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27.05.2012
Hochseesegeln im Sonnenschein: 170 Teilnehmer bei Nordseewoche Regatten und Deutscher Meisterschaft>BR>
(Helgoland, 27.05.2012) Der Samstag begann für die Teilnehmer der diesjährigen Nordseewoche und der Deutschen Meisterschaft im Hochseesegeln mit strahlendem Sonnenschein. Sowohl an den Startorten für die Zubringerregatten nach Helgoland, als auch auf Helgoland herrschte bestes Sommerwetter, leider mit wenig Wind. So wurde bereits während der Steuermannsbesprechung im eigens aufgebauten boot Race Village im Helgoländer Südhafen verkündet, dass der ursprüglich für 12 Uhr angesetzte Start frühestens 13 Uhr stattfände. Bald jedoch verschob die Wettfahrtleitung um Dr. Stefan Lehnert von der Segelkameradschaft Wappen von Bremen (SKWB), den Start für die zweite Wettfahrt der Deutschen Meisterschaft auf 16 Uhr. An der Küste waren früh am Morgen über 100 Yachten in den sonnigen Tag gestartet. Von Cuxhaven, Bremerhaven, Wilhelmshaven und Hallig Hooge aus, segelten die allesamt hochseetüchtigen Yachten nach Helgoland.
Bei zwei bis drei Windstärken aus Ost fielen die Startschüsse an der Nordseeküste recht früh zwischen 5.30 Uhr und 7.00 Uhr. Im Laufe des Vormittags ließ der Wind jedoch nach und fast herrschte Flaute. Die großen, bunten Spinnaker-Segel der Yachten hingen zeitweise schlaff herunter. Die Wettfahrtleitung beschloß daher die Regatta-Bahn zu verkürzen und verlegte das Ziel an die Tonne Elbe Aussenreede 3. Dort dauerte es fast drei Stunden, bis Wettfahrtleiter Marcus Boehlich von der Seglervereinigung Altona Oevelgoenne (SVAOe) alle Schiffe gezeitet hatte. Schnellste Yacht war die "Calypsoforfour" von Dr. Gerhard Clausen aus Hamburg. Die 25 Meter lange Yacht wird nur mit vier Crewmitgliedern gesegelt und startet für den Norddeutschen Regatta Verein (NRV). Sechs Yachten trieben durch die starke Strömung und den fehlenden Wind am Ziel vorbei. Doch die Skipper gaben nicht auf und versuchten teils in Stunden dauernder Mühe, doch noch gegen die Strömung ins Ziel zu segeln. Einige Yachten waren bis zu 10 Stunden auf der Nordsee unterwegs. So die acht Teilnehmer von Hallig Hooge, deren Wettfahrtleiter das Ziel nicht verlegte und die so erst in Helgoland im Ziel waren. Von den Teilnehmern aus Cuxhaven, Bremerhaven und Wilhemshaven fuhren viele nach dem Zieldurchgang auf der Nordsee mit Motorkraft und Segeln weiter gen Helgoland, wo die Nordseewoche an den kommenden Tagen weitere Hochseewettfahrten bietet.
Die 19 Teilnehmer-Crews der Deutschen Meisterschaft im Hochseesegeln, waren mit der ersten Wettfahrt der Meisterschaft bereits am Freitag nach Helgoland gesegelt. Der Start für die Hummer 1 und Hummer 2 genannten Wettfahrten des Pfingstsonnabends fand nach zweifacher Verschiebung um 16 Uhr statt. Gesche Boehlich von der Wettfahrtleitung (SVAOe) teilte mit, dass man die Regatta-Bahn ebenfalls verkürzt habe, um eine zweite Wettfahrt noch vor den Feierlichkeiten, der boot Regatta-Party am Abend, durchführen zu können. Der Start zu dieser Hummer 2 Regatta, die als dritte Wettfahrt für die Deutsche Meisterschaft im Hochseesegeln gewertet wird, fand um 18.45 Uhr statt. Bereits beim Start zur ersten Hummer Wettfahrt war es zu Frühstarts gekommen. Es gab so Einzelrückrufe, die zu früh gestarteten Yachten mussten zurück kehren. Beim Start der zweiten Hummer Wettfahrt kam es ebenfalls zunächst zu Frühstarts und alle Yachten mussten nach einem Gesamtrückruf neu starten. Bei zweiten Startversuch mussten die Segler daher unter verschärften Bedingungen in die Wettfahrt gehen. Wettfahrtleiter Dr. Stefan Lehnert ließ die schwarze Flagge hissen. Das bedeutet, dass jeder der zu früh startet, sofort für diese Wettfahrt disqualifiziert wird. Zwei Yachten gingen dennoch vor dem Signal über die Startlinie und wurden so von der Wettfahrt ausgeschlossen.
