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Pressemitteilung zur 122. Travemünder Woche (22. bis 31. Juli 2011)
31.07.2011
Pressemitteilung zum Abschluss der 122. Travemünder Woche (22. bis 31. Juli)
TW 2011: Schwierig, aber erfolgreich
TRAVEMÜNDE. Die 122. Auflage der Travemünder Woche endete wie sie begonnen
hatte: mit schwierigen Wind- und Wetterbedingungen. Waren es am ersten
Wochenende der TW allerdings stürmische Böen, die das Regattaprogramm auf
ein Minimum reduziert hatten, so baute sich zum Finale keine segelbare Brise
im Schmuddelwetter auf. Die Yachten mussten somit auf eine Fortsetzung ihrer
Up-and-Down-Wettfahrten verzichten, und die 49er beendeten die
Junioren-Weltmeisterschaft ohne das angesetzte Medaillenrennen mit dem Sieg
der Dänen Niels Joachim Gormsen/Anders Thomsen. Immerhin riss die
Wolkendecke nach Absage der Wettfahrten noch auf und bescherte Besuchern wie
Teilnehmern sonnige Siegerehrungen sowie einen stimmungsvollen Abend, der
von einem atemberaubenden Höhenfeuerwerk gekrönt werden sollte. Insgesamt
kamen rund 800.000 Menschen aus Nah und Fern zur schönsten Segelregatta der
Welt, für die der Lübecker Yacht-Club (LYC) verantwortlich zeichnet.
Insgesamt trübte vor allem das schlechte Wetter am ersten
Veranstaltungswochenende zwar die Bilanz des Regatta- und
Festivalgeschehens. In den Tagen dazwischen gab es aber auch beste
Segelbedingungen und ein Gefühl von Sommer für die Feierlaunigen. Durch
Improvisationskunst der Wettfahrtleitungen wurden Probleme aufgefangen und
in 228 Wettfahrten insgesamt 1469 Teilnehmer in 740 Booten über den Kurs
geschickt. „Damit erzielte die 122. Travemünder Woche sogar ein leichtes
Teilnehmerplus im Vergleich zum Vorjahr“, freute sich Jens Kath als neuer
stellvertretender LYC-Vorsitzender, der im Verein für die Travemünder Woche
und den Regattasport zuständig ist.
Die Besucherzahl konnte nicht an 2010 anknüpfen, als die Schallmauer von
einer Million durchbrochen wurde. „Aber die Qualität der Gäste gemessen an
Verweildauer und Spendierfreudigkeit war wieder sehr hoch“, betonte Uwe
Bergmann als Chef der beauftragten Hamburger Eventagentur uba. Sie genossen
die beiden Höhenfeuerwerke, die Classic-Night am Strand, 28 Konzerte auf der
Festivalbühne, weitere zahlreiche Auftritte auf den anderen sieben kleineren
Bühnen sowie die abwechslungsreichen Programmpunkte entlang der
Travepromenade und Strandallee.
Ein neuer TW-Siegrekord, eine Wettfahrtpremiere auf der Pötenitzer Wiek,
allerdings auch ein kompletter Regattaausfall für eine Klasse und nicht
zuletzt die Vergabe von drei Deutschen, sechs Europa- und vier
Weltmeisterschaftstiteln waren die sportlichen Schlagzeilen vom 22. bis 31.
Juli auf den zehn Bahnen in der Lübecker Bucht.
Den letzten Titel 2011 im Rahmen der Travemünder Woche sicherten sich die
49er-Segler Niels Joachim Gormsen/Anders Thomsen. Die Dänen haben mit dem
Gewinn der Junioren-Weltmeisterschaft Segelgeschichte geschrieben, denn
erstmals wurde in der olympischen Klasse eine U23-WM ausgesegelt. Der
Abschlusstag wurde für die jungen Akteure auf den schnellen Skiffs
allerdings noch einmal zur Geduldsprobe, denn fünf Stunden harrten sie an
Land aus, bevor schließlich klar war, dass kein segelbarer Wind mehr
aufkommen würde. Damit hatte das Resultat vom Vortag Gültigkeit.
Die Dänen mussten sich in der Gesamtwertung zwar den Kielern Tobias
Schadewaldt/Hannes Baumann geschlagen geben, die allerdings altersbedingt
außerhalb der Junioren-Wertung fuhren, indes ihren ersten Travemünder
Woche-Sieg feierten. Für Schadewaldt/Baumann war die TW die letzte
Vorbereitung auf die Pre-Olympics in Weymouth, zu denen sie bereits am
Dienstag abreisen. „Wir wollen in Weymouth eine gute Leistung abrufen. Ob es
dann dazu reicht, um ins Medal Race zu fahren, werden wir sehen. Noch sind
die Jungs an der Spitze einen Tick besser, aber wir arbeiten uns heran“,
sagte Schadewaldt.
