Pressemitteilung von der 121. Travemünder Woche (23. Juli bis 1. August
2010)
31. Juli 2010
Vive la France: Europas Hobie-Champions gekürt
TRAVEMÜNDE. Die acht Europameisterschafts-Tage der Hobie-Katamarane zur 121.
Travemünder Woche sind beendet. Mit einem vollen Programm am Finaltag bei
kräftigen und drehenden Winden wurden die Entscheidungen in den Klassen
Hobie 14, Hobie 16 und Hobie Dragoon zu einer Triumphfahrt der französischen
Teams. So sicherten sich Jerome le Gal/Marco Iazzetta den Titel in der
weltweit am meisten verbreiteten Kat-Klasse, den Hobie 16, vor dem
zwölfmaligen Europameister Detlef Mohr (Reinfeld) mit Karen Wichardt an der
Vorschot. Sieger im Nachwuchs-Kat Dragoon wurden Jolann Neiras/Jaques
Rochefort, und bei den Einmann-Kats Hobie 14 machte Arnaud Thieme den
kompletten Triumph der Equipe Tricolore perfekt. In den beiden bis Sonntag
(1. August) laufenden Entscheidungen in den Olympiaklassen setzten der
Lübecker Simon Grotelüschen (Laser) und Florian Freimüller aus Altenholz
(Surfen) ihre Erfolgsserien fort.
Obwohl die drehenden und böigen Winde den Abschlusstag der Hobies zu einem
Glücksspiel werden ließen, setzten sich am Ende die favorisierten Teams
durch. „Es waren schon extreme Bedingungen. Die Luvtonne lag so dicht unter
Land, dass das Geschehen zum Glücksrittertum wurde“, berichtete Detlef Mohr.
„Jeder musste bis zum letzten Meter hochkonzentriert sein, denn es konnte
von einer auf die andere Sekunde passieren, dass es von rasanter Fahrt im
Doppeltrapez bis zum Stillstand kam“, so Mohr, der vor 27 Jahren seinen
ersten EM-Titel eingefahren hat und nun zum siebten Mal Vize-Europameister
wurde: „Wir sind trotzdem sehr zufrieden. Die Franzosen waren einfach besser
unterwegs.“
Extrem eng ging es dagegen bei den Hobie 14 zu. Nach zwölf Rennen entschied
schließlich ein Zwei-Punkte-Vorsprung zugunsten von Arnaud Thieme die EM vor
Broder Diedrichsen (Drochtersen). Bronze gewann der Hamburger Jörg
Stoltenberg. Das Dragoon-Rennen war ein französisch-niederländischer
Zweikampf. Neiras/Rochefort hatten schließlich ein Punkt Vorsprung vor
Thomas Schouten/Esther Hillebrand (Niederlande).
Seine lupenreine weiße Weste behielt RS:X-Surfer Florian Freimüller bei der
deutschen Meisterschaft der Olympia-Klasse. Dem Hattrick vom Vortag ließ der
22-jährige Stuttgarter, der in Altenholz wohnt, weil er in Kiel
Elektrotechnik studiert, am Sonnabend drei weitere erste Plätze folgen.
Dabei hatte es in der sechsten Wettfahrt zunächst einen Fehler in der
Ergebnisliste gegeben – er sollte nur Zweiter geworden sein. „In dem Rennen
hatte ich den größten Vorsprung“, berichtete Freimüller mit einem Lächeln
und erreichte eine Klärung mit Hilfe der Jury.
In Abwesenheit seiner großen Schwester Moana, die gerade bei der
Europameisterschaft Fünfte geworden ist, liegt Leon Delle vom Segel-Klub
Bayer Uerdingen knapp vor dem Kieler Moritz Schoentag auf Platz zwei. Der
Lübecker Benedikt Hattich verteidigte Rang vier. „Ich hätte Toni Wilhelm
gerne noch hier gehabt“, meinte Freimüller zur Güte der Konkurrenz, aber der
härteste nationale Gegner macht derzeit als WM-Vorbereitung Höhentraining
auf dem Silvaplanasee. Doch der überlegene Gesamtführende ist zufrieden:
„Die Travemünder Windbedingungen mit vielen Drehern, Böen und Löchern sind
herausfordernd genug, um anschließend optimal präpariert zum Weltcup nach
England zu fahren.“
Klar auf Kurs Heimsieg liegt Simon Grotelüschen im Laser Standard. In neun
Rennen nahm der Athlet des Lübecker Yacht-Clubs siebenmal die Toppposition
ein. Lediglich am Freitagabend und am Sonnabendmorgen war er nicht
aufmerksam genug und ließ den Kieler Tobias Schadewaldt ziehen. „Heute ist
er mir einmal auf der Zielkreuz durchgerutscht“, berichtete Grotelüschen,
dem der TW-Sieg dennoch kaum zu nehmen sein dürfte. Zeit zum Feiern wird ihm
allerdings kaum bleiben. Bereits am Dienstag fliegt er zum Weltcup in
Weymouth nach England.
