19.05.2013
Young Europeans Sailing vom 18. bis 20. Mai
Kieler 29er-Duell – Montag Frühstart
Am Tag als der Regen kam … Dalidas Lied kam wohl eher den Eltern und Großeltern als den Aktiven in den Sinn. Doch das Lied aus dem Jahr 1959, das der französischen Sängerin eine ihrer 55 Goldenen Schallplatten (so hießen in grauer Vorzeit die Musikdatenträger) einspielte, beschrieb perfekt die Nacht zum Pfingstsonntag in Kiel-Schilksee. Zwar war es Sonntag dann wieder trocken, doch schwache Winde zwischen drei bis fünf Knoten Wind ließen auch am zweiten Wettfahrttag der Kieler Woche des Nachwuchses, den Young Europeans Sailing, nur wenig Wettfahrten zu. „Im Rückblick hätten wir natürlich Samstag mehr segeln können. Aber nach der Wettervorhersage haben wir uns für die Sicherheit entschieden und unsere Teilnehmer keiner Gewittergefahr ausgesetzt“, so Organisationsleiter Peter Ramcke zurückblickend, wohl wissend, dass die Stimmung bei Seglern, die nicht segeln können oder dürfen, nicht gerade als euphorisch zu bezeichnen ist.
Zum Glück konnte am Sonntag auf drei der vier Bahnen zehn der elf Disziplinen wenigsten eine Wettfahrt absolvieren. Ohne Wettfahrten sind die 420er. Im 29er absolvierte nur eine Gruppe das zweite Rennen. Gerade in diesen beiden Klassen geht es wie im Laser Radial um Jugend-WM- und Jugend-EM-Tickets.
Nach dem Fehlstart hoffen die Organisatoren auf einen versöhnlichen Abschluss am Pfingstmontag. Denn insgesamt vier Wettfahrten sind nötig, um Meister zu küren und die Regatta als vollendet zu werten. Daher wurde der erste Start für Montag auf 10 Uhr vorgezogen. „Wir möchten auf jeden Fall die DSV-Ausscheidungen sichern. Wir werden kurze fairer Wettfahrten segeln“, so Ramcke.
Denn während die 800 Aktiven aus neun Nationen in rund 600 Jollen um die YES-Titel segeln, geht es für den deutschen Nachwuchs um mehr. Er kämpft in Kiel um Jugend-WM- und -EM-Tickets sowie um Juniorentitel. Je ein Teilnehmer pro Klasse (29er gemischt, 420er Frauen und Männer, Laser Radial Frauen und Männer) darf für Deutschland an der ISAF-Jugend-Weltmeisterschaft (13. bis 20. Juli in Limassol/Zypern) und je zwei pro Klasse dürfen an der Eurosaf-Jugend-EM (3. bis 9. August vor Tavira/Portugal) teilnehmen. „Natürlich haben wir einen Notplan, um unsere Teams benennen zu können, aber nun hoffen wir erst einmal auf Montag“, so Timo Haß, Jugend-Obmann des Deutschen Segler-Verbandes.
Die Deutsche Juniorenmeisterschaft im Laser (Männer), Laser Radial (Frauen) und im 470er sind weitere Eckpfeiler der Kieler Woche des Nachwuchses.
Im 67Crews starken 29er-Feld liefern sich die Kieler Vertreter einen spannenden Kampf um das ISAF-Jugend-WM-Ticket. Mit Jasper Steffens/Tom Lennart Brauckmann (KYC/beide 16/IMMAC Sailing Akademie/zweimal Platz eins) und Ole Kuck (Kiel/Platz 2 und 3), der im Vorjahr mit seinem Lübecker Vorschoter Niclas Kath EM-Bronze gewann, schoben sich bereits nach zwei Wettfahrt die beiden Favoriten nach vorn und belegen Platz eins und zwei. Doch noch fehlt die zweite Wettfahrt der zweiten Gruppe, die morgen früh nachgeholt werden soll.
