

|

123. Travemünder Woche 2012 - 20.-27.Juli 2012
www.travemuender-woche.de - Übersicht

24.07.2012
Bild: Siegercrew Match Race mit Steuermann Sven-Erik Horsch
TW feierte zwei Deutsche Meister nach einem perfekten Tag
24.07.2012: Die Sonne über Travemünde schien am vierten Regattatag der 123.
Travemünder Woche für alle Teilnehmer, doch zwei Crews standen noch mehr im
Licht. Die Match-Racer um Sven-Erik Horsch (Hamburg) und das Varianta-Duo
Frank Schönfeldt/Markus Auferoth (Hamburg) feierten den Gewinn der Deutschen
Meisterschaften in ihren Klassen.
|

Siegercrew mit Steuermann Sven-Erik Horsch
|
|
Es waren die ersten beiden nationalen
Titelehren, die zur TW 2012 vergeben wurden. Daneben schlossen noch die
Contender, Finns, Trias und 18Footer ihre Ranglisten-Regatten ab. Die
Kielzugvögel gehen am Mittwoch in ihr DM-Finale, und die 29er schließen dann
ihre Vorrunde der Weltmeisterschaft ab.
Der Sommer meinte es gut mit den Organisatoren und Seglern am Dienstag. Die
Hitze und damit die aufsteigenden Winde über dem Land waren so stark, dass
sich die thermische Seebrise in der Lübecker Bucht früher durchsetzen konnte
als erwartet. Und so gelang es den Wettfahrtleitungen um den Regattachef
Walter Mielke, den Aktiven ein schnelles und umfangreiches Programm auf den
Bahnen zu bieten. Zwei bzw. drei Wettfahrten konnten gesegelt werden, so
dass die scheidenden Klassen mit einer vollen Ergebnisliste ihre Travemünde
Woche beenden konnten und die noch ausstehenden Meisterschaftsentscheidungen
für die kommenden Tage auf einem guten Weg sind.
Pure Freude herrschte bei den Match Racern. Nach mitunter schwierigen Tagen
mit kleineren Materialschäden, drehenden Winden und einer verkürzten zweiten
Runde gelangen die Halbfinals und die Finals einwandfrei. Und es ging
spannend zu. Denn Favorit Sven-Erik Horsch konnte sich nach einer starken
Vorrunde nur knapp mit 2:1 gegen die jungen, aufstrebenden Klubkollegen vom
NRV durchsetzen, während der gebürtige Lübecker Felix Oehme (ebenfalls NRV)
einen klaren 2:0-Erfolg gegen den Ex-Meister Stefan Meister aus Berlin
landete. Und im Finale zog Oehme auch mit 1:0 in Führung, kassierte dann
indes zwei Niederlagen und musste Horsch den Titelgewinn überlassen. "Wir
sind natürlich glücklich, denn es waren drehende Winde und damit sehr
herausfordernde Bedingungen während der Tage. Aber für uns hat es gut
geklappt, denn wir haben oft die richtige Seite erwischt", sagte Horsch, der
bekannte, dass es immer wieder schön in Travemünde ist: "Es ist ein tolles
Revier, direkt vor Publikum. Wir sind sehr gern hier." Deshalb hat Horsch,
der nach einem Video-Interview den Titel mit einem Zwangsbad feiern durfte,
seinen TW-Aufenthalt auch verlängert. Ab Donnerstag geht er bei den German
Open der Platu25 ein weiteres Mal auf Titeljagd.
Fleißiger Titelsammler ist auch Frank Schönfeldt. Nach der Conger-DM gewann
er nun die nationale Varianta-Meisterschaft, fährt von der TW direkt zum
Dümmer, um als Trainer bei der Teeny-DM zu unterstützen, und hat im August
noch die Piraten-DM vor sich. Die TW mit dem 22. Titelgewinn seiner Karriere
wird er aber auf jeden Fall in bleibender Erinnerung behalten. "Das waren
einmalige Tage hier, fast schon mit karibischem Feeling. Und heute war es
noch mal tolles Segeln. Zuerst dachte ich, der Start wäre etwas früh
angesetzt, aber dann kam der Wind genau richtig", sagte Schönfeldt. Sein
souveräner Sieg mit ausschließlich ersten und zweiten Plätzen war auch der
Tatsache geschuldet, dass die Mitfavoriten André Teutenberg/Jens
Wehrenbrecht vom Möhnesee einen schlechten ersten Tag erwischten, der sie
trotz eines Tagessieges am zweiten nicht über Platz sechs hinauskommen ließ.
"Andrè und Jens hatten am ersten Tag ein paar Baustellen. Das war natürlich
schade", sagte Schönfeldt, der so vor Ludwig und Nadine Settele (Mannheim)
und Wilfried Schweer/Olaf Bertallot (Wunstorf) triumphierte.
