Rolex Middle Sea Race

- Start 22.Oktober 2011
www.rolexmiddlesearace.com - Übersicht


October 27, 2011
Rolex Middle Sea Race http://regattanews.com/event.aspx?eid=194
Valletta, Malta

Hamburger Opielok Gesamtzweiter, Schümann Erster im Ziel

VALLETTA. Christopher Opielok vom Norddeutschen Regatta Verein (NRV) aus Hamburg hat mit seiner Hochseesegelyacht „AOC Rockall III“ beim Rolex Middle Sea Race in Malta den zweiten Platz belegt. Den Gesamtsieg nach berechneter Zeit verpasste der Eigner und Skipper nach 606 Seemeilen und mehr als vier Tagen auf See nur um eine knappe halbe Stunde. Es gewann die einheimische J/122 „Artie“ von Lee Satariano und Christian Ripard. Der dreimalige Olympiasieger Jochen Schümann heimste als Steuermann der gut 30 Meter langen „Esimit Europa 2“ zwar die Ehre als erstes Schiff im Ziel ein, musste sich aber nach der IRC-Wertung kleineren Booten geschlagen geben und wurde 13. Den Erfolg der deutschen Teilnehmer komplettierten der Deutsch-Malteser Sönke Stein mit seiner „Oiltanking Juno“ als Fünfter, sowie Pit Finis vom Düsseldorfer Yacht-Club auf der „Dralion“ knapp vor Schümann und Hans Jürgen Riedel (Bonn) aus der Haribo-Dynastie mit der „Speedy“ knapp dahinter.
„Wir wussten zwischendurch schon, dass wir sehr gut im Rennen liegen und auch in Führung lagen, aber gegen Ende auch, dass es wahrscheinlich für uns ‚nur‘ noch um den zweiten Rang ging“, sagte Opielok nach dem Rennen. Seine Corby 36 war in der Klasse 4 der kleinsten Yachten gestartet. Zur internationalen Crew aus sechs Nationen gehörte auch der britische Konstrukteur John Corby. „Im Kanal von Comino kurz vor dem Ziel sind wir in ein Windloch geraten“, nannte der Hamburger Reeder den vermuteten Grund, warum es am Ende nicht ganz für den Sieg gereicht hatte. Dennoch habe die Mannschaft bei ihrer Premiere im Rolex Middle Sea Race großen Spaß gehabt und keinen Meter verschenkt. Um kurz vor 18 Uhr am Mittwochabend (26. Oktober) kreuzte das Team nach vier Tagen, sechs Stunden, 59 Minuten und 57 Sekunden die Ziellinie im Marsamxett-Hafen von Valletta.

Nur gut zweieinhalb Tage hatte der Maxiracer „Esimit Europa 2“ gebraucht, ehe er in der Nacht zu Dienstag den Rundkurs von Malta um Sizilien und weitere Mittelmeerinseln wie den Vulkan Stromboli und Lampedusa herum absolviert hatte. Damit blieb die 100-Fuß-Yacht des Slowenen Igor Simcic jedoch über ihrer Siegerzeit aus dem Vorjahr und verfehlte den Streckenrekord der „Rambler“ (USA), die 2007 nur knapp zwei Tage benötigte, erneut klar. Für eine Verbesserung war die Gesamtwetterlage mit überwiegend leichten und wechselhaften Winden nicht geeignet. Dennoch strahlte der Eigner, denn er erhielt für den Triumph eine edle Armbanduhr des Modells Rolex Yacht-Master sowie die Trophäe für das erste Schiff im Ziel.
„Das war ein ausgesprochen interessantes und abwechslungsreiches Rennen“, resümierte Jochen Schümann seine persönliche Premiere beim Rolex Middle Sea Race. „Schon beim Start gab es einen kräftigen Schauer mit starken Böen, der das Feld herausgefordert hat. Wir konnten uns schnell absetzen, wollten aber die ‚Rán‘ als vermuteten Hauptgegner nicht unbewacht einen eigenen Weg gehen lassen.“ Die 72 Fuß lange Yacht des schwedischen Skype-Mitbegründers Niklas Zennström, der dieses Jahr schon das Rolex Fastnet Race und die Mini Maxi Rolex WM beim Maxi Yacht Rolex Cup gewonnen hat, galt auch in Malta als Topfavorit. Obwohl zeitweise mehr als 90 Seemeilen hinter Schümanns 20-Mann-Crew zurück schlug sie diese letztlich nach berechneter Zeit um fast vier Stunden, was allerdings insgesamt gegen die kleineren Gegner auch nur zum achten Rang reichte.

Schümann hatte schon vor dem Start die Unberechenbarkeit solcher Regatten betont und je nach Windverhältnissen den deutlich kürzeren Booten gute Chancen eingeräumt. Damit sollte der zweimalige America’s Cup-Sieger Recht behalten, denn die ersten sieben Yachten kommen alle aus den Klassen drei und vier. „Wir hatten vor der Spitze Siziliens totale Flaute und konnten nicht verhindern, dass das Boot auf der Stelle stehen blieb“, berichtete der geborene Berliner weiter. „Später gab es drei, vier schwere Gewitter, in denen der Wind blitzartig zulegte und dabei auch noch um 90 Grad drehte.“ Auf der „Esimit Europa 2“ brach dadurch ein Backstag, das durch ein Fall ersetzt werden musste, wodurch statt einer normalen Fock nur noch das Solentvorsegel gefahren werden konnte.

Die Wetterkapriolen unterwegs bestätigte auch Alexis de Canival, Großsegeltrimmer an Bord von Riedels Marten 49 „Speedy“: „Bei Stromboli haben wir für sechs Stunden geparkt. Danach gab es Böen von 25 Knoten (Stärke sechs, d. Red.). Das war trickreich und ganz anders als vorhergesagt. Wir mussten unsere Strategie und den Trimm ständig anpassen. Wenn der Wind schwach wurde, waren wir an Deck, um ihn zu suchen. 120 Seemeilen kam er von vorn. Da mussten wir alle auf der hohen Kante sitzen, um das Boot so schnell wie möglich zu segeln. Das machte 0,3 Knoten Geschwindigkeit aus. Geschlafen haben wir also nicht viel.“ Für die letzte halbe Seemeile brauchte die „Speedy“ bei hohem Seegang fast ohne Brise zwischen den Inseln Comino und Malta eine Dreiviertelstunde, wodurch ein Top-Ten-Platz außer Reichweite geriet.

Von 70 gestarteten Yachten gaben drei das Rennen auf, darunter die deutsche Class 40 „Pogo 1“. Donnerstagvormittag waren immer noch 18 Teilnehmer unterwegs, konnten die Sieger allerdings nicht mehr gefährden. Die werden am Sonnabendmittag (29. Oktober) im Mittelmeer Konferenz Centrum in Valletta noch einmal feierlich geehrt und mit einem Rolex Chronometer sowie Pokalen ausgezeichnet.

(Ende)
Weitere Informationen über das Rolex Middle Sea Race 2011 gibt es im Internet auf der Eventwebsite unter www.rolexmiddlesearace.com http://www.rolexmiddlesearace.com.
Andreas Kling
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