Daneben starteten die Match-Racer in ihre Deutsche
Meisterschaft, und Finns, 505er, Trias und 18Footer gingen zu ihren
Ranglistenregatten auf die Bahn. Die seegehenden Yachten erlebten einen
ersten Wettfahrttag nach Maß in ihrem zweigeteilten TW-Geschehen, das am
ersten Wochenende die Mittelstrecken-Rennen von Travemünde nach Grömitz und
am Sonntag wieder zurück vorsieht, während am zweiten Wochenende die
Up-and-Down-Rennen anstehen. Aus nordwestlichen Richtungen drückten noch
einige kräftige Böen in die Lübecker Bucht. "Das war mehr, als zu erwarten
war. Und auch die Wellen waren mit eineinhalb Meter Höhe noch sehr
anständig. Aber die Crews haben das alle sehr gut gemeistert, es gab
überhaupt keine Probleme", berichtete Wettfahrtleiter Hans-Herbert Hoffmann
(Hamburg). Voll des Lobes war Thomas Weidemann, nachdem er mit seiner Swan
48 den Hafen erreicht hatte: "Das war sehr schönes Segeln, wir hatten viel
Spaß. Wir waren durchgängig mit Genua 3 und vollem Groß unterwegs und
konnten uns so schnell freisegeln. Zwischendurch gab es eine schöne Kreuz
und auf dem Weg zum Ziel auch noch ein paar Hole-Schläge. Eine wirklich
tolle Veranstaltung. Das Ziel für die Rückregatta ist natürlich, wieder als
erstes Schiff anzukommen", so Weidemann. Glücklich im Ziel war Armin Balser
mit seiner "Sisqua". Im vergangenen Jahr hatte sich der Frankfurter auf der
Mittelstrecke den Mast abgesegelt, diesmal lief alles rund. "Gutes Wetter,
schöner Wind und ein taktisch anspruchsvoller Kurs mit schönen Spigängen",
fasste er das Geschehen zusammen. In Grömitz wurden die Mannschaften nach
der Ankunft mit einem geselligen Abend in Empfang genommen, bei dem sie die
Kräfte für die Rückregatta am Sonntag wieder aufladen konnten.
Ausnahmslos makellose Serien gab es am ersten Tag auf der Bahn Alpha. Drei
Siege in drei Rennen verbuchten die 505er Andreas Jungclaus/Thomas
Tschentscher (Hamburg), jeweils zweimal in zwei Rennen kreuzten sowohl
Finn-Segler Sebastian Schmidt-Klügmann (Witten) als auch die Trias-Crew um
Holger Köhne (Potsdam) das Ziel als Erster.
Der 34-jährige Ex-Laser-Segler Schmidt-Klügmann ist in diesem Jahr nach rund
zehnjähriger Pause wieder in den aktiven Segelsport eingestiegen, segelt vor
Travemünde erst seine vierte Finn-Regatta und legte mit zwei Siegen gleich
richtig los. "Das lief schon sehr gut. Am Start war ich noch etwas
zurückhaltend, aber der Wind passte mir, so dass ich immer aufholen konnte",
berichtete Schmidt-Klügmann. Er führt die Konkurrenz der 23 gestarteten
Segler vor dem zweimal zweitplatzierten Matthias Wolff (Kiel) an.
In Abwesenheit der absoluten 505er-Spitze, die derzeit ihre WM vor La
Rochelle/Frankreich segelt, dominierten Jungclaus/Tschentscher das Geschehen
der schnellen Zweimann-Jollen. "In zwei Rennen waren wir gleich an der
ersten Tonne an der Spitze, im anderen mussten wir uns erst nach vorn
arbeiten. Aber wir haben kaum Fehler gemacht, das hat sich ausgezahlt",
sagte Jungclaus. Dass es so weitergehen würde, wollte der Hamburger aber
noch nicht glauben: "Der Wind am Sonntag soll deutlich schwächer sein. Da
können sich ganz andere Teams in den Vordergrund spielen."
