29.07.2012
Ein Doppel-Sieger und ein neuer Rekord zum TW-Abschluss
Der Himmel setzte am Sonntag einen Schlusspunkt voller Traurigkeit hinter
eine grandiose Travemünder Woche. Regen und leichte Winde bestimmten den
letzten Regattatag, nachdem Petrus in der gesamten Woche den rund 1600
Startern aus 27 Nationen Champagnersegeln mit Wind und Sonne beschert hatte.
Mit über 290 Starts in den 22 Entscheidungen mit einer Weltmeisterschaft und
fünf deutschen Titelkämpfen bewältigten die 350 ehrenamtlichen Helfer auf
den acht Regattabahnen und in der Trave-Arena sowie an Land ein
Mammutprogramm bei der schönsten Regatta der Welt.
Am Abschlusstag gab es
durch den Sieg von Sven-Erik Horsch (Hamburg) mit seiner Crew bei den German
Open der Platu25 noch eine Meisterschaftsentscheidung. Zudem wurde der
Travemünder-Woche-Rekordsieg weiter nach oben geschraubt. Die Brüder Helge
und Christian Sach (Zarnekau) siegten bereits zum 18. Mal - passenderweise
im F18. Außerdem kürten noch die Folkeboote, die Tornados, die Musto Skiffs
und International14 ihre Travemünder-Woche-Sieger.
Als zweimaliger deutscher Titelträger und Travemünder-Woche-Sieger durfte
sich zum Abschluss Sven-Erik Horsch feiern lassen. Nachdem der Hamburger zum
Wochenbeginn bereits Deutscher Match-Race-Meister geworden ist, holte er
sich nun den German-Open-Titel bei den Platu25. "Der Titelhunger ist nie
gestillt", schmunzelte der 33-Jährige. Obwohl die Horsch-Crew die gesamten
German Open an der Spitze gestanden hatten, musste sie doch bis zum
Abschluss kämpfen. Denn mit einer Frühstart-Disqualifikation hatten sie früh
ihr Streichresultat in der Liste, durften sich keinen weiteren Ausrutscher
mehr erlauben. Doch ein Sieg und ein zweiter Rang zum Abschluss beseitigten
alle Unklarheiten. Dabei agierten sie gegen die Verfolger in klassischer
Match-Race-Taktik, die sie ja erwiesenermaßen meisterlich beherrschen.
"Eigentlich waren nach der TW keine weiteren Regatten mehr geplant, aber
jetzt hat sich im Match Race einiges ergeben, so dass wir wohl in Kroatien
und Plön segeln werden", freute sich Horsch auf neue Herausforderungen.
Ständig im Regatta-Einsatz sind dagegen die Sach-Brüder. Von der Travemünder
Woche reisten sie direkt weiter zur EM der Nacra18. Auch für die
Kat-Spezialisten war der Erfolg in der Lübecker Bucht nur scheinbar eine
klare Angelegenheit. "Durch eine Frühstart-Disqualifikation durften wir uns
nichts mehr erlauben, mussten daher am Start sehr zurückhaltend agieren",
sagte Helge Sach. Dadurch mussten sich die Mitglieder des Lübecker
Yacht-Clubs immer wieder durch das Feld arbeiten. "Offenbar haben wir dabei
weniger taktische Fehler gemacht als die anderen, denn schnell sind die
auch."
Mit einer blütenweißen Weste schlossen Roland und Nahid Gäbler (Bremen) die
Travemünder Woche im Tornado ab. Alle zehn Rennen gewann das Ehepaar, das
für 2016 einen Olympiastart anstrebt, ließ sich dabei zum Abschluss auch von
einem zerrissenen Gennaker nicht aufhalten. "Wir sind natürlich glücklich,
so eine tolle Serie gesegelt zu sein. Das muss man auch erst einmal
schaffen. Aber natürlich hätten wir uns stärkeren Druck von der Konkurrenz
gewünscht", sagte Gäbler. Auch wenn er mit seiner Frau dem Tornado treu
bleiben will, steht demnächst der Wechsel auf den künftig olympischen Nacra
17 an. "Wir wollen uns dieser Herausforderung stellen. Ob das dann das
richtige Boot für uns ist, muss sich zeigen."
Rundum glücklich mit dem Sieg vor Travemünde war Walther Furthmann (Kiel)
mit seiner Crew Hans Christian Mrowka und Gunnar Ceccotti im Folkeboot. "Für
mich hat Travemünde immer eine besondere Bedeutung, denn ich bin im
Schwartauer Segler-Verein groß geworden und im Alter von elf bis 18 Jahren
die Trave auf und ab gesegelt", berichtete Furthmann, für den es nach dem
Triumph bei der Kieler Woche bereits der zweite Erfolg bei einem
Segel-Großereignis innerhalb weniger Woche ist. "Das war sehr wichtig für
uns, denn im August streben wir in Glücksburg den Gewinn der Deutschen
Meisterschaft an. Und dafür liegen wir gut auf Kurs."
