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Das Jahr der Katamarane – so viele Weltmeisterschaften gab`s noch nie
Sechs Titelkämpfe und eine German Open – Das sind die Schlaglichter der 124. Travemünder Woche. Die Klassen, die die besten Segler der Welt suchen, sind: die Kats Hobie 14, Tiger, Dragoon und Wild Cat und F16. Außerdem die ehemalige olympische Klasse Tempest, ein Zwei-Mann Kielboot. „Damit gelingt uns ein bunter, sportlicher Mix aus sehr jungen, leistungsorientierten Katklassen und einer sportlich zu segelnden, altehrwürdigen Klasse, der Tempest – alles auf dem höchsten, internationalen Niveau“.
Auf den Bahnen Delta und Hotel sind sie die Stars: die Hobies. Mit einer Länge von rund viereinhalb Metern und einem Gesamtgewicht von rund 110 Kilogramm ist der Zwei-Mann Katamaran Hobie 14 einer der am häufigsten verbreiteten Sportkats weltweit. Genau wie seine kleine Schwester, Dragoon mit rund vier Metern Länge und einem Gewicht von 105 Kilogramm, und auch die größeren Hobies Tiger und Wild Cat (beide rund fünfeinhalb Meter lang), ist der Hobie 14 vom Amerikaner Hobart Alter konstruiert worden. Und das schon in den 60er Jahren. „Ich denke wir können mit mindestens 100 Booten bei den Hobies rechnen, vielleicht auch mehr. Das Besondere: die Segler werden aus allen fünf Kontinenten nach Travemünde kommen. Eine größere Flotte wird sicherlich aus Südafrika dabei sein, da hat sich schon ein riesiger Container am Hafen von Lübeck angekündigt. Die Hobie-Gruppe wird für viel internationales Flair auf die Meile und in Travemünde sorgen“, sagt Karin Wichardt, Sportreferentin der deutschen Hobieklasse. „Zu den Favoriten gehören bei Wild Cat und Tiger sicher die Südafrikaner, aber auch ein deutscher Hobie-Hero ist dabei: Jörg Gosche. Bei den für den Strand konzipierten Hobie 14 könnte der EM-Vize Markus Merten und die Ranglistenerste Tanja Rindt vorne liegen. In der Klasse der Dragoon, die ja eher für sehr leichte Erwachsene oder eben für Kinder ab zehn Jahren geeignet ist, sind die Belgier sehr stark“. Fakt ist, die Hobies bringen jede Altersklasse aufs Wasser. Ein bunter Mix aus Nationen und Altersstufen ist hier gesichert.
Auch die sportlichen F16 Katamarane suchen das beste Team der Welt. Der etwa fünf Meter lange Strandkatamaran wird mit Spinnaker gesegelt. Die Klasse ist noch recht jung – erst 2001 wurde sie gegründet. Zur WM könnte ein handfester Ehestreit entstehen, denn der zweimalige Olympiasilbermedaillengewinner im Tornado, Darren Bundock aus Australien, trifft im Feld der rund 120 F16 Segler auf keine geringere als seine Frau, Carolijn Brouwer. Die gebürtige Niederländerin war bei den Olympischen Spielen 2008 die einzige Steuerfrau im eher Männer dominierten Feld. Sie wurde 12. „Das wird ganz klar sehr spannend. Mit den beiden haben wir echte Promis im Feld der WM. Und Carolijn wird alles geben, um ihrem Mann den Rang abzulaufen. Wir erwarten bis zu 60 Teams hauptsächlich aus Frankreich, Deutschland, England aber auch Australien, den USA und Neuseeland “, erklärt Thomas König, Chef der deutschen F16 Klasse. Die noch recht junge Klasse, gerät mehr und mehr in den Fokus des Leistungssegelns: „Der F16 gilt als Sprungbrett fürs olympische Segeln und den jetzigen Nacra 17. Den jungen Seglern dieser Klasse werden wir sicher eines Tages bei Olympia wieder begegnen“.
Anne Stadtfeld
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