Samstag, 17. Februar 2007
SEGEL.DE berichtet auch von Menschen und Institutionen, die sich für den Erhalt der Natur in den Meeren dieser unserer Erde einsetzen.
So berichteten wir mehrfach über das deutsche Meeresforschungsschiff Aldebaran(siehe ABC-Register) und über die Aktivitäten von Dame Ellen Mac Arthur zum Schutz der Albatrosse. Hier nun eine Initiative zum Schutz der Haie - wenn sie auch nicht von allen geliebt werden....
Eine Presseaussendung des forum natur & zukunft (www.fnz.at) und
Sharkproject (www.sharkproject.org)
Die moderne Barbarei: Haie & Finning
ORF-Bericht VOM JÄGER ZUM GEJAGTEN in Thema, Montag, den 19. Februar 2007,
21.10 Uhr in ORF 2
Schalten Sie bitte am Montag Ihren Fernseher ein und schauen Sie nicht weg!
Das, was Sie zu sehen bekommen, ist entsetzlich. Es ist die Realität. Wenn
Sie diese Bilder gesehen haben, werden Sie uns vielleicht verstärkt
unterstützen und uns besser verstehen, wenn wir sagen, dass, man nicht
wegschauen darf!
Mehr Infos:
http://www.fnz.at/fnz/forum/phpBB2/viewtopic.php?t=484&highlight=
....................
Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren !
Bitte unterstützen Sie die Artenschutz-Kampagne des forum natur & zukunft
(www.fnz.at) und Sharkproject (www.sharkproject.org) im Interesse der Haie,
im Interesse des Ökosystems Ozean und damit auch im Interesse der einen
Welt, in der wir alle leben. Wir haben für Sie einige Daten zusammengestellt
(siehe weiter unten), die Sie (bitte mit Nennung der Initiatoren) gern für
Ihre Berichterstattung verwenden können. Helfen Sie uns gegen die moderne
Barbarei des ³Finning², die Ausrottung der Haie und die Vernichtung des
Ökosystems Ozean anzukämpfen!
Initiative: Dr. Robert Hofrichter, fnz, Salzburg
Redakteur: Dr. Robert Schabetsberger (ORF Salzburg, Universität
Salzburg), Gudrun Kampelmüller (ORF Salzburg)
Kameramann: Ingo Eichelberger (Wien), Peter Dallagiovanna
Archivmaterial: www.wildaid.org (Danke für die freundliche Unterstützung
von WildAid; die Archivbilder sind entsetzlich,
aber sie zeigen leider die Realität. Dank
WildAid können wir Ihnen diese entsetzliche Realität zeigen,
mit der Absicht, dass auch die breite
Öffentlichkeit von der modernen Barbarei erfährt )
Bitte unterstützen Sie die Initiative gegen diese Barbarei durch Verbreitung
der Informationen und Aufklärung. Es liegt in der Macht der Medien dazu
beizutragen, dass breitere Bevölkerungsschichten mehr über die Realität
erfahren. Viele Menschen wissen etwa nicht, dass Schillerlocken aus
Dornhaien gemacht werden. Viele Menschen wissen nicht, dass Dornhaie vom
Aussterben bedroht sind. Und viele Menschen wissen nicht, dass das meiste
Haifleisch nicht etwa in Asien, sondern in den deutschsprachigen Ländern
gegessen wird.
Wir schicken Ihnen bei Bedarf gern mehr Informationen und auch Bildmaterial
zu. Für weitere Informationen stehen wir jederzeit gern zur Verfügung!
Danke für Ihre Unterstützung!
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Robert Hofrichter
fnz, Salzburg
...........................................
