

|

Aktuelle Nachrichten aus der Segelwelt
Aktuelle Segelnachrichten 2010
12.02.2010
Rückblick boot 2010:
Mit WEST SYSTEM auf Kurs gebracht
Zusammen mit dem Schiffer-Berufskolleg RHEIN sorgte die M. u. H. von der
Linden GmbH dafür, dass der gemeinnützige Verein "Euro-Viking" zwei neue
Wikingerboote erhielt. Sie lieferte Material und Know How für den Bau von zwei
neun Meter langen Repliken. Die Fertigung übernahmen Auszubildende des Boots-
und Schiffbaus aus Nordrhein-Westfalen. Die Arbeit ging ihnen so flott von
der Hand, dass sie die Boote noch während der Messe an Burghard Pieske, den
Initiator von "Euro-Viking", übergeben konnten.
|

Foto: www.vonderlinden.de
|
Vorschau Mai 2010:
Die Wikingerboot-Nachbauten "Hugin" und "Munin" brechen zu einer 2.500
Kilometer langen Expeditionsfahrt den Dnepr talwärts bis ins Schwarze Meer auf.
Mit an Bord: Jugendliche, die ihren Platz im Leben noch nicht gefunden
haben.
M. u. H. von der Linden GmbH
An der Windmühle 2
46483 Wesel
Tel: 0281-33 83 0 -0
Fax: 0281-33 83 0- 30
service@vonderlinden.de
www.vonderlinden.de
Info-Brief Nr. 5
Thema: Mit WEST SYSTEM auf Kurs gebracht - oder: Warum die M. u. H. von der Linden GmbH Material und Know How für den Bau von zwei Wikingerboot-Repliken spendierte.
Gemeinschaftliche Hilfs-Aktion
Der Verein "Euro-Viking" gibt jungen Menschen, die Schwierigkeiten haben, ihren Platz im Leben zu finden, eine Chance, sich einzugliedern. Wer sie ergreifen möchte, muss einiges leisten: Boote bauen, Abenteuer bestehen und lernen, sich anzupassen. Hat man all das geschafft, darf man mit Recht optimistisch in die Zukunft blicken.
"Euro-Viking" ist ein gemeinnütziger Verein und daher auf Spenden angewiesen. Jede Unterstützung ist gern gesehen, egal, ob sie in Form von Geld- oder Sachspenden erfolgt oder über ehrenamtliche Mitarbeit.
Die Firma von der Linden hat beides gestiftet: Bootsbau- Materialien für zwei neun Meter lange Wikingerboot-Repliken und Know How-Transfer für die fachgerechte Verarbeitung von High Tech-Kunststoffen.
Firmenchef Helge von der Linden begründet den außergewöhnlich umfangreichen Sponsoring-Einsatz damit, dass ihn das Konzept von "Euro-Viking" überzeugt hat.
Den Anstoß für die Spendenaktion gab Hans-Günter Portmann, Leiter des Schiffer-Berufskollegs RHEIN. Er unterbreitete Helge von der Linden die Idee, gemeinschaftlich zwei Wikinger-Nachbauten für den Verein zu erstellen. Werkstoffe und Anleitung sollten aus Wesel kommen, das Fertigen würden Auszubildende des Boots- und Schiffbaus aus Nordrhein-Westfalen übernehmen. Die Nachbauten sollten so leicht wie möglich werden, aber dennoch hochfest. Bei späteren Expeditionsfahrten würde man sie über Schleusentreppen oder Biberdämme tragen müssen. Da die Wikingerboot-typische Klinkerbauweise erhalten bleiben sollte, bot sich eine Fertigung mit Epoxid-Harzen und Vakuumtechnik an.
Im Dezember 2009 fand in Wesel ein Kunststoff-Seminar statt, bei dem die Lehrlinge den fachgerechten Umgang mit den zur Verwendung kommenden High Tech-Materialien lernten. Dafür wurde die Rumpf-Form der Replik nach Wesel in die neuen von der Linden-Schulungsräume transportiert, und es entstand - quasi als Generalprobe - eine erste Rumpfhälfte.
Der eigentliche Bau sollte jedoch möglichst medienwirksam im Rahmen der boot stattfinden. Die Messeleitung stellte in Halle 15 einen geräumigen Standplatz zur Verfügung, und die Fertigung konnte beginnen.
Verarbeitet wurden Pro-Set Epoxy Laminierharz, WEST SYSTEM Epoxy, Saertex Multiaxialgelege und Coosa Platten. Diese hochdichten witterungsbeständigen Polyurethan Schaumplatten sind ein hervorragender Ersatz für Sperrholz. Sie wurden für Versteifungen und Schotten verarbeitet.
