57. RUND UM - Bodensee vom 8. - 10. Juni 2007
Regatta Deutschland
Lindau, 23. Februar 2007
Katamarane, Trimarane und Schwenk-Kielboote bei der RUND UM

Ausschreibung
Nachdem am Bodensee immer mehr Hightech-Schiffe gebaut und gekauft werden, gibt es zur 57. RUND UM vom 8. - 10. Juni 2007 eine gravierende Neuerung: Segelboote mit Hub- oder Schwenk-Kiel, mit trimmbarem Wasserballast sowie Mehrrumpfboote dürfen in den Kampf um den erstmals ausgesegelten Blauen Pokal eingreifen. Das bisherige Blaue Band für das schnellste Schiff bleibt als begehrteste Trophäe der Bodensee-Regattasegler bestehen, der Preis ist den klassischen Regatta- und Fahrtenyachten vorbehalten. Die kleineren Boote segeln wie in den vergangenen Jahren um das kleine Blaue Band.

Das Geschwindigkeitspotential beider Gruppen ist sehr unterschiedlich. Damit es beim Start in einem dichtgedrängtem Feld von 500 Schiffen nicht zu gefährlichen Begegnungen zwischen den langsameren Fahrtenschiffen und den schnellen Hightechracern kommt, wird der Lindauer Segler-Club als Veranstalter zwei Startgruppen organisieren. Das Hauptfeld ums Blaue Band wird am Freitag, 8. Juni 2007 um 19.30 Uhr starten. Eine Stunde später nimmt das Feld der Hightechracer die Verfolgung auf.

Der LSC erwartet ungefähr 30 Schiffe, die um den Blauen Pokal segeln werden. Der RUND UM Rekord steht bei 5 Stunden, 4 Minuten und 3 Sekunden für die rund 100 Kilometer lange Strecke, aufgestellt von Joschi Entner mit seiner Libera Principessa im Jahr 2000.
Bei entsprechendem Wind können die schnellen Katamarane den Rekord durchaus um eine Stunde verbessern, dies setzt jedoch ständig starken Wind aus nördlichen Richtungen voraus. Bei Westwind stampfen sich die Schiffe in der hohen Welle fest.

Zum Hintergrund der Entscheidung:
Reine Rennschiffe hat es schon zur Kaiserzeit gegeben. Viele der heutigen alten Fahrtenboote wurden ursprünglich als Renner gebaut, die Regatta-Felder blieben aber relativ homogen. Vor etwa 30 Jahren kamen die ersten Trapezboote auf, die schnellsten sind heute die Liberas.
Vor etwa 10 Jahren hat die Schiffsentwicklung - bedingt durch neue Materialien wie Kohlefaser und den Einsatz von Hydraulik - eine gewaltige Entwicklung gemacht. Bis vor kurzem waren es nur einzelne Schiffe mit neuer Technologie, die bei Regatten antraten. Jetzt hat sich der Trend beschleunigt. Der Lindauer Segler-Club will sich dieser Entwicklung nicht verschließen und lässt in diesem Jahr erstmals die schnellen Renner als eigene Gruppe zu.
Mehrrumpfboote müssen mindestens 7,50 Meter, Einrumpfboote 6,5 Meter lang sein.

Die RUND UM ist die bedeutendste Regatta am Bodensee, die größte Binnenregatta in Deutschland und gehört zu den führenden in Mittel-Europa. Sie ist der Höhepunkt im Terminkalender von rund 2.500 Seglern. Der rund 100 Kilometer lange Kurs führt in diesem Jahr von Lindau nach Romanshorn, Konstanz-Eichhorn, Überlingen und wieder zurück nach Lindau.
"Wir sind uns im Klaren, dass eine Nachtregatta einen besonderen Reiz hat, aber auch besondere Gefahren birgt. Es ist dunkel, andere Schiffe sind unter Umständen schlecht auszumachen, die Wetterentwicklung ist schwieriger als am Tag zu verfolgen, und auch das Schiffshandling ist nachts erschwert", erklärt Christl Holz, Präsidentin des LSC, die selbst schon Dutzende Male die RUND UM mitgefahren ist.

Foto: Susanne Hogl


Foto: Christa Diederich


Foto: Christa Diederich


Foto: Susanne Hogl

Der Lindauer Segler-Club weist alle Schiffsführer darauf hin, dass sie für Schiff und Mannschaft verantwortlich sind - und es zu guter Seemannschaft bei unsicherer Wetterlage gehört, zur Not auch auf einen Start zu verzichten. Außerdem verweist der LSC auf das in den vergangenen Jahren mit der Wasserschutzpolizei und den Rettungsdiensten erarbeitete und bewährte Sicherheitskonzept für die RUND UM. Von daher halten wir es für vertretbar, die Schiffe der NT-Gruppe um den Blauen Pokal starten zu lassen.

Christine Holz, Präsidentin des LSC

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Segeln blindes gif
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