31. März 2010
Stapellauf des Solar-Kats in Kiel
Heute Nachmittag Taufe und Kranen von PlanetSolar bei HDW
KIEL. 14 Monate und 68.000 Arbeitsstunden nach der „Kiellegung“ Anfang
vorigen Jahres bei der Kieler Knierim-Werft erfolgt am heutigen Mittwoch
(31. März) der Stapellauf eines des spektakulärsten und innovativsten
Bootsbauprojekte überhaupt. Gegen 14.30 Uhr wird der Riesen-Katamaran
„PlanetSolar“ nach seiner Taufe ins Wasser der Kieler Förde gesetzt. Dazu
hebt der 900-Tonnen-Portalkran der HDW (Howaldtswerke-Deutsche Werft),
industrielles Wahrzeichen der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt, das
mehr als 30 Meter lange, 15 Meter breite und 85 Tonnen schwere Zweirumpfboot
aus dem 28 Meter hohen Dach der Halle 11. Zum feierlichen Anlass empfängt
der Bauherr und Eigner Immo Ströher (66), Unternehmer und Solar-Pionier aus
Darmstadt, unter anderem Ministerpräsident Peter Harry Carstensen.
PlanetSolar ist ein zukunftweisendes Pilotprojekt zur effizienten Nutzung
der Solarenergie in der Schifffahrt. Nächstes Jahr soll der Katamaran ohne
fossile Brennstoffe die Welt umrunden.
Nach der aktuellen Wetterlage steht dem Anschlagen des Krangeschirrs nichts
mehr im Wege. Denn ob die Sonne scheint, ist beim Stapellauf des
siebeneinhalb Meter hohen Gefährts nach einem unverwechselbaren Design des
Neuseeländers Craig Loomes noch unbedeutend. Die brauchen erst die Skipper
Raphaël Domjan aus der Schweiz und der Franzose Gérard d’Aboville, wenn sie
den Erdball umrunden wollen. Zunächst einmal muss „PlanetSolar“ umfangreiche
Testfahrten vor Kiel absolvieren, ehe er Anfang Mai beim Hamburger
Hafengeburtstag erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wird.
Zu Bootsbau und Technik:
Der 31-Meter-Kat entstand in besonders leichter, aber gleichzeitig extrem
durabler Karbon-Sandwich-Bauweise, ein Markenzeichen des Unternehmens
Knierim, das seinen Sitz am Nordostseekanal hat. Dort hatte der
zehntelmillimetergenaue Formbau für den Hauptrumpf in einer der eigenen,
hochmodernen Fünf-Achs-Fräsen des Geschäftszweigs Knierim Tooling begonnen.
Auch die Schwimmer entstanden in der Knierim-Werft, ehe der Bau im August
2009 in die HDW-Halle 11 zur Endfertigung umzog.
Insgesamt wurden 20,6 Tonnen Kohlefasern, elfeinhalb Tonnen Schaumkern sowie
gut 23 Tonnen Harz und Härter verwendet. „Das war auch für unsere
Mitarbeiter keine alltägliche Aufgabe“, sagen die Geschäftsführer Gunnar
Knierim und Steffen Müller nicht ohne Stolz, haben sie ihren Betrieb nicht
schon durch den Bau der ersten deutschen America’s Cup-Yacht „Germany I“ in
2006 und weitere namhafte Hochseeyachten bis weit über die Landesgrenzen
hinaus bekannt gemacht.
Die Besonderheit dieses riesigen Zweirumpfboots wird aus der
Vogelperspektive deutlich. An Deck liegen Solarpaneele der Berliner Solon
AG. Insgesamt 825 bestückt mit 38.000 einzelnen Photovoltaikzellen werden es
sein, wenn der Kat es mit seinen seitlichen Auslegern und einem „Heckflügel“
auf exakt 536,65 Quadratmetern Fläche bringt. Sie sollen die Energie
einfangen, die in sechs Blöcken mit jeweils zwölf Batterien, also 648 Zellen
neuster, wartungsfreier Lithium-Ionen-Technik von „GAIA“ aus Nordhausen
gespeichert wird. Jeder der sechs Stränge ist knapp zwei Tonnen leicht –
herkömmliche Bleibatterien mit gleicher Kapazität hätten das Siebenfache
gewogen. Außerdem ist die Lebensdauer länger. Diese Technologie soll auch
eine neue Generation von Energiespeichern begründen, die HDW zukünftig auf
nicht-nuklearen U-Booten einsetzen will. Deshalb hat HDW vor allem am
Sicherheitskonzept beim Betreiben der Batterien auf dem Kat mitgewirkt.