Für die Kieler Paul Kohlhoff/Carolina Werner (KYC), die 2011 vor Zadar/Kroatien (13.) und 2012 vor Laoghaire/Irland (5.) die deutschen Farben bei der ISAF-Jugend-WM vertraten, ist der YES-Auftritt einer der letzte in der Skiff-Klasse. Nach der 29er-WM vor Aarhus (Dänemark/26. Juli bis 2. August) steigt das Kieler Duo auf Nacra 17 um. „Wir wollten gern olympisch segeln und vor allem auch weiterhin zusammensegeln“, so Paul Kohlhoff zur Entscheidung, vom Skiff auf den olympischen Kat umzusteigen. Der Nacra 17 ist 2016 vor Rio de Janeiro als Mixed-Klasse erstmals olympisch. Noch haben die Kieler Nachwuchstalente keinen Katamaran. „Wir haben uns spät entschieden“, so Carolina Werner. Mit Lisa Rattemeyer (Kiel) und Charlotte Müller (1995/Heidelberg) sind zwei weitere erfolgreiche Seglerinnen an einer Olympiakampagne im Mixed-Kat interessiert.
Gleich drei Ziele könnte Constanze Stolz (Düsseldorfer YC), die 2010 bei den Olympischen Jugendspielen Bronze für Deutschland gewann, 2011 bei der U17-Jugend-WM Platz zwei und im Vorjahr bei der ISAF-Jugend-WM Platz zwölf belegte, im Laser Radial erreichen. Die gebürtige Düsseldorferin (Jahrgang 1995) möchte sich nach 2012 zum zweiten Mal das ISAF-WM-Ticket sichern. Die Deutsche Junioren-Meisterschaft und der YES-Titel liegen in ihrer Hitliste für Kiel auf den Plätzen zwei und drei. „Ich hatte durch das Abitur ja eh eine etwas längere Pause, so dass ich meine Ziele nicht zu hoch schraube“, so Stolz, die inzwischen nach Kiel gezogen ist, um der STG-Academy und der Trainingsgruppe nahe zu sein. „Es geht auf Dauer nicht anders. Wir müssen die Talente mit Ambitionen in Kiel konzentrieren“, so Joachim Hellmich, Academy-Gesamtkoordinator.
Für die frisch gebackene Abiturientin beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt, bei dem Segeln ganz vorn steht. Parallel studiert Stolz Psychologie im Fernstudium. „Ich war schon froh, nach dem Abi wieder ins Boot zu können“, so Stolz über ihren ersten Regattaauftritt vor einer Woche beim European Champions Sailing Cup auf dem Gardasee (Italien), wo die Neu-Kielerin als beste Deutsche Rang 14 erreichte. Bei den YES-Regatten, bei den sie nach dem ersten Rennen auch exakt auf Platz 14 liegt, und der WM-Ausscheidung ist die Latte höher gelegt.
Doch im Laser Radial trifft die Düsseldorferin gleich auf die komplette Flotte der Jugend-Nationalmannschaft mit Lena Haverland (Schwerin), Jana Jacob (Berlin), Pia Kuhlmann (Wunsdorf), Jördis Leinert (Storkow), Annika Matthiesen (Duisburg/alle Jahrgang 1995) und Pia-Sophie Wedemeyer (Mühlheim/Jahrgang 1996).
Und beim Kampf um den YES-Titel mischen einige Routiniers wie Stolz-Nationalmannschafts-Kollegin Chiara Steinmüller (Berlin/Vorjahres-Fünfte) und vor allem die Olympia-Teilnehmerin von 2012 vor London, Franziska Goltz (Schwerin), mit. Im Kampf um die Deutsche Junioren-Meisterschaft ist Svenja Weger eine starke Konkurrentin. Die Berlinerin, die 2010 mit Wiebke Lechner im 420er bei der ISAF-WM Platz sechs belegt hatte, ist in der zweiten Saison erfolgreich im Laser Radial auf der Bahn.
