Kieler Woche 2007

16. - 24. Juni 2007
www.kieler-woche.de - Übersicht
12.06.2007
"125 Jahre Kieler Woche lasse ich mir nicht entgehen"

Seit 1981 segelt Roland Gäbler bei der Kieler Woche, anfangs im Laser, dann bekanntermaßen im Tornado. "Einmal musste ich absagen, da war ich bei Hasso Plattner auf der "Abap" engagiert, aber das soll die Ausnahme bleiben. 125 Jahre Kieler Woche lasse ich mir aber nicht entgehen", so der mehrfache Welt- und Europameister. Beim 125. Jubiläum in Kiel (16. bis 24. Juni) möchte er seinen 26. Start feiern. Das passt, denn auch der Arbeitgeber auf dem Dickschiff von einst, Hasso Plattner, segelt beim Kieler Jubiläum mit. Insgesamt haben 4200 Segler aus rund 50 Nationen zur Kieler Woche gemeldet.

Eine besondere Auszeichnung aus der Welt des Segelsports erfährt die Kieler Woche bereits bei der Eröffnung. Der Präsident des Weltsegler-Verbandes, Göran Petersson (Schweden), übernimmt das traditionelle Glasen. Offiziell eröffnet wird die Kieler Woche am 16. Juni von Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen.

Danach beginnen auf den Dreiecksbahnen erstmals die olympischen Klassen (16. bis 20. Juni) vor den internationalen (21. bis 24. Juni). "Wir sind mit den Meldezahlen sehr zufrieden. Viele deutsche Olympiahoffnungen und Topsegler aus fast 50 Nationen kommen wie gewohnt nach Kiel", freut sich Kieler Woche-Organisationsleiter Jobst Richter.

Zu den deutschen Hoffnungen zählt natürlich der Tornado-Bronzemedaillengewinner von Sydney, Roland Gäbler. Gemeinsam mit Vorschoter Gunnar Struckmann hat Gäbler die Olympischen Spiele 2008 in Peking und natürlich zuvor die Worlds 2007 in Cascais (28.6. bis 13.7.) im Visier. Dennoch: Kiel bleibt für den 42jährigen Topsegler eine Pflichtveranstaltung. Seit 1987 stehen vier Kieler Woche-Siege mit den Vorschotern Frank Parlow, René Schwall und Gunnar Struckmann zu Buche. "Und gerade zum Jubiläum darf man hier nicht fehlen, auch wenn die Worlds verdammt eng an der Kieler Woche liegen", so Gäbler, der die Scharte des neunten Platzes im Vorjahr auswetzen will.

Dabei kommt es zum deutschen Dauerduell mit Johannes Polgar/Florian Spalteholz (Dänisch-Nienhof/Kiel), die mit dem 6. Platz bei der WM 2006 die Qualifikation für den TOP-Kader des DSV und die Teilnahme an den Pre-Olympics geschafft haben.

Nachdem bisher immer Gäbler auf dem Weg zu den Spielen den Bug vorn hatte und seit 1988 bereits fünf Mal (2000: Bronze vor Sydney) antrat, will es dieses Mal der 13 Jahre jüngere Johannes Polgar wissen, der bei Gäblers erstem Olympia-Auftritt als Elfjähriger noch im Opti saß.

"Die Worlds sind in diesem Jahr entscheidend, aber wir würden auch in Kiel gern vor Roland liegen", blickt Polgar nach vorn. Genau wie Gäbler hat Polgar schon lange vor Meldeschluss seinen Start in Kiel angekündigt. Die zweifachen Europameister und einstigen Vizeweltmeister Helge und Christian Sach (Zarnekau) könnten sich bei dem Duell als lachender Dritter entpuppen.

Auch Marc Pickel (Olympiateilnehmer 2000 und Kieler Woche-Sieger 2003) mit Ingo Borkowski (Silber in Sydney an Bord von Jochen Schümann) sowie Olympiastarter 2004 Alexander Hagen (Hamburg) mit Vorschoter Frithjof Kleen im Star und der dreifache Europameister und zweifache Olympiateilnehmer Marcus Baur (Kiel, dem noch ein Kieler Woche-Sieg fehlt) mit seinem neuen 49er-Vorschoter Hannes Baumann treten in Kiel an. "Ich kann natürlich die Segler/innen verstehen, die parallel zur Kieler Woche auf dem WM-Revier für die Worlds trainieren. Ich kann nur nicht verstehen, warum die Worlds so dicht an die Kieler Woche gelegt wurden", bricht Pickel eine Lanze für die Kieler Woche.

