February 22, 2011
Rolex Farr 40 World Championship http://www.regattanews.com/event.asp?f=email&id=255
Sydney, Australia
ALLES, WAS RANG UND NAMEN HAT, AM START
SYDNEY. Die Top-Segler der Welt im engen Wettkampf vor der Kulisse einer der aufregendsten Städte der Erde: Kein Zweifel, die Rolex Farr 40-Weltmeisterschaft vor Sydney von Mittwoch, dem 23. Februar, bis Sonnabend (26. Februar) wird selbst in dieser Klasse, die stets die cleversten Geschäftsleute und erfolgreichsten Segler zusammen bringt, einen außerordentlichen Moment darstellen. 20 Eigner, die während der Wettfahrten auf dem australischen Revier selbst am Ruder stehen müssen, haben zu den 14. Welttitelkämpfen der Farr 40-Klasse gemeldet. Für die weiteren Schlüsselpositionen an Bord wurden die weltbesten Profis verpflichtet. Yachten aus fünf Nationen sind am Start, darunter auch der Lüneburger Arzt Wolfgang Schäfer. Er segelt mit einer jungen Crew unter den Standern des Kieler Yacht-Clubs sowie des Norddeutschen Regatta Vereins Hamburg und strebt einen Platz in den Top-Ten an.
Schäfer wird mit seiner Mannschaft gegen Teams bestehen müssen, die mit America’s Cup- und Volvo Ocean Race-Siegern, Weltmeistern und Olympia-Medaillengewinnern nur so gespickt sind. An der Spitze der Favoritenliste steht die Titelverteidigerin „Nerone“ von Massimo Mezzaroma (Italien), die mit Vasco Vascotto einen gewieften und erfahrenen Farr 40-Taktiker an Bord hat. Wie gut die Italiener bereits in Fahrt sind, bewiesen sie am vergangenen Wochenende mit dem Gewinn der Australischen Meisterschaft vor dem dreimaligen Farr 40-Weltmeister Jim Richardson auf der „Barking Mad“. Der US-Amerikaner hat sich zu dieser WM den ehemaligen Weltmeister sowohl in dieser Klasse, als auch im Starboot, Hamish Pepper aus Neuseeland, an Bord geholt, der im weiteren Verlauf dieses Jahres auch auf der neuen deutschen TP 52 „Container“ im Audi MedCup die Position des Taktikers übernehmen wird.
Auf eine Garde junger, australischer Olympia-Aspiranten setzt die „Estate Master“. Eigner Martin Hill vertraut auf seinem Heimatrevier in Sachen Taktik, Trimm und Strategie dem Laser-Weltmeister und ISAF Rolex Weltsegler des Jahres 2010, Tom Slingsby, sowie Malcolm Page, 470er-Olympiasieger von 2008, und Nathan Outteridge, 49er- und Moth-Weltmeister. Sie dürften sich ein heiß umkämpftes nationales Duell mit der Vize-Weltmeisterin des Vorjahres, der „Transfusion“, liefern. Die Australier wollen in diesem Jahr den 2010 knapp verpassten Titel ergattern. Dafür hat Eigner Guido Belgiorno-Nettis den US-Amerikaner John Kostecki engagiert, der in Deutschland noch besten bekannt ist, da er 2002 beim Zieleinlauf des Volvo Ocean Race rund um die Welt vor Kiel mit der „illbruck“ als Gesamtsieger einen triumphalen Erfolg feierte.
Aber auch die Amerikaner schicken mit der „Goombay Smash“ von William A. Douglass einen weiteren heißen Titelanwärter ins Rennen. Hier wird der siegreiche America’s Cup-Steuermann von 2010, James Spithill (Australien), das taktische Sagen an Bord haben.
Wolfgang Schäfer weiß um die Klasse dieser Konkurrenten, ist aber zuversichtlich: „Wir sind seit einer Woche in Sydney, und das Boot läuft gut. Wir haben auch gegen die ,Nerone‘ schon gut ausgesehen, aber die Stärke der Favoriten ist immens. Einige Crews sind seit Monaten hier und haben jeden zweiten Tag trainiert“, berichtet der europäische Klassenpräsident, der als einziger Eigner die deutschen Farben vertritt. Nachdem er sich zur WM 2010 noch mit der Pinnensteuerung seines neuen Schiffes anfreunden musste, bewies er im weiteren Saisonverlauf mit dem Gewinn des Sardinia’s Cup und der Bronzemedaille bei der Farr 40-EM, dass er im Feld der starken Crews bestehen kann.
Als Taktiker hat Schäfer den 22-jährigen David Chapman verpflichtet, der als Sohn eines Club-Offiziellen des ausrichtenden Royal Sydney Yacht Squadron beste Revierkenntnisse einbringt. Das wird auch nötig sein, denn die meist steile Welle vor Sydney, die durch gegeneinander arbeitende Winde und Strömung entsteht, macht das Segeln zu einer schwierigen Angelegenheit. „Wir sind trotzdem guter Dinge und peilen einen einstelligen Platz an. Auf jeden Fall macht es einen unglaublichen Spaß, hier zu segeln. In den vergangenen Tagen haben wir mit 24 Knoten einen neuen persönlichen Geschwindigkeitsrekord unser Farr 40 aufgestellt“, freut sich der Lüneburger auf die Titelkämpfe.
Geoff Staff vom internationalen Farr 40-Management ist sich auf jeden Fall sicher, dass die zehn geplanten Wettfahrten eine außerordentliche WM abbilden werden: „Ich habe noch nie solch ein starkes Feld bei den Weltmeisterschaften der Farr 40 gesehen. In diesem Jahr kann wirklich jeder jeden schlagen.“
(Ende)
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Andreas Kling
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