Information (zur freien Verwendung für die Medien)
Haie: Mythos und Realität
von Robert Hofrichter, Franziska Anderle und Kathrin Herzer (forum natur &
zukunft, Salzburg, www.fnz.at)
In diesem Augenblick größter Gefahr ist mir im Bruchteil einer Sekunde klar
geworden, wie sinnlos es ist, ein Messer als Waffe gegen den Hai bei sich zu
tragen. Selbst wenn es möglich gewesen wäre, das Messer rechtzeitig
anzuwenden: was sollte man schon mit dieser lächerlichen Waffe gegen eine so
gewaltige ,,Bestie" ausrichten können? Nein, ein Messer ist vollkommen
zwecklos, und wir haben es auch in der Folgezeit meist zuhause gelassen.
Wenn der Hai attackiert, kommt er wie ein Blitz.
Hans Hass: In unberührte Tiefen die Bezwingung der tropischen Meere
>> Viele Menschen fürchten sich auch heute noch irrational vor Haien. Manche
>> assoziieren sie automatisch mit Horror und Todesangst. Selbst der Altmeister
>> des Tauchens und der Meeresforschung, Hans Hass, nahm Haie seinerzeit, als er
>> als Unterwasserpionier vor bald 70 Jahren damit begonnen hat, in das Reich
>> der Haie vorzudringen, nicht immer so gelassen als harmlose Meerestiere hin,
>> wie er es später dargestellt hat. Man darf nicht vergessen: Er musste sich
>> Geld für sein tägliches Brot und sein künftiges Forschungsschiff Xarifa
>> verdienen, und das funktionierte am besten, indem er seinen Mut bei vor einem
>> Publikum präsentierte, das beim Wort “Hai³ an nichts anderes dachte als an
>> Gefressenwerden...
>> Wenn wir ehrlich mit uns selbst sind, müssen wir zugeben, dass unser Bild der
>> Haie selbst heute noch, im Zeitalter der Raumfahrt, recht primitiv ist. Wir
>> stellen uns in der Regel eine Zweierbeziehung vor, uns selbst auf der einen
>> Seite ganz selbstverständlich in der Rolle des Opfers, und den Hai auf der
>> anderen, der nichts anderes im Schilde führt, als uns zu fressen. Eine
>> archaische Vorstellung, die nur begrenzt eine rationale Grundlage hat. Ein
>> realistisches Bild zeigt vielmehr über sechs Milliarden Menschen, die mit
>> einer enormen Geschwindigkeit auch die letzten natürlichen Ressourcen der
>> Erde zerstören und eine unbekannte, jedoch stark schrumpfende Anzahl von
>> Haien im Meer, von denen mehrere Arten am Rand der Ausrottung stehen, mehr
>> als ein Viertel auf den internationalen Roten Listen steht und von denen
>> jedes Jahr die unfassbare Zahl zwischen 150 und 300 Millionen aus ihrem
>> Lebensraum weggefangen wird. Diesen Millionen von Haien, von denen viele bei
>> lebendigem Leib zerstückelt werden und elend zugrunde gehen, stehen
>> vielleicht zehn durch Haie getötete Menschen gegenüber - weltweit.
>> Die Angst vor dem Hai ist bis zu einem gewissen Grad dennoch verständlich, da
>> diese Tiere scharfe Zähne haben und niemand von ihnen gebissen oder sogar
>> lebendig verschlungen werden will... Doch stellt sich die Frage: Wie groß ist
>> der “natürliche Anteil³ an dieser Angst, also jener rationale Anteil, der uns
>> wirklich angeboren ist, und wie viel wurde und wird uns erst durch den
>> Einfluss der menschlichen Gesellschaft, durch Bücher, Filme, Medien und
>> Berichte anerzogen?
>> Homo sapiens hat in seiner Evolution diese Art spezifischer Angst gar nicht
>> entwickeln können, hat sich doch der moderne Mensch nicht hauptsächlich auf
>> Inseln oder Meeresküsten entwickelt. Eine Urangst vor mächtigen Tieren, die
>> große Zähne haben, steckt zwar in ihm, mögen es Löwen oder Bären sein, aber
>> sicherlich nicht jene vor dem Hai. Moderne Studien und die Statistik zeigen
>> ganz klar, dass Haie keinesfalls speziell Jagd auf Menschen machen und dass
>> es nur äußerst selten, weltweit nur einige Male im Jahr, tödliche
>> Zwischenfälle mit Haien gibt. Der Verdacht liegt nahe, dass uns die alles
>> übersteigende Angst vor dem Hai zu einem größeren Teil erst in den letzten
>> Jahrzehnten bis Jahrhunderten anerzogen wurde. Grund genug für die
>> Artenschützer, um das Übel an der Wurzel zu packen und dieser irrationalen
>> Angst durch Aufklärung den Kampf anzusagen.
