Pressemitteilung zur Formula-18-Europameisterschaft in Las Palmas/Gran
Canaria
6. Dezember 2011
Katamaran-Elite zur EM im Urlaubsparadies
LAS PALMAS. 93 Crews aus 13 Nationen haben die Vorboten des Winters hinter
sich gelassen und ermitteln diese Woche im Urlaubsparadies Gran Canaria die
Europameister der Formula-18-Katamarane. Dabei sind die Zweirumpfsegler
ihrer Zeit eindeutig voraus, denn die EM ist bereits der vorgezogene
Titelkampf des Jahres 2012. Der Real Club Náutico de Gran Canaria (RCNGC) in
Las Palmas, Gastgeber der XIII. Kanarischen Olympia-Segelwoche mit insgesamt
320 Aktiven, bietet dazu auch im Dezember sommerliche 20 bis 25 Grad bei
hohen Atlantikwellen und abwechslungsreichen Windbedingungen. Als
Topfavoriten gelten die Ex-Weltmeister aus Frankreich und den Niederlanden.
Von den elf deutschen Teilnehmern wollen die Zarnekauer Helge und Christian
Sach vom Lübecker Yacht-Club unter die Top Ten. Der erste Startschuss fällt
am Mittwoch (7. Dezember), die Entscheidung am Sonntag (11. Dezember).
„Für uns ist Gran Canaria wie ein zweites Heimatrevier, da wir hier seit
Jahren bei der etablierten F-18-Regatta starten“, so Steuermann Helge Sach,
„und die Revierkenntnis wollen wir auch nutzen.“ Bei Starkwind am Sonntag
waren sie als Einzige zum Training auf dem Wasser. 2006 mit seinem Bruder
selbst Weltmeister der stärksten Kat-Klasse hatte der 54-Jährige zuletzt bei
der WM 2011 auf dem Plattensee in Ungarn als 18. nicht überzeugt. Gleichwohl
waren die Ostholsteiner einmal mehr beste Deutsche und gewann dieses Jahr
die Heimspiele bei der Kieler Woche und der Travemünder Woche.
„International hängen die Trauben inzwischen sehr hoch, da werden wir
kämpfen müssen“, sagte Christian Sach (53). Die beste nationale Konkurrenz
kommt mit Andreas John und Sven Lindstädt aus Hamburg und Norderstedt sowie
Jörg und Arne Gosche aus Bremen.
Nachdem der Tornado-Katamaran seinen Olympiastatus für 2012 überraschend
verloren hatte, konzentrierten sich noch mehr Strandkatsegler auf die
wachsende F-18-Klasse. Aber auch der amtierende Tornado-Weltmeister Iordanis
Pachalidis aus Griechenland ist auf der Kanarischen Insel mit von der
Partie. Er segelt mit Vorschoter Gustaf Dyrssen unter schwedischer Flagge.
Ob er die Klassenelite wird schlagen können? Der Weg führt sicher über die
zweifachen F-18-Weltmeister von 2008 und 09, Coen de Koning und Thijs Visser
(Die Niederlande), die wie die Sach-Brüder einen Nacra Infusion segeln. Die
Landsleute Mischa Heemskerk und Bastian Tentij, „ewige Zweite“ so auch bei
der vorigen WM, wollen ebenfalls endlich einen Titel. Den haben die
Franzosen Olivier Backes und Arnaud Jarlegan 2010 gewonnen, auch ihr
Anspruch ist klar.
„Diese Mannschaften sitzen inzwischen weit häufiger als wir auf ihren
Formula 18“, erklärt Helge Sach, der sich seit diesem Jahr vor allem seinem
neuen, zehn Meter großen M32-Katamaran widmet, mit dem er Regatten
bestreitet und High-Speed-Segeln anbietet. Doch die Erfahrung macht ihm
keiner streitig. Das gilt auch für Fernando Leon. Der Spanier vom RCNGC
holte 1996 Olympia-Gold und wirft ein Glanzlicht vom ganz großen Kat-Sport
auf Las Palmas: Er agiert sonst als zweiter Steuermann beim America’s
Cup-Projekt GreenComm.
In zwei Reihen säumen die modernsten F-18-Modelle der hart umkämpften Szene
diese Woche den Traumstrand von Alcaravaneras. Die Euro 2012 ist nach 2007
erst die zweite EM dieser Bootsklasse überhaupt. Grund: Es gibt sie nur,
wenn die WM nicht in Europa ausgetragen wird. Und die steht für September in
Long Beach/Kalifornien in den USA auf dem Programm. An den fünf Regattatagen
sind bis zu 15 Wettfahrten möglich. Entgegen der ursprünglichen Planung wird
das Feld nicht in Gruppen unterteilt, sondern alle 93 Kats gehen gemeinsam
an die Startlinie. Der erste Startschuss soll am Mittwoch um 11 Uhr Ortszeit
(12 Uhr deutscher Zeit) fallen.
www.rcngc.com.
Andreas Kling
Journalist + PR Consultant
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