiner „Inschallah VI“, einer Judel/Vrolijk 41 auf den ersten Platz, gefolgt von der „Xenia“ unter Skipper Harm Müller Röhlck, der im vergangenen Jahr die wechselseitig ausgetragene Langstrecke Helgoland-Edinburgh mit der „Okke“ gewinnen konnte. Reinhold Riehl absolvierte seine 30. Nordseewoche und erkämpfte mit der „Sinfonie Sylt“ Platz drei in der Gruppe ORC 1. In der Wertungsgruppe ORC 3 siegte Stefan Voss aus Dollerup mit der „Out of the Box“ vor „Halbtrocken“ unter Skipper Knut Freudenberg (Bad Laer).

„Traumhaftes Segeln bei bestem Wetter“, beschreibt auch Markus Balke, Skipper der X37 „Glüxboks“ die Pantaenius Rund Skagen 2006. „Wir haben uns die letzten 24 Stunden bis ins Ziel ein spannendes ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der X109 „Oline“ geliefert“, freute sich der Skipper aus Solingen, der auf Rang sechs der Gruppe ORC 2 landete. Auch „Hille Hex“-Eigner Tönnies Hagelstein strahlte: „Ich bin schon einige Pantaenius Rund Skagen mitgesegelt, aber diese war die interessanteste und schönste. Anfangs waren die Anforderungen etwas höher mit der harten Kreuz in der Nordsee, dann folgte ein schneller Ritt durch die Jammerbucht und anschließend wurde es bei Langeland kurzzeitig richtig flau. Als die erlösende Brise wieder einsetze, waren wir auch schon fast im Ziel“, so der Hamburger.

In der Jammerbucht stellten einige der Yachten sogar neue Geschwindigkeitsrekorde auf. “Wir hatten den Spinnaker oben und haben bis zu 15 Knoten im Surf erreicht“, schwärmte Michael Berghorn von der First 31.7 „Halbtrocken. „Allerdings durften wir das Feld dann auch mit zwei Patenthalsen unterhalten“. Viele haben bei gut sechs Windstärken an der Nordküste Dänemarks lieber auf den Spinnaker verzichtet und die Genua ausgebaumt. Bei gutem achterlichen Wind ging es mit Siebenmeilenstiefeln in Richtung Skagen. Erst in der Ostsee erwischte viele dann ein Flautenloch. Die vielseitigen Bedingungen der vergangenen Tage forderten die Aufmerksamkeit der Crews permanent und so freuten sich die erschöpften Segler über das Frühstück im Kieler Yacht Club in Strande.

Die Pantaenius Rund Skagen Wettfahrt konnte in diesem Jahr auf dem Racetracker der Firma webskipper verfolgt werden (über www.pantaenius.de). Hier finden sich auch spannende und humorige Kommentare von Bord der Yachten.


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Segeln blindes gif
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