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Kieler Woche 2012 - 16.-24.Juni 2012
www.kieler-woche.de -Übersicht
Pressemitteilung, 3/19. Juni 2012
Sparprogramm vor den Medal Races
Am Tag nach dem Gewittersturm erfüllte sich die Hoffnung auf einen Hauch von Sommer und damit eine thermische Seebrise am vierten Tag der Kieler Woche (16. bis 24. Juni) nur ansatzweise. Schon am Vortag hatte der oberste Wettfahrtleiter Jobst Richter zu einem frühen Start gebeten, um jede Chance auf Wind zu nutzen. Doch für das Gros der Teilnehmer führte das frühe Aufstehen direkt zum Ausruhen. Denn auf den landfernen Bahnen regte sich nichts, nur dicht unter Land konnte zumindest ein Sparprogramm gesegelt werden - mit Erfolg für die Deutschen, denn im 49er ergibt sich nach den Rennen die Führung für Tobias Schadewaldt/Hannes Baumann (Kiel).
Am Abend präsentierte sich dann die deutsche Segel-Olympiamannschaft bis auf den Surfer Toni Wilhelm und die noch segelnden Schadewaldt/Baumann in Schilksee und blickte aus Kiel nach Weymouth zu den olympischen Spielen.
Für Mittwoch sind ab 11 Uhr die Medal Races angesetzt, die von Schilksee und Strande aus live von Land aus verfolgt werden können. Auf der südlichen Bahn starten die Laser Radial, danach Finn, 470er Frauen und 470er Männer. Auf der nördlichen Bahn vor Strande werden zuerst die Kiter ihr Können demonstrieren, danach kämpfen die Laser und 49er um die Kieler-Woche-Medaillen.
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Olympia-Nationalmannschaft
Wettfahrtleiter Richter(60)
Foto: www.segelbilder.de
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"So ein Tag an Land bietet mehr Anspannung, als wenn man segeln könnte", sagte Laser-Ass Simon Grotelüschen (Kiel), der nach einem tatenlosen Tag zumindest am Abend die Chance auf eine Massage nutzen konnte. Weitere vier der sechs vor Kiel vertretenen Olympia-Klassen waren zu einer Zwangspause verdonnert, auf das Wasser konnten lediglich die 49er und die 2.4mR. So bot sich auch dem dreimaligen Weltmeister im 470er, Matthew Belcher, nur wenig Gelegenheit, Kieler-Woche-Regatten zu sehen. Der Australier hatte seine Frau, Friederike Belcher (Hamburg), bei einer Stippvisite nach Kiel begleitet. Beide bereiten sich sonst vor Weymouth mit ihren Partnern auf Olympia vor. "Die Kieler Woche ist ein tolles Event, ich bin den vergangenen zehn Jahren immer hier gewesen, aber jetzt passte es nicht in meine Olympia-Vorbereitung", sagte Belcher.
Unterdessen bewiesen die Kieler Erik Heil/Thomas Plößel im 49er auf ihrem Heimatrevier im ersten Rennen einen guten Windriecher. "Wir hatten einen guten Start und haben uns dann an den kleinen Windstrichen hochgehangelt", berichtete Steuermann Heil von einem wechselhaften 49er-Rennen. Auf der zweiten Kreuz drehte der Wind zwar gegen die Sparringspartner der deutschen Olympia-Starter, doch mit guter Vorm-Wind-Taktik holten sie sich noch den Tagessieg.
Damit lagen sie in der Gesamtwertung direkt hinter Tobias Schadewaldt/Hannes Baumann (Kiel), die Deutschland bei den Spielen in Weymouth vertreten werden, rutschten aber nach zwei Patzern noch auf Platz vier ab.
Bis Mitte Juli werden sich Schadewaldt/Baumann nun mit Heil/Plößel auf Olympia vorbereiten, danach geht für die zweite deutsche Crew der Blick schon in die Zukunft. "Nach der verpassten Olympia-Qualifikation waren wir schon enttäuscht, aber danach haben wir sofort umgeschaltet und richten uns ganz auf 2016 aus", sagte Erik Heil, und sein Vorschoter ergänzte: "In Kiel hat sich eine gute Trainingsgruppe gebildet. Die Nachwuchscrews aus dem Kieler Yacht-Club sind vor allem bei leichterem Wind schon ganz gut." Das zeigte sich auch bei der Kieler Woche, denn neben Schadewaldt/Baumann, Heil/Plößel und den ebenfalls sehr erfahrenen Julian Ramm/Oliver Lewin schafften auch noch Jan Hauke Erichsen und Max Lutz den Sprung in das Medal Race, das heute mit den sechs olympischen Klassen ab 11 Uhr auf zwei Bahnen direkt vor dem Olympiahafen in Schilksee ausgetragen wird. Dazu bieten die ab 2016 olympischen Kite-Surfer Anschauungsunterricht, wie ihr Sport aussehen könnte.
