01.09.2013
Landesjüngsten- / Landesjugendmeisterschaften am 31.8. und 01.9.2013
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Steffens/Brauckmann flogen der Konkurrenz davon
Zu einem Härtetest für Sportler und Sportgerät wurden die Landesjugendmeisterschaften vor Schilksee. Nachdem am ersten Tag schon kräftige Böen über das Feld der 400 Segler in neun Klassen hinweggezogen waren, aber immerhin noch drei Wettfahrten möglich wurden, drückte der Wind am zweiten Tag noch mehr auf das Tempo. Mit 30 Knoten Wind fegte eine Wetterfront über die Außenförde, so dass sich Regattachef Peter Ramcke nach lediglich einem Rennen am Sonntag zur Absage aller weiterer Rennen entschloss. Die Regattasieger und Landesmeister wurden somit vorzeitig gekürt.
Nicht alle Segler waren nach der Absage mit der Entscheidung einverstanden, denn so fiel in acht Klassen die Möglichkeit eines Streichresultates weg. Lediglich die 29er hatten genügend Wettfahrten eingefahren, um jeweils das schlechteste Resultat rausrechnen zu können. Die Bilanz an Schäden sprach aber eine klare Sprache: gebrochene Masten bei den Lasern, gebrochene Gennakerbäume und zerrissene Segel bei den 29ern, dazu reihenweise Kenterungen, als die Hammerböen über das Feld herfielen. „Wir haben im Windpoker die Sicherheitskarte gespielt und die Segler an Land geschickt“, sagte Ramcke. Eine goldrichtige Maßnahme, wie sich später herausstellte. Denn eine weitere Wetterfront brachte sogar noch einmal 35 Knoten mit sich. Auch Uli Kittmann, Wettfahrtleiter auf der Opti-Bahn, konnte die Absage mittragen: „Natürlich hätten wir gern sechs Rennen gesegelt, und einige Segler hätten das auch gemeistert. Aber es sind eben auch jüngere Akteure auf der Bahn und daher war das okay. Es ist auch so beachtlich, was die Kinder auf der Bahn geleistet haben.“
Auch Landestrainer Manuel Voigt war mit den Leistungen der Sportler zufrieden: „Das war an diesen beiden Tagen schon anspruchsvolles Segeln. Die leistungsstarken Segler hätten die Fronten sicherlich abwettern können, aber es waren eben auch unerfahrene Crews auf der Bahn.“ Voigt hatte besonders die Laser 4.7-Klasse ins Auge genommen, die sich in Schleswig-Holstein in diesem Jahr neu gebildet hat: „Die haben sich schon gut geschlagen bei dem Wind.“ Beeindruckt war er von den 29er-Siegern Jasper Steffens und Tom Lennart Brauckmann. „Das wirkte schon fast wie eine Trainingsregatta für die beiden.“
Tatsächlich ließen Steffens/Brauckmann (Kieler YC) der Konkurrenz keine Chance, landeten in sechs Rennen sechs Siege und hatten ihren Spaß auf der Bahn. „Das war schon Wahnsinn. Mehrere Male sind wir mit dem ganzen Boot aus der Welle geschossen“, so Steffens, der sich mit seinem Vorschoter in einer scheinbar reinen KYC-Meisterschaft vor drei Teams aus dem eigenen Club durchsetzte.
Überlegen war auch der Sieg in der 420er-Klasse durch den Kieler Gwendal Lamay, der einem zweiten Platz zum Auftakt drei Siege folgen ließ. Der deutsche Jugendmeister, der wegen der besseren Fördermöglichkeiten für den NRV Hamburg startet, hatte durch den Ausfall seines Stammvorschoters die erfahrene 470er-Seglerin Anna Markfort an Bord genommen, die das Boot ordentlich durch die Wellen rockte. LJM-Gold ging hier an die fünftplatzierten Katja Faltin und Caroline Shell vom SC Eckernförde.
Den Erwartungen entsprach das Ergebnis in der Europe. Der Bremer Sverre Reinke musste sich nach einem sechsten Platz zum Auftakt allerdings strecken, um den neuen Landesmeister Nicolaus Schmidt (Arnisser SC) auf Distanz zu halten.
Ein Mastbruch beraubte die Konkurrenz im Laser Radial um den Zweikampf zwischen dem deutschen Jugendmeister Johann Kohlhoff (Kieler YC) und dem DJM-Dritten Nik Willim (Schlei SC). Kohlhoff, der eigentlich schon in den Laser Standard gewechselt ist, war extra wegen der LJM auf dem Hausrevier in den Radial gestiegen. Belohnt wurde das indes nicht: Im zweiten Rennen krachte ihm in Führung liegend das Segel runter. Und ohne Chance auf einen Streicher musste er Willim, der mit einem zweiten Platz und drei Siegen eine souveräne Vorstellung zeigte, den Titel überlassen. „Das war natürlich ärgerlich, dass wir kein fünftes Rennen gesegelt sind. Ich glaube, es wäre möglich gewesen“, so Kohlhoff.
Bei den Laser 4.7 hatten mit Nicolas Thierse (Berlin) und Nico Steenbuck (Salzgitter) zwar zwei Nicht-Schleswig-Holsteiner den Bug vorn. Auf Platz drei folgte mit Jasper Paulsen aber schon ein Kieler, der erst im Laufe der Saison in die Klasse eingestiegen ist und damit nun den LJM-Titel feiern durfte.
Ein Duell der besonderen Art war der Spitzenkampf im Piraten. Mathis Gosch und Lina Borggräfe holten sich bei der DJM noch gemeinsam Bronze, nun saßen sie mit jeweils anderen Partnern im Boot. An der Vorschot des Hamburgers Simon Zweigler landete Borggräfe schließlich vor Gosch und seinem Vorschoter Timm Schöning. Als Brunsbütteler entschädigte sich Mathis Gosch aber mit dem LJM-Titel für die Niederlage in der Regatta.
Außerhalb der Top-Drei, aber dennoch Landesmeister wurden die Malenter Johanna Rehkamp/Lena Leiers als Vierte im Teeny, da die vor ihnen Platzierten andere Landesverbände vertraten. Die Regatta gewannen Anton Meyer/Tim Leukel vom Dümmer.
Einer Düsseldorfer Leihgabe war der LJM-Titel im Optimisten A für den SC Eckernförde geschuldet. Julius Braun-Dullaeus startet sonst für Düsseldorf, wurde sich für diese Regatta aber seines Zweitwohnsitzes in Eckernförde bewusst und holte mit dem Regattasieg auch LJM-Gold. Bester „echter“ Schleswig-Holsteiner war auf Platz fünf Mathis Splieth (Kieler YC), der so aber nur Silber gewann.
Nach Lübeck gingen Regattasieg und Landestitel im Opti B. Justus Sauer (Lübecker YC) fuhr die klar beste Serie und verdiente sich die Goldmedaille. Eine bittere Pille musste hier Benedikt Rieckhof schlucken. Der Zwölfjährige krönte seine rasante Entwicklung in diesem Jahr mit einer starken Serie und schien LJM-Silber sicher zu haben. Ein Formfehler (seine Unterschrift fehlte am Sonntag auf dem Meldebogen zum Auslaufen) brachte ihm aber eine Disqualifikation ein. Ohne Chance auf einen Streicher rutschte er auf Platz 17 ab.
Alle Ergebnisse: www.manage2sail.de
Steffens/Brauckmann holten sich mit sechs Wettfahrtsiegen souverän den Titel des Landesjugendmeisters im 29er. Foto: M. Könitzer
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Landesjüngsten- / Landesjugendmeisterschaften 2013
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