>> Eine eingehende Analyse beweist es dann auch: Das Bild des “durchwegs bösen³
>> Hais haben wir ganz wesentlich Steven Spielberg zu verdanken - und Peter
>> Benchley, der die Romanvorlage für einen der berühmtesten Thriller und
>> erfolgreichsten Hollywoodfilme - Der Weiße Hai - lieferte. Später bedauerte
>> Benchley die Auswirkungen seines Romans zutiefst und kämpfte bis zu seinem
>> Tod (er starb am 11. Februar 2006) für den Schutz der Haie. Für Millionen
>> Haie war es allerdings schon zu spät, denn sie sind einem weltweiten
>> "Rachefeldzug" zum Opfer gefallen - einem "Rachefeldzug" gegen ein fiktives
>> Kunststoff-Filmtier und seine Untaten. Die alles verschlingende Bestie aus
>> dem Film existiert nämlich in der realen Welt nicht.
>> Es ist schon 31 Jahre her es war 1975 , dass die erste Folge von "Der
>> Weiße Hai" über die Leinwände der Welt flimmerte (Rezension und Daten siehe
>> http://www.filmrezension.de/+frame.shtml?/filme/der_weisse_hai.shtml). Die
>> durch den Film ausgelöste Panik und Hetzkampagne gegen den Weißen Hai und
>> Haie überhaupt waren in der modernen Welt beispiellos. Kein anderer Film hat
>> das Bild eines Tieres bei Millionen von Menschen so tiefgreifend und so
>> nachhaltig negativ geprägt wie Steven Spielbergs perfekt in Szene gesetzte
>> Horrorvisionen. Der Film schildert bekanntlich die mörderischen - allerdings
>> völlig unrealistischen - Attacken eines gigantischen (Kunststoff-)Hais, der
>> einen beliebten Badestrand terrorisiert. Drei Männer jagen das Tier auf hoher
>> See bis zum bitteren Ende, der weniger sympathische Fischer wird gefressen,
>> der sympathische und sanfte Held überlebtŠ Für den nicht tauchenden und nicht
>> speziell informierten “Durchschnittsbürger³ war es damals schwer und ist
>> es auch noch heute , sich im Spannungsfeld derartiger Horror-Darstellungen
>> zwischen Fiktion und Realität der Haie richtig zu orientieren.
>> Im englischen Original hieß der Film Jaws, was “Kiefer³ bedeutet. Ein Name,
>> der wohl unbeabsichtigt einen wichtigen biologischen Hinweis liefert: Haie
>> gehören zoologisch zu den so genannten Kiefermündern, der evolutiv
>> erfolgreichsten Gruppe aller Wirbeltiere, zu der auch wir Menschen und alle
>> anderen Tiere, die zwischen den Haien und uns Menschen liegen zählen.
>> Gerade diese Kiefer ermöglichten es ihren Trägern, auf eine ³moderne²,
>> neuartige Art Nahrungsaufnahme umzusteigen und die Nahrungsbrocken mit
>> beißenden und mahlenden Bewegungen der Kiefer zu verkleinern die Grundlage
>> für ihren enormen evolutiven Erfolg und ihre Entfaltung in der
>> Stammesgeschichte. Denn es gibt nur knapp 100 kieferlose Wirbeltiere, aber
>> weit über 50.000 heute lebende mit Kiefern! Das gehört jedoch bereits in ein
>> anderes Kapitel ...