Kieler Woche im Ergebnis
Paralympische Klasse:
2.4 mR: (6) 1. Damien Seguin (FRA,5/1/(6)1/2/2)11; 2. Thierry Schmitter (NED,2/(5)4/3/3/3)15; 3. Hans Asklund (SWE,6/4/2/(8)7/1)20; 4. Heiko Kröger (Ammersbek,9/9/1/2/1/(36))22; 5. Johnsson Henrik (SWE,(19)2/7/10/6/6)31; 6. Paul Tingley (CAN,1/7/11/(36)8/8)35;
Olympische Klassen:
49er: (12) 1. Tobias Schadewaldt / Hannes Baumann (Kiel,5/5/3/(8)1/1/3/1/3/4/7/2)35; 2. Mathieu Frei / Yann Rocherieux (FRA,9/2/2/2/6/8/1/4/1/5/(12)1)41; 3. Thomas Zajac / Thomas Czajka (AUT,1/(11)3/3/3/5/4/7/4/9/4/9)52; 4. Erik Heil / Thomas Plößel (Berlin,7/1/8/1/2/5/1/2/10/1/18/(21))56; 5. Yannick Lefebvre / Matthieu Janssens (BEL,7/7/1/4/4/9/3/12/(26)3/1/5)56; 6. Julian Ramm / Oliver Lewin (Kiel,8/6/6/7/2/1/2/3/11/13/(14)11)70.
Hermann Hell
Pressemitteilung, 2/19. Juni 2012
Jobst Richter: Abschied nach 26 Jahren auf höchstem Niveau
Vier Stunden wartet Jobst Richter auf dem Wasser und sucht nach Wind. Der 60-jährige Organisationsleiter der Kieler Woche leidet am Dienstag, den 19. Juni, mit den Teilnehmern an der Kieler Woche (16. bis 24. Juni). Eine einzige Wettfahrt bei den 49ern konnte am Vormittag gesegelt werden, danach herrschte Flaute und alle weiteren Wettfahrten wurden verschoben. Um 15 Uhr dann die Absage auf sechs Bahnen, allein die paralympische 2.4 mR-Klasse und die 49er durften kurz vor 16 Uhr noch einen Versuch starten.
"Auch das gehört zum Segeln. Wir versuchen, alles möglich zu machen, aber wenn das Wetter gar nicht mitspielt, geht eben nichts", so Richter, der nach 26 Jahren Kieler Woche sein Amt am Sonntag an Peter Ramcke (54) übergibt und dann selber mehr segeln möchte.
"Es war eine schöne, interessante und unvergessliche Zeit, die ich der Kieler Woche verdanke, und es ist ganz bestimmt ein komisches Gefühl, wenn ich im nächsten Jahr im Juni nicht auf der Förde bin, aber seit 26 Jahren träume ich davon, im Sommer durch die schwedischen Schären zu segeln und dort die Mitternachtssonne zu erleben. Im kommenden Jahr werde ich mir diesen Traum erfüllen", so der 60-jährige Organisationsleiter der Kieler-Woche-Regatten, der nach acht Jahren in der ersten Reihe das Zepter abgibt.
Jobst Richter ist seit 1986 bei der Kieler Woche im Veranstalter-Team, trat 1991 dem Regattaausschuss und dem Kieler Yacht-Club bei und übernahm 2005 die Organisationsleitung von Dieter Rümmeli. Doch nach Otto Schlenzka und Dieter Rümmeli, der den Regattaausschuss einführte, wurde nun die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt. "Die Arbeit wurde ja auch immer mehr. Daher war es folgerichtig, dass wir auch die Verantwortung aufgeteilt haben", so Richter, der den Ruf eines absoluten Teamplayers genießt. "Teamarbeit ist mir wichtig, denn das Wichtigste ist das Team. Ohne Regattaausschuss und die rund 300 ehrenamtlichen Helfer während der Kieler Woche wäre diese Veranstaltung bei aller Professionalisierung nicht zu schaffen", so Richter, der bereits unter Dieter Rümmeli als absoluter Regattafachmann besonderen Respekt genoss.
