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MOD70 European Tour 2012
Leg 1 : Kiel - Dùn Laoghaire (Dublin)
www.mod70-europeantour.com - Übersicht
2nd September 2012
Leg 1 : Kiel - Dùn Laoghaire
FONCIA führt MOD70-Giganten aus der Kieler Förde
KIEL. Fast 20.000 Zuschauer sahen am Sonntagnachmittag (2. September) die
fünf spektakulären Trimarane beim Start ihrer MOD70 Europa Tour in Kiel.
Angeführt von der französischen „Foncia“ mit Skipper Michel Desjoyeaux, der
an den beiden Vortagen bereits die Betfair City Races für sich entschieden
hatte, segelten die 21,50 Meter langen und 17 Meter breiten Dreirumpf-Boote
zunächst zwei Runden auf der Innenförde. Dort kassierte die „Foncia“ drei
Bonuspunkte und entschwand nach nur einer halben Stunde mit mehr als 20
Knoten (rund 40 km/h) Richtung Dänemark. Die erste von fünf Hochseeetappen
führt das Feld über 1.238 Seemeilen (mehr als 2.000 Kilometer) nach Dùn
Laoghaire in der Bucht von Dublin/Irland, wo der Zieleinlauf am Donnerstag
(6. September) erwartet wird.
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Foncia-Start nach Dublin
www.mod70-europeantour.com

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Die weiteren Stationen sind Cascais in
Portugal, Marseille/Frankreich und das Finale im italienischen Genua am 2.
Oktober.
Nach leichten bis mäßigen Winden zu den spannenden Betfair City Races hatte
es aufgefrischt. Eine frische und böige südwestliche Brise versetzte das
fachkundige Publikum an der Kiellinie ins Entzücken. An ihrer
Schokoladenseite untermauerte die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt
einmal mehr den Ruf als Welthauptstadt des Segelsports. Mit atemberaubender
Geschwindigkeit rauschten die Giganten auf nur einem der Schwimmer genannten
drei Rümpfe direkt vor den Augen der Sehleute vorbei. „Das Interesse an
dieser neuen, aufregenden Bootsklasse war enorm“, resümierte Projektleiter
Axel Bauerdorf von KIEL.SAILING CITY die vier Veranstaltungstage, an denen
insgesamt mehr als 60.000 Besucher kamen.
Sie bestaunten und bewunderten „Professor“ Desjoyeaux, der auch am Sonntag
wieder den richtigen Riecher hatte, wo die Post zuerst abging. An der
Starttonne vor den Werften unterhalb des Ostufers erwischte der zweimalige
Gewinner der Solo-Nonstop-Regatta um die Welt, der Vendée Globe, einen
Nullstart und schoss die Förde hinunter. Schnell hatte er 200 Meter
Vorsprung vor seinem Landsmann Sébastien Josse auf der „Groupe Edmond de
Rothschild“ aufgebaut. Yann Guichard auf der „spindrift racing“ (ebenfalls
Frankreich) folgte auf Rang drei. In dieser Reihenfolge gab es auch die
Bonuspunkte zwei und einen, so dass beide nun vier Zähler hinter der
„Foncia“ liegen. Auf den Langstrecken werden jedoch rund 80 Prozent der
Wertungspunkte vergeben. Etappensieger erhalten 50, der Zweite 40 und so
weiter.
Gründlich danebenging der Auftakt bei der Schweizer „Race vor Water“, die
das MOD70-Projekt voriges Jahr während der Kieler Woche in Deutschland
vorgestellt hatte. Skipper Stève Ravussin und Volvo Ocean Race-Gewinner
Franck Cammas („Groupama“) verschätzten sich gründlich und segelten an der
Startlinie vorbei. Das Umkehren kostete wertvolle Zeit. Nach den inneren
Runden hatte das Team schon fünf Minuten auf die Spitze verloren und
verfolgte die viertplatzierte „Musandam-Oman Sail“. Das spiegelte auch die
Platzierungen nach den Betfair City Races wider, wo Skipper Sidney Gavignet
bei Punktgleichheit aufgrund seiner besseren Ergebnisse in den beiden
Speedmatches die rote Laterne fernhalten konnte.
Das multinationale Projekt, das Werbung für den Tourismus im Sultanat Oman
macht, hatte gleich zum Auftakt für die Schrecksekunde des Segelevents
gesorgt. Gleich im ersten Rennen wurde der Kieler Vorschiffsmann Michael
Müller an Bord verletzt, als sich das Gennakerfall (Leine zum Setzen des
großen bauchigen Vorsegels) aus seiner Verankerung löste und ausrauschte.