>> Zu behaupten, Haie seien völlig harmlos, kommt bei manchen Haiarten bei
>> insgesamt etwa 400 Arten ist es allerdings eine Minderheit einer
>> Untertreibung gleich. Genauso wie andere große Raubtiere mit einem
>> entsprechenden Gebiss oder auch nur der Körpergröße von Löwen, Tigern, Bären
>> oder auch schon größeren Hunden, können manche Haie eine potenzielle Gefahr
>> für den Menschen darstellen. Große Haie sind in ihrem Element auf alle Fälle
>> ungleich mächtiger als wir und könnten uns leicht töten. Doch die Betonung
>> liegt hier auf der Möglichkeitsform: Sie könnten dies tun, wenn wir Menschen
>> in ihrem Verhaltensprogramm als Beutetiere gespeichert wären! Anders
>> ausgedrückt: Sie tun es wesentlich seltener, als sie es tun könnten!
>> Und das hat einen einfachen Grund: Haie haben sich in ihrer Evolution nicht
>> auf Menschen als Nahrung bzw. Beute eingestellt, weil sie 99, 999 % ihrer
>> unglaublich langen Vorherrschaft im Meer, die seit 400 Millionen Jahren
>> andauert, ohne Menschen existieren konnten. Es ist erst einige Jahrtausende
>> her, dass Haie überhaupt gelegentlich und zum ersten Mal die Bekanntschaft
>> dieser seltsamen zweibeinigen Landbewohner machten, die allmählich die
>> Meeresküsten besiedelten und damit angefangen haben, die Meere zu befahren
>> und zu nutzen. Erst seit etwa 100 Jahren haben größere Menschenmassen
>> vermehrt damit begonnen, aus reinem Vergnügen ins Meer zu steigen, um dort
>> Badespaß und Erholung zu suchen. Und erst an die 50 Jahren dringen immer mehr
>> Menschen als Taucher direkt in den Lebensraum der Haie vor. Haie konnten sich
>> also in der Stammesgeschichte gar nicht auf Menschen als Beute
>> “spezialisieren³.
>> Wenn dem so wäre, dann müsste es jährlich bei Milliarden von
>> "Badeereignissen" oder sonstigen Wasserbegegnungen von Menschen
>> unvergleichlich mehr tödliche Unfälle mit Haien geben, Tausende oder gar
>> ZehntausendeŠ Wir sind für Haie einfach nur fremde, unbekannte Wesen, in der
>> Regel ausgerüstet mit verschiedensten geheimnisvollen Geräten. Viele in den
>> Medien als Angriffe übertrieben und sensationssüchtig dargestellten
>> Zwischenfälle mit Menschen enden damit, dass sich der Hai nach einem Biss
>> wieder entfernt. Selbstverständlich sind für die Verletzten solche Unfälle
>> tragisch genug, doch um eine kollektive Hysterie gegen eine ganze Tiergruppe
>> anzuheizen oder sogar einen regelrechten Hass gegen sie zu schüren
>> reichen die verhältnismäßig wenigen Opfer nicht aus. Menschen, die sich ins
>> Meer vorwagen, akzeptieren in der Regel auch, dass sie als Gäste in ein
>> fremdes Element vorstoßen. Sie sind sich der Gefahren des Elements Ozean
>> bewusst. Doch von allen Gefahren dieses Elements ist jene von einem Hai
>> gefressen zu werden die geringste. Gerechter Weise und nach derselben Logik
>> müsste man auch gegen Nashörner, Nilpferde, Löwen, Rinder oder Haushunde
>> hetzen (oder Honigbienen), auf deren Konto ungleich viel mehr Todesopfer
>> jährlich gehen. Dennoch würde niemand auf die Idee kommen, solch absurde
>> Hetz- und Hasskampagnen zu beginnen! Es wäre genau das nämlich absurd. Doch
>> es ist ein bemerkenswertes psychologisches Phänomen, dass es im Fall der Haie
>> den Menschen nicht absurd vorkommt. Spielberg hat seine personifizierte
>> Bestie gefunden, die in fast allen Menschen Grauen hervorruft. Es war gut für
>> die Kinokassen und Einschaltquoten, jedoch katastrophal für die reale Welt,
>> verheerend für das Ökosystem Spielberg gelang es als genialem Regisseur die
>> Mehrzahl der Menschen zu erreichen. Doch was waren die Folgen der Fiktion?
