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MOD70 European Tour 2012 - Kiel
www.mod70-europeantour.com - Übersicht
30. August 2012
MOD70-Trimarane gieren nach Druck in Kieler Luft
Fünf Boote, drei Rümpfe, ein Ziel: Die MOD70 Europa Tour feiert am
Wochenende mit den Auftaktrennen in der schleswig-holsteinischen
Landeshauptstadt Kiel ihre Premiere. Fünf Trimarane treten an, die neuen,
mehr als 21 Meter langen und 17 Meter breiten MOD70 als Hochsee-Bootsklasse
Nummer eins zu etablieren.
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MOD70 Oman
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Vor dem Start des fünfwöchigen Segelevents rund
um Europa präsentierten sich die Skipper der internationalen Crews mit dem
einzigen deutschen Teilnehmer im Feld, Michael Müller, in dessen Heimatstadt
Kiel. „Wir sind stolz, dieses Event bei uns zu haben“, sagte
Stadtpräsidentin Cathy Kietzer, „das wird ein sensationelles Ereignis für
die segelverrückte Kieler Bevölkerung.“ Bis zu 50.000 Zuschauer werden jeden
Tag zu den Rennen erwartet. Nach einem Warm-up mit zwei Vorbereitungsrennen
bei sehr leichter Brise am Donnerstag beginnt der Ernst Freitag und
Sonnabend jeweils ab 14.30 Uhr mit einem von insgesamt sechs Betfair City
Races in der Kieler Innenförde. Am Sonntag zur gleichen Zeit startet die
erste Hochseeetappe nach Dublin in Irland.
Der Aufgalopp mit Training und zwei Vorbereitungsrennen ließ noch Spielraum
in der Vorstellungskraft, wie rasant die MOD70-Boote tatsächlich werden
können. Nur ein Hauch von Wind bewegte die sonst pfeilschnellen Tris vor den
Augen der vieler Neugieriger, die sich bereits einen Eindruck verschaffen
wollen, was ihnen in den kommenden drei Tagen geboten wird. Nach einem
Taktikpoker entschied das Team „Musandam-Oman Sail“ mit Müller und seinem
Kieler Nachbarn und ehemaligen Starboot-Olympioniken Marc Aurel Pickel als
Spontanverstärkung an Bord das erste Rennen klar für sich. Der zweite
moralische Sieg ging an die französischen „FONCIA“.
„Trotz der Flaute waren das schon sehr beeindruckende Bilder“, so die
Stadtpräsidentin. Kietzer betonte, dass es wichtig für Kiel sei, außerhalb
der Kieler Woche Segelgroßereignisse in der Stadt zu haben. Dass der
Auftritt der MOD70, die erst vor rund anderthalb Jahren entwickelt worden
sind, in Zukunft eine Fortsetzung finden könnte, dafür machte
MOD-Geschäftsführer Franck David Hoffnung: „Die Europa Tour ist wichtig für
die MOD70, um sich zu einer internationalen Klasse zu entwickeln. Und so,
wie der Empfang hier bisher verlief, würden wir immer wieder zurück nach
Kiel kommen.“
Wichtig dafür sei auch das Engagement eines Sponsors wie Betfair, der den
Auftritt der Groß-Trimarane in Deutschland erst möglich macht. Der
Wettanbieter hatte zunächst für sechs Jahre eine Lizenz erhalten, in
Schleswig-Holstein seine Wettspiele anbieten zu können, und sieht dies als
Basis für sein Engagement. „Wir stehen zu Kiel und wollen hier langfristig
tätig sein. Nach dem Event werden wir uns mit der Stadt Kiel zusammen
setzen. Aber solange wir die Möglichkeit bekommen, hier legal als Wettbörse
zu arbeiten, gehe ich davon aus, dass wir uns hier auch weiter engagieren
werden“, sagte Luka Andric von Betfair.
Die Skipper der Boote zeigten sich schon einmal begeistert von dem Umfeld.
Der Schweizer Stève Ravussin, der schon im vergangenen Jahr den
MOD70-Prototypen „Race for Water“ in Kiel vorgestellt hatte, kann sich
keinen besseren Ort für den Tour-Auftakt vorstellen: „Während unserer
Showveranstaltung zur Kieler Woche 2011 haben wir feststellen können: Kiel
ist der perfekte Ort für so ein Spektakel.“
Es wird ein Spektakel voller Geschwindigkeit, bei dem es allein auf die
Arbeit der Crew und der Skipper ankommt. Denn sämtliche Boote sind identisch
gebaut, es gibt keine technischen Unterschiede. Die Trimarane mit einer
Länge von 21,50 Metern und einer Masthöhe von 29 Metern erreichen
Geschwindigkeiten von über 70 km/h. Das Speedpotential konnten die Crews
schon beim KRYS Ocean Race im Juli erfahren, als es in fünf Tagen von New
York nach Brest über den Atlantik ging. Ein großer Vorteil, wie Sebastién
Josse, französischer Skipper des Teams „Groupe Edmond de Rothschild“,
scherzhaft sagte: „Durch die hohen Geschwindigkeiten sind wir kürzer auf dem
Wasser, also eher zuhause.“
Neben der Geschwindigkeit reizt den Franzosen Michel Desjoyeaux von der
„Foncia“ vor allem die Zusammenarbeit im Team. Für den zweimaligen Sieger
des Solo-Weltrennens Vendée Globe ein besonderes Erlebnis: „Ich liebe es,
verschiedene Bootstypen und neue Projekte auszuprobieren und freue mich auf
meine Besatzung. Es wird interessant, hier in der Innenförde zu segeln.“
Insgesamt sechs Crewmitglieder werden bei den Offshore-Rennen an Bord der
Trimarane sein, acht bei den Betfair City Races und Speed Matches. Im Team
„Musandam-Oman Sail“ gebührt ein Platz bei den Kurzrennen dem Michael Müller
sicher. Der Kieler hat zum Start der ersten Etappe „Heimspiel“. „Es ist
immer wieder schön, vor der Haustür zu segeln. Das bis dato letzte Mal war
2006 beim German Sailing Grand Prix.“ Die Regatta damals mit den
America’s-Cuppern wurde so etwas wie der Startschuss zu einer steilen
Profikarriere des Kielers. Inzwischen ist er zweimal beim Volvo Ocean Race
um die Welt gesegelt.