Coosa PlattenCoosa Polyurethan Schaumplatten sind neu im von der Linden-Programm. Sie werden in zwei Produkt-Serien und jeweils mehreren unterschiedlichen Dichten produziert.Coosa NauticalDie Platten der Nautical Serie sind durchgängig mit Endlos-Glasfasern verstärkt. Sie werden in Dichten von 144, 240, 320 und 384 kg/m2 gefertigt.Nautical 24 (384 kg/m2) empfiehlt sich für den Bau von Stringern, Spiegeln und Bodenplatten.Nautical 20 (320 kg/m2) ist die leichtere Variante und kommt hauptsächlich in Decken- und Wandpaneel -Versteifungen zum Tragen.Noch leichter sind Nautical 15 Platten (240 kg/m2). Sie kommen überall dort, wo Gewicht gespart werden soll, zum Einsatz, ebenso als Kernmaterial.Die leichteste Ausführung, Coosa Nautical 9 (144 kg/m2), wird dort verarbeitet, wo unverstärkte Schaumplatten gerade nicht mehr ausreichen.Coosa BluewaterIn der Bluewater Serie werden die Platten aus einem mit Endlos-Glasfasern gefüllten Polyurethan-Schaum hergestellt und zusätzlich mit Glasrovinggewebe verstärkt.Es gibt sie in zwei Dichten.Bluewater 26 Platten (416kg/m2) haben die höchste Steifigkeit und das beste Verhältnis von Steifigkeit zu Festigkeit. Man verwendet sie für den Bau von Spiegeln, Schotten, Bodenplatten und für Wandpaneele.Bluewater 20 (320 kg/m2) Platten sind leichter und kostengünstiger. Sie kommen in schwächer belasteten Bauteilen wie Decks zum Einsatz.Die Vorteile von Coosa Platten auf einen Blick:1. Kein Verrotten und kein Insektenbefall.2. Keine besondere Wartung nötig.3. Geringe Wasseraufnahme (bei Bluewater weniger als 1 Prozent).4. Dimensionsstabil.5. Resistent gegen Schimmel, Fäulnis und Algen.6. Geschliffene Oberfläche für gute Haftung.7. Mit Standardwerkzeugen zu bearbeiten.
Gewinner gibt es viele
Beide Boote wurden termingerecht fertig. Eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass die Bauzeit nur neun Tage betrug und von den zwölf Lehrlingen, die am Bau beteiligt waren, sechs eine Ausbildung zum Schiffbauer absolvierten. Für sie war der Abstecher in die Welt der Bootsbauer besonders wertvoll.
Überhaupt kam die Aktion vielen zugute.
Die Lehrlinge profitierten sowohl vom Kunststoff-Seminar, als auch von der anschließenden Bautätigkeit.
Die Messebesucher konnten live erleben, wie man fachgerecht laminiert und sich über die unterschiedlichen Ausbildungsmöglichkeiten, die das Schiffer-Berufskolleg zu bieten hat, informieren.
Auch der Plan bezüglich der Medienwirksamkeit ging auf. Mehrfach wurde in Printmedien über die Gemeinschaftsaktion berichtet. Der WDR drehte einen Film, der am 01.01.2010 ausgestrahlt wurde und den man sich im Internet unter http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2010/02/01/lokalzeit-duisburg-hafengeschichten-wikinger.xml
anschauen kann.
Größter Nutznießer ist natürlich der Verein. Noch während der Messelaufzeit wurden die Schiffe feierlich übergeben.
Alle in einem Boot
"Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, ist es gut, ein Schiff zu bauen!" Dieser Satz gilt "Euro-Viking" als Leitmotiv, nicht zuletzt, weil er deutlich macht, worin die Zielsetzung des 1998 gegründeten Vereins besteht. Er vermittelt jungen Menschen, die aus zerrütteten Familien kommen, suchtkrank sind oder durch Straftaten aus der Bahn geworfen wurden, eine Chance, sich in die Gesellschaft zu integrieren. Die Jugendlichen erhalten eine sinnvolle Aufgabe, sprich Arbeit. Sie fertigen Nachbauten von Wikingerbooten an und/oder sind für deren Ausrüstung beziehungsweise Instandhaltung verantwortlich. Dafür werden sie mit Expeditionsfahrten belohnt. Man segelt oder rudert auf historischen Wikingerrouten. Nicht selten führen diese in menschenleere, unwegsame Gefilde. Spätestens dann wird klar, dass nur bestehen kann, wer auf Teamgeist setzt. Betreut werden die jungen Leute von ausgebildeten Pädagogen und Trainern, die als Vorbild dienen. Sie erledigen dieselben Aufgaben wie ihre Schützlinge.
Initiator von "Euro-Viking" ist der Weltumsegler Burghard Piekse.>BR>
Bevor er Segeln zum Beruf machte, hat er viele Jahre als Lehrer gearbeitet. Gute Pädagogik liegt ihm noch immer am Herzen.
Bis 2009 konnten fünf Nachbauten fertig gestellt und zahlreiche Abenteuer-Törns absolviert werden. Die beiden Neubauten, die jetzt während der boot 2010 entstanden, sind für einen ganz besonderen Törn vorgesehen. Der beginnt im Mai und führt den Dnepr talwärts bis ins Schwarze Meer. Das ist eine Strecke von gut 2500 Kilometern. Bei angestrebten Etmalen von 50 Kilometern wird die Expedition viele Wochen dauern, Zeit genug, um sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Passend für den Zweck dieser Reise wurden die Boote auf die Namen der beiden Raben Odins getauft. "Hugin" bedeutet soviel wie Gedanke, und "Munin" soviel wie Weißheit.
www.vonderlinden.de
www.euro-viking.eu
www.schiffer-bk.de
Silke Springer
Journalistin
Simrockstr. 17
22587 Hamburg
Tel: 040-864930
Fax. 040-864736
ssp1956@aol.com
|
|
|