Angetrieben wird „PlanetSolar“ durch zwei gegenläufig drehende
Karbon-Propeller von „AIR“ aus Hohen Luckow bei Berlin. Der Durchmesser
beträgt zwei Meter und ist damit doppelt so groß wie sonst für diese
Schiffsgröße üblich. „Das ist effizienter, und wir nutzen gleichzeitig das
Drehmoment zum Steuern“, erklärt Steffen Müller, denn die Naben befinden
sich in Höhe der Wasserlinie. Über die zudem in der Steigung einzeln
verstellbaren Schrauben wird der Solar-Kat bei normalen Bedingungen ohne
Ruder gesteuert. Vier Elektromotoren aus der Schweiz – je zwei pro
Antriebswelle – haben im Dauerbetrieb eine Höchstleistung von 2x 20 und 2x
40 Kilowatt (insgesamt 163 PS) sowie eine außergewöhnlich hohe Effizienz von
mehr als 90 Prozent. Für eine Marschfahrt von rund sieben Knoten (etwa 13
km/h) sollen im Idealfall (ohne Gegenwind und -wellen) voraussichtlich nur
18,6 kW aus zwei Maschinen (eine pro Schwimmer) gebraucht werden.
Der so genannte Wavepiercer soll bei entsprechendem Seegang mit den beiden
schwimmenden Rümpfen die Wellen durchstechen. Das wurde nicht nur im
Computer der Konstrukteure berechnet und vom Germanischen Lloyd (GL)
geprüft, sondern auch in Schlepptankversuchen auf Tasmanien simuliert. „Bei
stürmischen Bedingungen treten enorme Belastungen auf“, sagt Gunnar Knierim,
„deshalb fangen wir die Scherkräfte an den Verbindungen zwischen Schwimmern
und Rumpf teils mit Volllaminat auf. Beim Bootsbau sind wir keine
Kompromisse eingegangen.“
Das Unternehmen Knierim
Knierim ist ein norddeutsches Traditionsunternehmen mit Sitz am
Nord-Ostsee-Kanal in Kiel. Die Werft baut individuelle Hightech-Yachten
unter Motor und Segel in modernster Kompositbauweise, vom edlen
Fahrtenschiff bis zum 30-Meter-Racer immer State of the Art. Höchste
Belastbarkeit bei geringem Gewicht, millimetergenaue Designtreue und ein
außergewöhnliches Finish sind die Markenzeichen. Das gilt genauso für den
Formenbau mit 34 bzw. 32,5 x 8,5 x 4 Meter großen Fünf-Achs-Fräsen zum
Bespiel von Windrotorblättern, für die Luft- und Schifffahrt sowie von
großen Industrieteilen. Weitere Standbeine sind Bootsreparaturen und
-umbauten sowie Komplettservice im Winterlager.
Detaillierte Informationen im Internet unter www.knierim-yachtbau.de und
www.knierim-tooling.de.
Direkt nach der Taufe und dem Stapellauf stellen wir Fotos und Filmmaterial
auch aus der Luft aus einem Hubschrauber zur Verfügung, die für die
redaktionelle Nutzung honorarfrei sind.
Außerdem werden sie im Internet unter www.planetsolar.org/press angeboten.
Benutzername: press
Kennwort: julvern09
Ihre Kontakte:
Andreas Kling KNIERIM Yachtbau GmbH
PR Consultant Anja Erkelenz
Föhrdener Straße 6 Uferstraße 100
25563 Wrist 24106 Kiel
T: +49 (4822) 360-900 T: +49 (431) 30106-0
F: +49 (4822) 360-901 F: +49 (431) 30106-19
M: +49 (172) 257-8817 M: +49 (177) 8990-690
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