Die international deutsche Bestenermittlung der Formula 18-Katamarane wird
ein Dreikampf. Die Italiener Vittorio Bissaro und Lamberto Cesari mussten
Federn lassen, retteten aber einen Zwei-Punkte-Vorsprung vor Brett Burvill
und Ryan Duffield aus Australien und den Zarnekauer Brüdern Helge und
Christian Sach (beide elf Zähler). „In den Rennen ging es auf und ab“,
berichtete Helge Sach, „ein 30-Grad-Dreher auf der falschen Seite erwischt,
und schon war ein halbes Dutzend Gegner durchgewinkt.“ Für den Finaltag
hofft er auf eine etwas leichtere Brise, um seinen Heimvorteil in den 17.
Travemünder Woche-Gewinn umzumünzen.
Travemünder Woche-Sieger 2010 bei den Piraten wurden Marcel Forch und Andre
Bottke aus Kiel dank zweier Tagessiege am Ende vier Zähler vor den Lübecker
Lokalmatadoren Thomas Kaitschick und Peter Gardeweg. Niederländische
Dominanz herrscht dagegen auf den ersten drei Plätzen der J/22-German-Open
mit Wouter Köllmann an der Spitze. Immerhin bei den Laser SB3 gibt es eine
deutsche Führung durch den Klassenboss Reinhard Schröder (Grabow). Neun
Bootsklassen beenden die Regatta am Sonntag (1. August) mit der letzten
Startmöglichkeit um 14 Uhr. Es sind anfangs mäßige, später abnehmende
südwestliche Winde vorhergesagt.
(Ende)
Segeln in Zahlen
Ergebnisse vom achten Wettfahrttag der 121. Travemünder Woche (Sonnabend,
31. Juli)
Olympische Klassen
RS:X (Surfen) Internationale Deutsche Meisterschaften
Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Florian Freimüller (Altenholz) 5
Punkte; 2. Leon Delle (Soest) 12; 3. Moritz Schoentag (Kiel) 13; 4. Benedikt
Hattich (Lübeck) 20; 5. Niclas Sponholz (Berlin) 21; 6. Jens Levin Möller
(Kiel) 31.
Laser Standard Offene Distriktmeisterschaft Nord
Gesamtstand nach neun Wettfahrten: 1. Simon Grotelüschen (Kiel) 9 Punkte; 2.
Tobias Schadewaldt (Kiel) 16; 3. Marco Grasse (Berlin) 22; 4. Hannes Baumann
(Kiel) 41; 5. Tobias Feuerherdt (Kiel) 42; 6. Hauke Schröder (Berlin) 45.
Laser Radial Offene Distriktmeisterschaft Nord
Gesamtstand nach neun Wettfahrten: 1. Tobias Graf (Berlin) 18 Punkte; 2.
Chris Bauermeister (Wismar) 43; 3. Martje Uecker (Kiel) 45; 4. Anja Weick
(Berlin) 55; 5. John Körtner (Hamburg) 62; 6. Kai Bertallot (Langenhagen)
76.
Internationale und nationale Klassen
Hobie Multi Europeans
Hobie 16 Gold-Flotte
Endstand nach neun Wettfahrten: 1. Jerome le Gal/Marco Iazetta
(Frankreich) 13 Punkte; 2. Detlef Mohr/Karen Wichardt (Hamburg) 28; 3. Lisa
Damanin/Jason Waterhouse 45; 4. Cédric Bader/Nathalie Souquet (Frankreich)
48; 5. Mischa Heemskerk/Enrico van der Laar (Niederlande) 50, 6. Martin
Orion/Charlotte Hilliard (Frankreich) 56.
Hobie 16 Silber-Flotte
Endstand nach neun Wettfahrten: 1. Daniel Müller/Christian Winkel
(Marpingen) 24 Punkte; 2. Bartek Janiszewski/Mariusz Kusmierski (Polen) 26;
3. Tamina und Mira Kreuzhuber (Österreich) 36; 4. Mischa de Munck/Sanne van
Hek (Niederlande) 43; 5. Giammarco Sardi/Andrea Ferrari (Italien) 44; 6.
