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123. Travemünder Woche 2012 - 20.-27.Juli 2012
www.travemuender-woche.de - Übersicht

25.07.2012
Kielzugvogel-Comeback von Brändle/Heinz gipfelte im DM-Gewinn
25.07.2012 - Bergfest bei der 123. Travemünder Woche, und doch kaum
Gelegenheit zum Durchatmen. Obwohl sieben Klassen ihre Regatten bereits bis
zum Dienstag beendet hatten, reihten sich auch am fünften Wettfahrttag die
Höhepunkte aneinander: Finale der Deutsche Meisterschaft der Kielzugvögel,
Showdown im Bürgermeister-Rennen, Abschluss der Qualifikations-Runde bei der
29er-Weltmeisterschaft und Start zu den Ranglisten-Rennen der olympischen
Laser.
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Sieger KZV
Foto: Marina Könitzer
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Als große Sieger durften sich Manfred Brändle/Joachim Heinz
(Wuppertal) und Schleswig-Holsteins Innenminister Andreas Breitner feiern
lassen. Brändle/Heinz gewannen den Kielzugvogel-Titel, Breitner siegte im
Bürgermeister-Rennen. Die Führung bei den Lasern hat nach dem ersten Tag
Michael Zittlau (Kiel) inne.
Im Abschluss-Klassement der Kielzugvögel hatten die neuen Meister
Brändle/Heinz einen deutlichen Vorsprung, doch bis zum letzten Rennen waren
sich die Titelträger der Meisterschaft über den Erfolg nicht sicher. "Das
war schon sehr eng heute. Wir waren mit nur einem Punkt Vorsprung in den Tag
gegangen und mussten auf mehrere Gegner achten. Das verlangte schon größte
Konzentration. In der letzten Wettfahrt waren die Verfolger dann offenbar zu
nervös und waren zu früh über der Startlinie", berichtete das Sieger-Duo,
das gerade erst wieder nach einer kürzeren Pause in den Kielzugvogel
eingestiegen ist. "Meinen alten Kieler hatte ich verkauft, aber irgendwie
ging es doch nicht ohne. Daher habe ich im vergangenen Jahr wieder einen
anderen von 1995 gekauft und mich mit JoJo Heinz zusammengetan. Das Material
stimmt, die Crew auch", freute sich Brändle. Zu Recht, denn es war ein
gelungenes Comeback im Kielzugvogel. Das erste Mal triumphierte der
Wuppertaler in dieser Zugvogel-Klasse bei einer DM, nachdem er schon vier
nationale Titel bei den Schwertzugvögeln einfahren konnte. "Der Titelgewinn
gibt Sicherheit. Jetzt wird im August bei der Deutschen Meisterschaft der
Schwerter auch noch einmal angegriffen", hofft Brändle auf das Titel-Double.
In der Laser-Klasse scheint sich Michael Zittlau (Kiel) für die
TW-Niederlage im vergangenen Jahr revanchieren zu können. Vor Jahresfrist
musste er sich mit dem zweiten Platz begnügen, jetzt segelte er in den
ersten drei Rennen drei Siege ein. "Das lief sehr gut. Ich habe immer auf
die Fehler der anderen gewartet und bin sehr genau die Böen und Dreher
ausgesegelt. Aber ich musste in jedem Rennen schon hart kämpfen", berichtete
Zittlau, den mit Travemünde eine besondere Beziehung verbindet. Im
vergangenen Jahr hatte er sich als Starkwind-Spezialist präsentiert und war
vom Verband aus dem Oman angesprochen worden, ob er sein Fachwissen
weitergeben würde. Das tat er, und wurde daher zur Musannah Race Week im
Frühjahr nach Oman eingeladen.
Jetzt zeigt "Lehrling" Hussain Al Jabri, dass er sich von Zittlau einiges
abgeguckt hat, und rangiert auf Platz fünf. "Das ist schon eine tolle
Entwicklung, denn Hussain, der aus einer Fischerfamilie stammt, hat wohl
erst vor eineinhalb Jahren mit dem Segeln begonnen." Strömung und die
Nervosität der Athleten ließen den Abschluss der Qualifikationsserie der
29er-WM zu einem Vabanque-Spiel werden. Im Kampf um die Plätze in der
Goldgruppe drängelnden die Segler an die Startlinie, der starke Strom
drückte sie rüber. So mussten die Wettfahrtleiter mehrfach das Starten mit
den Akteuren üben, und ohne Disqualifikationen ging es auch nicht ab. Damit
zerstoben so manche WM-Träume schon in den Starts. Die Favoriten indes
ließen sich davon nicht beeindrucken. Ex-Opti-Weltmeisterin Nappakao Poonpat
(Thailand) segelte mit Vorschoter Steven Thomas zwei Siege und einen vierten
Rang ein, geht damit als Führende in die Goldflotte, noch vor den
WM-Favoriten Carlos Robles/Florian Trittel (Spanien). Einen perfekten Tag
erwischten die Schweden Johanna Sommarlund/Marcus Anjemark, die mit drei
Siegen auf Platz fünf vorsegelten.
