Folkeboot - Deutsche Meisterschaft
VW AMOROK CUP - Möhnesee, 09.-15.07.2011 - www.dm-2011.de

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24.08.2011

DM 2011 - Eine großartige Veranstaltung auf dem kleinsten Revier der deutschen Folkebootflotten

Zwei Wochen vor Meldeschluss werfe ich einen Blick auf die Internetseite www.dm-2011.de. Oh Graus, noch lange nicht genügend Meldungen für eine Deutsche Meisterschaft. Ob das wohl was wird? Ein Anruf bei Kiki hilft auch nicht weiter, der Yachtclub Möhnesee macht sich wohl ernsthaft Sorgen. Willi Sürth als Cheforganisator der DM wirkt noch optimistisch, also melden auch wir, das Hotel hatten wir ja schon lange reserviert.

Mit Ach und Krach kommen bis zum Meldeschluss die erforderlichen 25 Meldungen zusammen, ein Blick auf die Liste macht nachdenklich. Keine Meldung aus Flensburg, eine von der Schlei, keine aus Eckernförde, eine Meldung aus Kiel und ebenfalls keine Meldung aus Lübeck (vom Wuppertaler Manfred Brändle mal abgesehen). Stärker vertreten sind die Flotten Bodensee, Berlin und Baldeneysee - wobei ich insbesondere bei den letztgenannten Flotten eine noch bessere Präsenz erwartet hätte. Aus der Ranglistenspitze-Spitze ist kaum einer da, die "Besten" segeln wohl nur an der Küste. Von diesen Segelkameraden hätte ich mir mehr Solidarität erhofft!

Wie mag wohl das Kranen und Slippen auf dem engen Vereinsgelände funktionieren? Wie wird die Vermessung laufen? Was ist mit dem "Sozialen" und wird es an der Möhne überhaupt Wind geben? Alles Fragen, die mich kurz vor der Fahrt zum DM-Revier beschäftigen.

Am Samstagmorgen fuhren wir den Yachtclub Möhnesee an und wurden schon auf der Straße von freundlichen Helfern auf den Parkplatz eingewiesen. Wir sollten den Trailer abhängen und das Boot erst unter dem Kran in Empfang nehmen. Und so ging es weiter.

Die Organisation hätte besser kaum sein können, vom ersten bis zum letzten Tag bot man uns ein "Rundum-Sorglos-Paket". Viele Dinge, um die sich die Crews sonst selbst kümmern mussten, wurden vom hochmotivierten Organisationsteam erledigt. Der Service reichte vom Trailer wegbringen, Segel zum Ändern oder Reparieren bringen, Arzttermine organisieren bis zum wohlorganisierten Auskranen nach der Meisterschaft, ausnahmsweise sehr schnell, ohne Streitereien und in völlig gelöster Atmosphäre. Auch die ungeliebte Kontrollvermessung ging sehr schnell, fair und ohne große Debatten über die Bühne; Wartezeiten wie bei anderen Veranstaltungen waren Fehlanzeige.

Und wie sah es sportlich aus?

Schon bei der Eröffnungsfeier in der Bootshalle des Yachtclub Möhnesees gab uns Willi Sürth zu verstehen, dass er für alles - außer dem Wind - gesorgt hätte. Die Wetterprognose versprach für Montag und Dienstag eher Flaute und sollte leider recht behalten. Am Montag schickte uns der Wettfahrtleiter Volker Griebenow erst gar nicht aus dem Hafen. Der von der Flotte Bodensee mitgebrachte Prosecco und ein kaltes Stegbier versöhnten jedoch alle ganz schnell; ohne Wind gibt es halt wesentlich mehr Zeit für das "Soziale".

Am Dienstag dann endlich eine - wenn auch flauten mäßig eher verkorkste - Wettfahrt, die wir für uns entscheiden konnten. Viele Segler, auch wir, waren der Meinung, dass dieses Rennen besser abgeschossen worden wäre. Abends der Flottenabend im benachbarten Café Solo mit gutem Buffet. Es war ein schöner und vor allem mit 31° Celsius auch recht heißer Tag.

Mittwoch brachten wir drei ordentliche Wettfahrten zustande, in denen sich schon ganz zu Anfang der Meisterschaft zeigte, wer wohl die Nase am Ende vorn haben könnte. Mit drei ersten Plätzen ging Stefan Schneider aus Berlin schon sehr deutlich in Führung. Ebenfalls sehr stark dabei waren Mike Kuke, Andreas Blank und Sabine Knegendorf. Wie schon am Vortag gab es neben dem Stegbier auch Sachpreise für die Tagessieger und Erinnerungspreise für alle Teilnehmer in Form wertiger Kristallgläser mit dem DM-Logo.

