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ISAF WM, Perth 2011
www.bayernsail.de - Regatta Welt 2011
Pressemitteilung vom EWE Sailing Team zur Olympiaqualifikation
18. Dezember 2011
Starbootcrew Stanjek/Kleen Vizeweltmeister
Auch 49er und 470er-Frauen für Olympia qualifiziert
PERTH. Großer Erfolg für Oldenburger Segelmannschaft: Fünf Aktive des EWE
Sailing Teams haben sich am Wochenende bei den Weltmeisterschaften im
australischen Perth für die Olympischen Spiele 2012 qualifiziert. Dabei
ragte Starboot-Vorschoter Frithjof Kleen mit seinem Steuermann Robert
Stanjek aus Berlin durch den Gewinn der Vizeweltmeisterschaft heraus. Die
Kieler 49er-Crew Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann verteidigte ihren
Vorsprung in der nationalen Olympiaqualifikation für die Segelwettbewerbe in
Weymouth als WM-13. souverän. Denkbar knapp lösten die 470er-Frauen Kathrin
Kadelbach und Friederike Belcher (Hamburg) die Olympiafahrkarten, obwohl sie
nur 28. wurden. Insgesamt schaffte die Equipe des Deutschen Segler-Verbands
in acht von zehn Disziplinen die Olympianormen für England.
Riesen-Jubel brandete im gesamten deutschen Segellager beim Zieldurchgang
des Medaillenrennens der Starboote auf. Robert Stanjek und Frithjof Kleen
krönten ihre starke WM-Gesamtleistung mit einem dritten Platz im Finale und
sorgten mit der Silbermedaille für den einzigen deutschen WM-Platz auf dem
Podium. Das Duo, das sich erst zu Jahresbeginn wieder zusammenfand, hatte
bereits am Vortag die Olympiaausscheidung zu seinen Gunsten klar gemacht.
Auch die Hamburger Johannes Polgar und Markus Koy waren in das Medalrace
eingezogen, in dem sie sich auf WM-Platz acht verbesserten und den Erfolg
für das EWE Sailing Team komplettierten. Weltmeister wurden die überragenden
Brasilianer Robert Scheidt und Bruno Prada.
„Wir sind in Australien eine Klasse-Woche gesegelt, in der alles
zusammengepasst hat“, meinte Kleen, „die Olympiatickets sind das Wichtigste
und WM-Silber noch ein i-Tüpfelchen oben drauf.“ Zwar habe das Team auch vom
verletzungsbedingten Ausscheiden der britischen Olympiasieger Iain Percy und
Andrew Simpson profitiert, doch hätten die vielleicht nur die Farbe der
Medaille verändert. „Als wir uns vor ziemlich genau einem Jahr trafen und
noch einen zweiten gemeinsamen Versuch vereinbarten, wusste noch niemand, ob
das überhaupt klappen kann“, so der 28-Jährige weiter, „aber die gesamte
Saison war grandios.“ Nach ein paar ruhigen Feiertagen zu Hause in
Deutschland beginnt bereits die intensive Olympiavorbereitung. „Nach dem
Aufstieg kann es ja nur noch eine Olympiamedaille werden, alles andere wäre
ja ein Rückschritt, „sagte Frithjof Kleen mit einem Augenzwinkern.
Hohe emotionale Wellen schlug die nationale Olympiaausscheidung der
470er-Frauen. Kathrin Kadelbach und Friederike Belcher waren mit einem
knappen Zwei-Punkte-Vorsprung aus den ersten beiden Qualifikationsregatten
vor Tina Lutz und Susann Beucke (Holzhausen/Strande) in die WM gestartet.
Eine Frühstartdisqualifikation der Hamburgerinnen machte einen gelungenen
Auftakt als Siebte zunichte. Das brachte die Favoritinnen für den
Olympiastartplatz aus dem Konzept. Nach verhaltenen Starts langte es danach
nur zu Mittelplätzen, während die einheimische Konkurrenz die Führung in der
Olympiaausscheidung übernommen hatte.
Mit Rückendeckung des internationalen Regelwerks konzentrierten sich
Kadelbach/Belcher fortan nicht mehr auf das eigene WM-Ergebnis, sondern
versuchten im Zweikampf, Lutz/Beucke wieder aus den Punkträngen (1 – 20) zu
segeln. „Das war sicher nicht schön, aber angesichts unseres Saisonziels,
für das wir genauso hart gearbeitet haben, die beste und richtige
Strategie“, rechtfertigte das EWE Sailing Team das Vorgehen, für das es viel
Kritik einstecken musste. Am Ende wurden Lutz/Beucke 20. und verloren die
Ausscheidung mit einem Zähler Rückstand, sicherten aber sogar noch den 14.