Als beste Deutsche schafften Paul Kohlhoff/Carolina Werner (Kiel) den Sprung
in das Finale des ersten Viertel. Als Zehnte sind sie unter den besten 54
Akteuren dabei. Carolina Werner war höchst zufrieden mit dem bisherigen
Abschneiden: "Mit zwei fünften Plätzen hatten wir zwei gute Rennen, leider
mussten wir dann auch noch einen 15. hinnehmen. Aber es läuft sehr gut. Ein
Platz unter den Top-20 ist das Ziel, ein Top-Ten-Rang ein Traum."
Insgesamt sind sieben Deutsche in der Goldflotte dabei. Darunter als 47.
auch die Lokalmatadore Ole Kuck/Niclas Kath (Lübeck). Sie mussten zwar ein
paar Ausrutschern und auch dem Bruch eines Ruderbeschlages, den sie unter
Einsatz von reichlich Klebeband heilten, trotzen, hatten zum Auftakt aber
eine gute Serie vorgelegt, die sie ins Finale einziehen ließ. Für die
Zwillingsschwestern Jule und Lotta Görge war das Comeback im 29er dagegen
kein goldenes. Die beiden Kielerinnen sind bereits in den größeren Skiff
umgestiegen, mangels Regatta-Angeboten in der neuen olympischen
Frauen-Klasse hatten sie aber nach bestandenem Abitur und überstandener
Meniskus-Quetschung von Vorschoterin Lotta die 29er-WM als Saisonhöhepunkt
gewählt. Bei schwächeren Winden konnten sie gegen die leichteren
Konkurrenten aber ihre Erfahrung nicht ausspielen und starten nun als 76.
der Qualifikation in der Silbergruppe.
Am Donnerstag startet die Travemünder Woche nun mit vollem Elan in die
zweite Hälfte. Zu den 29ern und Lasern gesellen sich weitere sechs Klassen,
darunter die Platu25 mit ihren German Open und die F18-Katamarane mit einem
Europa-Cup.
Ergebnisse vom fünften Wettfahrttag der 123. Travemünder Woche
Mittwoch, 25. Juli 2012
Meisterschaften
Weltmeisterschaft der 29er
Gesamtstand nach neun Wettfahrten: 1. Noppakao Poonpat/Steven Thomas
(Thailand) 10 Punkte; 2. Carlos Robles/Florian Trittel (Spanien) 11; 3. Owen
Bowerman/Morgan Peach (Großbritannien) 15; 4. Lucas Rual/Kevin Fischer
(Frankreich) 16; 5. Johanna Sommarlund/Marcus Anjemark (Schweden) 17; 6. Nil
Mas/Jordi Llena (Spanien) 26; 7. Christopher Williford/Kai Friesecke
(Vereinigte Staaten von Amerika) 32; 8. Ben Batten/Tim Gratton
(Großbritannien) 32; 9. Mateo Majdalani/Klaus Lange (Argentinien) 33; 10.
Paul Kohlhoff/Carolina Werner (Altenholz) 33; ...; 23. Jasper Steffens/Tom
Brauckmann (Kiel) 53; ... ; 46. Charlotte Müller/Thomas Müller (Heidelberg)
81; 47. Ole Kuck/Niclas Kath (Lübeck) 83; 48. Nils Carstensen/Jan Frigge
(Flensburg) 84; ... ; 50. Kim Niclas Holste/Yannik Holste (Wunstorf) 89; ...
; 52. Stefan Gieser/Hannes Mandel (Heidelberg) 97.
Internationale Deutsche Meisterschaft Kielzugvögel
Endstand nach neun Wettfahrten: 1. Manfred Brändle/Joachim Heinz (Wuppertal)
27 Punkte; 2. Hans-Günter Besche/Alexander Kost (Attendorn) 37; 3. Axel
Fischer/Michael Skotzki (Hannover) 37; 4. Alexander Antrecht/Alexander
Gensch (Neustadt) 38; 5. Herbert Kujan/Christian Kujan (Marktoberdorf) 49;
6. Reiner Brockerhoff/Felix Brockerhoff (Duisburg) 49.
Olympische Klassen
Laser Standard
Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Michael Zittlau (Kiel) 3 Punkte; 2.
Max Kohlhoff (Altenholz) 10; 3. Kai Bertallot (Kiel) 13; 4. Finn Hinzpeter
(Lübeck) 14; 5. Hussain Al Jabri (Oman) 20; 6. Dr. Andreas Berg (Hamburg)
25.
Anne Stadtfeld
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