Pressemitteilung zum Abschluss der 121. Travemünder Woche 2010
1. August 2010
55 Siegerpokale nach 321 Rennen vergeben
TRAVEMÜNDE. Das himmlische Kind ließ die Segler der 121. Travemünder Woche
zwar am Finaltag im Stich und bot damit einen starken Kontrast zum Starkwind
der Vortage. Doch unterm Strich fanden an neun Tagen 321 Rennen statt. 1462
Teilnehmer gingen bei der Mammutveranstaltung an den Start, und am Ende
wurden 55 Siegerpokale vom obersten Wettfahrtleiter Walter Mielke und seinen
Bahnchefs vergeben. Sportliche Höhepunkte der TW waren die Meisterschaften
bei den Kat-Klassen. Altmeister Roland Gäbler (Tinglev) glänzte mit seiner
Ehefrau Nahid als Weltmeister in der ehemals olympischen Tornado-Klasse, und
die französischen Teams dominierten weitestgehend das Geschehen bei den zehn
Entscheidungen der Multi Europeans der Hobie-Klasse. Zum Zuschauer-Magneten
entwickelte sich die Premiere der Showrennen in der Segel-Arena Trave. Das
Projekt mit spektakulären Klassen, die direkt vor dem Publikum segeln, soll
auf jeden Fall fortgesetzt werden.
Nahezu spiegelglatt präsentierte sich die Lübecker Bucht den Athleten der
neun Disziplinen, für die am letzten Sonntag noch Rennen vorgesehen waren.
Lediglich die olympischen Laser Standard schafften mit Mühe eine Wettfahrt,
die Tobias Schadewaldt (Kiel) für sich entschied. Lokalmatador Simon
Grotelüschen kassierte dagegen eine Disqualifikation, blieb durch das
Streichresultat aber im Gesamt-Ranking an der Spitze. Alle anderen Klassen
kehrten nach zweistündigem Hoffen auf Wind mehr oder minder tatenlos wieder
in den Hafen zurück. Damit durfte Florian Freimüller (Altenholz) einen
makellosen deutschen Titelgewinn bei den Surfern in der olympischen
RS:X-Klasse feiern.
„Absolut happy“ sei er, bekannte Surfer Freimüller, nachdem er in den Tagen
zuvor sechs Siege in sechs Rennen eingefahren hatte. Der TW-Erfolg war sein
erster deutscher Titelgewinn bei den Senioren. „Das war ein tolles Erlebnis.
Ich habe allerdings Toni Wilhelm vermisst, gegen den ich hier gern gesurft
wäre. Aber die Travemünder Woche passte nicht in seinen Zeitplan. Ich hoffe,
diesen Schwung aus dem Erfolg nun in den Weltcup nach Weymouth und zur
Weltmeisterschaft nach Kerteminde in Dänemark mitnehmen zu können“, sagte
Freimüller.
Laser-Segler Simon Grotelüschen war trotz der Disqualifikation wegen Pumpens
im Abschlussrennen zufrieden: „Die Disqualifikation war verschmerzbar, dafür
gibt es ja die Streicher. Dass ich die Gelbe Flagge bekommen habe, war
allerdings Auslegungssache. International gibt es andere Standards, da wäre
das mit Sicherheit nicht geahndet worden. Aber die Jury hat halt so
entschieden, da half auch alle Diskussion nichts“, sagte der Athlet des
Lübecker Yacht-Clubs. Für Verfolger Tobias Schadewaldt war die TW ein „sehr
schönes Laser-Erlebnis“. Denn der 49er-Segler hatte wie sein etatmäßiger
Vorschoter Hannes Baumann, der Fünfter wurde, just for fun einen Ausflug in
seine Ex-Klasse unternommen. „Mehr wird aber nicht daraus, der Fokus bleibt
auf dem 49er“, so Schadewaldt.
Bei der deutschen Meisterschaft der Laser-Männer mit dem kleineren
Nachwuchs-Rigg (Radial) setzte sich der Berliner Tobias Graf überlegen gegen
Chris Bauermeister (Wismar) durch. Die Klasse wurde gemeinsam mit den Frauen
gestartet. Hierbei war die Kielerin Martje Uecker die beste im Feld und kam
im Gesamtranking auf Rang drei.
