Audi MedCup Circuit 2011 - Barcelona

- 12.-17. September 2011
Übersicht Barclona
14 Sep 2011
RÁN stark, Deutsche verbessert

Zwei weitere Tagessiege des gesamtführenden Schweden Niklas Zennström auf der „Rán“ und der einheimischen „Bribón“ (Spanien) beim Audi MedCup-Finale in Barcelona. „Quantum Racing“ (USA) bleibt Dritte. „Container“ mit Skipper Markus Wieser (5./4.) leicht verbessert und liegt als Gesamt-Vierte nun vor dem Audi Azzura Sailing Team aus Italien. Audi Sailing Team powered by All4One (Kiel) von Jochen Schümann (6./5.) gibt rote Laterne an britische „Gladiator“ ab.

BARCELONA. „Rán“ und „Bribón“ überragend, „Quantum Racing“ auf Kurs Saisonsieg, beide deutsche Boote leicht verbessert. So lauteten die Schlagzeilen vom Mittwoch (14. September) bei der fünften und letzten Audi MedCup-Regatta in Barcelona/Spanien. „Rán“-Eigner Niklas Zennström bleibt die Überraschung des Events und steuerte seine TP 52-Yacht erneut zu einem Tagessieg und einem zweiten Platz.
Nur der einheimische Skipper Gonzalo Araujo hielt als Dritter und Gewinner des zweiten Tagesrennens mit der „Bribón“ Schritt und ist zwei Punkte zurück Gesamtzweiter. Ed Baird steuert die „Quantum Racing“ aus den USA (2. und 7.) weiter auf Kurs Saisonsieg im Audi MedCup Circuit 2011. Die „Container“ von Udo Schütz aus Selters mit Steuermann Markus Wieser (Starnberg) eroberte als Fünfte und Vierte den vierten Gesamtrang vom Audi Azzurra Sailing Team (Guillermo Parada/Italien) und kämpft weiter um einen Podiumsplatz in der Jahreswertung.

Foto Francesco Ferri/Borlenghi


Fotos: Ian Roman
Auch Jochen Schümann zeigte sich mit dem Audi Sailing Team powered by All4One (Kiel) als Sechster und Fünfter im Vergleich zum Vortag leicht verbessert und rückte auf den vorletzten Platz des Acht-Boote-Klassements vor.

Die ersten vier Regatten zierte er eher das Verfolgerfeld, war meist einziger Privateigner am Steuer einer 15,85 Meter langen TP 52-Yacht, umgeben von den besten Profis der Welt. Jetzt plötzlich in Barcelona steht der Schwede Niklas Zennström im Rampenlicht des finalen Audi MedCup-Events. Vier bärenstarke Leistungen in den ersten vier von neun Rennen machen den Geschäftsmann aus London zur vorläufigen Nummer eins im Gesamtklassement. „Es läuft endlich wie am Schnürchen bei uns. Wir haben vorher einen Plan und setzen den konsequent um“, sagte Zennström, der die gesamte Weltelite am Mittwoch mit einem Steuerbordstart düpierte. Während sich die Konkurrenz an der Starttonne gegenseitig bedrängte, fuhr die „Rán“ kaltschnäuzig als einziges Boot auf der anderen Seite am Startschiff los und verteidigte eine sofortige Führung bis in Ziel.

Ganz unten eng an der Tonne hatte sich das Audi Sailing Team über die Startlinie gezwängt und war von Beginn an taktisch gehandikapt. „Zudem sind wir an der Kreuz sicher nicht das schnellste Schiff auf der Bahn“, meinte Schümann, „das war wieder klar zu sehen.“ Zwischendurch ließ das rote Boot zwar immer wieder Mal sein Potential aufblitzen, setzte sich am Ende jedoch nicht wirklich durch. „Wir wissen auch nicht hundertprozentig, woran es genau liegt“, so Schümann weiter, „es sind sicher nur Kleinigkeiten, die den feinen, aber entscheidenden Unterschied ausmachen.“ Richtig souverän seien in Barcelona nur die „Rán“ und die „Bribón“ unterwegs. Schümann: „Die wissen, was sie wollen, und wie sie es umsetzen müssen. Wirklich beeindruckend deren Leistung.“

Nicht viel fröhlicher waren die Minen an Bord der „Container“. Etwas besser, aber noch lange nicht gut, lautete die Tagesbilanz. Das noch schlechtere Abschneiden des Audi Azzurra Sailing Teams war ein schwacher Trost. Die Italiener liegen in der Saisonwertung auf Platz zwei und sind einer der drei Gegner beim Medaillenkampf im Circuit. „Wir haben das Boot am Wind mal etwas aufrechter gesegelt, mit weniger Krängung. Das schien uns ein wenig schneller zu machen“, versuchte Deckshand Tom Swift aus Kiel eine Feinanalyse, „es sind aber die Spitzenboote immer noch schneller als wir.“ Ab elf Knoten aufwärts sah die „Container“ besser aus gegen die anderen. Nur gab es davon erneut nicht viel. Nur leichter bis mäßiger Südwind wehte an der katalanischen Mittelmeerküste, und eine durchgreifende Änderung ist nicht in Sicht.
„Unser Boot und wir mögen diese Bedingungen“, ergänzte Zennström, der die Devise ausgab: „Lasst uns eine gute Zeit haben, relaxen und genießen, das Boot zu segeln.“ Bislang geht das Konzept auf. Neu an Bord der „Rán“ ist aber nicht nur die völlig entspannte Haltung, sondern auch der Taktiker. Morgan Larson aus den USA ersetzte den Neuseeländer Gavin Brady fürs Finale. „Es ist gar nichts Außergewöhnliches, das ich mitgebracht habe oder anders machen“, gab Larson kein Geheimrezept preis, „manchmal kehren neue Besen einfach gut. Es ist jedenfalls großartig, hier vorne zu sein, und wir werden uns nicht nervös machen lassen.“