Zurück in die Erfolgsspur hat Musto-Skiff-Pilot Iver Ahlmann gefunden. Bei
der WM war der Büdelsdorfer mit Platz 42 noch unzufrieden, jetzt
revanchierte er sich mit dem Sieg vor Travemünde. Mit dem Niederländer Paul
Dijkstra hatte er sich ein fortwährendes Duell geliefert, das erst im
letzten Rennen entschieden wurde, als Dijkstra eine
Frühstart-Disqualifikation kassierte. "Ich bin völlig überrascht, dass ich
die TW gewonnen habe", freute sich Ahlmann. Die Travemünder Woche ist laut
Ahlmann eine der beliebtesten Regatten der Klasse. "Die Krönung in diesem
Jahr war der Auftritt in der Trave-Arena direkt vor dem Publikum", so
Ahlmann. Bei starker Strömung im Fluss lieferten die Mustos den Zuschauern
ein ganz besonderes Spektakel, als sie sich minutenlang kaum von der Stelle
bewegten. "Das war wie in einer Gegenstrom-Anlage. So etwas habe ich noch
nicht erlebt."
Als dominierende deutsche Mannschaft bei den 14-Fuß-Skiffs Int. 14 erwiesen
sich einmal mehr Georg Borkenstein und Eike Dietrich vom Wittensee. Die
Sieger der deutschen Bestenermittlung 2011 holten sich auch den TW-Sieg.
Ergebnisse vom achten Wettfahrttag der 123. Travemünder Woche
Sonntag, 29. Juli 2012
Meisterschaften
German Open Platu25 Endstand nach 12 Wettfahrten:
1. Sven-Erik Horsch (Hamburg) 22 Punkte; 2. Ingo Lochmann (Berlin) 41; 3.
Suzanne Willim (Schleswig) 47; 4. Gordon Nickel (Stade) 52; 5. André
Teutenberg (Dortmund) 59; 6. Jens Ahlgrimm (Niederstotzingen) 61;
Nationale und Internationale Klassen:
F 18 Endstand nach 12 Wettfahrten:
1. Helge Sach/Christian Sach (Zarnekau) 13 Punkte; 2. Jörg Gosche/Hannes
Pegel (Bremen) 34; 3. Martin Friedrichsen/Finn Heeg (Flensburg) 69; 4.
Christoph Bock/Nikolas Aleksik (Bad Schwartau) 71; 5. Andreas Behem/Philip
Boll (Hamburg) 75; 6. Robert Schütz/Merle Baars (Krefeld) 83.
Tornado Endstand nach 10 Wettfahrten:
1. Roland Gaebler/Nahid Gaebler (Bremen) 9 Punkte; 2. Markus Betz/Nikolas
Betz (Überlingen) 18; 3. Stefan Lippert/Thomas Grassl (Preissenberg) 46; 4.
Arndt Meyer/Celine-Patricia Meyer (Neustadt a. Rbge) 49; 5. Peter Gührs/Axel
Keil (Berlin) 53; 6. Bernhard Boltzen/Theo Boltzen (Elmshorn) 57
Folkeboote Endstand nach 8 Wettfahrten:
1. Furthmann/Mrowka/Ceccotti (Kiel) 13 Punkte; 2. Schaarschmidt/Lewin/Dehn
(Kiel) 24; 3. Rohrbeck/Rathjen/Rosteck (Mönkeberg) 24; 4.
Breitenbach/Rakow/Pape (Kiel) 27; 5. Mahrt/Bastian/Hompesch (Tarp) 27; 6.
Hasselmann/Bobbert/Paulsen (Essen) 40
Musto Skiff Endstand nach 10 Wettfahrten:
1. Iver Ahlmann (Büdelsdorf) 15 Punkte; 2. Paul Dijkstra (Hol) 35; 3. Markus
Mühlbauer (Uffing) 35; 4. Thomas Kübler (Weil am Rhein) 49; 5. Till-Jonas
Gerngroß (Rendsburg) 50; 6. Erik Loeff (Net) 51
Int. 14 Endstand nach 4 Wettfahrten:
1. Georg Borkenstein/Eike Dietrich (Krummwisch) 6 Punkte; 2. Oliver
Voss/Jens Holscher (Mielkendorf) 8; 3. Carmen Bernitt/Oliver Holste
(Flensburg) 15; 4. Jens Kuhlenkampff/ (xxx) 20; 5. Anke Meyer/Peer Hartmann
(Hamburg) 26; 6. Eike Ehrig/Jan-Martin Lührs (Schwarzenbek) 3.
Pressekontakt:
Anne Stadtfeld und Ralf Abratis
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