Pressemitteilung vom Festival der 121. Travemünder Woche
30. Juli 2010
Ein langer, harter Starkwindtag
TRAVEMÜNDE. Der Morgen des siebten Wettfahrttages zur 121. Travemünder
Woche begann für die Besatzungen der Sicherungsboote mit einer intensiven
Besprechung. Die angesagten fünf Windstärken im Mittel und Böen deutlich
darüber hinaus erforderte am Freitag (30. Juli) auf den Booten von
DRK-Wasserwacht und THW ebenso große Aufmerksamkeit wie bei den Seglern.
Nicht alle durften indes ihr Können bei diesen harten Bedingungen unter
Beweis stellen, denn die Formula 18, die A-Cats und die Hobie Dragoon
mussten den kräftigen Winden Tribut zollen und an Land bleiben. Ein volles
Programm lieferten die Laser-Segler ab, die ebenso drei Wettfahrten
absolvierten wie die Folkeboote und die Surfer. Bei den olympischen Laser
Standards setzte Lokalmatador Simon Grotelüschen zunächst seine Erfolgsserie
fort, um sich dann einen „Ausrutscher“ zu erlauben. Nach fünf Siegen musste
sich der 23-Jährige vom Lübecker Yacht-Club mit Rang zwei begnügen. Klar an
der Spitze bei der deutschen Meisterschaft der Olympia-Surfer auf dem
RS:X-Brett liegt Favorit Florian Freimüller (Altenholz), dem zum Auftakt
drei Siege gelangen.
„Nach den ersten beiden klaren Siegen heute war ich zum Start des dritten
Rennens etwas unaufmerksam. Da ist mir Tobias Schadewaldt entwischt, und
dann ist es schwer, ihn wieder einzuholen“, berichtete Grotelüschen, der
inzwischen aus Studien- und Trainingsgründen in Kiel wohnt, aber den
Auftritt auf seinem Heimrevier in vollen Zügen genießt: „Im Herzen werde ich
immer ein Lübecker sein, und es ist einfach toll hier die Unterstützung von
zu Hause und dem Lübecker Yacht-Club zu erfahren.“
Dafür hat er sich extra vom Bundestrainer für die Travemünder Woche
freigeben lassen, denn die National-Mannschafts-Kollegen im Laser sind
bereits auf dem Weg zum letzten Weltcup der Saison nach
Weymouth/Großbritannien. Auch wenn Simon Grotelüschen dort nun etwas weniger
Trainingszeit zur Verfügung stehen wird, sieht er im Start zur Travemünder
Woche auch klare Vorteile: „Dass wir hier so viel Wind haben, ist gut zum
Fitnessaufbau. Bei diesen Bedingungen kann ich sehr gut, die Hänge-Ausdauer
trainieren.“ In der gemischten Wertung des Laser Radial folgt Martje Uecker
(Kiel), die in der Olympia-Ausscheidung für 2012 den Anschluss an die
nationale Spitze sucht, auf den führenden Tobias Graf aus Berlin.
Mit den drehenden und böigen Winden erlebten die Surfer bei ihrer Rückkehr
ins Regattaprogramm der Travemünder Woche einen anspruchsvollen Start in
ihre deutsche Meisterschaft. Ungeachtet der schwierigen Bedingungen setzte
sich Favorit Freimüller an die Spitze des Feldes. „Der stark schwankende
Wind war heute schwierig einzuschätzen. Aber wir Surfer sind solche
Bedingungen gewohnt, weil unsere Bahnen oft in Landnähe ausgelegt werden.
Für die jungen Surfer war es heute allerdings auch ein sehr langer und
harter Tag“, berichtete der 22-jährige Student der Elektrotechnik, der
seinen Saisonhöhepunkt auf die WM Ende August gesetzt hat und dort auf einen
Platz unter den Top-30 hofft, um seinen C-Kader-Status zu bestätigen.
Auch bei den Multi Europeans der Hobies wurden die Akteure an das Limit
ihrer Möglichkeiten herangeführt. Die Einmann-Kats der Hobie 14 schafften
immerhin zwei Rennen. Hier bleibt der Franzose Arnaud Thieme der
dominierende Akteur. Auch bei den Hobie 16 ist ein französisches Team an der
Spitze. Jerome le Gal/Marco Iazzetta festigten mit Platz zwei im einzigen
Rennen des Tages die Gesamtführung vor Detlef Mohr/Karen Wichardt (Hamburg).