Ohne weitere Rennen wurde auch auf der Seebahn das Geschehen beendet. Damit
konnten die Yacht-Crews insgesamt nur an zwei der vier vorgesehenen
Wettfahrttage segeln. Bei den Up-and-Down-Wettfahrten sicherten sich die
Yachten „Picaro“ (Georg Westphal/Lübeck) in der Wertungsgruppe OSC I, „na
und“ (Stefan Meining/Lübeck) in OSC II, „Scylla“ (Harald Schöppener/Triwalk)
in OSC III, „Ratz-Fatz“ (Lennart Stegmann/Lübeck) in OSC IV und die
„patent³“ (Jürgen Klinghardt/Bremen) in OSC V die Siegerpreise.
Insgesamt fielen zur Travemünder Woche in 40 Disziplinen Entscheidungen. Nur
die Musto Skiffs mussten aufgrund der zu starken Winde an ihren einzigen
beiden Regattatagen ganz ohne Wettfahrt wieder aus Travemünde abreisen – ein
Novum zur TW, ebenso wie der Regattatag in der Travebucht Pötenitzer Wiek.
Die Kielzugvögel zogen am ersten TW-Wochenende hierhin um, um den heftigen
Bedingungen auf der Ostsee auszuweichen.
Im Mittelpunkt des sportlichen Interesses standen naturgemäß die
internationalen Titelentscheidungen. Und die deutschen Athleten setzten sich
dabei gekonnt in Szene. Jeweils WM-Gold ging im Folkeboot an die Crew des
Berliners Stefan Schneider und im Laser 2 an Lisa Buddemeier/Matthias Düwel
(Kiel/Norderstedt). Dazu holten die Brüder Jens und Jan Schlittenhard aus
Braunschweig in der Javelin den EM-Titel. Damit waren die Gastgeber
erfolgreichste Nation. Die weiteren WM-Titel gingen in die USA an Chris Maas
im International Canoe und bei den 49er-Junioren eben an Gormsen/Thomsen
(Dänemark).
Bei den Europameisterschaften trugen sich vier weitere Nationen in die
Siegerlisten ein. Doppel-Gold gab es in der Europe für Schweden. Emil
Bengtson bei den Jungen und Julia Carlsson bei den Mädchen sicherten sich
die Jugendtitel. Aus Dänemark kamen die 29erXX-Siegerinnen (Jeanine
Olrik/Frederikke Graversen), aus Großbritannien „die dominierende Motte“
(Moth-Klasse), Chris Rashley, sowie aus den Niederlanden die neuen
Titelträger in der J/22 (Ronald Veraar und Crew).
Für eine weitere Steigerung ihres Siegrekordes zur TW sorgten die Brüder
Helge und Christian Sach aus dem ostholsteinischen Zarnekau, die mit ihrem
Erfolg bei den Formula 18-Katamaranen nunmehr 17 Mal auf die oberste Stufe
des Siegertreppchens steigen durften.
Durch die sommerlichen Tage zur Mitte der Travemünder Woche durfte das Gros
der 160 Standbetreiber aus dem In- und Ausland zumindest eine befriedigende
Bilanz ziehen. Die emotionalen Höhepunkte waren die Pyro- und Musikshow zur
Classic-Night am Dienstag und das Höhenfeuerwerk auf Musik am Mittwoch. Die
milden Temperaturen hatten zur Classic-Night rund 30.000 Menschen am Strand
zusammengeführt, dreimal so viele Besucher wie bei der Premiere im Vorjahr,
und der Mittwoch wurde mit rund 100.000 Besuchern über den ganzen Tag zum
stärksten Mittwoch in der Geschichte der Travemünder Woche.
Zum schon traditionell begeisternden Ereignis gerieten die beiden Auftritte
der Oldenburger Band „United Four“, die jeweils 4000 bis 5000 Menschen vor
der Bühne versammelten und damit selbst Topstars wie Fools Garden, G.G.
