Pressemitteilung 1, 19. Juni 2011
Der ISAF-Worldcup steckt in der Krise
Der Worldcup steckt in der Krise: Vor drei Jahren war er vom Weltseglerverband ISAF aus der Taufe gehoben worden, um Segler und Medien zu den wichtigsten Ereignissen des Jahres zusammen zu führen. 2011 scheint dieses Projekt auf dem Abstellgleis zu stehen. Kiel ist im vorolympischen Jahr Worldcup-Finale, hier sollen die Sieger auf der Bühne vom ISAF-Präsidenten Göran Peterson öffentlichkeitswirksam geehrt werden. Doch gerade einmal eine Handvoll der 30 Crews, die aktuell unter den Top-Drei im Worldcup-Ranking rangieren, sind in Kiel am Start.
Sehr zum Ärger der Kieler-Woche-Veranstalter, der sich vor allem am Feld der Match-Race-Frauen entlädt. "22 Meldungen lagen vor. Dafür haben wir extra acht Boote organisiert, und nun sind gerade einmal elf Crews gekommen", sagt Jobst Richter, der den engen Terminplan der ISAF als Hauptgrund für das mangelnde Interesse ausgemacht hat: "Die Worldcups in Medemblik, Weymouth und Kiel in direkter Folge, dazu die Europameisterschaft im Juli in Helsinki ist einfach zu viel." Der hierzulande grassierende EHEC-Virus soll zwar auch einige Akteure von Deutschland ferngehalten haben, entscheidender ist aber, dass viele Segler auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 fokussiert sind und Kiel dabei nicht auf dem Weg liegt. "Für einige Nationen ist die Olympia-Qualifikation bereits gelaufen. Die machen jetzt Pause und steigen zur EM wieder ein", berichtete Starboot-Segler Alexander Schlonski (Rostock). Sein Klassen-Konkurrent Johannes Polgar (Hamburg) kann die Politik der ISAF nicht verstehen: "Segler und Regatta-Veranstalter sitzen in einem Boot, laufen bei der ISAF aber gegen eine Wand." Auch Dirk Ramhorst, Vertreter der Kieler Woche bei der ISAF, hat nicht das Gefühl, beim Weltseglerverband richtiges Gehör zu finden.
Das dürfte auch für die Zukunft nicht dafür sorgen, dass zwischen der ISAF und der Kieler Woche eine Liebesbeziehung entsteht. Im kommenden Jahr ist Kiel zwar erneut Worldcup-Finale, was angesichts der kurz darauf folgenden Olympia-Wettbewerbe wohl wieder für ein ähnliches Interesse sorgen wird wie in diesem Jahr, danach ist ein Worldcup in Kiel aber fraglich. Die ISAF will ab 2013 die Stationen des Worldcups über alle Kontinente verteilen und das Zeitfenster für Europa liegt im April/Mai. "Wir werden uns für den Worldcup nicht verbiegen, auch wenn die ISAF glaubt, man könnte die Kieler Woche verschieben. Um einen Worldcup-Standort werden wir uns dennoch bewerben, weil wir wissen, dass wir in diesem Circuit die Besten sind", sagte Richter.
Regattatermine der Kieler Woche 2011
18. - 22. Juni: Olympische Klassen/ISAF Sailing World Cup
(470er, 49er, Damen Matchrace/Elliott 6m, Finn-Dinghy, Laser, Laser radial W,
Neil Pryde RS:X, Starboot) und die paralympische Klasse 2.4 mR open
23. - 26. Juni: Internationale Klassen
(29er, 29erXX, 420er, 505er, A-Cat, Contender, Drachen, Europe, Flying
Dutchman, Folkeboot, Formula 18, H-Boot, Hobie 16, J 24, Musto
Performance Skiff, OK-Jolle, Platu 25)
Seebahn
1. 18. - 19. Juni: Welcome Race von Kiel nach Eckernförde und zurück (ORCi, ORC-Club)
Bestandteil der Offshore-IDM Seesegeln
2. 20. - 22. Juni: Kiel-Cup Alpha (ORCi), Farr 30 Pre-Europeans, X-99 (German Open).
3. 23. - 24. Juni: Silbernes Band, Langstrecke (ORCi, ORC-Club), Offshore-IDM
4. 25. Juni: Senatspreis, Mittelstrecke (ORCi, ORC-Club), Offshore-IDM
5. 18. - 22. Juni: Kiel-Cup Foxtrott mit Albin Express, CB 66, J-80 (German Open),
LaserSB3, Melges 24 (German Open), Streamline.
6. 22. Juni: Kaiserpokal (Finalwettfahrt aller Kiel-Cup Klassen)
7. Meisterschaften auf den Seebahnen
23. bis 26. Juni: Farr 30 Europameisterschaft (Sonntag ist der Reservetag)
23. bis 26. Juni: X-99 World-Cup
18. bis 25. Juni: IDM Seesegeln Offshore (Welcome Race, Silbernes Band und
Senatspreis.
20. bis 22. Juni: X-99 German-Open im Kiel-Cup Alpha
20. bis 22. Juni: Farr 30 Pre-Europeans im Kiel-Cup Alpha
18. bis 22. Juni: Melges 24 German Open im Kiel-Cup Foxtrott
Hermann Hell
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