121. Travemünder Woche 2010

- 23. Juli bis zum 1. August
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Kieler Woche 2010

Pressemitteilung vor der 121. Travemünder Woche (23. Juli bis 1. August)
25. Juli 2010
Erste TW-Titel nach Frankreich, Holland, Kiel und Wiesmoor

TRAVEMÜNDE. Der Wind bleibt den Aktiven der 121. Travemünder Woche ein treuer Gefährte. Auch am Sonntag (25. Juli), dem zweiten Wettkampftag, blies es anfangs mit fünf Beaufort aus Nordwest. Und Finn Dinghy-Segler Jan Kurfeld aus Wismar behielt Recht, dass es bei diesen Bedingungen zu einem Zweikampf mit dem Polen Piotr Kula kommt. Beide liegen nach sechs Rennen mit jeweils drei Tagessiegen punktgleich an der Spitze. In der zweiten olympischen Bootsklasse, den 470ern, bleiben die Nachwuchs-Akteure Jan-Philipp Hofmann/Felix Brockerhoff (Duisburg/Düsseldorf) in der Verfolgerrolle der Weißrussen Daniil Adzintsov/Kiryl Meyer. Bei den Hobie Cats wurden die ersten Europameister gekürt, darunter Knut Jansen und Anke Delius aus Kiel bei den Hobie 16 Masters.

Der deutsch-polnische Finn-Zweikampf zwischen Kurfeld und Kula hält bereits seit Jahren an und geht bei der 121. Travemünder Woche in die nächste Runde. „Wir sind absolut auf einem Niveau. Mal liegt Piotr vorn, mal ich. Heute hatte er einen besseren Tag, morgen kann es wieder anders sein“, sagte der 22-jährige Kurfeld, der bei der Junioren-WM 2007 und Junioren-EM 2008 jeweils vor Kula siegte. Am Sonntag musste er aber bei zwei von drei Rennen dem polnischen Kontrahenten den Vortritt lassen. „Es war stets eine heiße Kiste mit Wendeduellen bis zur Ziellinie“, so der Wismarer.

Bei den 470ern zogen Hofmann/Brockerhoff vor allem unter Spinnaker gegen die Weißrussen den Kürzeren. „Wir setzen auf andere Windbedingungen in den kommenden Tagen, vielleicht können wir denen dann Paroli bieten“, sagte Steuermann Jan-Philipp Hofmann, der seit einem Jahr mit Felix Brockerhoff in der Olympiaklasse segelt, sich mit Blick auf die Spiele 2016 aber noch nicht zwischen 470er und der noch schnelleren 49er-Klasse entschieden hat.

Zum Auftakt der manroland Tornado-WM erwischte der dreimalige Weltmeister Roland Gäbler mit seiner Frau Nahid (Tinglev) einen sehr guten Start. Nach drei Rennen liegt er mit einem Punkt vor den Griechen Iordanis Paschalidis/Konstantine Trigonis an der Spitze der mehr als 50 gemeldeten Crews. Die Australier Brett Burvill und Ryan Duffield sind Dritte vor Helge und Christian Sach aus Zarnekau. Auch am späten Nachmittag hatten die Gäblers beim Showrennen auf der Trave vor erneut vielen tausend Zuschauern wieder den Bug vorn und gewannen wie am Vortag das Preisgeld von 100 Euro und eine Flasche Champagner.

Erste Titel wurden am Sonntag auch bereits vergeben. Und die Deutschen schnitten sich einen Teil vom Siegerkuchen ab. So gewannen Knud Jansen/Anke Delius (Kiel) bei den Hobie 16 die Masters-Europameisterschaft vor Detlef Mohr/Karen Wichardt und Tom Schreyack/Stephan Schubert (beide Kellenhusen). In den beiden anderen Hobie-Disziplinen, die bereits ihre Titelkämpfe beendet haben, schoben dagegen die ausländischen Gäste ihre Rümpfe nach vorn. Bei den Hobie-16-Frauen holte sich die niederländische Crew Marielle Zonneveld/Celine van Dooren die Goldmedaille, während bei die Spi-Hobies die Franzosen für einen kompletten Triumph der Equipe Trikolore auf dem Siegerpodium sorgten, mit Martin Orion/Charlotte Hilliard an der Spitze. Auf die Vergabe der Trophäen müssen die Crews allerdings noch bis Dienstag warten, wenn auch die Hobie Tiger, Wildcats, FX-One und die Jugend ihre Wettkämpfe beendet haben.

Bei den 505ern zeigte eine Frau währenddessen der gesamten Flotte das Heck. Helen Fischer (Wiesmoor) fuhr mit Lars Dehne an der Vorschot in sechs Rennen vier Tagessiege und zwei zweite Plätze ein und siegte damit in der Gesamtwertung vor dem deutschen Klassenpräsidenten Jürgen Waldheim (Berlin) mit Thomas Jung.

Ein „traumhaftes“ erstes TW-Wochenende erlebte Seebahn-Chef Jens Kath. „Es war an beiden Tagen perfektes Segeln, am Sonnabend vielleicht mit einer etwas harten Welle, die auch unsere Tonnenleger vor Probleme stellte. Aber es waren tolle Bilder, und wir als Wettfahrtleitung hatten den Logenplatz, als die Yachten auf dem Up-and-Down-Kurs um uns herum fuhren“, hatte Kath seinen Spaß am Geschehen, das mit den geplanten fünf Kurz-Wettfahrten beendet wurde. Am kommenden Freitag geht es dann auf die Mittelstrecke nach Boltenhagen.

Die Segler selbst trugen ihren Teil zum perfekten Geschehen bei, denn alle Wertungsgruppen kamen in den fünf Wettfahrten ohne kollektiven Frühstart aus, und boten am Sonntag noch einen optischen Leckerbissen. „20 Boote in einer Linie mit einem Nullstart im Sonnenschein – so etwas sieht man nur selten“, so Kath.

Reichlich Grund zum Jubeln hatte auch der für den Lübecker Yacht-Club startende Jürgen Klinghardt mit seiner „patent³“-Crew. Denn sowohl in der Wertungsgruppe ORC II als auch in OSC V räumte er das Siegersilber ab und zeigte damit, dass er in Vorbereitung auf die ORC-WM im September vor Flensburg auf dem richtigen Weg ist. Die Klasse der großen ORC-I-Yachten beherrschte Peter Süselbeck (Oberhausen) mit seiner „Westwind“.

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Andreas Kling
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