Auch Holger, Uwe und Jan Köhne werden dann im Trias beweisen müssen, ob sie
ihre starke Performance bei Wind auch bei anderen Bedingungen abrufen
können.
Für die 18Footer wurden die ersten Wettfahrten der TW durch die böigen Winde
zum Materialtest. Nicht alle Crews überstanden dabei das Geschehen
unbeschadet. Am härtesten erwischte es die Mannschaft um Heinrich von Bayern
(Starnberg). In voller Fahrt, als alle drei Mann unter Gennaker im Trapez
standen, brach zunächst eine Saling und dann der Mast in drei Teile. "Das
ging so schnell, da war nichts mehr zu retten", berichtete die Crew, nachdem
sie selbst unversehrt an Land war und die Reste ihres Riggs sicherte.
Erhebliche Schäden an den Segeln brachte auch die Mannschaft von Norbert
Peter (Berlin) mit an Land. Der Gennaker hatte sich selbstständig aus den
Lieken befreit, und bei einer Kenterung wurde zudem bei einer Kollision mit
einem Konkurrenten das Großsegel beschädigt. "Alle Teams hatten die kleinen
Riggs drauf, aber selbst das war bei dem Wind teilweise zu viel. Am Ende
waren wir nur noch vier Boote auf der Bahn", berichtete Peter von weiteren
kleineren Schäden bei den Konkurrenten. Ungeachtet dessen traten vier Teams
mit reparierten Booten am Abend zu den Trave-Showraces direkt vor Publikum
in der Travemündung an. In den zwei Wettfahrten sicherten sich dabei jeweils
die Briten um Jack Grogan und die Crew von Norbert Peter einen Sieg.
Ergebnisse vom ersten Wettfahrttag der 123. Travemünder Woche
Samstag, 21. Juli 2012
Deutsche Meisterschaft Match Race
Gesamtstand nach zwölf Flights: 1. Sven-Erik Horsch (Hamburg) 5 Siege, 2.
Stefan Meister (Berlin) 4, 3. Florian Haufe (Hamburg) 4, 4. Felix Oehme
(Lübeck) 4.
Olympische Klassen
Finn Dinghy
Gesamtstand nach zwei Wettfahrten: 1. Sebastian Schmidt-Klügmann (Witten) 2
Punkte; 2. Matthias Wolff (Kiel) 4; 3. Martin Hofmann (Hemer) 6; 4. Ralf
Behrens (Velpke) 8; 5. Hartmut Duisberg (Hoisdorf) 11; 6. Michael Klügel
(Lengede) 13.
Internationale und nationale Klassen
18 Footer
Gesamtstand nach zwei Wettfahrten: 1. Clausen/Broendum/Rofsgaards (Dänemark)
3 Punkte; 2. Grogan/Banks/Caslin (Großbritannien) 3; 3.
Hagenmeyer/Höfle/Jurth (Dießen) 7; 4. Peter/Weidling/Dietrich (Berlin) 10;
5. von Bayern/von Bayern/Porsche (Starnberg) 11; 6. Kiddle/Kiddle/Meod
(Großbritannien) 17.
505er
Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Andreas Jungclaus/Thomas Tschentscher
(Ammersbek) 3 Punkte; 2. Hartwig Friederichs/Stefan Schmidt (Hamburg) 9; 3.
Marc Köster/Christoph Köster (Achim) 10; 4. Jan Peckolt/Simon Zimmermann
(Duisburg) 15; 5. Jürgen Anton/Ulf Denecke (Hamburg) 16; 6. Katharina
Menge/Jens Kühne (Hamburg) 18.
Trias
Gesamtstand nach zwei Wettfahrten: 1. Köhne/Köhne/Köhne (Berlin) 2 Punkte;
2. Dr. Assheuer/Zeller/Ma (Köln) 5; 3. Hanisch/Hallensleben/Hanisch (Berlin)
5; 4. Billig/Jumpertz/Jürgens (Simmerath) 8; 5.
Fattorini/Fattorini/Fattorini (Schweiz) 12; 6. Bergner/Lissok (Schwabach)
12.
Anne Stadtfeld und Ralf Abratis
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