

|
76. Nordseewoche 2010 - 21.-24.Mai 2010
www.nordseewoche.org - Übersicht

Tagesberichte siehe Menu unten
23.05.2010
Pressemeldung der Regattagemeinschaft Nordseewoche e.V.
Nordseewoche Zubringerregatten endeten vor Helgoland in dichtem Nebel>BR>
Plötzlich auftretender, dichter Nebel behinderte am gestrigen Samstag
(22.05.2010) in der Deutschen Bucht die Teilnehmer der 76.
Nordseewoche. Dennoch kam es bei Sichtweiten von unter 100 Metern
nicht zu Kollisionen. Insgesamt segelten 133 Yachten von der Küste
nach Helgoland.
(Helgoland, 23.05.2010) Am gestrigen Samstag, pünktlich um 10:00 Uhr
fielen in Cuxhaven, Bremerhaven, Wilhelmshaven und auf Hallig Hooge
zeitgleich die Startschüsse der Zubringerregatten der Nordseewoche.
In Cuxhaven starteten beim Cuxport Cup 91 seegehende Yachten mit Ziel
Helgoland genau gegen den Wind, der aus nordwestlicher Richtung mit
gut 4 Windstärken blies. Die Segler mussten aufgrund der Windrichtung
die gesamte Strecke "mühsam Kreuzen", so Wettfahrtleiter Dr. Stefan
Lehnert aus Bremen.
|

Hinrich Franck


Foto: Hans Genthe
|
Die 25 Yachten aus Bremerhaven und die 10 in
Wilhelmshaven gestarteten, segelten unter gleichen Bedingungen zur
Insel. Allein die sieben Yachten, die von Hallig Hooge starteten,
hatten es durch die Windrichtung etwas einfacher, so Lehnert, der
seit vielen Jahren Wettfahrtleiter der Nordseewoche ist.
Zu Beginn der Nordseewoche-Zubringerregatten herrschte an allen
Startorten strahlender Sonnenschein. Doch Wetterexperte Meeno
Schrader aus Kiel, der vor Ort auf Helgoland täglich einen
Wetterbericht für die Teilnehmer der Nordseewoche erstellt, rechnete
von Beginn an mit plötzlich auftretendem Seenebel. Dieser setzte dann
auch ein, als die Teilnehmer aus Cuxhaven, Wilhelmshaven und Hallig
Hooge bereits rund 10 Seemeilen vor Helgoland segelten. Die Segler
aus Bremerhaven mussten sogar rund 20 Seemeilen in dichtestem Nebel
mit Sichtweiten von zum Teil weniger als 100m navigieren. In weniger
als 30 Minuten war der Nebel so dicht geworden, dass die Navigatoren
an Bord der Yachten alle Hände voll zu tun hatten, immer den
richtigen Kurs anzugeben. Auch für das Nordseewoche-Team im Ziel,
zwischen Helgoland und der Düne, war der Nebel eine große
Herausforderung. Nur mit viel Mühe, dem Einsatz eines zusätzlichen
Motorbootes und durch Funkkontakt konnten die einzelnen Yachten im
Ziel identifiziert und gezeitet werden.
Erstes Schiff im Ziel war die "Tjorven" von Hallig Hooge, die
aufgrund der kürzeren Strecke noch vor dem schnellsten und größten
Schiff auf der Nordseewoche, der "Hexe" aus Cuxhaven, auf Helgoland
ankam. Wie bei allen Segelregatten, an denen Yachten verschiedensten
Typs teilnehmen, wurden bis spät in der Nacht noch die Sieger der
Wettfahrten mittels komplizierter Formeln ermittelt. Diese Formeln
gleichen die Unterschiede der Yachten durch Berücksichtigung von
Faktoren wie Bootslänge, Crewstärke, Segelfläche und vielen weiteren
Maßen aus. So kann auch in einem Feld mit unterschiedlichsten Yachten
auf faire Weise ein Sieger ermittelt werden.
Beim Cuxport Cup, von Cuxhaven nach Helgoland gewann in der Gruppe
der größten Yachten (ORCi 1) die "X-Play" mit Jens Nickel am Ruder,
der für die Seglervereinigung Cuxhaven startet. Die Wettfahrt von
Bremerhaven nach Helgoland gewann berechnet die "Campaign", eine
sportliche Yacht vom Typ J80, die von Nele Engelken, die für die
Segelkameradschaft Wappen von Bremen startet, gesteuert wurde.
Berechneter Sieger der Wettfahrt aus Wilhelmshaven wurde ebenfalls
eine J-Yacht. Die J110 "Jazara", gesteuert von Dr. Joachim Schulze
vom Universität-Segel-Club Bochum, brauchte 5 Stunden und 17 Minuten
bis ins Ziel zwischen Helgoland und der Düne. Dort hatten die
Zeitmesser am Ende des Tages 9 Stunden die hereinkommenden Yachten
gemessen und Funkkontakt zu den Seglern gehalten.
Durch waghalsige Manöver bei den schwierigen Sichtverhältnissen ging
auf der Strecke so manches Segel kaputt. Die Segelmacher von
PrimeSails aus Hamburg, die tatkräftig von Henning Neumann, von
Neumann Yachting aus Lübeck unterstützt wurden, nähten und flickten
bis um 4:00 Uhr am nächsten Morgen die Schäden, um den Seglern den
Start bei den nächsten Wettfahrten zu Ermöglichen. "Es war wirklich
alles an möglichen Schäden dabei" so Segelmacher Henning Neumann, "da
waren Segel in der Mitte zerrissen oder es fehlte gleich ganz der
Kopf" an dem das Segel am Mast hochgezogen wird.
Zur Nordseewoche, die seit 1922 mit Unterbrechungen rund um Helgoland
auf der Nordsee gesegelt und in diesem Jahr zum 76. Mal veranstaltet
wird, kamen insgesamt 188 teilnehmende Yachten. Dazu ungezählte
Zuschaueryachten, sog. Schlachtenbummler. Insgesamt sind damit rund
2.000 Sport- und Freizeitsegler auf der Insel. In diesem Jahr ist die
Nordseewoche zusammen mit der Kieler Woche auch
Austragungsveranstaltung der Internationalen Deutschen Meisterschaft
im Seesegeln.
|
|
|
|