Eine Schlaufe zog sich um Müllers rechten Fuß zu und schnürte es ab, als das
Segel zudem ins Wasser fiel. Mitsegler Brian Thompson kappte die Leine, doch
der 29-jährige Weltumsegler, der zweimal mit der „Puma“ beim Volvo Ocean
Race aufs Podium stieg, erlitt eine tiefe Fleischwunde. Die weiteren Betfair
City Races mussten ohne den einzigen Deutschen in der MOD70 Europa Tour
stattfinden, der durch seinen Kumpel Holger Lehning (30) ersetzt wurde.
„Michi“ Müller hofft, in Irland wieder zum Team zu stoßen.
Auf dem Weg dorthin erwartet die von acht in den Kurzrennen auf sechs
Crewmitglieder reduzierten Mannschaften schweres Wetter. Für den Skagerak
nördlich von Dänemark wurde für die Nacht auf Montag Starkwind aus West mit
Sturmböen vorhergesagt. „Wegen der Wetterlage haben wir den Kurs durch
Schottland nach Süden durch den Englischen Kanal verlegt“, erklärte
Regattaleiter Gilles Chiorri. Die Route dürfte jedoch durch den hohen
Schiffsverkehrs, Ölbohrinseln und jede Menge navigatorische
Herausforderungen keineswegs leichter werden. In zweiten Teil rückt zudem
ein Hochdruckgebiet vom Atlantik heran, dass nicht nur spätsommerliche
Temperaturen bringen dürfte, sondern auch wieder schwächere Winde. „Unser
Bordcomputer rechnet mit knapp vier Tagen“, so Thomas Le Breton von der
„Musandam-Oman Sail“, „und dann wollen wir auch ganz gerne dort sein.“
Schließlich sind am 7. September bereits die nächsten Stadtrennen angesetzt.
„Kiel war eine ganz besondere Herausforderung, denn die Kurse auf der
Innenförde sind für die Manöver der MOD70 eng, aber für uns als Profis genau
das Richtige“, lobte der führende Skipper Michael Desjoyeaux das
Regattagebiet. Ungeachtet einer sehr leichten Brise zu Beginn, mancher
Flautenlöcher und unerwarteter Dreher kamen die internationalen
Spitzensegler genau wie die Zaungäste auf ihre Kosten. „Die Atmosphäre war
absolut großartig“, fand auch Peter Reinhardt, Europa-Chef der weltgrößten
Sportwettbörse Betfair, die den Auftritt der MOD70 in Kiel durch ihr
Sponsoring überhaupt erst möglich gemacht hatte. Die Veranstalter hoffen nun
auf eine Rückkehr der MOD70 im kommenden Jahr als Zielhafen der zweiten
Europa Tour. „Das Setup mit dem Racevillage direkt am Wasser und der
Enthusiasmus der vielen Zuschauer waren großartig“, resümierte Multi One
Design-Geschäftsführer Franck David, „unser Dank gilt den Organisatoren vor
Ort genauso wie den begeisterten Menschen, die gekommen sind.“ Kiels
Bürgermeister Peter Todeskino, der den Startschuss zur Hochseeetappe gab,
jubilierte gar: „Das war doch eine gute Grundlage für eine weitere
Olympiabewerbung.“
Segeln in Zahlen
Zwischenstand der MOD70 Europa Tour
Betfair City Races und Start der 1. Hochseeetappe von Kiel nach
Dublin/Irland
1. FONCIA (Michel Desjoyeaux/Frankreich, 1/1/3/2/2/4) 68 Punkte
2. spindrift Racing (Yann Guichard/Frankreich 3/2/5/3/1/1) 64
3. Groupe Edmond de Rothschild (Sébastien Josse/Frankreich, 2/5/2/1/4/2) 64
4. Musandam-Oman Sail (Sidney Gavignet/Oman DNF/3/4/5/3/3) 55
5. Race for Water (Stève Ravussin/Schweiz 4/4/1/4/5/5) 55
Für Rückfragen und weitere Informationen:
Andreas Kling
German Media Manager
MOD70 European Tour
www.mod70.de
5. 9. : Erwartete Ankunft Dùn Laoghaire
7. 9. : Dùn Laoghaire City Race
8. 9. : Dùn Laoghaire City Race
9. 9. : Start 2. Etappe Dublin - Cascais
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