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127. Kieler Woche 2009 - 19.-28. Juni 2009
www.kieler-woche.de - Regatta Deutschland 2009
16.06.2009
Kieler Woche: ISAF Sailing World Cup is coming home
Die Weltelite des olympischen Segelsports trifft sich zur 127 Jahre jungen Kieler Woche (20. bis 28. Juni). Insgesamt sieben Spitzenreiter der ISAF Sailing World Cup-Rangliste haben für Kiel gemeldet, um hier ihren Spitzenplatz zu verteidigen oder auszubauen. Unter ihnen sind auch die Goldmedaillengewinner von 2008 Anna Tunnicliffe (USA/Laser radial) und Paul Goodison (GBR/Laser). Komplettiert wird das Feld der Goldmedaillengewinner von Qingdao (China) durch die britischen Starboot-Segler Ian Percy/Andrew Simpson. "Auch wenn im nach-olympischen Jahr viele Segler kürzer treten, sich neue Crews bilden oder Crews wie die Peckolt-Brüder ganz aufhören, zeigen die Namen in den Starterlisten, dass wir neben der Quantität sehr hohe Qualität am Start haben", so Jobst Richter, Organisationsleiter der Kieler Woche-Regatten, der bei der Pressekonferenz im neu restaurierten Kieler Yacht-Club-Hotel eine Kieler Woche der Highlights präsentieren konnte.
Neben dem ISAF Sailing World Cup, der nach Melbourne (Australien), Miami (USA), Palma (Spanien), Hyères (Frankreich) und Medemblik (Niederlande) in Kiel Station macht, um dann in Weymouth (Großbritannien) im September (14. bis 19.) zu enden, sind drei hochkarätige Internationale Meisterschaften (WM der X-35, EM der X-41 und SAP-EM der 505er), der erste Auftritt der neuen olympischen Frauen-Boots-Klasse Elliott 6m sowie die Erweiterung der Kieler Woche in den virtuellen Bereich Höhepunkte der Kieler Woche, die vom Kuttersegeln über Surfbrett, Jolle, Kielboot bis zum Dickschiff, der Integration des Behindertensegelns bis zur Windjammerparade wieder alle Varianten des Segelsports bietet.
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Dreimal Gold am Start und deutsche Youngster
Den sportlichen Höhepunkt bildet ohne Zweifel der ISAF Sailing World Cup, der im Vorjahr vom Weltsegler-Verband (ISAF) in Kiel präsentiert und ins Leben gerufen wurde. Jetzt kehrt der Cup zurück, und die Segelwelt blickt nach Kiel, wo erstmals auch die neue olympische Bootsklasse "Elliot 6m" im ISAF Sailing World Cup mit angeboten wird. Insgesamt 22 Crews aus elf Nationen sind fest gemeldet. Die in der ISAF Sailing World Cup-Rangliste (SWC-Rangliste) führende Lucy Macgregor (USA), die Zweitplatzierte, Mary Rook (GBR), die Australierin Katie Spithill sowie die Olympia-Vierte, Ulrike Schümann (holte Silber beim ISAF Sailing World Cup in Medemblik/Niederlande), sind namhafte Favoriten. Doch neben der Schümann-Crew und der erfahrenen deutschen Match Race-Seglerin Silke Hahlbrock (2008: WM-6.) kämpft eine dritte deutsche Crew um Match Race-Anerkennung: Svenja und Janika Puls sowie Nele-Marie Bock. Bereits im Vorjahr deutete Svenja Puls in Kiel an, dass sie sich für das Match Race interessiere, jetzt schaffte die 24jährige Medizinstudentin den Sprung.
"Wir trainieren schon fleißig zusammen und haben gemeinsam das Segeln vorne an- und damit das Studium natürlich etwas zurückgestellt", so Svenja Puls, die nebenbei auch ohne viel Training in der Europe gewinnt. 2007 war es die WM, 2008 und 2009 die YES vor Kiel. Wie für ihre Schwester Janika (21/Studentin des Wirtschaftsingenieurwesens), die im Vorjahr bei der Kieler Woche im Laser radial antrat, ist auch für Svenja der Spinnaker noch nicht das vertrauteste Segel an Bord. Dafür wurde die erfahrene J24-Seglerin Nele-Marie Bock (24) ins Boot geholt. "Wir haben einiges zu lernen, aber es macht Spaß, und wir machen Fortschritte", so Janika Puls.
Wie die anderen olympischen Disziplinen beginnen auch die Match Race Frauen bereits am Freitag, 19. Juni, mit einem Vorbereitungsrennen. Der erste Start am Samstag erfolgt bereits um 11 Uhr morgens. Damit stehen den olympischen Klassen von Samstag, 20. Juni, bis Mittwoch, 24. Juni, fünf komplette Regattatage zur Verfügung. Die 13 internationalen Klassen gehen dann von Donnerstag, 25. Juni, bis Sonntag, 28. Juni, an den Start.