Nationenstartplatz für Deutschland. „Den hätten Kathrin und Rike sonst bei
der nächsten WM im Mai in Barcelona geholt“, ist EWE-Teambetreuerin
Christiane de Nijs sicher, die ihren Schützlingen beipflichtete:
„Spielregeln sind manchmal hart, aber auch dazu da, genutzt zu werden.
Deshalb sollte niemand Spitzensportlerinnen hinterher moralische Vorwürfe
machen, wenn sie das tun und sich durchsetzen.“
Neben den sportlichen Glanzlichtern, zu denen auch die knapp verpasste
WM-Medaille des Lübecker Laserseglers Simon Grotelüschen am Schlusstag
gehörte, und der beinharten Ausscheidung geriet die Olympiafahrkarte der
49er-Mannschaft Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann aus Kiel zwar etwas in
den Hintergrund. Der überschwänglichen Freude des Duos, das mit einem 13.
Platz in Perth das bessere Ende für sich behielt, tat das keinen Abbruch.
Lange Zeit lag das EWE Sailing Team sogar auf Kurs Medaillenrennen, leistete
sich aber gegen Ende ein paar Patzer. „Wir wollten zwar in die Top Ten, aber
die Olympiaquali stand über allem“, so Schadewaldt und Baumann. Beste
Deutsche wurden Erik Heil und Thomas Plößel (ebenfalls Kiel), die als Elfe
allerdings genauso am Einzug ins Medalrace scheiterten.
Wie schon die gesamte Saison blieben die Berliner Heiko Seelig und Lucas
Zellmer (EWE Sailing Team) im 470er auch bei der WM ohne Fortune. Sie
scheiterten sogar am Cut für die Goldflotte und wurden am Ende 43. „Trotz
guter Vorbereitung konnten sie ihre Leistung nicht wie erhofft steigern“,
bilanzierte Christiane de Nijs die einzige Niederlage. Zu Olympia fahren
Ferdinand Gerz und Patrick Follmann (Seefeld/München) als WM-15. Gleichwohl
bedeutet der Gewinn von drei von vier möglichen Olympiaqualifikationen
kräftigen Rückenwind für das Oldenburger Segelteam das vom
Energieunternehmen EWE gefördert wird.
(Ende)
Endstand der Segelweltmeisterschaften 2011:
Star
1. Robert Scheidt/Bruno Prada (Brasilien) 45
2. Robert Stanjek/Frithjof Kleen (Berlin) 61 (2+17+27 = 46 Quali-Punkte)
3. Mark Mendelblatt/Brian Fatih (USA) 73
…
8. Johannes Polgar/Markus Koy (Hamburg) 107 (0+15+13 = 28)
…
15. Johannes Babendererde/Timo Jacobs (Lübeck) 56 (0+13+6 = 19)
…
19. Alexander Schlonski/Matthias Bohn (Rostock) 154 (4+14+2 = 20)
470er-Frauen
1. Tara Pacheco/Berta Betanzos (Spanien) 63 Punkte
2. Hannah Mills/Saskia Clark (Großbritannien) 68
3. Jo Aleh/Olivia Powrie (Neuseeland) 73
…
20. Tina Lutz/Susann Beucke (Holzhausen/Strande) 167 (6+27+1 = 34)
…
28. Kathrin Kadelbach/Friederike Belcher (Hamburg) 225 (12+23+0 = 35)
49er
1. Nathan Outteridge/Iain Jensen (Australien) 91 Punkte
2. Peter Burling/Blair Tuke (Neuseeland) 112
3. Emil und Simon Toft Nielsen (Dänemark) 112
…
11. Erik Heil/Thomas Plößel (Kiel) 132 (0+13+10 = 23)
…
13. Tobias Schadewaldt/Hannes Baumann (Kiel) 135 (3+30+8 = 41)
…
24. Lennart Briesenick-Pudenz/Morten Massmann (Flensburg) 190 (2+16+0 = 18)
470er-Männer
1. Methew Belcher/Malcolm Page (Australien) 28 Punkte
2. Luke Patience/Stuart Bithell (Großbritannien) 40
3. Sime Fantela/Igor Marenic (Kroatien) 62
...
15. Ferdinand Gerz/Patrick Follmann (Seefeld/München) 103 (0+16+6 = 22)
…
37. Jasper Wagner/Tobias Bolduan (Berlin) 232 (7+9+0 = 16)
…
43*. Lucas Zellmer/Heiko Seelig (Berlin) 120 (0+12+0 = 12)
*in der Silberflotte
Weitere Informationen und Fotos:
http://www.EWE-Sailing-Team.de
Teamkontakt:
Christiane de Nijs
M: +61 414 018 085 (vor Ort in Perth)
M: 0162/1384-715
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