Am zweiten Tag der Weltmeisterschaft wurden die 219 Segler in der
29er-Klasse vom Wind verwöhnt. Die Gruppen in der frühen Startphase hatten
noch leichte Winde, im Laufe des Tages baute sich dagegen immer mehr die
Seebrise auf und bescherte den Skiffs Bedingungen, die sie lieben und in
denen sie ihr Geschwindigkeitspotenzial ausfahren können. So gelang auch das
Nachholen der am ersten Tag verpassten Wettfahrt, so dass die WM-Teilnehmer
in ihrem Zeitplan wieder auf bestem Stand sind.
Die Titel-Favoriten Carlos Robles und Florian Trittel kommen immer mehr in
die Form, in der sie die Youth Worlds gewonnen haben und schoben sich mit
den Platzierungen 2, 1, 1 auf den zweiten Gesamtrang hinter der ehemaligen
Opti-Weltmeisterin Noppakao Poonpat, die unter thailändischer Flagge mit
Steven Thomas segelt. Trittel, der auch einen deutschen Pass besitzt,
kommentierte den Auftritt zufrieden: "Wir hatten guten Speed und gute
Starts. Wenn man dann noch die richtigen Dreher erwischt, ist man unter den
Glücklichen. Wir sind sehr glücklich, die Bedingungen waren gut, wenn auch
ein bisschen wenig Wind und etwas langweilig." Einziges deutsches Team unter
den Top-Ten sind Paul Kohlhoff/Carolina Werner (Kiel), während die
Lokalmatadore Ole Kuck/Niclas Kath (Lübeck) einen Ausrutscher verkraften
mussten und auf den 37. Platz abrutschten.
Ein enges Bild ergibt sich vor dem Abschluss der Deutschen Meisterschaft am
Mittwoch bei den Kielzugvögeln. Der Wuppertaler Manfred Brändle hat mit
seinem Vorschoter JoJo Heinz durch zwei Tagessiege und einen siebten Platz
die Spitze übernommen. Es lief zwar nicht alles glatt bei dem Duo, das im
ersten Rennen einen schlechten Start erwischte und dann nach einer
Tonnenberührung auch noch einen Strafkringel drehen musste, doch die
Geschwindigkeit war top. "Die Besegelung passte sehr gut, vor allem vor dem
Wind sind wir gut gefahren. Bei dem siebten Rang lagen wir auch auf Platz
zwei, mussten dann aber auf der Zielkreuz fünf Boote passieren lassen, als
der Wind von der anderen Seite einsetzte", berichtete Brändle, der seine 40.
TW-Teilnahme feiert und dieses Jubiläum gern mit dem DM-Titel krönen möchte.
"In Travemünde bin ich eigentlich immer dabei - am liebsten im Zugvogel.
Aber wenn die nicht dabei sind, dann eben in einer anderen Klasse. Zwölf-
oder 13-mal habe ich die TW auch schon gewonnen."
Bei den olympischen Finns setzte sich an deren Abschlusstag das muntere
Wechselspiel an der Spitze fort. Martin Hofmann aus Hemer hatte dabei das
beste Ende für sich. Mit einem Sieg und einem zweiten Platz setzte er sich
an die Spitze des Abschlussklassements und siegte damit vor Sebastian
Schmidt-Klügmann (Uerdingen), der nach einem starken ersten Tag mit einem
Sieg zum Abschluss endete, sich aber knapp geschlagen geben musste. "Obwohl
ich eigentlich ein Schwerwetter-Segler bin, passte heute bei mir alles
zusammen", berichtete Hofmann, der vor allem in der O-Jolle als ehemalige
Vize-Europameister einen klangvollen Namen hat. "In den Finn bin ich vor
allem gewechselt, weil er athletischer zu segeln ist. Zur Travemünder Woche
fehlte zwar die absolute Profiliga, aber bei den Amateuren waren wir top
besetzt, deshalb bin ich sehr glücklich über den Erfolg", so Hofmann.
Nicht mehr von der Spitze verdrängen ließ sich das Familien-Trio um Holger
Köhne (Potsdam) bei den Trias, obwohl sie zum Abschluss ihre weiße Weste
nicht verteidigen konnten. Doch mit der Serie 1, 1, 1, 1, 3, 2 waren sie die
Dominatoren bei den Dreimann-Kielbooten. In den Skiffklassen gab es bei den
Einmann-Contendern den TW-Gesamtsieg für Volker Niediek aus Braunschweig und
bei den 18Footern für das dänische Trio um Flemming Clausen. Beste Deutsche
waren hier die Männer von Norbert Peter (Berlin).
