Pressemitteilung zum Abschluss der Formula-18-Europameisterschaft vor Gran
Canaria
11. Dezember 2011
Master-Titel und EM-Rang 5 der Sach-Brüder
LAS PALMAS. Ein fünfter Platz im letzten Rennen der vorgezogenen
Segeleuropameisterschaft 2012 der Formula-18-Katamarane bedeutete für Helge
und Christian Sach aus dem schleswig-holsteinischen Zarnekau am Sonntag (11.
Dezember) den gleichen Gesamtrang im Endklassement. Zwar verpassten die
Brüder vom Lübecker Yacht-Club das Podium um sechs Punkte und Platz vier nur
um einen einzigen; doch den Titel in der Masterwertung der über 50-Jährigen
gewannen sie überlegen. Mit einem grandiosen Schlusstag holten sich die
Franzosen Olivier Backes und Arnaud Jarlegan souverän die EM-Krone vor ihren
Landsleuten Francois Morvan/Maithien Vandame. „Bronze“ ging an die jungen
Lokalmatadoren Javier Padrón und Miguel Pérez vom EM-Gastgeber Real Club
Náutico de Gran Canaria (RCNGC).
„‚Nur‘ Fünfter klingt vielleicht vermessen, aber wir hatten das Treppchen
selbst in der Hand“, mochte Steuermann Helge Sach eine kleine Enttäuschung
nicht verbergen. „Das vorletzte Rennen hätten wir gewinnen müssen, so klar
war unser Vorsprung schon nach der halben Startkreuz.“ Vorschoter Christian
pflichtete ihm bei: „Taktisch haben wir uns kleine Fehler erlaubt, wodurch
ein paar Gegner durchfahren konnten.“ Auf der anderen Seite waren vor der EM
die Top Ten erklärtes Ziel. Schließlich starteten gleich mehrere
Ex-Weltmeister auch aus dem ehemals olympischen Tornado-Katamaran, darunter
der Olympiasieger von 1996 und aktuelle America’s Cup-Steuermann, Fernando
Leon (RCNGC), der nur 21. wurde. Und die Sechsplatzierten Grant Piggott und
Mary Rook aus Großbritannien lagen als beste Mixed-Crew 27 Punkte, also
deutlich hinter den Sachs zurück.
Wie die gesamte Europameisterschaft war auch der Finaltag zunächst von
überwiegend leichtem Wind aus östlichen Richtungen geprägt, der nur gegen
Ende durchgehend Trapezsegeln zuließ. Nach vielen Frühstarts zum EM-Auftakt
wurden die Mannschaften immer vorsichtiger, um nicht nochmals
disqualifiziert zu werden. Dennoch schenkten sich die Teams an der
Startlinie keinen Zentimeter und schrien lauthals um freien Raum. „Wir haben
versucht, uns aus dem engsten Gedrängel herauszuhalten“, so Christian Sach,
„schließlich konnten wir mit guter Geschwindigkeit immer noch nach vorne
fahren, wenn wir mal nicht so gut wegkamen.“
Auf der Bahn staunte so manch junge Konkurrenz, als „GER 258“ mal wieder
„angeflogen“ kam und sie in Lee stehenließ. „Mit der sportlichen Leistung
dürfen wir wohl hochzufrieden sein, völlig unabhängig vom Stand in der
Ergebnisliste“, sagte das Sach-Duo unisono. Als dann mit der zehnten
Wettfahrt aufgrund der Ausschreibung die beiden schlechtesten Ergebnisse aus
der Wertung gestrichen werden durften, wurde das Feld nochmal durcheinander
gewürfelt. Nur ein Rechenspiel: Ohne die Streicher wären die Sachs
Europameister geworden. Als einzige Crew gelangen ihnen nur Top-20-Plätze,
ein 18. war das schlechteste Rennen.
Die Dominanz der neuen Europameister Backes/Jarlegan war indes
beeindruckend. Nach Platz drei und zwei hatten die Weltmeister von 2010 den
Titel am Sonntag schon vorzeitig gewonnen, setzten dem jedoch mit einem
klaren Tagessieg noch einen drauf. „Das Boot läuft bei diesen Bedingungen
sehr gut“, erklärten die Franzosen, die einen F-18 vom Typ Phantom segeln.
Die Kat-Szene ist von mehreren Herstellern umworben. Auf Platz zwei und vier
landeten Cirrus-Modelle, die Spanier segeln einen Hobie Wild Cat. Die
Sach-Brüder punkteten mit einem Nacra Infusion in der
„Konstrukteurswertung“.
Der Schlusstag kostete Andreas John und Sven Lindstädt aus Hamburg und
Norderstedt als zweitbeste Deutsche noch einige Plätze. Vom 18. fielen sie
auf den 26. Gesamtrang unter 84 Crews aus 13 Nationen zurück. In der oberen
Tabellenhälfte landete nur noch der Berliner Ex-Eishockeycrack Thomas Haupt
mit Johanna Hector als 33. Saisonhöhepunkt in 2012 wird die
Weltmeisterschaft im September in Long Beach/Kalifornien (USA).
(Ende)
Segeln in Zahlen
Endstand der Formula-18-Europameisterschaft in Las Palmas/Gran Canaria
(Spanien)
1. Olivier Backes/Arnaud Jarlegan (Frankreich) 28 Punkte
2. Francois Morvan/Maithien Vandame (Frankreich) 40
3. Javier Padrón/Miguel Pérez (Spanien) 51
4. Gurvan Bontemps/Benjamin Amiot (Frankreich) 56
5. Helge und Christian Sach (Zarnekau) 57
6. Grant Piggott/Mary Rook (Großbritannien) 84
7. Coen de Koning/Thijs Visser (Die Niederlande) 87
8. Mitch Booth/Janne Riihela (Spanien/Finnland) 90
Die vollständige Ergebnisliste, Fotos und zusätzliche
Hintergrundinformationen gibt es im Internet unter www.rcngc.com.
Weitere Informationen, Fotos und mehr:
Andreas Kling
Journalist + PR Consultant
|