Stars im Star - deutsche Flotte im Aufwind
Besonders starke Felder gehen vor Kiel neben dem Match Race in den Klassen Laser radial, Laser, Finn, und im Star an den Start. So dürfte im Laser radial die Goldmedaillengewinnerin von Qingdao (China), Anna Tunnicliffe (USA), favorisiert sein. Die SWC-Ranglisten-Erste tritt genauso an, wie die Zweitplatzierte, Tina Mihelic (CRO), und die Drittplatzierte, Raily Paige (USA). Im Laser trifft der Goldmedaillengewinner von Qingdao, Paul Goodison, auf den SWC-Ranglisten-Ersten, Nic Thompson (beide GBR). Im Finn trifft der SWC-Ranglisten-Erste und Kieler Woche-Sieger 2008, Edward Wight (GBR), auf den Silbermedaillengewinner von Qingdao, Railey Zach (USA), sowie den Silbermedaillengewinner von Athen (2004) und Kieler Woche-Zeiten von 2008, Rafael Trujillo (Spanien).
Wie in jedem Jahr kommt es im Star zum Aufeinandertreffen der Stars. Durch die zwei Wochen später in Kiel stattfindende Europameisterschaft ist die Star-Elite gleich drei Wochen lang in Kiel. Olympiasieger Ian Percy/Andrew Simpson (GBR), Bronzemedaillengewinner Fredrik Lööf (viermal Weltmeister und Finn-Bronzemedaillengewinner 2000) mit Vorschoter Johann Tillander (Schweden), die SWC-Ranglisten-Ersten, Xavier Rohart/Pierre Alexis Ponsot (Frankreich/Bronze 2004), Andrew Macedonald/Brian Faith (USA/SWC-Ranglisten-Zweiter) sowie die Europameister aus den USA, Marc Mendelblatt/Marc Strube, hatten früh gemeldet. Der zweifache Goldmedaillengewinner Robert Scheidt mit Bruno Prada (Brasilien) dürfte dazukommen.
Hoffnungen macht sich auch die starke deutsche Flotte mit den Dritten von Medemblik, Alexander Schlonski/Frithjof Kleen (Rostock/Berlin, NRV), den Europameistern von 2008, Robert Stanjek/Markus Koy (Berlin/Hamburg, NRV), den Nachwuchscrews Johannes Babendererde/Timo Jacobs (Lübeck, NRV), Matthias Miller/Benedikt Wenk (Konstanz/VSaW) sowie der neuen Zusammenstellung aus Tornado-Olympiateilnehmer und America's Cup-Teilnehmer, Johannes Polgar/Tim Kröger (Hamburg, NRV).
Novum: Erfolg zeitgleich in zwei Booten
Zu einem absoluten Novum kommt es im 49er. Dort zeigt der Kieler Tobias Schadewaldt (24/NRV), dass man zeitgleich in zwei olympischen Bootsklassen vorn mitmischen kann. Der Laser-B-Kadersegler des deutschen Segler-Verbandes startet bei jeder zweiten großen Regattaserie im 49er zusammen mit dem ehemaligen Vorschoter von Marcus Baur, Hannes Baumann.
"Es läuft zur Zeit in beiden Boot gut", strahlt Schadewaldt, der nach der Kieler Woche die 49er-WM und dann die Laser-WM im August plant. "Das größte Ziel dieses Jahr ist allerdings die Laser-WM in Kanada", so Schadewaldt, der zumindest dieses und das nächste Jahr zweigleisig segelt. Auf die Frage, was er denn langfristig plane, 49er oder Laser, seine Antwort: "Egal, welche Bootsklasse, auf jeden Fall eine Medaille bei den Olympischen Spielen 2012."
Kieler Woche-Giganten jagen Findel/Tellen
Der internationale Teil der Kieler Woche steht ganz im Glanze der SAP 505er-EM und dem Wettstreit der Kiwo-Giganten Wolfgang Hunger (Strande) und Jörgen Bojsen-Möller (Dänemark), die beide 16 Mal die Kieler Woche gewonnen haben. Bei der Kieler Woche-Generalprobe über Pfingsten fanden sie ihren Meister in den Weltmeistern von 2007, Jan Saugmann/Morten Ramsbaek (Dänemark), die zu einer langen Reihe von Hochkarätern im 505er-Feld zählen. Dazu gehören auch Jens Findel/Johannes Tellen (Kiel). Die 28jährigen sind zur Zeit das Maß der Geschwindigkeit. "Ich mag es nicht, wenn ich ein Boot nicht zum Laufen bekomme", so Hunger, der Großsegel und Spi wechselte, um an die Geschwindigkeit von Jens Findel zu kommen. "Der segelt zur Zeit allen davon", so Hunger, der das Phänomen schon auf dem Gardasee erlebt hat. Man komme an alle heran, nur die Geschwindigkeit von Findel habe zur Zeit keiner, so Hunger. Kein Wunder also, dass alle das Boot und die Segel von Findel beäugen. "Das ist bei uns in der Klasse kein Problem. Das erlauben wir uns gegenseitig", so Findel. Material sei eine Sache, aber der Kopf die andere. Und bei ihm stimme zur Zeit alles, so Findel zu seinem Erfolgsrezept.