Zum Auftakt der German Master des J/22-Klasse setzte die niederländische
Crew um Wouter Köllmann zwei Siege. Bei der deutschen Bestenermittlung der
Laser SB3 festigte Klassenboss Reinhard Schroeder (Grabow) seine
Spitzenposition. Überlegen agierte Roderich Uerlichs (Simmerath) mit seiner
Crew bei den Trias, der zwei Tagessiege einfuhr – ebenso wie Martin
Domian/Dirk Heuer (Rondeshagen) im Pirat. Nach dem ersten Tag der
Folkeboot-Regatten liegt die Kieler Crew von Siegfried Busse an der Spitze
des 31 Crews starken Feldes.
Einen heißen Wellenritt legten bei den Starkwindbedingungen die Seesegler
auf der Mittelstrecke von Travemünde nach Boltenhagen hin. Am schnellsten
war dabei die Crew der „Sisqua“ von Armin Balser (Hamburg) im Ziel, die nach
fünf Stunden und sechs Minuten die Weiße Wiek erreichte. Die kleinste Yacht
waren dagegen acht Stunden und zehn Minuten unterwegs, ehe Wettfahrtleiter
Jens Kath das Rennen beenden durfte. Das Einlaufbier war Freibier, und die
Seesegler feierten eine zünftige Party. Am Sonnabend (31. Juli) um 10 Uhr
startet die Rückregatta nach Travemünde, wo um 11 Uhr die Wettfahrten auf
sechs Bahnen fortgesetzt werden. Dabei fallen die letzten Entscheidungen der
Hobie Multi Europeans.
(Ende)
Segeln in Zahlen
Ergebnisse vom siebten Wettfahrttag der 121. Travemünder Woche (Freitag, 30.
Juli)
Olympische Klassen
RS:X (Surfen) Internationale Deutsche Meisterschaften
Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Florian Freimüller (Altenholz) 3
Punkte; 2. Leon Delle (Soest) 7; 3. Moritz Schoentag (Kiel) 8; 4. Benedikt
Hattich (Lübeck) 12; 5. Jens Levin Möller (Kiel) 15; 6. Mick Mönnig (Berlin)
21.
Laser Standard Offene Distriktmeisterschaft Nord
Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Simon Grotelüschen (Kiel) 5 Punkte;
2. Tobias Schadewaldt (Kiel) 11; 3. Marco Grasse (Berlin) 12; 4. Hannes
Baumann (Kiel) 26; 5. Tobias Feuerherdt (Kiel) 27; 6. Linus Goericke
(Hamburg) 29.
Laser Radial Offene Distriktmeisterschaft Nord
Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Tobias Graf (Berlin) 6 Punkte; 2.
Martje Uecker (Kiel) 11; 3. Anja Weick (Berlin) 25; 4. Chris Bauermeister
(Wismar) 28; 5. Dennis Leukel (Kaarst) 40; 6. Kai Bertallot (Langenhagen)
42.
Internationale und nationale Klassen
Hobie Multi Europeans
Hobie 14
Gesamtstand nach neun Wettfahrten: 1. Arnaud Thieme (Frankreich) 8 Punkte;
2. Broder Diedrichsen (Drochtersen) 14; 3. Jörg Stoltenberg (Hamburg) 25; 4.
Niklas Martens (Trittau) 26; 5. Tanja Rindt (Hamburg) 31; 6. Oliver
Stoltenberg (Hamburg) 31.
Hobie 16 Gold-Flotte
Gesamtstand nach sieben Wettfahrten: 1. Jerome le Gal/Marco Iazetta
(Frankreich) 11 Punkte; 2. Detlef Mohr/Karen Wichardt (Hamburg) 26; 3.
Cédric Bader/Nathalie Souquet (Frankreich) 41; 4. Mischa Heemskerk/Enrico
van der Laar (Niederlande) 51; 5. Francesco Porro/Luca Marsaglia (Italien)
52, 6. Lisa Damanin/Jason Waterhouse 56.
Hobie 16 Silber-Flotte
Gesamtstand nach sieben Wettfahrten: 1. Daniel Müller/Christian Winkel
(Marpingen) 24 Punkte; 2. Tamina und Mira Kreuzhuber (Österreich) 25; 3.