>> Das größte Abschlachten der Haie, das es bis zu dem Zeitpunkt jemals gegeben
>> hat.
>> Unser durch Angst dominiertes Bild ist zweifellos durch moderne Medien
>> geprägt worden. Steven Spielberg hat das Thema Hai geschickt ausgeschlachtet.
>> Bedient hat er sich bekanntlich nicht echter Haie, sondern eines
>> Kunsstoffhais Namens Bruce, dem seine Bestialität ins Gesicht geschrieben
>> stand (Hintergründe unter http://de.wikipedia.org/wiki/Der_wei%C3%9Fe_Hai).
>> Das Dramatisieren der Haie, die übertriebene, hysterische Darstellung der
>> Gefahr, die von ihnen ausgehen soll, das Bild der Haie als blutgierige,
>> primitive Monster, als reine Fressmaschinen, die reißerische
>> Darstellungsweise der Medien ist eine im höchsten Maß unverantwortliche
>> Denk- und Handlungsweise von Menschen und Medien mit schwerwiegenden
>> Folgen. Denn die Tatsachen sagen uns das Gegenteil: Nicht wir Menschen sind
>> durch Haie in unserer Existenz bedroht, sondern die Haie durch uns! Nach mehr
>> als 400 Millionen Jahren Vorherrschaft im Meer werden sie innerhalb nur einer
>> Menschengeneration direkt vor unseren Augen ausgerottet!
>> Die meisten Menschen kennen Haie nach wie vor nur aus Dokumentarfilmen, die
>> immer häufiger und in immer besserer Qualität über unsere Bildschirme
>> flattern oder aus immer größeren Schauaquarien, wo die Tiere jedoch hinter
>> einer dicken Plexiglasscheibe schwimmen. Nur wenige können sich vorstellen,
>> einem “leibhaftigen³ Hai wirklich in freier Natur zu begegnen. Allein diese
>> Vorstellung weckt schon die erwähnte irrationale und anerzogene Angst. Wir
>> bekommen in unseren warmen Stuben unserer Heime die Chance, Zeugen von
>> sensationellen und einmaligen Szenen aus dem Meer zu werden, aber eine
>> direkte Begegnung wird von vielen nach wie vor als Horrorvision empfunden,
>> als ob die Begegnung allein schon gleichbedeutend mit dem Aufgefressenwerden
>> wäre ... Doch haben Taucher in den letzten Jahrzehnten schon viel dazu
>> beigetragen, das Bild der Haie ganz neu und positiv zu zeichnen. Millionen
>> Haibegegnungen in den letzten 50 Jahren, jeden einzelnen Tag und gleichzeitig
>> an vielen Orten der Erde, ohne aufgefressen oder auch nur gebissen zu werden
>> das ist die Realität! Aufklärung und unermüdliche Arbeit von
>> Artenschützern, Experten und engagierten Tauchern und Haifreunden sind daher
>> weiterhin von größter Bedeutung.
>> Wie sieht also ein realitätsnahes Bild von Haien aus, wie ist ihre
>> ökologische Bedeutung im Ökosystem Meer, und wie ist das Ausmaß ihrer
>> Bedrohung einzuschätzen? Informieren Sie sich, bevor Sie sich eine Meinung
>> bilden!
>> … Respekt ist wichtig (gilt für viele Wildtiere und selbst Haustiere, da sind
>> Haie keine Ausnahme), doch übertriebene Angst ist unangebracht. Haie greifen
>> nur sehr selten Menschen an.