X-en: Soyka-Serie 7-5-3
Ein starkes Feld bieten die X-35 zu ihrer Weltmeisterschaft im Rahmen der Kieler Woche. Nachdem im Vorjahr 16 X-en um den EM-Titel in Kiel kämpften, haben jetzt 31 Yachten aus zehn Nationen gemeldet. Neben dem Briten Mark Richmond mit der "Cool Running" (WM-Silber 2007 und EM-Bronze 2008) treffen die deutschen X-Yachten auf die starke italienische Konkurrenz. Für Einen, der seit drei Jahren in Kiel immer mit seiner "immac-X" am Start ist, ist die Rechnung klar: Christian Soyka. Nach dem siebenten Platz bei der WM 2007 und dem fünften Platz bei der EM 2008 folgt nun logischerweise der dritte Platz bei der WM 2009. Der amtierende X-99-Weltmeister hat dafür gerade rechtzeitig seine X-35 wieder regattabereit.
Im Kielwasser der kleinen Schwester kommt auch die X-41 mit ihrer Flotte nach Schilksee und ermittelt auf der Bahn Alpha die europäischen Titelträger. Unter den zehn X-en aus sechs Nationen vertreten die "König&Cie" (Horsch/Hamburg) sowie die "Extasy" (Brügge/Neumünster) die deutschen Farben.
Kaiserpokal bleibt das Herzstück
Doch ob leistungsorientierter Regattafreak oder "nur" schnell segelnder Fahrtensegler, ob Kurzstrecken-Freund oder Langstrecken-Fan - die Kieler Woche bietet für jeden Seesegler und jeden Schiffstyp etwas.
Herzstück bleibt der Kaiserpokal als Gesamtwertung aus Senatspreis (Mittelstrecke) und den bis zu zehn Kiel-Cup-Regatten (Kurzstrecken). Den Auftakt für die ORC International-Klassen I - IV bildet die Mittelstrecke am Samstag, 20. Juni, mit dem traditionellen Start vor dem Hindenburgufer, bevor Sonntag, 21. Juni, bis Dienstag, 23. Juni, die Kurzstreckenrennen (Up-and-downs) des Kiel-Cups auf dem Programm stehen.
Virtuelle Vorentscheidung ist gefallen
Mit Computer und Internet statt Boot und Segel: Die 127 Jahre junge Kieler Woche wird in diesem Jahr erstmals einen virtuellen Kieler Woche-Sieger küren und erreicht damit eine neue Dimension. "Wir freuen uns, dass wir bei der Kieler Woche auch die virtuellen Segler in Kiel begrüßen dürfen", so Organisationsleiter Jobst Richter.
Bereits 75 Rennen haben stattgefunden und über 150 Teilnehmer segelten virtuell vor Kiel. Nachdem die Qualifikationsregatten abgeschlossen sind, werden vom 20. und 21. Juni ab 17 CEST die besten 50 Skipper die Halbfinalserien austragen. Am 23. und 24. Juni ab 18 CEST folgt das Finale mit 20 Booten. Der Sieger aus allen Regatten wird am letzten Sonntag zur Siegerehrung nach Kiel anreisen.
Zeitplan - Kieler Woche 2009 (20. bis 28. Juni):
19. Juni Practicerace - Olympische Klassen
20. bis 24. Juni Olympischer Teil - ISAF Sailing World Cup
20. bis 24. Juni Olympisches Damen Matchrace - ISAF Sailing World Cup
24. bis 28. Juni 505er - SAP European Championship
25. bis 28. Juni Internationale KlassenTeil IV, Offshore: 20. bis 28. Juni
20. bis 28. Juni Offshore
20. Juni Senatspreis (ORC-int, OD)
20./21. Juni Welcome Race (ORC Club)
21. bis 23. Juni Kiel Cup (ORC-int)
20. bis 23. Juni Kieler Woche Sieger (OD)
20. bis 23. Juni Kaiserpakal (ORC-int Gesamtwertung aus Senatspreis + Kiel Cup)
24. bis 28. Juni X-35 Weltmeisterschaft, Vermessung ab 22. Juni.
24. bis 28. Juni X-41 Europameisterschaft, Vermessung ab 22. Juni.
25. bis 27. Juni Silberne Band der Kieler Woche (Langstrecke für Yachten ab 40 Fuß)
26. Juni After Work Cup (ORC, OD, YST, DH)
27. Juni Schabernack Cup (ORC, OD, YST, DH).
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