Newsletter vom 11.05.2007
1. Die Deutschen haben sich in Valencia nicht mit Ruhm bekleckert
Die Round 2 des Louis Vuitton Cup in Valencia ist nun zuende , und die vier Boote, die ins Halbfinale einsteigen, heissen 1 Emirates Team New Zealand (NZL 92), 2 BMW ORACLE Racing (USA 98), 3 Luna Rossa Challenge (ITA 94), 4 Desafío Espaņol 2007 (ESP 97). Das deutsche Team United Internet Team Germany, das schon unter Geburtswehen zustandekam und den erfolgreichsten dänischen Profiskipper Jesper Bank verpflichtete,
hat es nicht geschafft gegen die erfahrenen Crews der anderen genügend Punkte zu machen. Nur zwei Siege gegen die absoluten Segelnewcomer aus China waren ihnen vergönnt und reichten gerade mal für den vorletzten, 10.Platz in der Round 2. Jesper Bank ist daraufhin fairerweise als Skipper ausgeschieden, und die Deutschen werden sich jetzt erst mal ihre Wunden lecken und versuchen das nächste Mal besser zu werden.
Das Medienecho - auch das deutsche - war bei diesem Rennen größer als in den vergangenen Jahren. Auch das Drum und Dran hatte diesmal einen größeren Umfang und Publikumswirkung. So kamen als "18.Männer" an Bord: Prinzessin Christina von Spanien, die neuseeländische Premierministerin Clark, die Kieler Bürgermeisterin Angelika Volquarzt, Dame Ellen Mac Arthur, Weltmeister Michael Schumacher und das Supermodel Tajana Patitz. Die südafrikanische Crew von Shosholoza ließ sich allerhand Auffälliges einfallen und führte zur Eröffnung sogar einen Elefanten im Hafen vor.
Fallschirmspringer brachten die Rennflagge aus dem Himmel in das neugebaute Gelände des Port Americas Cup.
Am Montag, 14.05.2007 beginnt das Halbfinale der vier Besten.
2. Sir Robin Knox-Johnston ist der eigentliche Held des 5 Oceans.
In diesen Tagen ist das zweithärteste Solorennen um die Welt, das VELUX 5 Oceans zuende gegangen. Diese Rennen stand unter keinem allzuguten Stern. Schon vor dem Start am 22.Oktober 2006 in Bilbao verursachte ein schwerer Sturm Schäden an den Booten und zwang so den 7. Skipper später zu starten. Die Startflotte von 6 Booten geriet in der Biskaya sofort in einen Orkan, der alle - ausser Bernard Stamm, zu einem Notstop in verschiedenen Häfen zwang. Auf dem Weg nach Freemantle erwischte es dann im Indischen Ozean Alex Thomson, dessen Schwenkkielschaden das Boot schließlich versenkte. Mike Golding fuhr zurück, rettete ihn aus hoher See und erlitt anschließend einen Mastbruch. Sir Robin fuhr unterdessen oft hinterher, holte dann wieder auf und plagte sich mit einer Reihe von technischen Widrigkeiten ab, die aber seinen Humor nicht besiegen konnten. Auf See wurde er 68 Jahre alt und wurde von einem britischen Satiremagazin zum Oldie des Jahre ausgerufen, was er aber dementierte. Schließlich kam er als Dritter in Bilbao an und ist nicht so gescheitert wie Graham Dalton, der von Anfang an Pech hatte, mehrmals Pitstops einlegen mußte, krank war und bestohlen wurde und sich eine neue Kielbombe bauen ließ. Am Ende schaffte er in Norfolk nicht mehr das Zeitlimit und mußte so die Teilnahme abbrechen.
Am Schicksal von Graham konnte man die mentale Seite eines solchen Solorennens um die Welt verfolgen, die von den Skippern manches abverlangt.
SEGEL.DE hat ausführlich anhand der Tagesberichte und Fotos informiert.
3. Extreme 40-Cats: Spektakuläre Segelrennen vor Publikum in Ufernähe
Erstmalig zum Volvo Ocean Race 2005/06 wurden in verschiedenen Häfen während der Zwischenstops Inportraces mit der neuen Cat-Klasse Extreme 40 veranstaltet. Diese Rennen erfreuten sich guter Aufmerksamkeit und werden u.a. von Dame Ellen Mac Arthur
organisiert, die gerade auf der Themse in London diesen neuen schnellen Cat vorführte . In diesem Jahr beginnen die Rennen der "iShares Cup Extreme 40 Sailing Series" am 25. Mai in München und werden dann in Marseille, 7-9 July, Cowes, 3-5 Aug und
Amsterdam, 14-16 Sept mit jeweils 6 Booten fortgesetzt. Titelsponsor ist iShares, führendes Unternehmen in Exchange Traded Funds, das ebenso wie z.B. Volvo, Rolex und VELUX den Segelsport für ihre PR-Kampagnen nutzt.
Bis zum nächsten Newsletter.
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