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Fotos: Lars Krumnacker-SEGEL.DE
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Sein Skipper Sidney Gavignet hält große Stücke auf den
Deutschen: „Michi ist jung, stark und reagiert schnell. Es ist ein Genuss,
mit ihm zu arbeiten.“
Müller konnte sich schon mal bei der Überführungsfahrt von der Bretagne nach
Kiel auf dem Boot eingewöhnen: „Ich war erstmals auf so einem großen Tri.
Das war schon sehr spannend. Das Boot verhält sich schon anders als die
Einrumpfboote, springt wesentlich schneller an. Und auf dem Weg von Dänemark
hier herunter haben wir einen Top-Speed von 39,4 Knoten (mehr als 70 km/h,
d. Red.) erreicht.“ Bei den kommenden Offshore-Etappen zählt Müller zwar
(noch) nicht zur Besatzung, da er erst seit kurzem zum Team gehört. Sollte
ein Crewmitglied ausfallen, hätte Gavignet jedoch keine Sorgen, Müller auch
bei den langen Teilstücken einzusetzen: „Er ist unser Ersatzmann Nummer
eins, und überhaupt nicht ausgeschlossen, dass wir ihn zwischendurch
einsetzen.“
Bei den ersten Testfahrten in der Förde waren auch die beiden Kieler
Olympia-Teilnehmer Moana Delle und Tobias Schadewaldt an Bord von
MOD70-Booten dabei. Schadewaldt gastierte im Team „Spindrift Racing“ beim
französischen America’s Cup-Segler Yann Guichard, Delle auf der „Race for
Water“. Die Surferin fand sich auf dem Boot gleich bestens zu Recht, packte
beim Setzen der Segel kräftig zu und versuchte trotz ihres Leichtgewichts,
den Bootstrimm mitzugestalten. Das Potenzial der Boote selbst bei wenig Wind
entlockte ihr manche Jubelschreie: „Wahnsinn, wie schnell die Boote selbst
bei dieser leichten Brise sind. Da könnte ich mit dem Surfbrett zu keiner
Zeit mithalten.“ Während die 23-Jährige nun erst einmal ihr Studium
vorantreiben will, hat sich 49er-Segler Tobias Schadewaldt bereits
entschieden, eine zweite Olympia-Kampagne zu fahren. Aber auch ein Einsatz
auf einem Groß-Tri könnte ihn nach seinem Gastspiel auf der „Race for Water“
reizen: „In weiterer Zukunft – warum nicht.“
Ab Freitag wird es nun ernst in der Kieler Innenförde. Bei den sechs Betfair
City Races gibt es für den Sieger bereits die ersten zwölf Punkte für die
Europa Tour zu gewinnen. Insgesamt machen die Kurzrennen in den ersten vier
Städten rund ein Fünftel der Gesamtwertung aus. Auf den fünf Hochseeetappen
über fast 5.000 Seemeilen von Kiel über Dùn Laoghaire/Irland in der Bucht
von Dublin, Cascais/Portugal, Marseille/Frankreich nach Genua/Italien, wo
die Tour Anfang Oktober zu Ende geht, werden etwa 80 Prozent der Punkte
vergeben. Jeder Etappensieger erhält 50.
Zeitplan für den Auftakt der MOD70 Europa Tour in Kiel
Freitag:
14.38 Uhr: Start Betfair City Race 1
15.45 Uhr: Start zw Betfair City Race 2
16.30 Uhr: Start Speed Match 1
17.15 Uhr: Start Betfair City Race 3
Sonnabend:
14.30 Uhr: Start Betfair City Race 4
15.45 Uhr: Start Betfair City Race 5
16.30 Uhr: Start Speed Match 2
17.15 Uhr: Start Betfair City Race 6
18.30 Uhr: Siegerehrung Betfair City Races
Sonntag:
13.45 Uhr: Segelparade der teilnehmendes Boote
14.30 Uhr: Start zur Offshore-Etappe mit erstem Kursabschnitt in der
Innenförde
15.30 Uhr: Verlassen der Innenförde
Andreas Kling
German Media Manager
MOD70 European Tour
31. August: Betfair City Races und Speed Match
1. September: Betfair City Races und Speed Match
2. September: Start 1. Etappe Kiel – Dùn Laoghaire (Dublin)
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