Olympische Spiele Quingdao 2008
Übersicht
Regattafotos aus Qingdao

16.08.2008
DSV olympisch aktuell aus Qingdao… DSV olympisch aktuell aus Qingdao… DSV olympisch aktuell…
Die Jüngsten sind zur Halbzeit die Größten:
Peckolt-Brüder greifen nach Olympiamedaille

Qingdao (DSV, 16. August 2008) – Sie sind das jüngste Team der deutschen Segelmannschaft in Qingdao und zur Halbzeit der olympischen Regatta auch das aussichtsreichste: Jan-Peter und Hannes Peckolt können am Sonntag die erste deutsche Segelmedaille bei Olympischen Spielen seit acht Jahren gewinnen. Die Brüder wahrten am Samstag mit den Einzelrängen fünf, vier und sieben sowie insgesamt 62 Zählern auf dem Konto ihre Chancen auf Edelmetall.

Vor dem finalen Medaillenrennen am Sonntag ab 15 Uhr Ortszeit in der Fushan Bucht liegen die Studenten vom Yacht-Club Langenargen punktgleich mit den spanischen Olympiasiegern Iker Martinez und Xabier Fernandez auf Platz fünf. Zum Silberplatz, den sich am Samstag vorerst die italienischen Brüder Pietro und Gianfranco Sibello eroberten, fehlen lediglich vier Punkte.

Der 25 Jahre junge Vorschoter Hannes Peckolt aus Hamburg sagte: „Zwischen Platz zwei und sieben ist morgen alles drin.“ Sein 27 Jahre alter Bruder und Steuermann Pit Peckolt fügte lächelnd hinzu: „Es ist einfach genial, dass wir uns diese Chance erarbeitet haben. Da bekommt man natürlich auch Hunger auf mehr.“

Den strahlenden Gesichtern der Brüder, die seglerisch auf dem Bodensee groß geworden sind und heute im Norden der Republik leben und trainieren, sah man die innere Anspannung am Vorabend der Wettfahrt ihres Lebens nicht an. Das Erreichte bis dahin erscheint ihnen schon als großer Lohn für die jahrelange Vorbereitung auf die Olympiapremiere. „Wir haben natürlich in den letzten Tagen gemerkt, dass der Druck langsam steigt. Aber alleine die heutigen Rennen waren vom Feinsten und jetzt sind wir einfach stolz, dass wir morgen bei den Weltbesten dabei sind.“

Peckoltbrüder im 49er
www.dsv.org

Fotos: asiayachting.com


49er Frankreich


49er USA


Am Medaillenrennen nehmen nur die besten zehn Mannschaften der Flotte der 19 49er teil. Das Ergebnis der Crews in diesem Finale mit direkten Schiedsrichter-Entscheidungen auf dem Wasser zählt doppelt und kann nicht gestrichen werden. Hannes Peckolt erklärte: „Fast alle Teams liegen ganz dicht beisammen. Da kann man nicht mehr taktieren, sondern muss einfach das Rennen so gut wie möglich segeln.“ Seine Bilanz vor dem Finale: „Es ist schon brutal, dass eine lange Regatta über zwölf Wettfahrten am Ende in nur einer Wettfahrt herunter gebrochen wird.“

Auch Marc Pickel und Ingo Borkowski haben der deutschen Segelflotte am achten Tag der olympischen Regatta vor Qingdao mit dem ersten Tagessieg neuen Rückenwind beschert. Der Kieler Steuermann und sein Babelsberger Vorschoter mussten zwar im zweiten Rennen als 14. von 16 Starbooten reichlich Federn lassen, gewannen dafür aber die dritte Wettfahrt mit einer Bootslänge Vorsprung und verbesserten sich auf Platz vier. „Man darf sich hier bei diesen unsteten und nur sehr schwer vorhersehbaren Bedingungen einfach nicht verrückt manchen lassen.“ Inzwischen ist der 36 Jahre alte Steuermann vom Kieler Yacht-Club bei seinem zweiten Olympiastart sicher: „Von 16 Starbooten können hier unter diesen Bedingungen 15 gewinnen.“