>> … Haie sind wortwörtlich seit Urzeiten, seit weit mehr als 400 Mio. Jahren,
>> substanzieller Teil des Ökosystems Meer. Die ältesten bekannten fossilen
>> Spuren von Knorpelfischen, zu denen auch die Haie gehören, stammen bereits
>> aus dem Untersilur, und sind somit an die 440 Millionen Jahre alt. Haie sind
>> damit zwar uralte, aber keinesfalls “primitive³ Wirbeltiere, wie das oft
>> falsch verstanden und dargestellt wird. Die großen Arten ähneln in ihrer
>> Biologie den Delfinen und Walen mehr als den meisten (Knochen-) Fischen. Sie
>> haben etwa im Gegensatz zu den meisten Knochenfischen eine innere
>> Befruchtung, die sicherlich kein “Primitivmerkmal³, sondern die evolutiv
>> “höchste³ Form der Reproduktion ist, sie haben eine lange Tragzeit und wenige
>> Nachkommen. Gerade das macht sie so anfällig gegen Überfischung.
>> … Haie sind die wichtigsten Top-Prädatoren des Ökosystems Meer, des größten
>> zusammenhängenden Lebensraumes der Erde. Es ist keinesfalls eine
>> artenschützerische Übertreibung, wenn man behauptet: Wenn die Haie sterben,
>> stirbt mit ihnen das Meer! Vielleicht meinen auch Sie, dass diese
>> Formulierung bloß ein Slogan von Haifreunden und Haischützern ist. Doch sagen
>> erschütternde und hochaktuelle Artikel aus den renommiertesten
>> wissenschaftlichen Magazinen der Welt: "Ob in einzelnen Gezeitentümpeln oder
>> kompletten Ozeanbecken - überall entdeckten wir das gleiche Muster: Verlieren
>> wir eine Art, verlieren wir die Produktivität und Stabilität des gesamten
>> Systems. Ich war verstört, wie konsistent diese Trends sind - weit stärker
>> als wir je vermuteten." (Boris Worm, Science, 2006, 314: 787-790)
>> … Viele der mehr als 1.000 Knorpelfischarten sind stark bedroht, einige
>> bereits wahrscheinlich biologisch ausgestorben. Das heißt, dass ihre Bestände
>> im Weltmeer unter eine kritische Marke abgesunken sind, die für die Erhaltung
>> der Art nicht mehr ausreicht. Am dramatischsten trifft die Zerstörungswut der
>> Menschen die größeren Haiarten. Doch auch viele kleinere Spezies wurden an
>> den Rand der Ausrottung gebracht (nur ein Beispiel unter vielen ist der
>> Dornhai, Stichwort “Schillerlocke³; viele Menschen essen sie und wissen
>> nicht, dass diese aus den fast schon ausgerotteten Dornhaien gemacht wird).
>> Mit ihren Flossen, zum Teil auch anderen Produkten (Kiefer und Zähne,
>> Knorpel, Fleisch), lassen sich vor allem in Südostasien äußerst lukrative
>> Geschäfte machen.
>> … In vielen hoch entwickelten Ländern des Westens gelten heute strenge
>> Tierschutzgesetze, die selbst das Angeln von Fischen mit Lebendköder
>> verbieten und sei es nur ein Regenwurm , um Lebewesen vor unnötigen Qualen
>> zu schützen! Im Fall der Haie ist die barbarische Praxis von Finning Jagd
>> auf Haie nur ihrer Flossen wegen weltweit verbreitet. Lebenden Haien werden
>> die Flossen abgeschnitten und die elend zugrunde gehenden Tiere werden
>> Sekunden später noch lebend wieder ins Meer zurückgeworfen. Es gibt
>> eindeutige Beweise dafür, dass es selbst auf Schiffen, die unter Flagge eines
>> EU-Staates unterwegs sind, gängige Praxis ist (zum Beispiel in den Gewässern
>> der Seychellen, wie unsere Recherchen im Oktober 2006 ergaben). Wir glauben
>> nicht, dass es nicht möglich ist strenger gegen diese tierquälerische Praxis
>> vorzugehen! Wir glauben nicht, dass es nicht in der Macht der EU-Staaten
>> steht, mehr gegen diese barbarische Praxis zu unternehmen!