Durch die Flaute auf Eis gelegt blieb der Versuch der Brüder Helge und
Christian Sach, bei der deutschen Bestenermittlung der Formula-18-Kats doch
noch zum 17. Gesamtsieg bei der Travemünder Woche zu segeln. Die
TW-Rekordsieger hatten sich im Laufe der Serie an die führenden Italiener
Vittorio Bissaro/Lamberto Cesari herangearbeitet, wurden dann aber
gezwungen, ihre Aufholjagd auf Rang drei abzubrechen. „Wir wären gern noch
gesegelt, vor allem, um bei dem schwächeren Wind unseren neuen, längeren
Schwerter auszuprobieren, auf die wir unser Boot in mühevoller Kleinarbeit
angepasst haben. Aber so ist das nun mal. Das Glück ist mit den Tüchtigen.
Und am Ende war eben nicht genug Wind, um noch zu segeln“, sagte Helge Sach.
Es war der zweite Bronzerang der Kat-Brüder bei 121. TW. Zuvor hatten sie
die manroland Tornado-WM bereits als Dritte beendet. Bei den etwas kleineren
F-18 holte sich das italienische Team Bissaro/Cesari mit zwei Punkten
Vorsprung den Titel. Punktgleich mit den Sach-Brüdern blieben die Australier
Brett Burvill/Ryan Duffield auf Platz zwei.
Die deutsche Bestenermittlung der Laser SB3 gewann die Crew von Reinhard
Schroeder aus Grabow. Germans-Masters-Sieger der J/22 wurde der Niederländer
Wouter Köllmann mit seiner Mannschaft.
Bereits am vorletzten Tag hatten die Hobie-Segler ihren TW-Abschluss
gefeiert. Mit 252 Meldungen in zehn Disziplinen hatten sie das größte
Kontingent bei der Travemünder Woche gestellt und gemeinsam mit den anderen
Kat-Klassen Tornado, F-18 und A-Cat für ein buntes Treiben am Grünstrand
gesorgt. „Wir hatten hier ein sehr schönes Event. Die Organisation an Land
hat super funktioniert. Ein paar Dinge auf dem Wasser gäbe es zu
verbessern“, sagte der zwölfmalige Europameister Detlef Mohr aus Reinfeld,
der diesmal zwar ohne Titelgewinn blieb, bei den Hobie 16 Open aber zum
siebten Mal Vizemeister wurde.
Sportlich zeigten die Franzosen, dass sie bei den Strandkatamaranen die
herausragende Nation sind. Sechs von zehn Siegertrophäen gingen nach
Frankreich. Die Niederländer räumten zweimal Gold ab, Spanien und
Deutschland jeweils einmal. Knud Jansen/Anke Delius (Kiel) sorgten bei den
Masters für den einzigen Heimsieg.
Nun beginnen die Veranstalter bereits mit den Vorbereitungen für das
kommende Jahr, für das wieder einige Titelkämpfe auf der Regattabahn in
Planung sind. Die Int. Canoes kommen mit ihren Weltmeisterschaften nach
Travemünde genauso wie die Laser 2. Für die Traverennen werden schnelle,
attraktive Zweirümpfer und Gleitfollen ausgesucht. „Wir wollen uns
schrittweise weiter entwickeln und verbessern, damit wir im Jahr 2014 beim
Jubiläum im 125. Jahr eine Travemünder Woche der Superlative feiern können“,
sagte Andreas Stülcken, TW-Geschäftsführer und Vorsitzender des
hauptverantwortlichen Lübecker Yacht-Clubs.
(Ende)
Segeln in Zahlen
Endergebnisse nach dem neunten Wettfahrttag der 121. Travemünder Woche
(Sonntag, 1. August 2010)
Olympische Klassen
RS:X (Surfen) Internationale Deutsche Meisterschaften
Endstand nach sechs Wettfahrten: 1. Florian Freimüller (Altenholz) 5 Punkte;
2. Leon Delle (Soest) 11; 3. Moritz Schoentag (Kiel) 13; 4. Benedikt Hattich
(Lübeck) 19; 5. Niclas Sponholz (Berlin) 29; 6. Jens Levin Möller (Kiel) 29.