Wir älteren Herrn vom Baldeneysee gingen abends mit dem Wunsch zu Bett, dass uns Petrus am nächsten Tag den versprochenen Starkwind bringen möge, den Windfinder schon prophezeite.

Tatsächlich, am Donnerstagmorgen bogen sich vor dem Hotelfenster die Laubbäume. Also ein Brötchen mehr gefrühstückt und ab zum See. Wir mochten kaum unseren Augen trauen, es gab tatsächlich schon am frühen Morgen -und das auch noch in einer geschützten Ecke - Schaumkronen auf dem gestern noch eher müden See.

Routiniert wurden drei Wettfahrten über je vier Runden, mit einer ausreichend langen Startlinie und ohne unnötige Pausen durchgezogen. Über den Tag nahm der Wind immer weiter zu. Während es morgens noch vier, in Böen sechs Beaufort waren, ging es ab Mittag wirklich zur Sache. Böen mit bis zu 36 Knoten machten das Segeln auf der Möhne zu einem Erlebnis der besonderen Art. Mit zwei ersten und einem zweiten Platz an diesem Tag konnten wir unseren Abstand nach vorn deutlich reduzieren. Leider segelte die Konkurrenz trotzdem konstant gut, sodass der Sieger schon fast feststand.

Der starke Wind forderte bei vielen Mannschaften Tribut an Mensch und Material. Zerrissene Segel, gebrochene Fockbäume und herausgerissene Lümmelbeschläge gehörten zur "Trophäenliste" an diesem Abend. Wieder bewährte sich die Hilfsbereitschaft des Orgateams, mit Ausnahme von Svend Krumnacker konnten alle am letzten Tag wieder starten.

Auch am Freitag gab es noch einmal sehr anspruchsvolle Verhältnisse. Wind zwischen drei und fünf Beaufort, diesmal jedoch mit binnentypischen Drehern, die nochmals die volle Aufmerksamkeit forderten. Nach dem neunten Rennen kam es zu folgender Bilanz:

Pl.Segel-Nr.SteuermannFlottePunkte
1. GER 764Stefan SchneiderBerlin21
2GER 645Andreas BlankBerlin26
3.GER 706Mike KukeSchlei31
4.GER 902Sabine KnegendorfBerlin37
5.GER 859Rainer HasselmannEssen38
Proteste gab es übrigens keinen einzigen, Rammings waren selten und verliefen alle relativ glimpflich.
Die Meisterschaftsfeier nebst Preisverleihung fand auf dem Katamaran der Möhneseeschiffahrt statt und bot eine ganz besondere Atmosphäre. Bei strahlendem Sonnenschein und leichtem Wind fuhren wir mit Standgas ganz betulich über den gestern noch aufgewühlten See in die Abendsonne.

Dazu gab es ein exzellentes Buffet, welches im Startgeld inbegriffen war und Getränke zu absolut humanen Preisen. Als der Dampfer um 22:30 wieder an der Anlegestelle festmachte, stand dort schon ein Shuttleservice des Hauptsponsors VW Nutzfahrzeuge bereit, der die schon müden Krieger kostenlos nach Hause bzw. in die Hotels brachte. Der Rest feierte noch bis 01:00 Uhr weiter.

Als wir am Samstag nach Travemünde fuhren, war für uns klar, dass wir in jedem Fall wieder zu einer DM an die Möhne fahren würden. Allen Unkenrufen zum Trotz, wegen der unglaublich Gastfreundschaft und Motivation der gesamten Flotte Möhnesee, wegen der Fairness auf der Bahn und nicht zuletzt auch wegen einem absolut folketauglichen Meisterschaftsrevier, das es - trotz niedrigem Wasserstand - durchaus mit anderen Binnenrevieren aufnehmen kann.

Ein herzliches Dankeschön an den Yachtclub Möhnesee, an Willi Sürth und sein Team, das diese Woche zu einem für uns und wohl auch allen Teilnehmern wirklich tollen Ereignis gemacht hat.

Es bleibt zu wünschen und zu hoffen, dass die Kollegen der Küstenflotten bei der nächsten DM nicht mit Abwesenheit durch Vorurteile, sondern mit Leistung auf sich aufmerksam machen.

Rainer Hasselmann, F-GER 859


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