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Extreme 40 Series 2010 in Kiel
www.extremesailingseries.com/ - Übersicht

August 28th 2010
Sonniger Extreme-Samstag für Groupe Edmonde de Rothschild
Riesenpech für The Ocean Racing Club
Jetzt haben sie es geschafft: Yann Guichard und seine
französische Groupe Edmond de Rothschild haben sich ganz elegant
und mit stabilen Leistungen in die Spitzenposition bei der
Extreme Sailing Series™ in Kiel geschoben. Zwei Tagessiege, drei
zweite und zwei dritte Plätze genügten dem 36 Jahre alten
Skipper und seinem französischen Team, um an der britischen
Ecover von Mike Golding vorbei zu ziehen. Riesenpech hatte am
dritten Tag des Segelspektakels vor rund 30.000 Zuschauern Mitch
Booth mit The Ocean Racing Club, während Roman Hagara, Doppel
-Olympiasieger und Skipper des Red Bull Sailing Teams, das
Wiedersehen mit Kiel genoss.
© Paul Wyeth/ OC Events
Für das Team The Ocean Racing Club und Skipper Mitch Booth – den
in Australien geborenen Niederländer, der in Spanien lebt – war
der Tag in der sechsten Wettfahrt unfreiwillig vorbei. Dem unter
slowenischer Flagge segelnden Syndikat fuhr das omanische Team
The Wave, Muscat hinten in den Beam – den Querstreben, der die
beiden Rümpfe miteinander verbindet.
Dabei wurde der so heftig beschädigt, dass ein großes Loch im Material klafft. Skipper
Paul Campbell James (The Wave, Muscat) hatte indes kaum eine
Chance, den Crash zu verhindern. Das omanische Syndikat bekam
eine Böe ab und rauschte förmlich in den mit rund 20 Knoten
Windgeschwindigkeit dahingleitenden Katamaran der Kollegen
hinein. Riesenpech für den zehnmaligen Weltmeister Mitch Booth,
denn der erwischte einen glänzenden Tag bis dahin mit zwei
Siegen, zwei zweiten Plätzen und einem vierten Rang. Nun wird
der gut acht Meter lange Beam repariert und selbst dabei bildete
sich eine kleine Traube von technikbegeisterten Männern, die
unbedingt zugucken wollten.
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Fotos: © Paul Wyeth/ OC Events


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Überhaupt - das Kieler Publikum verdiente sich überall Bestnoten:
„Cowes war schon toll, aber das hier ist richtig schön mit den
vielen Zelten an der Kiellinie und den ganzen Besuchern,"
sinnierte Doppel-Olympiasieger Roman Hagara (Österreich), der
vor gar nicht so langer Zeit mit Vorschoter Hans Peter
Steinacher etliche Kieler-Woche-Regatten bestritt – nur dort
ohne Publikum. Der Profi fuhr im letzten Tagesrennen am Samstag,
das als Match-Race Boot gegen Boot gesegelt wurde, einen glatten
Sieg heraus. Die französische Groupama 40 hatte keine Chance
gegen das Team unter österreichischer Flagge. Hagara/ Steinacher
sind nach zwei Olympiasiegen die Segel-Stars schlechthin in der
Alpenrepublik.
© Paul Wyeth/ OC Events
Und – es gab eine kleine Neu-Auflage des AC-Matches vor Valencia:
Thierry Fouchiet – Crewmitglied der siegreichen BMW Oracle
Racing, ist bei der Groupe Edmond de Rothschild an Bord und –
gewann auch in Kiel gegen Loick Peyron. Die französische
Katamaran-Legende unterlag mit Oman Sail Masirah im Match-Race,
der letzten Wettfahrt in Kiel. Peyron segelte im AC vor Valencia
an Bord der Alinghi.
„Ich bin ja schlicht begeistert wie die Leute hier die deutschen
Teams angefeuert haben," freute sich Roland Gäbler, langjähriger
Konkurrent von Hagara/ Steinacher im Olympia-Circuit. Die beiden
deutschen Teams gewinnen weiter an Erfahrung. „Ansätze von
Frechheit waren heute ja schon da," resümmierte Gäbler, der sein
Wirsol Team Germany von außen unterstützt. „aber es ist auch
klar, dass die Jungs hier auf Profis treffen, die mehr die Ruhe
weg haben und einfach ihre Routine ausspielen." Die junge Wirsol
-Crew fuhr im ersten Rennen des Tages schnörkellos direkt auf den
dritten Platz und wurde mit rauschendem Beifall der Fans auf
Tribüne, an der Kiellinie und von der rappelvollen
Reventloubrücke belohnt. „Was für ein Tag! Ich stand voll unter
Adrenalin bei diesen trickreichen Bedingungen. Die Zuschauer
haben echt super-spannende Rennen gesehen," japste ein sichtlich
begeisterter Johannes Polgar, Skipper des Audi Sailing Team
Germany. Im Match-Race gegen das Wirsol Team Germany holte sich
die junge Crew, in der nur Polgar Katamaran-Erfahrung hat, ihren
ersten Tagessieg. Die „Lokalmatadoren" bekommen die volle
Unterstützung der Zuschauer, allerdings legen sich die Besucher
auch keinerlei Zurückhaltung für die anderen sieben Teams auf.
© Paul Wyeth/ OC Events
Schon deshalb schauen die Segler erwartungsvoll auf den Finaltag
am Sonntag, der mit der Öffnung des Race Village ab 11 Uhr
beginnt. Dann werden wieder ab 14.30 Uhr sechs bis sieben
Wettfahrten gesegelt – im letzten Rennen des Tages gibt es zudem
die doppelte Punktzahl und das erhöht den Druck auf die Teams
enorm….
Zwischenstand Extreme Sailing Series™ Kiel nach 17 Wettfahrten:
1. Groupe Edmond de Rothschild, Yann Guichard (FRA), 111 Punkte
2. Oman Sail Masirah, Loick Peyron (FRA/ Oman), 95
3. Ecover Sailing Team, Mike Golding (GBR), 93
4. The Wave, Muscat, Paul Campbell James ( GBR/ Oman) 84
5. The Ocean Racing Club, Mitch Both (NL/ Slowenien), 80
6. Red Bull Extreme Sailing, Roman Hagara (AUT), 68
7. Groupama 40, Tanguy Cariou (FRA), 59
8. Audi Sailing Team Germany, Johannes Polgar (GER), 49
9. Wirsol Team Germany, Tino Mittelmeier/ Roland Gäbler (GER), 41
[http://www.extremesailingseries.com]
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