Anderson und Gunter Gabriel den Rang abliefen. Die Livemusik ist dennoch
zunehmend auf das reifere Publikum zugeschnitten, während die Jüngeren gern
zur Diskomusik in den Beachclubs am Strand feiern. Dabei zeigte sich, dass
trotz vereinzelter Exzesse die Alkoholprävention wirkt. An diesem Projekt
soll weiter gearbeitet werden. So ist für 2012 ein speziell auf die Jugend
zwischen 13 und 18 Jahren abgestimmter Aktionsbereich geplant, der
selbstverständlich alkoholfrei sein soll.
Ganz ohne medizinische Vorfälle an Land und auf dem Wasser kam die
Travemünder Woche nicht aus. Die etwa 100 Helfer von THW und DRK-Wasserwacht
leisteten rund 30 Erste-Hilfe-Einsätze, davon 20 auf dem Wasser. Die Liste
reichte vom Wespenstich bis hin zu einer leichten Kopfverletzung einer
Seglerin, die einen Baum an den Kopf bekommen hatte.
An der Hälfte der geplanten acht Tage wurden die Trave Races,
Segel-Showrennen mitten in der Trave, schmerzlich vermisst. Die schwierigen
Windbedingungen ließen das Spektakel in der Arena nur viermal zu. Dabei aber
zeigte sich, welch hohes Potenzial in diesem Format steckt. Eine fachkundige
Moderation kann den flanierenden Besuchern den Segelsport näher bringen.
Insgesamt ließen sich mehrere Zehntausend Zuschauer von dem Wind- und
Wellensport faszinieren.
Nach zehn wetterbedingt teils schwierigen Tagen, aber zahlreichen Segel- und
Festivalhöhepunkten durften die Organisatoren zufrieden Bilanz ziehen und
mit Volldampf auf das 125-jährige Jubiläum der TW in 2014 zusteuern. „Unser
ganz besonderer Dank gilt den rund 300 ehrenamtlichen Helferinnen und
Helfern sowie unseren Sponsoren und Ausstattern mit den drei Hauptpartnern
boot, Lübzer und VW an der Spitze“, so der neue Vorsitzende des Lübecker
Yacht-Clubs, Dierk Faust, „ohne sie bekämen Teilnehmer und Besucher keine so
hochklassige Travemünder Woche geboten.“ Nun heißt es, die 123. Travemünder
Woche vorzubereiten, die vom 20. bis 29. Juli 2012 stattfindet. Ein
sportlicher Höhepunkt wird die Weltmeisterschaft der 29er-Gleitjollen sein,
zu der rund 200 Boote erwartet werden.
Für Fotos von der Travemünder Woche registrieren Sie sich bitte im Internet
unter: http://www.travemuender-woche.com/presse/bilddb/index.html
Endergebnisse vom letzten Wettfahrttag der 122. Travemünder Woche
Sonntag, 31. Juli 2011
Keine weiteren Wettfahrten mehr!
49er-Juniorenweltmeisterschaft
Endstand nach zwölf Wettfahrten: 1. Niels Joachim Gormsen/Anders Thomsen
(Dänemark) 41; 2. James Peters/Ed Fitzgerald (Großbritannien) 43; 3. Vincent
Berthez/Marc Mallaret (Frankreich) 54; 4.Max Richardson/Nick Redding
(Großbritannien) 71; 5. Erik Heil/Thomas Plößel (Kiel) 74; 6.Roggero
Tita/Lorenzo Franceschini (Italien) 80.
49er
Endstand nach zwölf Wettfahrten: 1. Tobias Schadewaldt/Hannes Baumann (Kiel)
34 Punkte; 2. Niels Joachim Gormsen/Anders Thomsen (Dänemark) 45; 3. James
Peters/Ed Fitzgerald (Großbritannien) 48; 4. Vincent Berthez/Marc Mallaret
(Frankreich) 60; 5. Erik Heil/Thomas Plößel (Kiel) 77; 6. Max
Richardson/Nick Redding (Großbritannien) 79.
Seebahn
OSC I
Endstand nach drei Wettfahrten: 1. Picaro (Georg Westphal/Lübeck) 3 Punkte;
2. Tabaluga (Uwe Wulf/Lübeck) 10; 3. Team Xive (Martin
Christiansen/Buxtehude) 14; 4. made in sweden (Matthias Renner/Lübeck) 15;
5. Noodles (Ulrich Martens/Grevesmühlen) 15; 6. Fru Hansen (Frank
Haßler/Sereetz) 17.