Giammarco Sardi/Andrea Ferrari (Italien) 32; 4. Björn Ruschepaul/Wiebke
Schäfer (Hamburg) 38; 5. Maxime Hillen/Cas van Oort (Niederlande) 57; 6.
Bartek Janiszewski/Mariusz Kusmierski (Polen) 61.
Laser SB3 Deutsche Bestenermittlung
Gesamtstand nach fünf Wettfahrten: 1. Schroeder/Gauter/Spiegel (Grabow) 5
Punkte; 2. Ziegelmayer/Meier/Völker (Hamburg) 6; 3. Janz/Schult/Reinhard
(Hamburg) 11; 4. Schräber/Gibbe/Drews (Hamburg) 15.
J/22 German Masters
Gesamtstand nach zwei Wettfahrten: 1. Köllmann/van der Vecht/van der Veen
(Niederlande) 2 Punkte; 2. Toetenel/Boom/Mayer/de Kroos (Niederlande) 4; 3.
Lötzbeyer/Lötzbeyer/Lötzbeyer (Haltern am See) 8; 4. Roth/Dreissigacker/Roth
(Wiesbaden) 10; 5. Heltzel/Fritz/Paterson/Braun (Niederlande) 12; 6.
Wolff/Nenz/Schutz (Düsseldorf) 15.
Pirat
Gesamtstand nach fünf Wettfahrten: 1. Martin Domian/Dirk Heuer (Rondeshagen)
7 Punkte, 2. Marcel Forch/Andre Bottke (Kiel) 7, 3. Thomas Kaitschick/Peter
Gardeweg (Lübeck) 8, 4. Maximilian Kopp/Sönke Klatt (Mönkeberg) 18, 5.
Stephan Marschall/Simon Zimmermann (Oberwinter) 18, 6. Anne-Kathrin
Giesler/Janne Schult (Bremen) 21.
Trias
Gesamtstand nach fünf Wettfahrten: 1. Uerlichs/Bünten/Stoffels (Aachen) 4
Punkte; 2. Köhne/Köhne/Köhne (Berlin) 8; 3. Billig/Jumpertz/Mallmann
(Simmerath) 14; 4. Hanisch/Hallensleben/Hanisch (Berlin) 15; 5.
Stamm/Gläser/Reeh (Berlin) 20; 6. von Hardenberg/Leonhardt/Schmidt (Berlin)
22.
Hinweis: Die Wettfahrten in den Klassen Hobie Dragoon, Formula 18 und A-Cat
sind wegen zu viel Wind ausgefallen.
Seesegeln Mittelstrecke nach Boltenhagen
OSC I
1. Picaro (Georg Westphal/Lübeck); 2. Tabaluga (Uwe Wulf/Lübeck) 3.
Mascalzone (Dieter Schorling/Timmendorfer Strand).
OSC II
1. na und (Stefan Meining/Lübeck); 2. SISQUA (Armin Balser/Frankfurt am
index); 3. per4mens (Dirk Meiburg/Lübeck).
OSC III
1. Scylla (Harald Schöppener/Triwalk); 2. MAKATEA (Gerd Schneider/Lübeck);
3. OHLALA (Katja Schmütsch/Heiligenhafen).
OSC IV
1. NOMIS (Helmut Simon/Berlin); 2. Fira (Maximilian Riedl/Hamburg);3. jolågo
(Ingo Gorodiski/Schweden).
OSC V
1. patent3 (Jürgen Klinghardt/Bremen); 2. Westwind (Peter
Süselbeck/Oberhausen); 3. Elfe of New York (Jan Heinritz/Heiligenhafen).
ORC I
1. Westwind (Peter Süselbeck/Oberhausen); 2. ADAMAS (Jan Peters/Bad
Malente); 3. sherry-time (Udo von Ahnen/Hamburg).
ORC II
1. patent3 (Jürgen Klinghardt/Bremen); 2. Elfe of New York (Jan
Heinritz/Heiligenhafen); 3. VA BENE (Christian Rönsch/Hamburg).
Corsair
1. Kahuna (Stefan Gerke/Wakendorf); 2. Black Jack (Thomas Reinke/Beusloe);
3. Pas de Trois (Hans-Walter Frieling/Stockelsdorf)
Weitere Informationen und Fotos:
Andreas Kling
PR Manager
www.travemuender-woche.de
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