>> … Aber selbst wenn man gefangene Haie auf korrekte Weise töten würde, bevor
>> man sie zerstückelt, steht fest: Der Fischfang und hier speziell auch der
>> Fang der Haie, muss viel stärker durch internationale und globale
>> Quotenregelungen geregelt und anschließend auch kontrolliert werden.
>> Ansonsten droht vielen Haiarten in den kommenden Jahren die Ausrottung. Das
>> hängt nicht zuletzt mit dem wachsenden Wohlstand der Chinesen zusammen. Wenn
>> die Mittelschicht auf mehrere Hundert Millionen anwächst, bedeutet es fast
>> automatisch das Ende vieler Haie. In China ist der Hauptmarkt für Haiflossen.
>> … Haie werden gezielt für fragwürdige pharmazeutische Produkte (etwa völlig
>> wirkungslose Knorpelprodukte, die gegen Krebs schützen sollen), für Fish &
>> Chips oder für einen geschmacklosen Inhalt von Suppen gefischt oder gehen als
>> Beifang auf der Suche nach Tunfisch und Marlin an die Haken der
>> Longline-Fischer. Auch hierbei sind Länder der EU beteiligt! Ist es den
>> Staaten des Westens nicht möglich, dem Handel zumindest teilweise einen
>> Riegel vorzuschieben?
>> … Die letzten Rückzugsgebiete und Kinderstuben der Haie werden in der Dritten
>> Welt zunehmend zerstört. Weitläufige Mangrovengebiete müssen ambitionierten
>> Projekten der Tourismusbranche bzw. Industrieprojekten weichen oder werden
>> durch Umweltverschmutzung sukzessive beeinträchtigt. Oft erfolgen solche
>> kurzsichtige "Entwicklungsprojekte" sogar mit Unterstützung der westlichen
>> Länder, auch EU-Länder. Das Ende vieler Haiarten und ganzer Ökosysteme ist
>> unter solchen Bedingungen absehbar.
>> … Die einzige Möglichkeit, weitere Arten vor dem Aussterben zu retten: Wir
>> brauchen noch viel mehr Aufklärung, Öffentlichkeitsarbeit und Information.
>> Wir brauchen die Unterstützung der breiten Öffentlichkeit! Wir brauchen eine
>> breite Bewusstseinsfront, die ähnlich für die Haie kämpft wie vor einigen
>> Jahrzehnten für die Wale und Delfine! Wir müssen noch mehr Druck auf die
>> Regierungen und Verantwortlichen ausüben, damit sinnvolle Fangquoten
>> festgelegt werden und deren Einhaltung sicher gestellt wird, damit ein
>> kompromissloser Schutz der Rückzugsgebiete und Kinderstuben umgesetzt werden
>> kann.
>> … Sollten diese Maßnahmen zu spät kommen, sind die Auswirkungen auf das
>> größte und komplexeste Ökosystem der Welt kaum abzuschätzen. Die Zukunft der
>> gesamten Menschheit hängt ganz maßgeblich von einem gesunden Zustand der
>> Weltmeere ab, das ist heute wissenschaftlich bestens untersucht und bekannt.
>> Auch das Weltklima, von dem heute weltweit so viel gesprochen wird, hängt
>> entscheidend vom Ökosystem Ozean ab, wohl mehr, als von allen anderen
>> Faktoren. Es muss im Interesse eines jeden Einzelnen von uns sein, dass die
>> Balance in den Ozeanen bewahrt bleibt!
>>
>> Setzen auch Sie sich für den Schutz aller Meeresbewohner ein, einschließlich
>> der Haie! Denn ohne sie würde sich das Ökosystem Weltmeer in einer ungeahnten
>> und kaum einschätzbaren Dimension verändern, mit Folgen, die Sie persönlich
>> und die Zukunft Ihrer Kinder betreffen!
Dr. Robert Hofrichter
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I have had the privilege of working on a valuable and beautiful group of
fishes. However, their value is not economic but biological and their beauty
lies in their marvelous adaption to their habitat. J. C. Briggs
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