OSC II
Endstand nach drei Wettfahrten: 1. na und (Stefan Meining/Lübeck) 4 Punkte;
2. Caelestia (Olaf Höhn/Lütjenburg) 10; 3. Per4mens (Dirk Meiburg/Lübeck)
10; 4. TSUNAMI (Lutz Pouplier/Geesthacht) 13; 5. NiC 3 (Clemens
Reichert/Neustadt i.H.) 13; 6. SISQUA (Armin Balser/Frankfurt am index) nicht
gestartet.
OSC III
Endstand nach drei Wettfahrten: 1. Scylla (Harald Schöppener/Dorf Triwalk) 5
Punkte; 2. Celestine (Andreas Peschlow/Berlin) 5; 3. Blaue Maus (Christian
Satz/Hamburg) 9; 4. OHLALA (Katja Schmütsch/Heiligenhafen) 14; 5. MAKATEA
(Gerd Schneider/Lübeck) 16; 6. Inmaris (Uwe Koch/Hamburg) 21.
OSC IV
Endstand nach drei Wettfahrten: 1. Ratz-Fatz (Lennart Stegmann/Lübeck) 3
Punkte; 2. Happy Hour (Stefan Bertram/Lübeck) 6; 3. Snabelskoen (Bjoern
Carstensen/Scharbeutz) 12.
OSC V
Endstand nach drei Wettfahrten: 1. patent3 (Jürgen Klinghardt/Bremen) 5
Punkte; 2. Inschallah VI (Volker Andreae/Goernestr. 27) 8; 3. Adamas (Jan
Peters/Bad Malente) 9; 4. Nordsail MOJO (Holger Reppin/Lübeck) 12; 5. Penta
(Uli Amann/Schleswig) 17; 6. Kühnezug Goldkatze (Manfred
Böttcher/Weddelbrook) 18.
ORC
Endstand nach drei Wettfahrten: 1. patent3 (Jürgen Klinghardt/Bremen) 5
Punkte; 2. Inschallah VI (Volker Andreae/Hamburg) 8; 3. Adamas (Jan
Peters/Bad Malente) 9; 4. Nordsail MOJO (Holger Reppin/Lübeck) 12; 5. Penta
(Uli Amann/Schleswig) 17; 6. Kühnezug Goldkatze (Manfred
Böttcher/Weddelbrook) 18
ORC I
Endstand nach drei Wettfahrten: 1. Inschallah VI (Volker Andreae/Hamburg) 4
Punkte; 2. Adamas (Jan Peters/Bad Malente) 5; 3. Flossy (Christian
Förster/Hamburg) 9; 4. POGO 2 (Oliver Lorenz/Mönchengladbach) 18; 5. TUTIMA
(Kirsten Harmstorf/Hamburg) 21; 6. Zephyr (Steffen Müller/Wrist) 21.
ORC II
Endstand nach drei Wettfahrten: 1. patent3 (Jürgen Klinghardt/Bremen) 3
Punkte; 2. Nordsail MOJO (Holger Reppin/Lübeck) 8; 3. Kühnezug Goldkatze
(Manfred Böttcher/Weddelbrook) 12; 4. Penta (Uli Amann/Schleswig) 13; 5.
Elfe of New York (Jan Heinritz/Heiligenhafen) 17; 6. nightfever (Jan
Gröpper/Lübeck) 18.
Yardstick
Endstand nach drei Wettfahrten: 1. Picaro (Georg Westphal/Lübeck) 3 Punkte;
2. Bodenaturkost.de (Frank Bode/Hamburg) 11; 3. Tabaluga (Uwe Wulf/Lübeck)
12; 4. Team Xive (Martin Christiansen/Buxtehude) 16; 5. made in sweden
(Matthias Renner/Lübeck) 17; 6. Noodles (Ulrich Martens/Grevesmühlen) 17.
SuperCup der Stadtwerke Lübeck
OSC I
Sieger nach vier Wettfahrten: 1. Picaro (Georg Westphal/Lübeck) 4 Punkte.
OSC II
Sieger nach vier Wettfahrten: 1. na und (Stefan Meining/Lübeck) 4 Punkte.
OSC III
Sieger nach vier Wettfahrten: 1. Scylla (Harald Schöppener/Dorf Triwalk) 4
Punkte.
OSC V
Sieger nach vier Wettfahrten: 1. Adamas (Jan Peters/Bad Malente) 7 Punkte.
ORC
Sieger nach vier Wettfahrten: 1. Adamas (Jan Peters/Bad Malente) 7 Punkte.
Yardstick
Sieger nach vier Wettfahrten: 1. Picaro (Georg Westphal/Lübeck) 4 Punkte.
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Andreas Kling
PR Manager
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