Björn Ruschepaul/Wiebke Schäfer (Hamburg) 52.
Hobie 14
Endstand nach zwölf Wettfahrten: 1. Arnaud Thieme (Frankreich) 15 Punkte; 2.
Broder Diedrichsen (Drochtersen) 17; 3. Jörg Stoltenberg (Hamburg) 37; 4.
Niklas Martens (Trittau) 39; 5. Tanja Rindt (Hamburg) 43; 6. Oliver
Stoltenberg (Hamburg) 47.
Hobie Dragoon
Endstand nach acht Wettfahrten: 1. Jolann Neiras/Jaquues Rochefort
(Frankreich) 12 Punkte; 2. Thomas Schouten/Esther Hillebrand (Niederlande)
13; 3. Cees Asselt van/Noltu Geijssen (Niederlande) 31; 4. August
Maene/Emilie Victor (Belgien) 32; 5. Teuntje van Es/Lotte van Ouwerkerk
(Niederlande) 34; 6. Jordi Booth/Pau Dengra (Spanien) 35.
Pirat
Endstand nach acht Wettfahrten: 1. Marcel Forch/Andre Bottke (Kiel) 11
Punkte; 2. Thomas Kaitschick/Peter Gardeweg (Lübeck) 14; 3. Martin
Domian/Dirk Heuer (Rondeshagen) 18; 4. Anne-Kathrin Giesler/Janne Schult
(Bremen) 37; 5. Maximilian Kopp/Sönke Klatt (Mönkeberg) 39; 6. Daniel
Reinsberg/Inessa Pretzer (Ahrensburg) 41.
A-Cat
Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Jacek Noetzel (Polen) 7 Punkte; 2.
Thomas Paasch (Dänemark) 14; 3. Donald Beike (Stockelsdorf) 17; 4. Guido
Schulte (Wismar) 19; 5. Thilo Keller (Berlin) 30; 6. Marcin Badzio (Polen)
35.
Laser SB3 Deutsche Bestenermittlung
Gesamtstand nach acht Wettfahrten: 1. Schroeder/Gauter/Spiegel (Grabow) 11
Punkte; 2. Janz/Schult/Reinhard (Hamburg) 16; 3. Schräber/Gibbe/Drews
(Hamburg) 23; 4. Ziegelmayer/Meier/Völker (Hamburg) 27.
Folkeboote
Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Busse/Pfuhl/Callsen (Boksee) 10
Punkte; 2. Furthmann/Mrowka/Stern (Kiel) 13; 3. Breitenbach/Kock/Kliegis
(Kiel) 18; 4. Brändle/Haase/Rosteck (Wuppertal) 23; 5.
Kruse/Lutzenberger/Grieger (Ammersbek) 29; 6. Fehlandt/Dittrich/Bruhns
(Altwittenbek) 32.
Formula-18 Internationale Deutsche Bestenermittlung
Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Vittorio Bissaro/Lamberto Cesari
(Italien) 9 Punkte; 2. Brett Burvill/Ryan Duffield (Australien) 11; 3. Helge
und Christian Sach (Zarnekau) 11; 4. Jörg Gosche/Hannes Pegel (Bremen) 27;
5. Thijs Visser/Marja van Helden (Niederlande) 29; 6. Frank Ruebling/Martin
Bach (Oststeinbek) 31.
J/22 German Masters
Gesamtstand nach fünf Wettfahrten: 1. Köllmann/van der Vecht/van der Veen
(Niederlande) 4 Punkte; 2. Floris Toetenel (Niederlande) 9; 3. Stan Heltzel
(Niederlande) 11; 4. Rieckborn/Rieckborn/Wolpers (Niedernhausen) 18; 5.
Declercq/Michaux/Groß (Frankreich) 21; 6. Wolff/Nenz/Schutz (Düsseldorf) 21.
Trias
Gesamtstand nach sieben Wettfahrten: 1. Uerlichs/Bünten/Stoffels (Aachen) 7
Punkte; 2. Köhne/Köhne/Köhne (Berlin) 13; 3. Billig/Jumpertz/Mallmann
(Simmerath) 20; 4. Hanisch/Hallensleben/Hanisch (Berlin) 24; 5. von
Hardenberg/Leonhardt/Schmidt (Berlin) 31; 6. Hanisch/Rossi-Broy/Zeller
(Kleinmachnow) 42.
Weitere Informationen und Fotos:
Andreas Kling
PR Manager
www.travemuender-woche.de
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