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Pressemitteilung vom pinta racing team
17. April 2008
Olympiaticket für die WM-Fünften Pickel/Borkowski
MIAMI. Der Kieler Marc Pickel und Ingo Borkowski aus Babelsberg werden in
der Starboot-Klasse die deutschen Farben bei den XXVI. Olympischen
Sommerspielen in China vertreten. Bei der Weltmeisterschaft wurde das pinta
racing team am Donnerstag (17. April) in Miami/USA Fünfter, während Robert
Stanjek und Markus Koy (Hamburg) als 21. eine Ausscheidung um die Fahrkarten
zu den Segelwettbewerben in Qingdao klar verpassten. Sie hätten mindestens
Zehnte werden müssen. Neue Weltmeister wurden die Polen Mateusz
Kusznierewicz und Dominik Zycki vor Diego Negri/Luigi Viale (Italien) und
den Titelverteidigern Robert Scheidt und Bruno Prada aus Brasilien.
„Wir sind insgesamt hochzufrieden, auch wenn wir natürlich gerne eine
Medaille gewonnen hätten“, meinte Marc Pickel nach der letzten Wettfahrt,
die ihn auf den elften Platz geführt hatte. Rang fünf ist die beste
WM-Platzierung des 36-Jährigen Kielers in seiner Starbootkarriere. „Für die
Top Drei brauchen wir auch etwas mehr Glück, und das sparen wir uns lieber
noch auf“, meinte er mit einem Augenzwinkern im Hinblick auf Olympia.
Das Duo vom Kieler Yacht-Club und Yacht-Club Berlin-Grünau hatte die
Qualifikationsnormen als einzige deutsche Mannschaft bereits im vorigen Jahr
erfüllt, musste aber abwarten, ob noch ein Konkurrent nachzieht. Für beide
werden es nach 2000 die zweiten Olympischen Spiele. Ingo Borkowski hatte in
Sydney/Australien an Bord von Jochen Schümann mit Gunnar Bahr im Soling eine
Silbermedaille gewonnen. Edelmetall ist auch das Ziel für die Wettfahrten im
August. Pickel: „Wir sind jetzt einen Schritt weiter, aber noch lange nicht
am Ziel.“
Die letzte WM-Wettfahrt auf dem Atlantik vor der Küste Floridas hatte es
nochmal in sich. Bei leichten Winden starteten Pickel/Borkowski zwar nur in
zweiter Reihe, lagen aber nach grandioser Startkreuz als Vierte auf
Medaillenkurs. Doch eine frische Brise auf der Vorwindstrecke erwischte die
Mannschaft auf der benachteiligten linken Seite der Regattabahn und warf sie
vorübergehend hinter die Top 20 zurück. „Das war überhaupt nicht zu erahnen,
denn bei der Wendemarke war die andere Seite noch besser“, erklärte der
Steuermann. Diese Bö war wiederum die Rettung für die Polen und die
Brasilianer, die nach dem ersten Teilstück scheinbar aussichtlos
zurückgelegen hatten.
„Auf diese Chance haben wir gehofft und gewartet“, meinte der Weltmeister
Kusznierewicz, „und dann haben wir uns den Titel auch nicht mehr nehmen
lassen.“ Die Polen waren mit zwei sensationellen Tagessiegen in die WM
gestartet, mussten dann aber als 44. auch einen Rückschlag hinnehmen. „Es
waren drei harte Rennen gegen die besten Segler der Welt“, dankte der
Steuermann seinen Gegnern, und meinte besonders auch das pinta racing team.
Die beste deutsche Mannschaft segelte nach einer Frühstartdisqualifikation
nach dem zweiten Rennen mit dem Rücken zur Wand. Wäre später nicht noch ein
Materialproblem mit einer gebrochenen Segellatte bei Starkwind
hinzugekommen, hätten Marc Pickel und Ingo Borkowski wohl das WM-Treppchen
erklommen. In jedem Fall setzten sie ein deutliches Zeichen, dass sie
zurzeit ohne Wenn und Aber die richtige Mannschaft für Olympia sind.
Reine Formsache dürfte ein so genannter zeitnaher Leistungsnachweis werden,
den Pickel/Borkowski laut Qualiregeln des Deutschen Olympischen Sportbunds
(DOSB) noch erbringen müssen. Dafür – darauf hatten sich die Betroffenen
vorher geeinigt – galt die WM nämlich nicht. Nun muss das pinta racing team
beim Goldenen Pfingstbusch in Kiel vor der Haustür des Steuermanns unter die
ersten Zwölf kommen. Da kaum mehr Teilnehmer erwartet werden, ist das an
sich ein überflüssiger Selbstgänger.
„Wir sind um Pfingsten herum sowieso in Kiel und testen unser neues Boot“,
meinte Ingo Borkowski, „ob wir dann auch noch ein paar Wettfahrten segeln,
spielt eigentlich keine Rolle“. Einen sportlichen Wert habe das jedoch
weniger. Während die Nominierung also gesichert scheint, geht die
konzentrierte Vorbereitung auf die Spiele weiter. „Dafür war es wichtig,
nicht auch noch Ende Mai eine Ausscheidung segeln zu müssen.“
Mitte Mai geht das neue, vom gelernten Bootsbauer Pickel in seiner Kieler
Werft am Nordostseekanal selbst gefertigte Starboot auf die Reise nach
China. Dort wird im Juni bereits trainiert, ehe die Kieler Woche als
Heimspiel der letzte Regattaauftritt vor den Spielen werden soll. „Wir haben
noch einige Segeltests auf dem Programm und wollen uns speziell auf den
erwarteten Leichtwind vor Qingdao einstellen“, so das pinta racing team
abschließend.
Segeln in Zahlen
Endstand der Starboot-Weltmeisterschaft in Miami/USA
1. Mateusz Kusznierewicz/Dominik Zycki (Polen) 14 Punkte
2. Diego Negri/Luigi Viale (Italien) 23
3. Robert Scheidt/Bruno Prada (Brasilien) 33
4. Flavio Marazzi/Enrico De Maria (Schweiz) 40
5. Marc Pickel/Ingo Borkowski (Kiel/Babelsberg) 45
6. Hamish Pepper/Carl Williams (Neuseeland) 51
...
21. Robert Stanjek/Markus Koy (Hamburg) 118
Weitere Informationen und Fotos:
Andreas Kling
PR Manager
pinta racing team
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