Ewig jung und daher bei den Young Europeans Sailing am Start sind die 505er. Die „Fiven“ nutzten traditionell die Regatten über Pfingsten, um sich auf die Kieler Woche einzustimmen. Doch so kurz nach der WM vor Barbados, bei der die deutschen 505er-Segler der „Fiven-Welt“ zeigten, welche Nation die Nummer eins ist, und die drei Medaillenränge und Platz sechs belegten, fehlen dieses Jahr Pfingsten vor Kiel einige Topsegler. Dennoch kann sich das Feld sehen lassen. Mit Maike Schomäker/Holger Jess sind die Vorjahreszweiten favorisiert und legten gleich einen Tagessieg hin.
Jess belegte bei der WM an der Vorschot von Kieler-Woche-Abonnements-Sieger Wolfgang Hunger Platz drei. Nun möchte Jess mit der schnellsten Seglerin der Welt, Maike Schomäker, auf heimischem Revier den Titel holen.
Starke Konkurrenz kommt aus Düsseldorf: Morten Bogacki/Lars Dehne (Düsseldorf/Bad Zwischenahn) sicherten sich bei der WM vor Barbados Platz sechs und liegen nach dem ersten Rennen auf Platz zwei.
Die Entscheidungen in Kiel fallen am morgigen Pfingstmontag. Nach der abschließenden Stärkung bei der Dimension Polyant Pasta Party und einer hoffentlich weniger verregneten Nacht soll der Abschlusstag mit besseren Segelbedingungen die Aktiven versöhnen.
Fakten: Bootsklassen: 29er, int. 14-Footer, 420er, 470er, 505er, Europe, Laser Radial, Laser Standard, Laser 4.7 und Pirat.
Teilnehmende Nationen: Dänemark, Deutschland, Kuwait, Niederlande, Norwegen, Polen, Schweden, Schweiz und Ungarn.
Neben den Wettfahrten auf dem Wasser wird auch an Land im Olympiazentrum Kiel-Schilksee eine Menge geboten. Die boot Düsseldorf stellt für die Segler und Besucher wieder eine Skimboard-Bahn zur Verfügung, auf der Interessierte die ursprünglich von Windsurfern erfundene Sportart ausprobieren können. Die Bahn ist Pfingstmontag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Wer es trockener liebt, findet reichlich Angebote für Leib und Seele in der Gastronomie-Meile. Dazu präsentiert der schwedische Outdoorspezialist Tenson modische wie funktionelle Bekleidung. Die Firma Elkline zeigt in direkter Nachbarschaft robuste Freizeitbekleidung. Neu hinzu kommt der Aussteller „Blond“ mit seinen aus Segeltuch gefertigten Taschen und Accessoires.
Ergebnisse:
Olympische Klassen:
470er (1 W.): 1.Oliver Szymanski/Dustin Baldewein (Joersfelder SC), 2. Great Markfort/Anna Markfort (Joersfelder SC), 3. Maurice Oster/Jans Torge Fahl (Hamburg/Buxtehude), 4. Henrik Rask Soggard/Nikolaj Buhl (Dänemark), 5. Yannick Hafner/Björn Leuthe (Frierichshafen), 6. Friederike Strobel (Berlin).
Laser Standard M (1 W.): Philipp Kasüske (SC Fraternitas), 2. Max Kohlhoff (Kiel), 3. Lukas Feuerherdt (SC Märkischer Adler), 4. Michael Hansen (Dänemark), 5. Magnus Simon , 6. Tobias Schadewaldt (Hamburg).
Laser Radial, Frauen (1.W): 1. Chiara Steinmüller (Berlin), 2. Svenja Weger (Berlin), 3. Karoline Rummel (Wismar), 4. Julia Kühn (Kiel), 5. Annika Matthiesen (Duisburg), 6. Sarah Roeck (Öhningen).
Internationale und nationale Klassen:
Laser Radial Männer (1W): 1. Martin Aamann Jessen (Dänemark), 2. Leah-Noel Gonseth (Hamburg), 3. Matthes Waack (PWV), 4. Eric Toralf Malach (SCS), 5. Knut Beidulff (Norwegen), 6. Mikkel Korsby (Dänemark).