Ergebnisse vom vierten Wettfahrttag der 123. Travemünder Woche
Dienstag, 24. Juli 2012
Meisterschaften
Weltmeisterschaft der 29er
Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Noppakao Poonpat/Steven Thomas
(Thailand) 8 Punkte; 2. Carlos Robles/Florian Trittel (Spanien) 9; 3. Lucas
Rual/Kevin Fischer (Frankreich) 12; 4. Owen Bowerman/Morgan Peach
(Großbritannien) 13; 5. Mateo Majdalani/Klaus Lange (Argentinien) 22; 6.
Johanna Sommarlund/Marcus Anjemark (Schweden) 23; 7. Noora Ruskola/Camilla
Cedercreutz (Finnland) 23; 8. Paul Kohlhoff/Carolina Werner (Altenholz) 23;
9. Harry Price/Nathan Edwards (Australien) 23; 10. Nil Mas/Jordi Llena
(Spanien) 23; ...; 18. Jasper Steffens/Tom Brauckmann (Kiel) 35; ... ; 33.
Charlotte Müller/Thomas Müller (Heidelberg) 47.
Internationale Deutsche Meisterschaft Kielzugvögel
Gesamtstand nach sieben Wettfahrten: 1. Manfred Brändle/JoJo Heinz
(Wuppertal) 21 Punkte;
2. Hans-Günter Besche/Alexander Kost (Attendorn) 23; 3. Axel Fischer/Michael
Skotzki (Hannover) 23;
4. Jens Liebheim/Thomas Kindermann (Essen) 25; 5. Alexander
Antrecht/Alexander Gensch
(Neustadt) 26; 6. Herbert Kujan/Christian Kujan (Marktoberdorf) 31.
Deutsche Meisterschaft Match Race (Sponsor MR)
Erstes Halbfinale: Sven-Eric Horsch (Hamburg) vs. Florian Haufe (Hamburg)
2:1.
Zweites Halbfinale: Felix Oehme (Lübeck) vs. Stefan Meister (Berlin) 2:0.
Kleines Finale: 3. Stefan Meister (Berlin) vs. 4. Florian Haufe (Hamburg)
2:0.
Finale: 1. Sven-Eric Horsch (Hamburg) vs. 2. Felix Oehme (Lübeck) 2:1.
Internationale Deutsche Meisterschaft Varianta
Endstand nach sieben Wettfahrten: 1. Frank Schönfeldt/Markus Auferoth
(Hamburg) 8 Punkte;
2. Ludwig Settele/Nadine Settele (Wiesbaden) 23; 3. Wilfired Schweer/Olaf
Bertallot (Wunstorf) 26;
4. Dr. Michael Freitag/Stefan Freitag (Weimar) 26; 5. Clemens
Schulte-Feldmann/Ralph Kreß
(Sundern) 30; 6. André Teutenberg/Jens Wehrenbrecht (Dortmund) 35.
Olympische Klassen
Finn Dinghy
Endstand nach sechs Wettfahrten: 1. Martin Hofmann (Hemer) 11 Punkte;
2. Sebastian Schmidt-Klügmann (Witten) 12; 3. Ralf Behrens (Velpke) 16; 4.
Matthias Wolff (Kiel) 18; 5. Hartmut Duisberg (Hoisdorf) 22; 6. Carsten
Sibbert (Möhnsen) 26.
Internationale und nationale Klassen
18 Footer
Endstand nach neun Wettfahrten: 1. Clausen/Broendum/Rofsgaards (Dänemark) 16
Punkte;
2. Grogan/Banks/Caslin (Großbritannien) 20; 3. Peter/Mrugalla/Dietrich
(Berlin) 25;
4. Renner/Meissner/Eggersdorfer (Bernau) 26; 5. Hagenmeyer/Höfle/Jurth
(Diessen) 34;
6. Kiddle/Kiddle/Meod (Großbritannien) 36.
Contender
Endstand nach fünf Wettfahrten: 1. Volker Niediek (Braunschweig) 11 Punkte;
2. Davide fontana
(Italien) 13; 3. Christoph Homeier (Bremen) 14; 4. Markus Maisenbacher
(Verden) 20; 5. Andrea Bonezzi (Italien) 24; 6. Luca Bonezzi (Italien) 25.
Trias
Endstand nach sechs Wettfahrten: 1. Köhne/Köhne/Köhne (Berlin) 6 Punkte;
2. Hanisch/Hallensleben/Hanisch (Berlin) 15; 3. Dr. Assheuer/Zeller/Ma
(Köln) 16;
4. Fattorini/Fattorini/Fattorini (Schweiz) 20; 5. Billig/Jumpertz/Jürgens
(Simmerath) 22; 6. Bergner/Lissok/ (Schwabach) 25.
Anne Stadtfeld,
|
|
|