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Aktuelle Nachrichten aus der Segelwelt
Aktuelle Segelnachrichten 2010
26.02.2010
Pressemitteilung von Knierim Yachtbau
31-m-Solar-Kat in Kiel enthüllt
Innovatives Forschungsprojekt zur Nutzung von Sonnenenergie
KIEL. Mit der Enthüllung des 31 Meter langen und 15 Meter breiten
Katamarans, der ausschließlich von Sonnenenergie angetrieben wird, feierte
das Projekt PlanetSolar am Donnerstag (25. Februar) einen weiteren
Meilenstein. Fast 60.000 Bootsbaustunden der Kieler Knierim-Werft stecken in
dem futuristischen E-Motorboot, das im kommenden Jahr ganz ohne fossile
Brennstoffe die Welt umrunden soll. Möglich wird dies durch ein
Forschungsinvestment des Darmstädter Unternehmers und Solar-Pioniers Immo
Ströher als Eigner des Riesen-Kats. Der Stapellauf ist in einigen Wochen
geplant.
Siebeneinhalb Meter hoch steht der mächtige, weiße Hauptrumpf über den
Köpfen der rund 200 Gäste in Halle 11 der Kieler Howaldtswerke-Deutsche
Werft (HDW), als Bootseigner Immo Ströher gemeinsam mit den Skippern der
Weltumrundung, dem Schweizer Raphaël Domjan und Gérard d’Aboville aus
Frankreich, den schwarzen Vorhang aufzieht.
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Fotos: www.knierim-yachtbau.de
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Die unverwechselbare Form nach
einem Design des Neuseeländers Craig Loomes dürfte auf allen Weltmeeren
neugierige Blicke auf sich ziehen, zu allererst aber auf der Kieler Förde.
„Die Entwicklung eines innovativen, hoch effizienten Antriebssystems auf
Basis einer regenerativen Energiequelle war Herausforderung und Grund genug,
das ehrgeizige Projekt PlanetSolar zu unterstützen“, erklärt Immo Ströher,
dem kluges Energiemanagement nicht zuletzt durch seine Firma Immosolar am
Herzen liegt. „Und es ist auch eine technologisches Spitzenleistung des
Bootsbauteams“, lobt der Auftraggeber. Seit Januar vorigen Jahres waren bis
zu 31 Werftarbeiter mit dem etwas mehr als 10 Millionen Euro teuren Bau
beschäftigt, an dessen Entwurf und Konzeption Knierim maßgeblich mitgewirkt
hat.
Der 31-Meter-Kat entstand in besonders leichter, aber gleichzeitig extrem
durabler Karbon-Sandwich-Bauweise, ein Markenzeichen des Unternehmens
Knierim, das seinen Sitz am Nordostseekanal hat. Dort hatte der
zehntelmillimetergenaue Formbau für den Hauptrumpf in einer der eigenen,
hochmodernen Fünf-Achs-Fräsen des Geschäftszweigs Knierim Tooling begonnen.
Auch die Schwimmer entstanden in der Knierim-Werft, ehe der Bau im August
2009 in die HDW-Halle 11 zur Endfertigung umzog.
Insgesamt wurden für die Form und das Boot selbst 20,6 Tonnen Kohlefasern,
elfeinhalb Tonnen Schaumkern sowie gut 30 Tonnen Harz und Härter verwendet.
„Das war auch für unsere Mitarbeiter keine alltägliche Aufgabe“, sagen die
Geschäftsführer Gunnar Knierim und Steffen Müller nicht ohne Stolz, haben
sie ihren Betrieb nicht schon durch den Bau der ersten deutschen America’s
Cup-Yacht „Germany I“ in 2006 und weitere namhafte Hochseeyachten bis weit
über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht.
