Pressemitteilung vor der 121. Travemünder Woche (23. Juli bis 1. August)
25. Juli 2010
„Das ist Segeln zum Anfassen pur!“
Tägliche Rennen auf der Trave begeistern ein breites Publikum
TRAVEMÜNDE. Etliche tausend Menschen haben am Wochenende bei der 121.
Travemünder Woche die ersten Segelrennen auf der Trave verfolgt. Nach den
offiziellen Wettfahrten auf der Lübecker Bucht hatten die schnellen
Tornado-Katamarane auf der schmalen Wasserstraße einen begeisternden
Auftritt. „Das ist Segeln zum Anfassen pur!“, lautete die einhellige Meinung
der Zuschauer und der Aktiven. Bei der Premiere am Sonnabendabend (24. Juli)
siegten Roland und Nahid Gäbler aus Tinglev – welch’ verdiente Belohnung für
den Mitinitiator und unermüdlichen Kämpfer für die Attraktivität des
Segelsports.
Die Spannung knistert an der Travepromenade, wenn Regattaleiter Walter
Mielke über Lautsprecher den Countdown zum ersten Start herunter zählt. Acht
Zweirumpfboote suchen wenige Meter vor der Mole die günstigste
Startposition, um bei frischen, böigen Nordwestwinden traveeinwärts gut
wegzukommen. Schließlich ist die gesamte Strecke nur 1.400 Meter lang. Als
das Horn ertönt, schlägt der Puls an Bord und am Kai noch höher. „Das ist ja
sensationell, einfach unglaublich gut“, schwärmt ein älterer Herr im
Seglervillage, „das hat immer noch gefehlt.“
Als die Kats auf die erste Wendemarke zuschießen, gerät auch Mielke aus dem
Häuschen: „Wir werden vom Schicksal verwöhnt – besser können die Bedingungen
nicht sein.“ Das Publikum dankt ihm die Umsetzung der Segel-Arena Trave mit
Szenenapplaus. „Das ist schon erste Sahne, was die Jungs da zeigen“, meint
Volker Schaffhauser aus Bielefeld, „ich habe im Urlaub selbst schon einmal
auf so einem Boot gesessen. So eng nebeneinander bei den Geschwindigkeiten
diese Manöver zu fahren, faszinierend, eine Höchtleistung.“
Mit den Jungs muss er auch Nahid Gäbler meinen, die Vorschoterin des
dreimaligen Weltmeisters, der sich mit seiner Ehefrau in ersten Vorlauf nach
mäßigem Beginn ins Finale rettet. „Obwohl wir alle Hände voll zu tun hatten,
haben wir uns über die vielen Besucher natürlich tierisch gefreut“, erzählt
die Dänin, „die standen ja sogar gegenüber auf der Priwallseite Schulter an
Schulter und schauten zu.“ Im zweiten Rennen sahen die Segelfans einen
Blitzstart der Lokalmatadoren Helge und Christian Sach aus Zarnekau, die
jedoch klar führend in ein Flautenloch kamen und die Endrunde verpassten.
„Ständige Positionswechsel sind doch das Salz in der Suppe, auch wenn es uns
diesmal erwischt hat“, so Steuermann Helge Sach, „das war trotzdem ein
Riesen-Spaß.“
Auch im Finale ging es drunter und drüber. Gleich drei Crews leisteten sich
einen Frühstart und wurden am Ende disqualifiziert. Und GER 1 rollte das
Feld von hinten auf. Wie zu seinen besten Zeiten steuerte der heutige
Präsident der internationalen Klassenvereinigung seinen Tornado auch um
große Hindernisse, wie Ausflugsdampfer und Museumsschiffe herum. „Das muss
wieder olympisch werden“, meinte Roland Gäbler, der für einen Platz seiner
Klasse 2016 in Brasilien kämpft, nachdem die Tornados 2008 von der
Olympia-Bühne gestrichen wurden.
Der Ritterschlag für die Show kam von höchster Stelle. „Das waren doch
bestimmt 30.000 Zuschauer entlang des Rennkurses“, zählte Rolf Bähr (Berlin)
als Präsident des Deutschen Segler-Verbands (DSV), „das war eine traumhafte
Werbung für unseren Sport.“ Und als wenige Minuten nach dem letzten
Zieldurchgang schon die nächste Großfähre die Trave wieder für die
Berufsschifffahrt beanspruchte, dankte Mielke allen Behörden für die
Genehmigung eines unvergleichlichen Festivalspektakels; und die Gäblers
sackten einen „Hunderter“ von der Spielbank Casino Travemünde sowie eine
Flasche Champagner für die Helden des Tages ein.
Die Rennen in der Segel-Arena Trave sind jeden Tag ab etwa 17 Uhr geplant.
Die genaue Startzeit hängt vom Regattaverlauf auf den Außenbahnen und den
Durchfahrten der Großschifffahrt ab. Sie wird über Lautsprecher durchgesagt.
Nach den Tornados sind am Montag die Hobie Tiger und Wildcat dran, gefolgt
von den Asso 99, den Hobie 16 sowie zweimal den Formula18-Katamaranen
(Donnerstag/Freitag) und den A-Cats zum Schluss. Eine Wettfahrt dauert nur
zirka eine Viertelstunde und wird live kommentiert.
Weitere Informationen und Fotos:
Andreas Kling
www.travemuender-woche.de
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