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MOD70 European Tour 2012
www.mod70-europeantour.com - Übersicht
31. August 2012
Packende Kurzrennen, „FONCIA“ führt, Müller verletzt
Zum Auftakt der MOD70 Europa Tour lieferten sich die fünf Trimarane am Freitag (31. August) bei den Betfair City Races in Kiel vier packende Kurzrennen, aus denen die französische „FONCIA“ mit Skipper Michel Desjoyeaux mit vier Punkten Vorsprung als Führende hervorging. Sie gewann die ersten beiden Wettfahrten und das Speedmatch des Tages. Das vierte ging an „Race for Water“ aus der Schweiz mit Stève Ravussin am Steuer, die damit Gesamtdritte punktgleich hinter der „Groupe Edmond de Rothschild“ mit Sébastien Josse (Frankreich) ist, die im Speedmatch das bessere Ende für sich hatte.
Eine Schrecksekunde gab es gleich in der ersten Wettfahrt an Bord der „Musandam-Oman Sail“. Der Kieler Vorschiffsmann Michael Müller erlitt bei einem Manöver eine Fußverletzung und wurde von Bord abgeborgen. Nach ambulanter Behandlung ist er wohlauf, wird jedoch am Sonnabend nicht an den Start gehen können.
Mehrere tausend Zuschauer an der Kiellinie sahen um punkt 14.38 Uhr den ersten Start zum Betfair City Race. Eine leichte bis mäßige nordwestliche Brise hatte die flauen südlichen Winde vom Trainingstag zuvor vertrieben. Sie reichte den 21 Meter langen Dreirumpfbooten auf der Innenförde zu Topgeschwindigkeiten von mehr als 20 Knoten (fast 40 km/h).
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Foto: Lars Krumnacker-SEGEL.DE

Zuschauer in Kiel
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Trotz eines Fouls gegen „Musandam-Oman Sail“ mit Sidney Gavignet am Ruder und einer 360-Grad-Strafdrehung gelang Michel Desjoyeaux mit der „FONCIA“ eine famose Aufholjagd. Ein langer Schlag unters Ostufer brachte dem französischen Team eine uneinholbare Führung. „Die Windbedingungen sind derart trickreich, dass ein Rennen auch in scheinbar aussichtloser Position noch nicht verloren sein muss. Und wir haben die richtige Nase gehabt“, berichtete der fünfmalige Olympiateilnehmer im Tornado-Katamaran, Roland Gäbler, live von Bord.
Auf der ersten von drei Runden auf dem rund drei Kilometer langen Kurs passierte das Unglück an Bord der „Musandam-Oman Sail“. Beim Ausrollen des großen, bauchigen Vorsegels (Gennaker) löste sich plötzlich das Fall, mit dem es zur Mastspitze hochgezogen und dort eingehakt wird. Genau zu dem Zeitpunkt stand Müller im Cockpit auf der Leine. Sofort zog sich oberhalb des rechten Knöchels eine Schlaufe zusammen, weil das Fall durch seine Führungen im Schiff rauschte. „Nachdem wir abgefallen sind und der Winddruck im Segel nachließ, war der Schmerz für einen Moment erträglich“, erklärte „Michi“ Müller, „aber wir haben es nicht so schnell geschafft, das Problem zu lösen.“
Als der Gennaker ins Wasser fiel und das Boot mehr oder weniger drüber fuhr, wurde der Druck unmenschlich. Der Kieler Weltumsegler, dem bei zwei Rennen rund um den Globus nahezu gar nichts passiert ist, hing mit dem abgeschnürten Bein hinter der Querverbindung im Cockpit. „Ich habe sofort nach einem Messer geschrien, und dann meins geöffnet“, so Müller weiter, „aber in dem Moment hat Brian Thompson das Fall auch schon durchgeschnitten.“ Nach einem Notverband an Bord des MOD70 brachte ein Begleitboot den 29-Jährigen an Land, wo der trotz der fingertiefen Fleischwunde auf eigenen Füßen zum Krankenwagen ging, der ihn zur Untersuchung in die Kieler Lubinus-Klinik brachte. Dort wurden keine Schäden an den Knochen festgestellt. „Jetzt muss ich schauen, wie die Nacht verläuft, will aber am Wochenende zumindest zuschauen“, sagte „Michi“ Müller, „und in Dublin bin ich hoffentlich wieder dabei.“
Für Müller sprang Bootsmann Loïk Gallon an Bord ein, nachdem zuvor bereits Moshin Al Busaidi aus dem Oman krankheitsbedingt durch Müllers Kieler Segelkumpel Holger Lehning (30) ersetzt worden war. Der 30-Jährige, sonst auf der „Varuna“ von Jens Kellinghusen unterwegs, behauptete sich am Grinder und im Cockpit. Doch in der neuen Zusammensetzung erwischte Skipper Sidney Gavignet im zweiten Betfair City Race nicht den besten Start. Er verpasste die Starttonne, musste noch einmal zurückkehren, wurde aber bei abnehmenden, drehenden Winden immerhin nach Dritter. Im Zwischenklassement musste das Team Oman Sail zunächst die Rote Laterne zwei Punkte hinter der „spindrift Racing“ von Yann Guichard aus Frankreich übernehmen. „Wir hatten einen Auftakt nach Maß, was sonst meist gar nicht meine Art ist“, resümierte Michel Desjoyeaux den gelungenen Auftakt, „wir waren hochmotiviert und haben nach allen Böen und Winddrehern aufmerksam Ausschau gehalten. Das war der entscheidende Faktor, denn die Rennen wurden taktisch entschieden.“
Segeln in Zahlen
Ergebnisse der MOD70 Europa Tour
1. Tag der Betfair City Races in Kiel
1. FONCIA (Michel Desjoyeaux/Frankreich, 1/1/3) 34 Punkte
2. Groupe Edmond de Rothschild (Sébastien Josse/Frankreich, 2/5/2) 30
3. Race for Water (Stève Ravussin/Schweiz 4/4/1) 30
4. spindrift Racing (Yann Guichard/Frankreich 3/2/5) 29
5. Musandam-Oman Sail (Sidney Gavignet/Oman DNF/3/4) 27
Zeitplan für den Auftakt der MOD70 Europa Tour in Kiel
Sonnabend, 1. September:
14.30 Uhr: Start Betfair City Race 4
15.45 Uhr: Start Betfair City Race 5
16.30 Uhr: Start Speed Match 2
17.15 Uhr: Start Betfair City Race 6
18.30 Uhr: Siegerehrung Betfair City Races
Sonntag, 2. September:
13.45 Uhr: Segelparade der teilnehmendes Boote
14.30 Uhr: Start zur Offshore-Etappe mit erstem Kursabschnitt in der Innenförde
15.30 Uhr: Verlassen der Innenförde
Für Rückfragen und weitere Informationen:
Andreas Kling
German Media Manager
MOD70 European Tour
1. September: Betfair City Races und/oder Speed Match
2. September: Start 1. Etappe Kiel – Dùn Laoghaire (Dublin)
START 1.
02.09.2012
MOD70 EUROPA TOUR
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