Matchrace Germany - Langenargen
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29.05.2009
12. Match Race Germany 2009
Im Kampf gegen Wirtschaftskrise und America´s Cup-Stillstand:
Veranstalter halten Match Race Germany auf Erfolgskurs

Langenargen (29. Mai 2009). Das Traumwetter hält an, die Vorrunde ist fast beendet, das Match Race Germany läuft auf Hochtouren. Eberhard Magg und Harald Thierer, die Deutschlands einzigen Matchrace Grand Prix zum 12. Mal vor Langenargen auf dem Bodensee veranstalten, haben allen Grund zur Freude. Mit ihrer neu gegründeten Match Race Germany GmbH halten die beiden Schwaben auch in wirtschaftlich stürmischen Zeiten Kurs. Die Zwangspause im America´s Cup betrachten sie mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Im Interview erklärt Eberhard Magg, Yachtdesigner und Mitbegründer der ersten deutschen America´s Cup-Kampagne, warum er auch in schwierigen Zeiten an eine erfolgreiche Zukunft von Deutschlands hochkarätigstem Matchrace glaubt.

Frage: Die 12. Auflage des Match Race Germany läuft. Werden Sie eigentlich als Veranstalter reich mit der Organisation dieser sportlichen Großveranstaltung?

Eberhard Magg: Reich werden wir leider nicht. Wir zählen aber aktuell zu den wenigen, die eine solche Riesenschau nach kommerziellen Gesichtspunkten zumindest plus minus Null stemmen können. Natürlich wollen wir mit dem Matchrace irgendwann auch Geld verdienen. Dazu haben wir in diesem Jahr die Match Race GmbH gegründet. Aber noch sind wir vor allem Enthusiasten, die etwas im und für den Segelsport und seinen Nachwuchs bewegen wollen. Wenn ich heute raus aufs Wasser schaue, dann fühle ich mich belohnt und denke: Gott muss doch ein Segler sein.

Frage: Am Vorabend der Regatta ist ein Orkan durch den Hafen von Langenargen gefegt. War das Match Race Germany gefährdet?

Eberhard Magg: Unser ganzes Team hat in der Nacht zum Mittwoch unter unwirklichen Bedingungen Schwerstarbeit geleistet, um den pünktlichen Start zu sichern. So einen Sturm mit zwölf Windstärken und Windgeschwindigkeiten bis zu 150 Stundenkilometern haben wir am Bodensee seit zehn Jahren nicht erlebt. Der Himmel war schwarz, gelb und grün. Es flogen Boote durch die Luft, unsere Büros standen unter Wasser, Zelte haben sich wie Scharniere um Bäume gewickelt. Trotzdem haben wir es geschafft und sogar noch eine extra Portion Motivation daraus gezogen.

Frage: Sie dürfen sich in diesem Jahr über eines der stärksten Teilnehmerfelder in der Geschichte des Match Race Germany freuen...

Eberhard Magg: Darauf sind wir sehr stolz. Sieben der besten zehn Teams der Weltrangliste sind hier. Der dreifache Olympiasieger Ben Ainslie. Und der vierfache Matchrace-Weltmeister Peter Gilmour, der hier schon drei Mal gewinnen konnte. Der amtierende Weltmeister Ian Williams aus England und der französische Weltranglisten-Erste Seb Col. Ich glaube die internationalen Segler kommen immer wieder gerne hierher, weil die Mischung aus professioneller Veranstaltung und familiärer Atmosphäre stimmt.

Frage: Warum sind prominente deutsche Starter wie Jochen Schümann oder Markus Wieser nicht dabei?

Eberhard Magg: Wer auf der Tour erfolgreich sein will, der muss regelmäßig teilnehmen und diese Disziplin mit großer Nachhaltigkeit betreiben. Das tun derzeit weder Jochen Schümann noch Markus Wieser, weil sie sich auf andere Projekte konzentrieren. Vor allem für die jüngeren Teams gilt: Auf der Tour schärft man sich die Krallen für ein späteres America´s Cup-Engagement. Ein Schümann muss natürlich nichts mehr beweisen...

Frage: Wie wirken sich die Gerichtsstreitigkeiten und der sportliche Stillstand im America´s Cup auf das Match Race Germany aus?

Eberhard Magg: Wir betrachten die Lage mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Natürlich ist es für jeden Segler traurig anzusehen, wie tief der Cup gesunken ist. In Deutschland hatte sich nach dem letzten Cup gerade eine neue tolle Bewegung etabliert, die nun vorerst gestorben ist. Das schmerzt. Die betroffenen Segler müssen kreativ überlegen wie sie bis zum Neustart beruflich über die Runden kommen. Auf der anderen Seite profitieren wir als Veranstalter vom Zulauf der besten America´s Cup-Steuerleute, die wir in Cup-Hochzeiten nicht immer alle an den Bodensee locken können. Wir haben gerade unsere neue Match Race GmbH gegründet. Wir wollen es in den kommenden Jahren schaffen, 60.000 oder 70.000 Zuschauer an den See zu holen.

Frage: Geht denn die Wirtschaftskrise spurlos an Ihnen vorbei?

Eberhard Magg: Spurlos sicher nicht. Aber wir Schwaben sind ja Weltmeister im Gürtel enger schnallen. Wir haben sehr wohl dieses Jahr noch ein weiteres Loch in den Gürtel schlagen müssen. Aber wir bleiben auf Kurs und optimistisch für die kommenden Jahre. Zu dieser Grundhaltung tragen die Segler und unsere sehr treuen Partner bei.

ENDE

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Segeln blindes gif
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