Pickel/Borkowski, die sich gerade vor Medemblik (Niederlande) für die PreOlympics qualifiziert haben, gönnen sich sogar einen besonderen Luxus vor Kiel. Sie segeln nach den Starregatten zusammen mit Förderer Michael Illbruck im Drachen die zweite Kieler Woche-Hälfte. Dabei ist die Drachen Klasse gewohnt stark besetzt. Mit dem Dänen Jesper Bendix (Drachen-Goldcupsieger 1995 und Kieler Woche-Sieger im Folkeboot), dem FD-Olympiasilber- und Bronzemedaillengewinner (1968 und 1972) Ulli Libor (Frei-Laubersheim), dem einstigen FD-Weltmeister Peter Fröschl (München), dem Allrounder und mehrfachen Weltmeister Vincent Hoesch (an Bord von Thomas Müller/Hamburg) mischen sich einige ehemalige Segler aus olympischen Klassen in die Königsklasse.

Und auch in der F-18-Katamaran-Klasse kommt es zum Stelldichein ehemaliger Olympiastarter. So treffen hier drei ehemalige Tornado-Europameister aufeinander: René Schwall (Kiel/dreimal Europameister, dreimal Weltmeister und Bronze vor Sydney), Justus Wolf (Hamburg/1988 Europameister mit Michael Starken) und die Gebrüder Helge und Christian Sach (Zarnekau/zweifache Europameister).

Die größte Teilnehmerzahl vermeldet aber die Nachwuchsklasse 420er. 164 Jollen aus 14 Nationen wollen in Kiel segeln. Das zweitgrößte Feld im internationalen Teil gehört auch der Jugend: 68 29er aus elf Nationen gehen an den Start. Stärkste Kielbootklasse ist das Folkeboot mit 42 Meldungen.

Ein seglerischer Höhepunkt zum 125. Jubiläum der Kieler Woche ist die Weltmeisterschaft der X-35-Klasse. Über 30 Yachten aus acht Nationen (Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Großbritannien, Niederlande, Norwegen und Schweden) haben zur ersten WM dieser neuen Einheitsklasse gemeldet.

Das größte Kontingent stellen die Niederlande mit elf Yachten, darunter auch die stärkste Yacht des Vorjahres, "Quatum Racing". Nic Bol hatte 2006 in den Niederlanden den Goldcup (die X-35 wurde erst danach als internationale Einheitsklasse anerkannt) für sich entschieden. Doch auf deutschem Revier hoffen die zehn deutschen Lokalmatadoren auf eine Revanche. Neben dem Wiederholungstäter "MannOMann" (Manno/Flensburg) zählen die deutschen Neueinsteiger wie Christian Soyka mit seiner "ImmacX" (Flensburg), "Xen" (Bastiansen/Flensburg) und "Celox" (Griese/Hamburg) zu den deutschen Hoffnungen. Die "Xen" aus Flensburg ist voll besetzt mit Crewmitgliedern der "No Limits" (dreifache Deutsche Meister und amtierende IMS-Vizeweltmeister) und "Sailtron Express", die gemeinsam der Konkurrenz das Heck zeigen wollen. Aber auch der Silbermedaillengewinner von 1984 vor Los Angeles (USA), Achim Griese (NRV), wird vor Kiel mitmischen. Der ehemalige Starboot-Segler gewann mit der "Celox" die diesjährige Auftaktveranstaltung auf der Ostsee souverän.

Tom Ross, Organisationsleiter Seebahnen des Kieler Yacht-Clubs und selbst teilnehmender Skipper einer X-35-Yacht, fiebert den Tagen auf der Kieler Außenförde entgegen: "Das werden mit Sicherheit herausragende Augenblicke im Segeljahr 2007."

Eingebettet ist die X 35-WM in das Offshore-Programm, das mit dem Welcome-Race am Samstag (16. Juni) beginnt. Der Kiel-Cup von Sonntag bis Dienstag, das After-Work-Race am Freitag und der Senatspreis am 2. Samstag komplettieren das Seesegel-Angebot. Im Gegensatz zu den Vorjahren (Eckernförde und Laboe) ist dabei Schilksee konstant Anlaufpunkt der Dickschiffe. "Wir möchten die Kieler Woche-Teilnehmer hier konzentrieren", so Tom Ross.

Termine:
125 Jahre Kieler Woche 2007: 16. bis 24. Juni
Olympischer Teil: 16. bis 20. Juni
Internationaler Teil: 21. bis 24. Juni
Offshore: 16. bis 24. Juni
X 35-WM: 19. bis 24. Juni

Unterstützt werden die Kieler Woche-Regatten 2007 vom Partner und Presenter BMW AG, den Partnern HSH Nordbank, freenet und boot Düsseldorf sowie den Sponsoren b+m Informatik AG, B+S Card Service, Canon, Fürst Bismarck Quelle, Helly Hansen, Hugo Hamann, International Farbenwerke, Jever, Kapsch CarrierCom, Kielnet, Lankhorst/Hohorst, Nexus, SVG Service Verlag/Segler-Zeitung, Tutima (Offizieller Zeitnehmer).
Weitere Informationen unter www.kieler-woche.de
Pressekontakt:
Hermann Hell
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