Laser 4.7 (2 Wettfahrten): 1. Marcus Kerketerp (Dänemark) 6 Punkte, 2., Florian Stindt (Röbel)8, 3. Mads Serverin Hassum-Olsen (Norwegen) 13, 4. Jule Lemcke (Radolfzell) 17, 5. Domenique Freund (Kiel) 19, 6. Alexander Berg (Kempen) 21.
Europe (2 W.): 1. Sverre Reinke (Bremen) 4 Punkte, 2. Janika Puls (Kiel) 8, 3. Stine Paeper (Hamburg) 12, 4. Fabian Kirchhoff (Hüde) 13, 5. Martin Kotte (Hamburg) 18, 6. Christoph Cornelius (Joersfelder SC) 18.
505er (1 W.): 1. Meike Schomäker/Holger Jess (Kiel), 2. Morten Bogacki/Lars Dehne (Düsseldorf), 3. Thomas Gosch/Rolf Meyer (Kiel) , 4. Mikke Christiansen (Dänemarfk), 5. Jens Findel/Antje Gosch (Kiel), 6. Stefan Koechlin/Andreas Achterberg (Schluchsee).
14-Footer (1W): 1. Sonja Hein/Tobias Merkel (Berlin), 2. Axel Reisch/Leith Shenstone, 3. Georg Borkenstein/Eike Dietrich (Wittensee), 4. Bettina Möller/Sören Hesse (Stralsund), 5. Oliver Sommer/Roman Stenzel (Langen), 6. Eike Ehrig/Max Siebert (BSV).
Pirat (1W): Svenja Thoroe/Karsten Bredt (Kiel), 2. Louis Hoffmann/Nils Sichert (Aachen), 3. Kai Hendrik Friese/Jakob Keudel (Kiel), 4. Daniel Jonkmanns/Daniel Labhart (Aachen) 5. Kai Köhler/Christine Schmeißer (Berlin), 6. Lars Höcker/Annika Werner (Hüde).
Termine:
Segeln: Montag, erste Startankündigung: 11 Uhr, letztmöglicher Start: 14 Uhr. Siegerehrung: Montag um 16 Uhr (geplant).
Rahmen-Programm: Pfingstmontag, 20. Mai, von 10 bis 17 Uhr.
Bahnen und Klassen:
Delta: 505er, int. 14, Piraten
Echo: Laser Standard, Laser Radial M/W
Golf: Europe, Laser 4.7
Hotel: 29er,
Juliet : 420er, 470er
Ausscheidungen und Meisterschaften im Rahmen der YES:
1. Qualifikationsserien (je ein Ticket) zur ISAF-Jugend-WM (13. bis 20. Juli in Limassol/Zypern) – Jahrgang 1995 und jünger:
Einhand männlich und weiblich auf Laser Radial,
Zweihand männlich und weiblich auf 420er,
Open High Performance Dinghy auf 29er.
2. Qualifikation (je zwei Tickets) zur EUROSAF-Jugend-EM (3. bis 9. August vor Tavira/Portugal) - Jahrgang 1995 und jünger:
Einhand männlich und weiblich auf Laser Radial,
Zweihand männlich und weiblich auf 420er,
Open High Performance Dinghy auf 29er.
3. Deutsche Juniorenmeisterschaft Laser/LaserRadial (U22/Jhg: 1992):
Laser Männer unter 22 Jahre (Stichtag: 31. Dezember des Jahres der Meisterschaft).
Laser Radial W unter 22 Jahre: (Stichtag: 31. Dezember des Jahres der Meisterschaft).
Deutsche Juniorenmeisterschaft 470er (U22):
Damen/Herren unter 22 Jahre (Stichtag: 31. Dezember des Jahres der Meisterschaft)
Weitere Informationen, Meldeliste, Ergebnisse finden Sie unter www.young-europeans-sailing.de , www.kyc.de oder www.manage2sail.de
Der Olympiateilnehmer im49er Tobias Schadewaldt (Hamburg) sorgt für olympischen Glanz bei den Young Europeans Sailing. Zum Auftakt musste sich der 28-Jährige Im Laser mit Rang sieben zufriedengeben. Foto: www.segel-bilder.de
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Young Europeans Sailing 2013 - Weitere Informationen unter www.kyc.de/regatten/yes
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