Dagegen protestierte eine Yacht und klagte beim Schiedsgericht, welches noch in der Nacht entschied, so dass gegen 23 Uhr die ersten, vorläufigen Ergebnisse vorlagen. Daneben wurden weitere Proteste verhandelt. Als großer Favorit für den Titel des Deutschen Meisters in der Gruppe der kleineren Yachten, ORCi2+3 gilt seit dem gestrigen Tag die "RubiX" mit Skipper Johannes Müller vom Hamburger Segel Club. Die "RubiX" ist ein Jugendboot, welches jungen Menschen unter 30 Jahren den Segelsport ermöglichen soll. Müllers Crew, deren Durchschnittsalter rund 25 beträgt, wurde vom eigenen Erfolg überrascht. "Wir hatten gehofft vielleicht in einer der Wettfahrten siegen zu können." sagte Johannes Müller, der sich erfreut zeigte, vor dem Titelverteidiger, der Crew der "patent3" zu liegen. Sowohl die "RubiX" als auch die "patent3" von Jürgen Klinghardt (NRV), der auch schon einmal den Weltmeistertitel holte, sind Yachten der dänischen Weft X-Yachts vom Typ X332. Insgesamt dominieren - wie im vergangenen Jahr - die Yachten der dänischen Werft die Gruppe ORCi 2+3. Die ersten vier Plätze im Gesamtklassement werden von Yachten des Typs X332 belegt.
In der Gruppe der größeren Yachten, ORCi1 führt derzeit ebenfalls eine X-Yacht. Die "Xenia" mit Steuermann Ralf Lässig vom Weser Yacht Club Bremerhaven, eine XP44, war schon im vergangenen Jahr erfolgreich auf der Nordseewoche. Mitfavorit "Elena Nova", gesteuert ebenfalls von einem ehemaligen Deustchen Meister, Christian Plump, liegt in der Gesamtwertung derzeit auf Platz drei. Zwischen Plump und Lässig, auf dem zweiten Platz im Gesamtklassement, befindet sich ebenfalls eine X-Yacht, die X-50 "Bajazzo" mit Skipper Sven Zoller vom Segler Verein Elmshorn. Die Deutsche Meisterschaft setzt sich am Pfingstsonntag mit der Nordseewoche Wettfahrt BHF-Bank-Cup Rund Helgoland auf der Nordsee fort.
Bei den Zubringer Wettfahrten siegt bei der Wettfahrt aus Cuxhaven in der Gruppe der größten Boote, ORCi1 die "Desna" mit Skipper Sven Wackerhagen aus Kiel. Bei den kleineren Yachten in der Gruppe ORCi2 siegte die "Nellie" von Jürgen Hauert aus Hamburg. Die Zubringer Wettfahrt aus Bremerhaven gewann in der Gruppe ORCi1 die "Bukh Bremen" mit Skipper Jens Ellermann (SKWB) und in der Gruppe ORCi2 die "Tzigane" mit Steuermann Peter Burmeister vom Segel Club Niederelbe (SCN). Auf der Strecke Wilhelmshaven - Helgoland siegten "Malaga" mit Olaf Ostermann (Gruppe ORCi1) und "Henny" mit Skipper Tanno Kruse (Gruppe ORC Club 2+3). Die Wettfahrt von Hallig Hooge nach Helgoland gewann in der Gruppe ORC Club 3/4 nach 9 Stunden und 49 Minuten, Olaf Nickel mit seinem Boot "Kiwi Magic", mit der er im Vorjahr noch beim Family-Cruiser-Cup, einer Wettfahrtserie für Yachten ohne Spinnaker-Segel und Handicap-Vermessung, gestartet und erfolgreich gesegelt war.
Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter:
www.nordseewoche.org
Silvan Dahl
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