Immerhin gab es auch ein strahlendes deutsches Gesicht am Steg: Sabine Schumann, Skipperin und Strategin an Bord der spanischen „cruiser-racer.com“, kam mit der neuen Soto 40 auf Anhieb auf den zweiten Rang punktgleich mit der „Iberostar“. Nur die „Iberdrola“ (beide ebenfalls Spanien) überragte mit zwei Tagessiegen. „Die sind einfach einen Tick schneller als alle anderen“, so Schumann, die seit 15 Jahren in der katalanischen Hauptstadt arbeitet und lebt, „aber dahinter kommen wir gut zurecht. Die knappen Rennen haben großen Spaß gemacht. Wir sind ja noch Neulinge in der Szene. Das Bootshandling stimmte anfangs noch nicht ganz. Aber im zweiten Rennen haben wir die zweite Position clever verteidigt.“

Das Finale des Audi MedCup Circuits 2011 wird am Donnerstag, dem 15. September, in der katalanischen Hauptstadt Barcelona mit zwei weiteren Kurzwettfahrten der TP52- und der Soto 40-Klasse fortgesetzt. Es sollen leichte Winde bleiben. Die Entscheidung über den Saisonsieg im bedeutendsten Regattazirkel der Welt für Einrumpfboote fällt am Sonnabend, dem 17. September.

Segeln in Zahlen, Ergebnisse von Mittwoch, 14. September
Audi MedCup Circuit 2011 Conde de Godó Barcelona Trophy in Barcelona/Spanien (fünfte und letzte Regattaserie) TP 52-Klasse 3. Wettfahrt:
1. Ràn (Schweden), Niklas Zennström 2. Quantum Racing (USA), Ed Baird 3. Bribón (Spanien), Gonzalo Araujo 4. Audi Azzurra Sailing Team (Italien), Guillermo Parada 5. Container (Selters), Skipper Markus Wieser 6. Audi Sailing Team powered by All4One (Kiel), Jochen Schümann 7. Gladiator (Großbritannien) Tony Langley 8. Synergy Russian Sailing Team (Russland), Eugeniy Neigodniko

4. Wettfahrt:
1. Bribón 2. Ràn 3. Synergy 4. Container 5. Audi Sailing Team powered by All4One 6. Gladiator 7. Quantum Racing 8. Audi Azzurra Sailing Team

Gesamtstand (nach vier von neun Wettfahrten)
1. Ràn, Niklas Zennström (Schweden, 2/1/1/2) 6 Punkte 2. Bribón, Gonzalo Araujo (Spanien, 1/3/3/1) 8 3. Quantum Racing, Ed Baird (USA, 3/2/2/7) 14 4. Container, Udo Schütz (Selters), Skipper Markus Wieser (4/7/5/4) 20 5. Audi Azzurra Sailing Team, Guillermo Parada (Italien, 5/5/4/8) 22 6. Synergy Russian Sailing Team, Eugeniy Neigodnikov (Russland, 8/4/8/3) 23 7. Audi Sailing Team powered by All4One, Jochen Schümann (Kiel, 6/8/6/5) 25 8. Gladiator, Toni Langley (Großbritannien, 7/6/7/6) 26

Soto 40-Klasse
1. Wettfahrt
1. Iberdrola (Spanien) 2. Iberostar (Spanien) 3. Bigamist (Portugal) 4. cruiser-racer.com (Spanien) 5.Ngoni (Großbritannien) 6. visit-malta.com (Spanien)

2. Wettfahrt 1. Iberdrola 2. cruiser-racer.com 3. Ngoni 4. Iberostar 5. Bigamist 6. visit-malta.com

Gesamtstand (nach zwei von acht Wettfahrten)
1. Iberdrola (Spanien) 2 Punkte 2. cruiser-racer.com (Spanien) 6 3. Iberostar (Spanien) 6 4.Ngoni (Großbritannien) 8 5. Bigamist (Portugal) 8 6. visit-malta.com (Spanien) 12

1) Conde de Godo Barcelona Trophy, 14 09 2011 © Francesco Ferri_Studio Borlenghi/Audi MedCup 2) Conde de Godo Barcelona Trophy, 14 09 2011 © Ian Roman/Audi MedCup 3) Conde de Godo Barcelona Trophy, 14 09 2011 © Ian Roman/Audi MedCup 4) Conde de Godo Barcelona Trophy, 14 09 2011 © Francesco Ferri_Studio Borlenghi/Audi MedCup 5) Conde de Godo Barcelona Trophy, 14 09 2011 © Francesco Ferri_Studio Borlenghi/Audi MedCup Sabina Mollart-Rogerson
Andreas Kling

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