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27. Juli 2008
Karibische Segelwoche in Travemünde mit Seriensiegern und neuen Meistern
TRAVEMÜNDE. Das blaue Wasser über 20 Grad warm, die Wellenkämme von mäßiger
Nordostbrise weiß aufgeschäumt – traumhafter können Segelbedingungen nicht
sein. Das genossen am Sonntag (27. Juli) auch die Regattateilnehmer zum
Finale der 119. Travemünder Woche. Nach insgesamt mehr als 250 Wettfahrten
in 29 Bootsklassen fielen noch zehn Entscheidungen. Dabei krönten Helge und
Christian Sach aus Zarnekau/Ostholstein ihre einzigartige TW-Karriere mit
dem 15. Gesamtsieg, diesmal im Formula 18-Katamaran. Die Europacup-Regatta
der 505er, die im kommenden Jahr zur internationalen deutschen Meisterschaft
(IDM) wiederkommen, gewannen Jens Findel und Johannes Tellen aus Kiel.
„Es war die schönste Travemünder Woche seit vielen Jahren“, meinten die
Sach-Brüder bei der Siegerehrung vor zahlreichen Zuschauern im Volkswagen
Seglervillage, „bessere Bedingungen gibt es nirgendwo.“ Nach Starkwind mit
stürmischen Böen zu Beginn und einem Flautentag ermöglichte die
Schönwetterlage fast das komplette Wettfahrtprogramm. Die Seriensieger aus
dem Dorf Zarnekau hatten im ersten Teil der Regatta bereits überlegen die
Internationale Deutschen Meisterschaft der olympischen Tornados gewonnen. Am
Schlusstag hätten sie schon gar nicht mehr anzutreten brauchen, legten aber
noch einen haushoch überlegenen Tagessieg hin, ehe sie vor dem Start der
Finalwettfahrt nach Hause „abbogen“.
Jens Findel und Johannes Tellen wurden ihrer Favoritenrolle auf einen
Medaillenrang vollends gerecht und bauten mit dem Gesamtsieg außerdem ihre
Führung im 505er-Eurocup aus. „Wir sind mit unser Leistung genauso
hochzufrieden, wie mit den exzellenten Windbedingungen“, so 505er-Sportwart
Findel, „mit den Eindrücken wollen wir international Werbung für die IDM
2009 machen.“ Dort könnten bis zu 60 Schiffe mobilisiert werden.
In diesem Jahr war die deutsche Meisterschaft der Folkeboote mit 58
Teilnehmern die am stärksten besetzte Klasse. 56 Hochseeyachten waren am
ersten Tag der Travemünder Woche zur ersten Etappe des Baltic Sprint Cups
nach Karlskrona in Schweden aufgebrochen, während mehr als 40 seegehende
Dickschiffe für ihre Kurzwettfahrten zum Ostsee Cup in Travemünde blieben.
In der olympischen 49er-Klasse, die auf der Bahn Beach direkt vor den Augen
des segelinteressierten Publikums agierten, schafften Tobias Schadewaldt und
Hannes Baumann vom Norddeutschen Regatta Verein Hamburg durch zwei
Tagessiege noch den erhofften Sprung aufs Treppchen, knapp hinter den Dänen
Martin Due und Peter Keller. Ungefährdete Gesamtsieger aber wurden Erik Heil
und Thomas Plößl aus Berlin.
Im Finn Dinghy war die Entscheidung schon am Vortag zu Gunsten des
Junioreneuropameisters Jan Kurfeld (Wismar) gefallen. Den Zweikampf um
„Silber“ entschied Masterweltmeister (Ü 40) Andre Budzien aus Schwerin durch
einen Tagessieg im letzten Rennen gegen den Kieler Nachwuchssegler Thomas
Reger mit einem Zähler Vorsprung für sich. Lokalmatador Simon Grotelüschen
vom TW-Hauptveranstalter Lübecker Yacht-Club kam bei seinem Debüt im Finn
gegen 30 Konkurrenten auf Anhieb auf einen starken vierten Platz. „Obwohl
ich aufgrund der Terminüberschneidung mit der EM in meiner angestammten
Laserklasse nicht starten konnte, wollte ich das Heimspiel nicht verpassen“,
meinte Grotelüschen.
Eine englisch-deutsche Angelegenheit wurde der Eurocup der Javelin-Klasse.
Die Briten Brian und David Earl waren zwar übermächtig. Aber dahinter
schnappten Thomas Bröker und Volkmar Prehn aus Achim dem Pärchen Richard und
Kathryn Smith (Großbritannien) den zweiten Platz im Endspurt noch weg.
Vierter wurde der deutsche Klassenboss Jens Schlittenhard aus Braunschweig
mit seinem Bruder Jan.
Die mit Spannung erwartete Premiere der Topcat-Strandkatamarane, die in drei
verschiedenen Bootstypen zur deutschen Bestenermittlung riefen, wurde ein
voller Erfolg. Topcat-„Botschafter“ Erich Brandstetter aus Gröbenzell
schwärmte vom ausgewählte Seerevier der Klasse: „Hier könnten wir auch eine
Welt- oder Europameisterschaft segeln.“ Allerdings mahnte er auch eine
größere Fläche für die Boote am idealen Strandliegeplatz neben der
Nordermole an.
Nach seinem Startverzicht am Ende war der Weg im Einmann-Kat K3 für eine
Zweikampf frei, den der Ingolstädter Tom Grigoleit mit einem Tagessieg in
der letzten Wettfahrt vor Wolfgang Gommel aus Regensburg für sich entschied.
Während die Nordlichter Harald und Heike Ortmann (Quickborn) im K2 gewannen,
dominierte der Süden im größten Topcat K1. Zweimal Platz ein bedeutete auch
Gesamtrang eins für Sebastian Pfohl und Thomas Posch aus Marquartstein vor
Rainer und Nina Klaus aus Otterstadt. Travemünder Woche-Sieger 2008 im
Contender wurde der Hamburger Christian Krupp.
Die 120. Travemünder Woche wird im Zeichen der Nachwuchssegler stehen. Weil
direkt im Anschluss an die TW die deutschen Jugend- und
Jüngstenmeisterschaften aller anerkannten Bootsklassen des Deutschen
Segler-Verbands (DSV) vor Travemünde stattfinden, dürfte das TW-Jubiläum in
der zweiten Hälfte als Generalprobe genutzt werden. „Wir erwarten allein im
zweiten Teil rund 1.300 Teilnehmer mit 800 Booten“, so Karin Böge und Claus
Dieter Stolze, die Organisationsspitze der 340 Helfer starken Travemünder
Woche. Sie findet das nächste Mal vom 17. bis 26. Juli statt.
(Ende)
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