Die Zwischenbilanz des WM-Fünften nach drei von zehn Wettfahrten vor dem Starboot-Medaillenrennen am 21. August: „Man darf hier im Revier niemals aufgeben, denn man bekommt oft noch einmal eine neue Chance.“ Dass der Crew direkt im Anschluss an den 14. Rang der Tagessieg gelang, war für die Moral perfekt. Trainer und Doppel-Olympiasieger Mark Reynolds (USA) sagte: „Darüber habe ich mich heute besonders für die beiden gefreut.“ Indessen führt Pickels Sparring-Partner, der Amerikaner John Dane III zusammen mit seinem Vorschoter Austin Sperry das Zwischenklassement der Starboote an. Für Pickel eine gute Nachricht, denn der Amerikaner segelt ein von Pickel in Zusammenarbeit mit der Kieler Universität selbst konstruiertes und gebautes Starboot. „John war bei den heutigen Bedingungen mit meinem Boot der Schnellste da draußen“, freute sich der Kieler Segler und Bootsbauer.

Vergeblich dagegen hofften die britischen Fans am Samstag auf ihren herbeigesehnten Doppel-Triumph durch Segelsuperstar Ben Ainslie in der Einhandjolle Finn Dinghy und die Yngling-Mannschaft um Olympiasiegerin Sarah Ayton: In beiden Klassen mussten die für Samstag geplanten Medaillenrennen aufgrund flauer Winde auf Sonntag verschoben werden. Damit musste auch die bislang ohne Fortune segelnde Mannschaft von Steuerfrau Ulrike Schümann vom Verein Seglerhaus am Wannsee weiter auf ihre letzte Chance warten, sich mit einem gelungenen Abschiedsrennen würdig von ihrer nicht nach Wunsch verlaufenen Olympiapremiere zu verabschieden.

An die Erfolge ihrer männlichen Teamkameraden konnten am Samstag weder Laser Radial-Steuerfrau Petra Niemann (Berlin) noch die 470er-Crew Stefanie Rothweiler/Vivien Kussatz (München/Berlin) anknüpfen. Niemann leistete sich nach schwachem Start in ihre dritte Olympiateilnahme noch einen Frühstart und belegt nach fünf von zehn Wettfahrten nur Rang 23 unter den 28 Einhandjollen. Rothweiler/Kussatz konnten sich zwar mit den Rängen acht und zwölf als zehnte für das Medaillenrennen der 470er-Klasse am 18. August qualifizieren, haben keine Chance mehr, eine Medaille zu gewinnen.

Nach drei von zehn Wettfahrten vor ihrem Medaillenfinale am 21. August bleiben bislang auch Johannes Polgar und Florian Spalteholz hinter den eigenen Erwartungen zurück. Die Crew vom Norddeutschen Regatta Verein belegt nach den Einzelrängen zehn, sieben und elf Platz zwölf in der Flotte der 15 Katamarane. Schwacher Trost: Die österreichischen Doppel-Olympiasieger Roman Hagara und Hans Peter Steinacher müssen am Sonntag sogar aus Position 14 angreifen, segeln ebenfalls noch auf der Suche nach dem schnellsten Kurs durch das anspruchsvolle und eigenwillige Revier im Gelben Meer.

Der aktuelle Ergebnisdienst unter http://www.sailing.org/olympics/

Information/Rückfragen/Bildmaterial vor Ort in Qingdao:

Teamchef Hans Sendes MOBIL / CHINESISCHE NUMMER 0086 13285329672 MOBIL / DEUTSCHE NUMMER 0172 4074290

Deutscher Segler-Verband Abteilung Öffentlichkeitsarbeit: Ulrike Schreiber Gründgensstraße 18, 22309 Hamburg Telefon: 040-632009-41/-44 (Zentrale: 040-632009-0) Fax: 040-632009-42 (Zentrale: 040-632009-28) Internet: http://www.dsv.org

DSV olympisch aktuell aus Qingdao… DSV olympisch aktuell aus Qingdao… DSV olympisch aktuell…
Copyright © 1996-2016 - SEGEL.DE

Segeln blindes gif
Segeln blindes gif