Laser Standard Offene Distriktmeisterschaft Nord
Endstand nach zehn Wettfahrten: 1. Simon Grotelüschen (Kiel) 11 Punkte; 2.
Tobias Schadewaldt (Kiel) 17; 3. Marco Grasse (Berlin) 26; 4. Tobias
Feuerherdt (Kiel) 48; 5. Hannes Baumann (Kiel) 50; 6. Hauke Schröder
(Berlin) 55.
Laser Radial Offene Distriktmeisterschaft Nord
Endstand nach neun Wettfahrten: 1. Tobias Graf (Berlin) 18 Punkte; 2. Chris
Bauermeister (Wismar) 43; 3. Martje Uecker (Kiel) 45; 4. Anja Weick (Berlin)
56; 5. John Körtner (Hamburg) 62; 6. Kai Bertallot (Langenhagen) 76.
Internationale und nationale Klassen
Formula-18 Internationale Deutsche Meisterschaften
Endstand nach sechs Wettfahrten: 1. Vittorio Bissaro/Lamberto Cesari
(Italien) 9 Punkte; 2. Brett Burvill/Ryan Duffield (Australien) 11; 3. Helge
und Christian Sach (Zarnekau) 11; 4. Jörg Gosche/Hannes Pegel (Bremen) 27;
5. Thijs Visser/Marja van Helden (Niederlande) 29; 6. Frank Ruebling/Martin
Bach (Oststeinbek) 31.
J/22 German Masters
Endstand nach fünf Wettfahrten: 1. Köllmann/van der Vecht/van der Veen
(Niederlande) 4 Punkte; 2. Floris Toetenel (Niederlande) 9; 3. Stan Heltzel
(Niederlande) 11; 4. Rieckborn/Rieckborn/Wolpers (Niedernhausen) 17; 5.
Declercq/Michaux/Groß (Frankreich) 21; 6. Lötzbeyer/Lötzbeyer/Lötzbeyer
(Haltern am See) 23.
Laser SB3 Deutsche Bestenermittlung
Endstand nach acht Wettfahrten: 1. Schroeder/Gauter/Spiegel (Grabow) 11
Punkte; 2. Janz/Schult/Reinhard (Hamburg) 16; 3. Ziegelmayer/Meier/Völker
(Hamburg) 17; 4. Schräber/Gibbe/Drews (Hamburg) 23; 5. von
Bahls/Lüdemann/Peschke (Westenbrügge) 42.
A-Cat
Endstand nach sechs Wettfahrten: 1. Jacek Noetzel (Polen) 8 Punkte; 2. Thilo
Keller (Berlin) 9; 3. Thomas Paasch (Dänemark) 15; 4. Donald Beike
(Stockelsdorf) 18; 5. Guido Schulte (Wismar) 20; 6. Marcin Badzio (Polen)
35.
Folkeboote
Endstand nach sechs Wettfahrten: 1. Busse/Pfuhl/Callsen (Boksee) 10 Punkte;
2. Furthmann/Mrowka/Stern (Kiel) 13; 3. Breitenbach/Kock/Kliegis (Kiel) 18;
4. Brändle/Haase/Rosteck (Wuppertal) 23; 5. Kruse/Lutzenberger/Grieger
(Ammersbek) 29; 6. Fehlandt/Dittrich/Bruhns (Altwittenbek) 32.
Trias
Endstand nach sieben Wettfahrten: 1. Uerlichs/Bünten/Stoffels (Aachen) 7
Punkte; 2. Köhne/Köhne/Köhne (Berlin) 13; 3. Billig/Jumpertz/Mallmann
(Simmerath) 20; 4. Hanisch/Hallensleben/Hanisch (Berlin) 24; 5. von
Hardenberg/Leonhardt/Schmidt (Berlin) 31; 6. Hanisch/Rossi-Broy/Zeller
(Kleinmachnow) 42.
Weitere Informationen und Fotos:
Andreas Kling
PR Manager
www.travemuender-woche.de
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