Die Besonderheit dieses riesigen Zweirumpfboots wird aus der
Vogelperspektive deutlich. An Deck liegen Solarpaneele der Berliner Solon
AG. Insgesamt 825 bestückt mit 38.000 einzelnen Photovoltaikzellen werden es
sein, wenn der Kat es mit seinen seitlichen Auslegern und einem „Heckflügel“
auf 550 Quadratmetern Fläche bringt. Sie sollen die Energie einfangen, die
in sechs Blöcken mit jeweils zwölf Batterien, also 648 Zellen neuster,
wartungsfreier Lithium-Ionen-Technik von „GAIA“ aus Nordhausen gespeichert
wird. Jeder der sechs Stränge ist knapp zwei Tonnen leicht – herkömmliche
Bleibatterien mit gleicher Kapazität hätten das Siebenfache gewogen.
Außerdem ist die Lebensdauer länger. Diese Technologie soll auch eine neue
Generation von Energiespeichern begründen, die HDW zukünftig auf
nicht-nuklearen U-Booten einsetzen will. PlanetSolar dient als Pilotprojekt,
an dem HDW vor allem am Sicherheitskonzept beim Betreiben der Batterien
mitgewirkt hat.
Angetrieben wird PlanetSolar durch zwei gegenläufig drehende
Karbon-Propeller von „AIR“ aus Hohen Luckow bei Berlin. Der Durchmesser
beträgt zwei Meter und ist damit doppelt so groß wie sonst für diese
Schiffsgröße üblich. „Das ist effizienter, und wir nutzen gleichzeitig das
Drehmoment zum Steuern“, erklärt Steffen Müller, denn die Naben befinden
sich in Höhe der Wasserlinie. Über die zudem in der Steigung einzeln
verstellbaren Schrauben wird der Solar-Kat bei normalen Bedingungen ohne
Ruder gesteuert. Vier Elektromotoren aus der Schweiz – je zwei pro
Antriebswelle – haben eine Höchstleistung von insgesamt 176 Kilowatt (239
PS) sowie eine außergewöhnlich hohe Energieeffizienz von weit mehr als 90
Prozent. Für eine Marschfahrt von acht Knoten (etwa 15 km/h) sollen im
Idealfall (ohne Gegenwind und -wellen) nur 20 kW gebraucht werden.
Wie sich der rund 65 Tonnen schwere Katamaran auf dem Wasser verhält, werden
die Praxistests im Frühjahr zeigen. Der so genannte Wavepiercer soll bei
entsprechendem Seegang mit den beiden schwimmenden Rümpfen die Wellen
durchstechen. Das wurde nicht nur im Computer der Konstrukteure berechnet
und vom Germanischen Lloyd (GL) geprüft, sondern auch in
Schlepptankversuchen auf Tasmanien simuliert. „Bei stürmischen Bedingungen
treten enorme Belastungen auf“, sagt Gunnar Knierim, „deshalb fangen wir die
Scherkräfte an den Verbindungen zwischen Schwimmern und Rumpf teils mit
Volllaminat auf. Beim Bootsbau sind wir keine Kompromisse eingegangen.“ Ein
eindrucksvolles Bild wird PlanetSolar erneut abgeben, wenn der Solar-Kat
erstmals seinem Element übergeben wird.
Das Unternehmen Knierim
Knierim ist ein norddeutsches Traditionsunternehmen mit Sitz am
Nord-Ostsee-Kanal in Kiel. Die Werft baut individuelle Hightech-Yachten
unter Motor und Segel in modernster Kompositbauweise, vom edlen
Fahrtenschiff bis zum 30-Meter-Racer immer State of the Art. Höchste
Belastbarkeit bei geringem Gewicht, millimetergenaue Designtreue und ein
außergewöhnliches Finish sind die Markenzeichen. Das gilt genauso für den
Formenbau mit 31,5 x 8 x 4,5 Meter großen Fünf-Achs-Fräsen zum Bespiel von
Windrotorblättern, für die Luft- und Schifffahrt sowie von großen
Industrieteilen. Weitere Standbeine sind Bootsreparaturen und -umbauten
sowie Komplettservice im Winterlager.
Detaillierte Informationen im Internet unter www.knierim-yachtbau.de und
www.knierim-tooling.de.
www.knierim-yachtbau.de
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