20.07.2012
Die fünfte Travemünder Jahreszeit hat begonnen
Um 18 Uhr hat Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe mit dem Signal "Heißt Flagge"
die Travemünder Woche in ihrem 123. Jahr offiziell eröffnet. Saxe erklärte
dabei die Hansestadt für zehn Tage zur "Hauptstadt des Segelsports in
Europa". Zu seiner Freude zeigte sich der Himmel während der
Eröffnungszeremonie von seiner besten Seite, und die Sonne schien, während
Ballons in den Vereinsfarben des Lübecker Yacht-Clubs (rot, weiß, schwarz)
von der Kogge "Lisa von Lübeck" in den Himmel stiegen und das
Feuerwehr-Schiff "Senator Emil Peters" Wasserfontänen versprühte. "Die
Travemünder Woche ist das zweitgrößte Segelereignis, aber definitiv das
schönste", freute sich Saxe.
Zustimmung für die Aussage bekam er vom Schirmherrn, Schleswig-Holsteins
Ministerpräsident Torsten Albig. "Es ist schön, in Travemünde zu sein und zu
sehen, wie der Segelsport hier immer wieder neu erfunden wird. Darauf kann
Lübeck wirklich stolz sein. Nirgends in der Welt erlebt man Segeln so
hautnah wie hier", sagte Albig. Besonders gespannt ist er auf die
Weltmeisterschaft der 29er, die den Höhepunkt der Travemünder Woche 2012
bilden. "Hier sehen wir Athleten die vielleicht 2016 oder 2020 bei Olympia
dabei sein werden."
Ein Duo, das daran Interesse hätte, sind die Lokalmatadoren Ole Kuck und
Niclas Kath. Die Lübecker wollen bei der WM ihren Heimvorteil nutzen. "Wir
kennen die geheimen Ecken und die Welle", sagte Niclas Kath und sein
Steuermann Ole Kuck ergänzte: "Unser Ziel ist es, in den kommenden Jahren
eine olympische Klasse zu segeln." Die beiden sprachen schließlich den
sportlichen Eid der Travemünder Woche.
Einen Wermutstropfen musste Torsten Albig allerdings bei der Eröffnung
vergießen. Er verkündete, dass er aus Termingründen in diesem Jahr auf einen
eigenen Segeleinsatz verzichten muss. Im vergangenen Jahr war er beim
traditionellen Rotspon-Cup, dem Bürgermeister-Rennen, Bernd Saxe unterlegen.
Revanche kann er zumindest in diesem Jahr nicht nehmen. "Leider kann ich in
der kommenden Woche nicht. Aber die Schmach der Niederlage schmerzt immer
noch", schmunzelte Albig. "Wir holen das nach. Das kann so nicht stehen
bleiben!", kündigte er bereits an, in den kommenden Jahren auf jeden Fall
wieder zur Travemünder Woche kommen zu wollen.
Anne Stadtfeld und Ralf Abratis
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