Sein Wort galt in dem Ausschuss, in dem alle gleich sind, schon immer mehr. Richter war gleicher als andere - zu groß sein Fachwissen und seine Kompetenz. Dabei drängte er nie in die Öffentlichkeit. Der zweifache Familienvater ist eher der Macher im Hintergrund. Ob es um die Erweiterung um eine Bahn ging oder die Aufnahme einer neuen Klasse, darum, ob drei oder doch nur zwei Klassen auf eine Bahn passten oder ob die Bahnlängen zur Debatte standen - Richter fällte das Urteil. Und das wurde von Organisatoren wie Sportlern gleichermaßen akzeptiert. Entscheidungen zu fällen, das war der Timmdorfer (bei Malente-Gremsmühlen) gewohnt in seinem Job bei der SAP Basis Administration bei Dräger und später bei Capgemini Systems Nord mbH.
Nachdem klar war, dass Dieter Rümmeli nach 20 Jahren aus beruflichen Gründen die Kieler Woche-Organisation nicht mehr führen konnte, war es für Richter keine Frage, auf Bitten des Ausschusses und des KYC die Verantwortung zu übernehmen.
Doch nach acht Jahren ist für ihn seine Zeit abgelaufen. "Ich habe Nachfolger gefunden, und mit Sven Christensen, Peter Ramcke und Ecky von der Mosel stehen das Führungsteam und der Regattaausschuss ja ohnehin", so Richter, der die Kieler Woche in eine neue Dimension geführt hat.
"Wir haben die Kieler Woche in den vergangenen Jahren wirklich weit nach oben gebracht. Es ist eine Großveranstaltung, neudeutsch ein Event, aber wir haben den Kontakt zu den Seglern nicht verloren. Die Aktiven sind Grundlage der Kieler Woche, die in der obersten Liga spielt", blickt Richter auf erfolgreiche Jahre zurück. Diese enorme Qualität der Kieler Woche, die gelungenen Großereignisse wie J80-WM, Rolex Baltic Week und die erfolgreiche Nachwuchsarbeit mit der Positionierung des Pfingstbusches als Young Europeans Sailing, als die Kieler Woche des Nachwuchses, sowie die Internationale Deutsche Jüngstenmeisterschaft zählt Richter auf, wenn er von Spaß und Freude als Organisationsleiter spricht. Die Arbeit mit dem Weltsegler-Verband (ISAF) und die Unplanbarkeit bei den ISAF-Entscheidungen gehören zu den wenigen negativen Erlebnissen.
Da Richter weiterhin Vorsitzender des Wettsegel-Ausschusses des Deutschen Segler-Verbandes bleibt, geht sein Wissen dem Segelsport nicht ganz verloren. Und noch bleiben ja fünf Tage bis Sonntag in der ersten reihe der Kieler-Woche-Organisation.
Hermann Hell
Pressemitteilung, 1/19. Juni 2012
Segelprominenz beim Audi Star Talk bei Sport1
Die Segel-Prominenz zur Kieler Woche hat am heutigen Dienstag abend (22.30 Uhr bis 23 Uhr) bei Sport1 seinen großen TV-Auftritt. Im Audi Star Talk plaudern der dreimalige Olympiasieger und zweimalige America's Cup-Gewinner Jochen Schümann, Skipper der "Audi All4One", sein neuer Navigator Boris Herrmann, der schon zweimal die Welt umsegelt hat, und Deutschlands Surfhoffnung für Olympia, Moana Delle aus Kiel, über die ganze Palette des Wind- und Wellensports. Aufgezeichnet wurde die halbstündige Talkrunde am gestern in der Audi Lounge im Olympiazentrum Schilksee. Eine Wiederholung der Sendung gibt es auch Mittwoch, den 20. Juni, um 7.30 bis 8 Uhr auf Sport1.
Aktuelles Segelgeschehen gibt es zudem täglich aus Schilksee in Kiel und Umgebung über terrestrischen Antennen-Empfang (DVB-T) zu sehen. Auf Kanal 52 wird von 12 bis 14 Uhr live von den Bahnen auf der Außenförde berichtet, von 17 Uhr bis 17.45 Uhr gibt es die TV-Highlights des Tages im Kieler-Woche-TV.
Hermann Hell
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